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Spezielle Vexillologische Aufsätze* und Diagrammseiten | Preußische Kavallerie-Regimentsstandarten zur Zeit Friedrichs II.

Preußische Kavallerie-Regimentsstandarten zur Zeit Friedrichs des Großen



Am Vorabend des 1. Schlesischen Krieges verfügten die preußischen Streitkräfte über 12 Kürassierregimenter, 7 Dragonerregimenter und nur 2 Husarenregimenter. Er war sich der Überlegenheit der hervorragenden österreichischen Kavallerie bewusst und legte Wert auf eine starke, disziplinierte Infanterie. Dennoch stellte er in den 1740er Jahren noch weitere 8 Husarenregimenter, 5 Dragonerregimenter und das Regiment berittene Leibgardisten auf, wobei er sich auch der Tatsache bewusst war, dass keine Schlacht eine solche ohne eine starke Kavallerie sein konnte.​


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Beispiele für die Regimentsfarben der Kürassiere
Kürassiere ( „Kürassire" )


Die Kürassiere waren die eigentlichen Nachfolger der mittelalterlichen Ritter. Kürassiere sind seit 1481 bekannt. Ihr Name leitet sich vom französischen Wort „cuir" (=Leder) ab. Der Kürass war eine Art Rüstung oder Korslet ohne Ärmel, die zunächst aus Leder und später aus Metall hergestellt wurde. Kürassiere gab es seit 1666, damals „berittene Regimenter" (deutsch: Regimenter zu Ross) oder schwerbewaffnete Kavallerie genannt. Ihre Aufstellung war 1718 abgeschlossen. Seit 1741 wurden sie in den Tagesordnungen als „Kürassiere" bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde 1742 gebräuchlich, wurde seit 1758 als inoffizieller Name verwendet und seit 1786 offiziell verwendet.
In der 1. Angriffswelle wurden auf beiden Flügeln Kürassiere eingesetzt, die schwer bewaffnet waren und über die größten Pferde verfügten. Ein Regiment hatte fünf Eskadronen. Die Zahl der Soldaten stieg von 834 im Jahr 1740 auf 1000 Soldaten im Jahr 1762. Die Leibgarde der 13. Kürassiere (Garde du Corps) war immer anders. Es verfügte 1740 nur über eine Staffel und wuchs 1756 auf drei Staffeln an.​



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13. Kürassier-Regiment​


Es war das einzige Regiment, dessen eigentliche Farbe ein Vexillum (eine hängende Flagge) war. Alle anderen Kürassiere hatten quadratische Standarten mit Fransen, die schätzungsweise zwischen 30 cm x 30 cm und 40 cm x 40 cm groß waren (meine Schätzung basiert auf einem Bild, das Infanterie- und Kavallerieflaggen zusammen zeigt und unter www.historischer-bilderdienst.de zu sehen ist).​



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Beispiele für Regimentsfarben der Dragoner​


Dragoner


Dragoner waren seit dem 30-jährigen Krieg als berittene Infanterie oder berittene Musketiere bekannt. Sie war 1687 durch DERFFLINGER im Kurfürstentum Brandenburg eingeführt und sukzessive ausgebaut worden. 1744 war der Bau abgeschlossen. Der Name leitet sich von ihrer Waffe ab, einem kurzen Gewehr (oder einer langen Pistole) mit einem Drachengriff als Griff.
Innerhalb der 2. Angriffswelle kamen Dragoner zum Einsatz.
Die Regimenter waren in fünf Eskadronen aufgeteilt, die zunächst in zwei Kompanien unterteilt waren. Das 5. und 6. Dragonerregiment verfügten über zehn Eskadronen. Die Anzahl der Soldaten eines Regiments entsprach in etwa der der Kürassiere.
Die Standarten der Dragoner hatten einen Schwalbenschwanz und eine geschätzte Größe zwischen 53 cm x 30 cm und 67 cm x 40 cm (Quelle wie oben).​


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Beispiel für die Regimentsfarben der Husaren
(Rückseite)​





Husaren (leichte Kavallerie)


Da Husarenregimenter zunächst als „nichtpreußische Kampfform" galten, waren sie mit Söldnern aus anderen Ländern besetzt (weitere Einzelheiten finden Sie in meinem Beitrag zum „Preußischen Husarenregiment „Königin Wilhelmina der Niederlande" (Hannoveraner) Nr. 15 alias „Wandsbeker Husaren". Friedrich der Große erkannte jedoch schon bald deren Bedeutung und stellte zahlreiche neue Husarenregimenter auf. Husaren hatten kleinere Pferde und eine ganz besondere Ausrüstung.
Sie wurden im Rahmen der 3. Welle eingesetzt und ihre Hauptaufgabe bestand darin, Unruhen hinter den feindlichen Linien zu verursachen. Ein Regiment hatte zehn Eskadronen mit weniger Reitern als die Eskadronen der anderen berittenen Regimenter. Die Zahl der Soldaten eines Regiments stieg von 1166 im Jahr 1740 auf 1681 im Jahr 1762.
Die Standarten der Husaren waren Wimpel im Husarenschnitt mit einer Bordüre in der Farbe der Schabracke. Da das 1743 abgeschafft wurde, werden in der Quelle keine Bilder berichtet. Quelle: [d2e92a], S. 11-13​


| finden Sie in der Farbkarte des preußischen Kavallerieregiments Weitere Beispiele |

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Quellen:
(1) [d2e92] by Günter DORN and Joachim ENGELMANN: "Die Infanterie Regimenter Friedrich des Großen 1756 - 1763", publ.1992
(2) [neu39a] by Otfried NEUBECKER: "Fahnen und Flaggen", Leipzig 1939
(3) [neu32] by Otfried NEUBECKER: "Historische Fahnen - die Welt in Bildern Album 8"
(4) [zna01] by Alfred ZNAMIEROWSKI: "Flaggen Enzyklpädie", Bielefeld 2001
(5)  Images drawn by Klaus-Michael Schneider.