# Das Papsttum in der Geschichte

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«Papst» (vom gríechisch-lateinischen pappas, papa = Vater) ist die heute übliche Bezeichnung für den [Bischof](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bischof/) von [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) als Oberhaupt der katholischen [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/). Der Titel kommt aus dem griechischen Be- [reich](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/reich/) des frühen Christentums, war im [Osten](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/osten/) ursprünglich Titel für Äbte, Bischöfe und [Patriarchen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/patriarchen/) und wurde im Westen seit dem 5. Jahrhundert zunehmend den Bischöfen von [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) vorbehalten. Der römische Bischofsstuhl galt als der dem Range nach erste Bischofs- und Patriarchensitz der Christenheit. In heutiger staats- rechtlicher Betrachtung erscheint das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) als Wahlmonarchie eigentümlicher Prägung. Weit stärker noch als [absolute](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/absolute/) Monarchen der älteren [Zeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zeit/), die ja mit wenigen Ausnahmen in der Erbfolge ihrer Dynastie standen, ist der von den Kardinälen gewählte [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) in eine [Institution](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/institution/) eingebunden, vor allem in die mit dem [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) eng verbundene [Römische Kurie](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/roemische-kurie/). Das regelm äßig erscheinende «Päpst- liche Jahrbuch» («Annuario Pontificio», Citta del Vaticano) nennt gegenwärtig folgende [acht](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/acht/) Amtsbezeichnungen des Papstes, von de- nen einige eher Ehrentitel sind, als daß ihnen wirkliche Bedeutung zukäme: [Bischof](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bischof/) von [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/), Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten ([Petrus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrus/)), Oberhaupt (Oberster [Bischof](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bischof/)) der Ge- samtkirche, [Patriarch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/patriarch/) des Abendlandes, Primas von [Italien](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/italien/), Erz- [bischof](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bischof/) und [Metropolit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/metropolit/) der enprovinz, Souverän des Staates der Vatikanstadt.  
Nach katholischer Glaubenslehre ist das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) von [Jesus Christus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/jesus-christus/) eingesetzt, gestützt vor allem auf die Schriftstellen im Matthäus- (16,1629; 28,20), Lukas- (22,31 f.) und Johannesevangelium (21,1519) sowie auf die Glaubenstradition. Die Päpste gelten als die Nachfolger des Apostels [Petrus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrus/) im römischen [Bischofsamt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bischofsamt/) und in dem damit verbundenen [Primat](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/primat/) (lateinisch primatus = Vor-rang). Im [Amt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/amt/) des Bischofs von [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) dauert das besondere, von [Christus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/christus/) dem [Petrus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrus/) als Erstem der [Apostel](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/apostel-2/) übertragene [Amt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/amt/) fort. Man spricht vom [Petrusamt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrusamt/), um diese Kontinuität auszudrücken, [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) um das bleibend Gültige vom geschichtlich Wandelbaren die- ses Amtes zu unterscheiden. In diesem Glaubensverständnis ist [der Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/der-papst/) Nachfolger des [Petrus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrus/) als oberster Hirt der Universalkirche, ausgestattet nicht nur mit dem Ehrenvorrang, sondern mit der voll wirksamen höchsten und universalen Gewalt in der [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) (Juris-diktionsprimat). Diese höchste Gewalt hat [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) das Bischofskolle- gium inne, in dem das Apostelkollegium fortlebt und dessen [Haupt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/haupt/) [der Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/der-papst/) ist. Die katholische Glaubensaussage wurde vor allem auf dem I. Vatikanischen [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) 1870 dogmatisch festgelegt, auf dem II. Vatikanischen [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) 1964 bestätigt und kirchenrechtlich um- schrieben im kirchlich anonici») von 1917 (heute geltend im nici» von 198 ).  
Die katholische Glaubenslehre (mit Einschluß der kirchenrecht- lichen Festlegungen) und die [Entwicklung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/entwicklung/) des Papsttums in histo- risch-kritischer Betrachtung sind voneinander zu unterscheiden. Die [Geschichte](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/geschichte/) des Papsttums hängt seit den frühchristlichen Anfängen mit den geschichtlichen Veränderungen der Kirchenstruktur, der [Kirchenverfassung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirchenverfassung/) zusammen. An deren Beginn steht die Durchsetzung des Monepiskopates, das heißt die Festigung der hervorge- hobenen Stellung der Bischöfe im Kollegium der Presbyter (Prie- ster), sowie die [Entstehung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/entstehung/) von Unterschieden kirchenrechtlicher Qualität zwischen den einzelnen Bischofskirchen. Die Herausbil- dung des Papsttums erfolgte unter erheblichen Schwankungen und blieb schließlich auf die lateinische (römische) Christenheit des Westens beschränkt. Das gilt vor allem seit dem Morgenländischen [Schisma](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schisma/) (1054), der bis heute bestehenden Trennung der orthodo- xen Ostkirchen und der römisch-lateinischen [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) des Westens.  
Die Frühzeit der römischen Christengemeinde und ihrer Leitung liegt im Dunkeln. Von den römischen Bisch öfen der ersten 300 Jahre ist über die [Namen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/namen/) hinaus nicht viel Sicheres bekannt. Die älteste erhaltene römische Bischofsliste, aufgezeichnet von [Irenäus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/irenaeus/) von Lyon um 180, ist eine Rekonstruktion; sie nennt die Aufeinanderfolge der Gewährsmänner der apostolischen Überlieferung in [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/). Die spä- ter geschaffene Chronologie der ältesten Bischofsliste ist historisch wertlos. Die (umstrittene) [Anerkennung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/anerkennung/) eines [gewissen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gewissen/) Vorrangs des Bischofs von [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) tritt fortschreitend deutlicher hervor, vor allem in [Fragen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/fragen/) der Lehre und Disziplin. Dabei erscheint in der gesamten altkirchlichen Periode das [Petrusamt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrusamt/) grundsätzlich als subsidiäre Instanz in dringenden Fällen, wenn die [Autorität](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/autoritaet/) der Bischöfe und [Patriarchen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/patriarchen/) nicht ausreichte. Als höchste kirchliche [Autorität](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/autoritaet/) galt der alten Christenheit das Allgemeine [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/), das [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) über den [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) richten konnte (etwa über [Honorius](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/honorius/) I.). Seit dem 2./3. Jahrhundert berief man sich in [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) zur Begründung des Vorrangs [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) auf Bibelstellen (vor allem Matthäus 16,16; 18,18). Nach den Päpsten Damasus I., Siricius und Innocenz I. begann mit Cölestin I. eine Epoche des Aufstiegs, die in [Leo I](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/leo-i/). (440461) ihren Höhepunkt erreichte. Auf seinen Spuren entwickelte Gelasius I. (492496) die Grundzüge der Zweigewaltentheorie. Diese Auffas- sung gewann im [Mittelalter](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/mittelalter/) weite Verbreitung im Sinn einer Überordnung der geistlich-päpstlichen über die weltlich-k önigliche Gewalt. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches (476) und in der wachsenden kulturellen und sprachlichen Entfremdung zwischen dem lateinischen germanischen Westen und dem griechischen [Osten](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/osten/) wurde die katholische [Taufe](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/taufe/) des Frankenkönigs Chlodwig I. um 496/98 von entscheidender Bedeutung für die [Zukunft](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zukunft/), wenn [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) im 6. Jahrhundert völlig dem Reichskirchensy- stem Kaiser Justinians I. eingegliedert und [der Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/der-papst/) als Reichspatri- [arch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/arch/) wie seine Amtsbrüder im [Osten](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/osten/) (die [Patriarchen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/patriarchen/) von Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, [Jerusalem](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/jerusalem/)) behandelt wurde. Am [Ende](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/ende/) der altkirchlichen Epoche der [Geschichte](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/geschichte/) des Papsttums steht die Gestalt Gregors I. (590604), der sich ganz der versinkenden Welt der christlichen Antike zugehörig wußte und dennoch Wegbe- reiter zum [Aufstieg](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufstieg-2/) des P enden [Kraft](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kraft/) der abendländischen [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) wurde.  
Im Frühmittelalter vollendete sich unter maßgeblicher Beteili- gung des Papsttums die Christianisierung aller germanischen und teilweise [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) schon der slawischen [Völker](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/voelker/). Die besondere Ver- ehrung der [Germanen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/germanen/) für den Apostelfürsten und «Himmelspfört- ner» [Petrus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/petrus/) verlieh [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) dessen Nachfolgern, die unter [Berufung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/berufung-2/) auf Matthäus 16,19 auf Erden für den [Himmel](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/himmel/) binden und lösen, hohes [Ansehen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/ansehen/). Zur selben [Zeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zeit/) vollzog sich, durch einzelne Perio- den äußersten Tiefstandes nur vorübergehend aufgehalten, der Aus- bau der Papstdoktrin zur universalen Geltung des Papsttums in der (lateinischen) [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/). Dessen [Schicksal](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schicksal/) im [Mittelalter](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/mittelalter/) ist weithin [bestimmt](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bestimmt/) durch die (von Kaiser [Konstantin I](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konstantin-i/). im 4. Jahrhundert ein- geleitete) problematisch enge Verbindung von Geistlichem und Weltlichem. Die Entfremdung zwischen [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) und dem durch Kriege und Religionswirren (Bilderstreit) schwer erschütterten ost- römischen [Reich](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/reich/), das [Italien](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/italien/) nicht mehr genügend schützen konnte, schritt weiter voran. Sie vollendete sich im Morgenländischen [Schisma](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schisma/) (1054), das durch spätere hierarchisch-politische Unions- versuche ([Konzilien](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzilien/) von Lyon 1274 und Florenz 1439) nicht mehr behoben werden konnte. Die angelsächsischen benediktinischen Missionare begründeten seit dem ausgehenden 7. und im 8. Jahr- hundert die enge [Bindung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bindung/) zwischen [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) und der fränkischen [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/). Vor allem Winfrid [Bonifatius](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bonifatius/) bereitete den [Bund](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bund-2/) des Papst- tums mit den Franken und die folgenschwere mittelalterliche Ver- [bindung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bindung/) zwischen [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) und [Kaisertum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kaisertum/) vor. Der [Bund](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/bund-2/) mit den Franken vollendete sich unter [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) Stephan II. (752757) und [König](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/koenig/) Pippin dem Jüngeren. Durch reiche Schenkungen förderten die Karolinger die [Entwicklung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/entwicklung/) des alten Patrimonium Petri zum späteren [Kirchenstaat](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirchenstaat/). Unter Hadrian I. (772795) entzog sich das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) endgültig der [Herrschaft](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/herrschaft/) des oströmischen Kaisers. Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800 schuf ein westliches, mit Byzanz konkurrierendes [Kaisertum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kaisertum/). Im Niedergang der karo- lingischen [Macht](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/macht/) gewann das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) im 9. Jahrhundert zunächst größere Selbständigkeit (Kaiserkrönung durch den [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/)). Der Pontifikat Nikolaus I. (858 – 867) bezeichnet hinsichtlich der Durchsetzung des päpstlichen Richteramtes über weltliche [Herrscher](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/herrscher/) und des inner kirchlichen Primats über den fränkischen Episkopat den Höhepunkt des Papsttums in karolingischer [Zeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zeit/). In den folgenden Pontifikaten geriet das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) zunehmend in [Abhängigkeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/abhaengigkeit-3/) vom römischen und mittelitalischen [Adel](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/adel/). Eine Wende bahnte sich an mit dem Eingreifen Ottos I., des Großen, mit der Erneuerung der römi- schen Kaiserwürde 962 ([Salbung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/salbung/) und Kaiserkrönung blieben dem [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) vorbehalten) und dem Erstarken der Reformbewegu der [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) (Cluniazensische Reform, Lothringische Reform).  
Vor dem Hintergrund der Reformbewegung begann mit dem Eingreifen Kaiser Heinrichs III. (Synoden von Sutri und [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) rn46) und mit den von ihm designierten deutschen Päpsten (Clemens II., Damasus II., Leo IX., Victor II.) der unmittelbare [Aufstieg](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufstieg-2/) des Papsttums zur geistlichen Vormacht im [Abendland](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/abendland/). Das Kardinals- kollegium entwickelte sich jetzt rasch zu einer [Körperschaft](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/koerperschaft/), die fortan dem [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) in der [Regierung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/regierung/) der Gesamtkirche zur Seite [stand](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/stand/) (in engem Zusammenhang damit entstand die [Römische Kurie](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/roemische-kurie/)). Mit der fortschreitenden Durchsetzung des Programms der nach [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) [Gregor](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gregor/) VII. (1073-1085)«Gregorianischen Reform»wuchs der Drang nach «Freiheit» und Unabhängigkeit des Papsttums (lateinisch libertas ecclesiae), das nicht einem Reichskirchen- system eingegliedert [sein](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/sein/), sondern über [allen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/allen/) Reichen stehen sollte. Die Gegensätzlichkeit der Auffassungen von königlicher und päpstlicher Gewalt führte unter [Gregor](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gregor/) VII. zum verheerenden Konflikt mit Kaiser Heinrich IV. im [Investiturstreit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/investiturstreit/), der (minder heftige) Parallelen in fast [allen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/allen/) Ländern hatte. Die neue Geltung und Vormachtstellung des Papsttums zeigte sich in der päpstlichen Ini- tiative zur «Befreiung» des Heiligen Landes ([Kreuzzüge](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kreuzzuege/)). Das verstärkte politische Engagement des Papsttums seit der «Gregorianischen Reform» barg [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) [schwere](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schwere/) Gefahren: «Verweltlichung», Macht- und Geldgier, übertriebene Zentralisation unter Mißach- tung überkommener geistlich-weltlicher Rechte und nationaler Eigenart. Im Vordergrund der zweiten großen Auseinandersetzung des Papsttums mit dem [Kaisertum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kaisertum/), unter den Staufern, [stand](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/stand/) im 12. Jahrhundert die kaiserliche Hoheit in [Italien](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/italien/) ([Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) Hadrian IV., [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) [Alexander III](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/alexander-iii/)., Kaiser Friedrich I. Barbarossa), dann der päpstliche Widerstand gegen die Vereinigung des Normannenerbes Sizilien mit dem staufischen [Kaisertum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kaisertum/) (Kaiser Heinrich VI., Phi- lipp von Schwaben, Friedrich II.). In der «geistlichen Weltherr- schaft» Innocenz III. (11981216) erreichte das mittelalterliche [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) den Höhepunkt seiner [Macht](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/macht/). Die folgenden Pontifikate, in denen das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) in den neuen Armutsorden (Franziskaner, Dominikaner) starke Stützen gewann, waren überschattet von der grausamen Verfolgung der [Katharer](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/katharer/) und [Waldenser](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/waldenser/), von problema- tischen Kreuzzügen, vor allem von der sich verschärfenden Ausein- andersetzung mit Kaiser Friedrich II. ([Honorius](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/honorius/) III., [Gregor](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gregor/) IX., Innocenz IV., Clemens IV.) bis zum Vernichtungskampf gegen alle Staufer. Der «Schutz» der von den Päpsten nach [Italien](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/italien/) gerufenen [Anjou](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/anjou/) wurde weit drückender als die Stauferherrschaft («Siziliani- sche Vesper»). In dem Kampf der «beiden Häupter der Christen- heit» gab es keinen Sieger. Nach dem Scheiter s VIII.(12941303) residierten die Päpste in [Avignon](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/avignon-2/).  
Der Kampf Kaiser Ludwigs IV. des Bayern mit den Päpsten im Avignonesischen Exil (13091377) bewies deutlich den Verfall (übersteigerter) päpstlicher [Autorität](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/autoritaet/), aber [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) die Emanzipationsbestrebungen gegenüber geistlichem [Anspruch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/anspruch/). Es erhob sich radikale grundsätzliche Kritik am [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) [selbst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/selbst/) und an der politisch-gesellschaftlichen Ord- nung («Defensor pacis» des Marsili von Ockham, John Wyclif, Jan Hus). Das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) so geschwächt, daß im großen Abendländischen [Schisma](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schisma/) (13781417) seine tiefste [Erniedrigung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/erniedrigung/) anbrach. Die Krise der kirchlichen Ver- fassung wurde verschärft durch den [Konziliarismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konziliarismus/), eine theologisch-kanonistische Doktrin, wonach das Allgemeine [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) als [Repräsentation](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/repraesentation/) der ganzen Christenheit die höchste [Autorität](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/autoritaet/) in der [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) besitze, über dem [Papst](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papst-3/) stehe und diesen nötigenfalls abset- [zen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zen/) könne. Im [Notstand](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/notstand/) der [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) führte der Weg über das [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) von Pisa (1409) zum [Konzil von Konstanz](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil-von-konstanz/) (14141418), das die Superiorität des Allgemeinen Konzils aussprach und die [Einheit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/einheit/) der [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) im [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) wiederherstellte. Die [Wahl](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/wahl/) Martins V. (14171431) bildete den Wendepunkt, wenn [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) vor allem durch das Ungeschick Eugens IV. (14311437) das [Konzil von Basel](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil-von-basel/) (14311449) eine neue konziliaristische Krise brachte. Mit [Nikolaus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/nikolaus/) V. (14471455) begann die enge Verbindung des Papsttums mit [Humanismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/humanismus/) und [Renaissance](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/renaissance/), die bis ins 16. Jahr- hundert dauerte. Das drängende Problem der Kirchenreform blieb unter seinen Nachfolgern (Pius II., Sixtus IV., Innocenz VIII., Ale- xander VI., Julius II.) ungelöst. [Dies](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/dies/) bereitete den Boden dafür, daß während des Pontifikats Leos X. (15131521) mit dem öffentlichen Hervortreten Martin Luthers 1517 und der [Reformation](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/reformation/) des 16. Jahrhunderts der Geltungsbereich des Papsttums stark beschnitten wurde. Doch verhalf der [Schock](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schock/) schließlich der Katholischen Reform, die sich zur [Gegenreformation](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gegenreformation-2/) entwickelte, [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) an der [Kurie](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kurie/) zum Durchbruch. Der Pontifikat Pauls III. (15341549) leitete zögernd die Wende ein. Durch aktive neue [Orden](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/orden/), beson- ders die [Jesuiten](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/jesuiten/), vor allem aber durch das [Konzil von Trient](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil-von-trient/) (1545 rstarken des [Katholizismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/katholizismus/) eingeleitet.  
Die politische Schwäche des Papsttums in der Neuzeit war schon im Dreißigjährigen [Krieg](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/krieg/) deutlich geworden. Im [Zeitalter](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zeitalter/) des fürst- lichen [Absolutismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/absolutismus/) und der [Aufklärung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufklaerung-3/) mußte ein innerlich gefestigtes [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) den weiteren Rückgang seines politischen und kirchlichen Einflusses [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) in den katholischen Staaten hinnehmen. Das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) zeigte sich zunächst keineswegs bereit, bisher beanspruchte (überholte) Rechte oder [auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) nur mittelalterliche Wunsch- bilder päpstlicher [Macht](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/macht/) preiszugeben. Die kirchliche Doktrin päpstlicher Rechte wurde weiter ausgebaut, vor allem in der ein- flußreichen Jesuitenschule. Es kam zu härtesten Kämpfen mit dem Fürsten- und Staatsabsolutismus, mit dem Gedankengut der [Aufklärung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufklaerung-3/), mit [Jansenismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/jansenismus/), [Gallikanismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gallikanismus/), dem [Episkopalismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/episkopalismus/) ([auch](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/auch/) [Febronianismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/febronianismus/)) der deutschen Reichskirche, dem Josephi- nismus der Habsburger Länder, mit der überall beanspruchten Staatskirchenhoheit. Die bedeutendsten Päpste dieser Epoche wa- [ren](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/ren/) Innocenz XI. (1676 1689) und Benedikt XIV. (1740-1758). Der Französischen [Revolution](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/revolution-2/) [stand](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/stand/) das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) feindselig, im Grunde so ratlos wie die Mächte der alten Ordnung, gegenüber. Die romantische Verklärung des Papsttums nach dem Sieg Napoleons I. über [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) und [Kirchenstaat](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirchenstaat/) blieb Episode. Das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) begnügte sich im 19. Jahrhundert im wesentlichen damit, unter an- derem [Liberalismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/liberalismus/), [Sozialismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/sozialismus-2/), Pressefreiheit, Religions- und Gewissensfreiheit feindselig abzuwehren, ohne positive Wege auf- zuzeigen. Dabei erwies sich der im Wiener Kongreß 1815 restau- rierte [Kirchenstaat](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirchenstaat/) als schwerste [Belastung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/belastung/) der universalen [Aufgabe](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufgabe/) des Papsttums (Leo XII., [Gregor](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gregor/) XVI., Pius IX.: Risorgimento). Als sich die [Auflösung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufloesung/) des Kirchenstaats abzeichnete, versuchte das I. Vatikanische [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) 1869/70 mit seiner Definition des päpstlichen Primates und Universalepiskopates unter Einschluß der lehramt- lichen Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehren, die päpstliche [Autorität](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/autoritaet/) neu zu festigen. Als während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 die französische Garnison aus [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) abgerufen wurde, konnte Piemont am 20. September 1870 [Rom](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/rom/) besetzen und dem [Kirchenstaat](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirchenstaat/) ein [Ende](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/ende/) bereiten. Seitdem konzentrierte sich das [Papsttum](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/papsttum/) stärker auf die geistlichen [Aufgaben](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/aufgaben/). Leo XIII. (18791903) versuchte, bessere [Beziehungen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/beziehungen/) zur modernen Welt und zu ihren Problemen herzustellen, z. B. griff er in der [Enzyklika](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/enzyklika/) «Rerum novarum» von 1891 die [Soziale Frage](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/soziale-frage-2/) auf. Reformabsichten bedeutender Theologen und angesehener katholischer Laien führ- ten bald zu neuen heftigen innerkirchlichen Kämpfen, die mit den Begriffen [Amerikanismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/amerikanismus/), Reformkatholizismus, Modernismus und kirchlicher Integralismus verknüpft r Pius X. (19031914) ihren Höhepunkt erreichten.  
Der Pontifikat Benedikts XV. (19141922) leitete eine [Zeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zeit/) der [Beruhigung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/beruhigung/) ein, [stand](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/stand/) aber völlig im [Schatten](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/schatten/) des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen. In die [Zukunft](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/zukunft/) wiesen die Neufassung des Kirchenrechts («[Codex](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/codex/) Iuris Canonici» 1917/18; Neufassung 1983 durch [Johannes Paul II](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/johannes-paul-ii/).; beide Ausgaben mit betonter Zentralisierung) und die Abkehr von der Europäisierung der Weltmission. Pius XI. (19221939) bemühte sich um die kirchliche Konsolidierung der von [Krieg](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/krieg/) und Revolutionen erschütterten Länder. Davon zeugen zahlreiche Konkordate, so das deutsche Reichskonkordat 1933 mit der nationalsozialistischen [Regierung](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/regierung/), und die Bereinigung der seit 1870 offenen «Römischen Frage» durch die [Lateranverträge](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/lateranvertraege/) 1929, die den souveränen Vatikanstaat (Stato della Citta del Vaticano) schufen. Die totalitären Systeme des [Nationalsozialismus](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/nationalsozialismus/), Faschismus und Stalinismus, der Zweite [Weltkrieg](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/weltkrieg/), der Massenmord an den europäischen Juden und andere Verbrechen stellten Pius XI. und seinen Nachfolger Pius XII. (1939 1958) vor die schwierige Frage, wie sie Stellung beziehen sollten, ohne die Existenz der Kir- che und weitere Menschenleben zu gefährden. Die Pontifikate Johannes XXIII. (19581963) und seines Nachfolgers Paul VI. (19631978) ließen die Bemühung um ein zeitgerechtes Verständnis des Petrusamtes in [Kirche](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/kirche-2/) und Welt deutlich sichtbar werden, be- sonders in der Förderung der [Einheit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/einheit/) aller [Christen](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/christen/) ([Ökumene](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/oekumene/)), im Einsatz für [Frieden](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/frieden-2/) und soziale [Gerechtigkeit](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/gerechtigkeit/) und im klaren Zeug- nis christlichen Glaubens und christlicher Verantwortung in einer fortschreitend «säkularisierten» Welt. Deutlichster [Ausdruck](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/ausdruck/) dafür wurde das II. Vatikanische [Konzil](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/konzil/) (19621965). Ungeachtet unter- schiedlicher Strömungen und mancher Rückschläge blieb die Ziel- setzung des Konzils bestimmend, so im kurzen Pontifikat [Johannes](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/johannes/) Pauls I. (1978) und in der Regierun ommenden Papstes [Johannes Paul II](http://arge2016.zapto.org/catholicencyclopedia/glossary/johannes-paul-ii/). (seit 1978).