Kleines Lexikon der Päpste Kleines Lexikon der Päpste Die politische Geschichte Europas, aber auch seine Kunst- und Kulturgeschichte, ist eng mit der Geschichte des Papsttums der ältesten Institution der Welt verflochten. Die Päpste waren oftmals Mitspieler im Kampf um weltliche Macht und politischen Einfluß, sie krönten Kaiser und stürzten ganze Dynastien. So bedeutende Künstler wie Bramante, Michelangelo und Raffael gelangten durch Aufträge der Kirche zu Weltruhm. Der Vatikan mit dem Petersdom und den Vatikanischen Museen legt noch heute ein beeindruckendes Zeugnis von der politischen, kulturellen und moralischen Macht der Päpste ab . Dieses Lexikon informiert in 273 Artikeln kompakt und zuverlässig über alle Päpste und Gegenpäpste von Petrus bis Johannes Paul II . Es nennt die wichtigsten Stationen ihrer Laufbahn und orientiert über ihre historisch bedeutsamen politischen und kirchlichen Entscheidungen sowie ihr mäzenatisches Wirken in den Künsten und Wissenschaften. Ein einleitender Überblick über die Geschichte des Papsttums, eine chronologische Papstliste sowie weiterführende Literaturangaben machen das Lexikon zu einem nützlichen Vademekum für Historiker , Theologe istoriker und alle kulturgeschichtlich interessierten Leser. Georg Schwaiger ist emeritierter Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Ludwig-Maximilians-Uni- versität München und ordentliches Mitglied der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte des Papsttums vorgelegt. Manfred Heim ist Professor für Bayerische Kirchengeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ordentliches Mitglied der Kommission für bayerische La te bei der Mitglied der Kommission für bayerische L Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Georg Schwaiger/Manfred Heim KIeines Lexikon der Päpste Vorwort Die wechselvolle Geschichte der Päpste ist für Betrachter innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche eines der eigenartigsten, fas- zinierendsten Phänomene der Weltgeschichte . Seit nahezu zweitau- send Jahren sind Geschichte und Christentum unlösbar verbunden, sichtbar in der Gestalt der Kirche und der Kirchen . Darüber gibt es schier ungezählte große und kleine Arbeiten. Vorliegendes «Kleines Lexikon der Päpste» verdankt sein Entste- hen einem Wunsch des Verlags C.H. Beck. Da sehr vielen Interes- senten die großen Werke, auch Nachschlagewerke, nicht immer zur Verfügung stehen, soll hier auf wissenschaftlicher Grundlage eine sichere Kenntnis der Päpste in knapper Form vermittelt werden, in Gestalt eines Büchleins, das auch im Reisegep äck leicht mitgeführt werden kann. Das Quellen- und Literaturverzeichnis soll zudem weitere Beschäftigung erleichtern. Dank gebührt allen , die bei der Entstehung des kleinen Nach- schlagewerks mitgeholfen haben, vor allem Herrn Dr.Ulrich Nolte für seine wie immer freundschaftliche Betreuung im Lektorat des Verlags. München, am 25. März 2004 Georg Schwaiger und Manfred Heim Das Papsttum in der Geschichte View attachment 2166 «Papst» (vom gríechisch-lateinischen pappas, papa = Vater) ist die heute übliche Bezeichnung für den Bischof von Rom als Oberhaupt der katholischen Kirche . Der Titel kommt aus dem griechischen Be- reich des frühen Christentums, war im Osten ursprünglich Titel für Äbte, Bischöfe und Patriarchen und wurde im Westen seit dem 5. Jahrhundert zunehmend den Bischöfen von Rom vorbehalten. Der römische Bischofsstuhl galt als der dem Range nach erste Bischofs- und Patriarchensitz der Christenheit. In heutiger staats- rechtlicher Betrachtung erscheint das Papsttum als Wahlmonarchie eigentümlicher Prägung. Weit stärker noch als absolute Monarchen der älteren Zeit , die ja mit wenigen Ausnahmen in der Erbfolge ihrer Dynastie standen, ist der von den Kardinälen gewählte Papst in eine Institution eingebunden, vor allem in die mit dem Papsttum eng verbundene Römische Kurie . Das regelm äßig erscheinende «Päpst- liche Jahrbuch» («Annuario Pontificio», Citta del Vaticano) nennt gegenwärtig folgende acht Amtsbezeichnungen des Papstes, von de- nen einige eher Ehrentitel sind, als daß ihnen wirkliche Bedeutung zukäme: Bischof von Rom , Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten ( Petrus ), Oberhaupt (Oberster Bischof ) der Ge- samtkirche, Patriarch des Abendlandes, Primas von Italien , Erz- bischof und Metropolit der enprovinz, Souverän des Staates der Vatikanstadt. Nach katholischer Glaubenslehre ist das Papsttum von Jesus Christus eingesetzt, gestützt vor allem auf die Schriftstellen im Matthäus- (16,1629; 28,20), Lukas- (22,31 f.) und Johannesevangelium (21,1519) sowie auf die Glaubenstradition. Die Päpste gelten als die Nachfolger des Apostels Petrus im römischen Bischofsamt und in dem damit verbundenen Primat (lateinisch primatus = Vor-rang). Im Amt des Bischofs von Rom dauert das besondere, von Christus dem Petrus als Erstem der Apostel übertragene Amt fort. Man spricht vom Petrusamt , um diese Kontinuität auszudrücken, auch um das bleibend Gültige vom geschichtlich Wandelbaren die- ses Amtes zu unterscheiden. In diesem Glaubensverständnis ist der Papst Nachfolger des Petrus als oberster Hirt der Universalkirche, ausgestattet nicht nur mit dem Ehrenvorrang, sondern mit der voll wirksamen höchsten und universalen Gewalt in der Kirche (Juris-diktionsprimat). Diese höchste Gewalt hat auch das Bischofskolle- gium inne, in dem das Apostelkollegium fortlebt und dessen Haupt der Papst ist. Die katholische Glaubensaussage wurde vor allem auf dem I. Vatikanischen Konzil 1870 dogmatisch festgelegt, auf dem II. Vatikanischen Konzil 1964 bestätigt und kirchenrechtlich um- schrieben im kirchlich anonici») von 1917 (heute geltend im nici» von 198 ). Die katholische Glaubenslehre (mit Einschluß der kirchenrecht- lichen Festlegungen) und die Entwicklung des Papsttums in histo- risch-kritischer Betrachtung sind voneinander zu unterscheiden. Die Geschichte des Papsttums hängt seit den frühchristlichen Anfängen mit den geschichtlichen Veränderungen der Kirchenstruktur, der Kirchenverfassung zusammen. An deren Beginn steht die Durchsetzung des Monepiskopates, das heißt die Festigung der hervorge- hobenen Stellung der Bischöfe im Kollegium der Presbyter (Prie- ster), sowie die Entstehung von Unterschieden kirchenrechtlicher Qualität zwischen den einzelnen Bischofskirchen. Die Herausbil- dung des Papsttums erfolgte unter erheblichen Schwankungen und blieb schließlich auf die lateinische (römische) Christenheit des Westens beschränkt. Das gilt vor allem seit dem Morgenländischen Schisma (1054), der bis heute bestehenden Trennung der orthodo- xen Ostkirchen und der römisch-lateinischen Kirche des Westens. Die Frühzeit der römischen Christengemeinde und ihrer Leitung liegt im Dunkeln. Von den römischen Bisch öfen der ersten 300 Jahre ist über die Namen hinaus nicht viel Sicheres bekannt. Die älteste erhaltene römische Bischofsliste, aufgezeichnet von Irenäus von Lyon um 180, ist eine Rekonstruktion; sie nennt die Aufeinanderfolge der Gewährsmänner der apostolischen Überlieferung in Rom . Die spä- ter geschaffene Chronologie der ältesten Bischofsliste ist historisch wertlos. Die (umstrittene) Anerkennung eines gewissen Vorrangs des Bischofs von Rom tritt fortschreitend deutlicher hervor, vor allem in Fragen der Lehre und Disziplin. Dabei erscheint in der gesamten altkirchlichen Periode das Petrusamt grundsätzlich als subsidiäre Instanz in dringenden Fällen, wenn die Autorität der Bischöfe und Patriarchen nicht ausreichte. Als höchste kirchliche Autorität galt der alten Christenheit das Allgemeine Konzil , das auch über den Papst richten konnte (etwa über Honorius I.). Seit dem 2./3. Jahrhundert berief man sich in Rom zur Begründung des Vorrangs auch auf Bibelstellen (vor allem Matthäus 16,16; 18,18). Nach den Päpsten Damasus I., Siricius und Innocenz I. begann mit Cölestin I. eine Epoche des Aufstiegs, die in Leo I . (440461) ihren Höhepunkt erreichte. Auf seinen Spuren entwickelte Gelasius I. (492496) die Grundzüge der Zweigewaltentheorie. Diese Auffas- sung gewann im Mittelalter weite Verbreitung im Sinn einer Überordnung der geistlich-päpstlichen über die weltlich-k önigliche Gewalt. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches (476) und in der wachsenden kulturellen und sprachlichen Entfremdung zwischen dem lateinischen germanischen Westen und dem griechischen Osten wurde die katholische Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I. um 496/98 von entscheidender Bedeutung für die Zukunft , wenn auch das Papsttum im 6. Jahrhundert völlig dem Reichskirchensy- stem Kaiser Justinians I. eingegliedert und der Papst als Reichspatri- arch wie seine Amtsbrüder im Osten (die Patriarchen von Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Jerusalem ) behandelt wurde. Am Ende der altkirchlichen Epoche der Geschichte des Papsttums steht die Gestalt Gregors I. (590604), der sich ganz der versinkenden Welt der christlichen Antike zugehörig wußte und dennoch Wegbe- reiter zum Aufstieg des P enden Kraft der abendländischen Kirche wurde. Im Frühmittelalter vollendete sich unter maßgeblicher Beteili- gung des Papsttums die Christianisierung aller germanischen und teilweise auch schon der slawischen Völker . Die besondere Ver- ehrung der Germanen für den Apostelfürsten und «Himmelspfört- ner» Petrus verlieh auch dessen Nachfolgern, die unter Berufung auf Matthäus 16,19 auf Erden für den Himmel binden und lösen, hohes Ansehen . Zur selben Zeit vollzog sich, durch einzelne Perio- den äußersten Tiefstandes nur vorübergehend aufgehalten, der Aus- bau der Papstdoktrin zur universalen Geltung des Papsttums in der (lateinischen) Kirche . Dessen Schicksal im Mittelalter ist weithin bestimmt durch die (von Kaiser Konstantin I . im 4. Jahrhundert ein- geleitete) problematisch enge Verbindung von Geistlichem und Weltlichem. Die Entfremdung zwischen Rom und dem durch Kriege und Religionswirren (Bilderstreit) schwer erschütterten ost- römischen Reich , das Italien nicht mehr genügend schützen konnte, schritt weiter voran. Sie vollendete sich im Morgenländischen Schisma (1054), das durch spätere hierarchisch-politische Unions- versuche ( Konzilien von Lyon 1274 und Florenz 1439) nicht mehr behoben werden konnte. Die angelsächsischen benediktinischen Missionare begründeten seit dem ausgehenden 7. und im 8. Jahr- hundert die enge Bindung zwischen Papsttum und der fränkischen Kirche . Vor allem Winfrid Bonifatius bereitete den Bund des Papst- tums mit den Franken und die folgenschwere mittelalterliche Ver- bindung zwischen Papsttum und Kaisertum vor. Der Bund mit den Franken vollendete sich unter Papst Stephan II. (752757) und König Pippin dem Jüngeren. Durch reiche Schenkungen förderten die Karolinger die Entwicklung des alten Patrimonium Petri zum späteren Kirchenstaat . Unter Hadrian I. (772795) entzog sich das Papsttum endgültig der Herrschaft des oströmischen Kaisers. Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800 schuf ein westliches, mit Byzanz konkurrierendes Kaisertum . Im Niedergang der karo- lingischen Macht gewann das Papsttum im 9. Jahrhundert zunächst größere Selbständigkeit (Kaiserkrönung durch den Papst ). Der Pontifikat Nikolaus I. (858 – 867) bezeichnet hinsichtlich der Durchsetzung des päpstlichen Richteramtes über weltliche Herrscher und des inner kirchlichen Primats über den fränkischen Episkopat den Höhepunkt des Papsttums in karolingischer Zeit . In den folgenden Pontifikaten geriet das Papsttum zunehmend in Abhängigkeit vom römischen und mittelitalischen Adel . Eine Wende bahnte sich an mit dem Eingreifen Ottos I., des Großen, mit der Erneuerung der römi- schen Kaiserwürde 962 ( Salbung und Kaiserkrönung blieben dem Papst vorbehalten) und dem Erstarken der Reformbewegu der Kirche (Cluniazensische Reform, Lothringische Reform). Vor dem Hintergrund der Reformbewegung begann mit dem Eingreifen Kaiser Heinrichs III. (Synoden von Sutri und Rom rn46) und mit den von ihm designierten deutschen Päpsten (Clemens II., Damasus II., Leo IX., Victor II.) der unmittelbare Aufstieg des Papsttums zur geistlichen Vormacht im Abendland . Das Kardinals- kollegium entwickelte sich jetzt rasch zu einer Körperschaft , die fortan dem Papst in der Regierung der Gesamtkirche zur Seite stand (in engem Zusammenhang damit entstand die Römische Kurie ). Mit der fortschreitenden Durchsetzung des Programms der nach Papst Gregor VII. (1073-1085)«Gregorianischen Reform»wuchs der Drang nach «Freiheit» und Unabhängigkeit des Papsttums (lateinisch libertas ecclesiae), das nicht einem Reichskirchen- system eingegliedert sein , sondern über allen Reichen stehen sollte. Die Gegensätzlichkeit der Auffassungen von königlicher und päpstlicher Gewalt führte unter Gregor VII. zum verheerenden Konflikt mit Kaiser Heinrich IV. im Investiturstreit , der (minder heftige) Parallelen in fast allen Ländern hatte. Die neue Geltung und Vormachtstellung des Papsttums zeigte sich in der päpstlichen Ini- tiative zur «Befreiung» des Heiligen Landes ( Kreuzzüge ). Das verstärkte politische Engagement des Papsttums seit der «Gregorianischen Reform» barg auch schwere Gefahren: «Verweltlichung», Macht- und Geldgier, übertriebene Zentralisation unter Mißach- tung überkommener geistlich-weltlicher Rechte und nationaler Eigenart. Im Vordergrund der zweiten großen Auseinandersetzung des Papsttums mit dem Kaisertum , unter den Staufern, stand im 12. Jahrhundert die kaiserliche Hoheit in Italien ( Papst Hadrian IV., Papst Alexander III ., Kaiser Friedrich I. Barbarossa), dann der päpstliche Widerstand gegen die Vereinigung des Normannenerbes Sizilien mit dem staufischen Kaisertum (Kaiser Heinrich VI., Phi- lipp von Schwaben, Friedrich II.). In der «geistlichen Weltherr- schaft» Innocenz III. (11981216) erreichte das mittelalterliche Papsttum den Höhepunkt seiner Macht . Die folgenden Pontifikate, in denen das Papsttum in den neuen Armutsorden (Franziskaner, Dominikaner) starke Stützen gewann, waren überschattet von der grausamen Verfolgung der Katharer und Waldenser , von problema- tischen Kreuzzügen, vor allem von der sich verschärfenden Ausein- andersetzung mit Kaiser Friedrich II. ( Honorius III., Gregor IX., Innocenz IV., Clemens IV.) bis zum Vernichtungskampf gegen alle Staufer. Der «Schutz» der von den Päpsten nach Italien gerufenen Anjou wurde weit drückender als die Stauferherrschaft («Siziliani- sche Vesper»). In dem Kampf der «beiden Häupter der Christen- heit» gab es keinen Sieger. Nach dem Scheiter s VIII.(12941303) residierten die Päpste in Avignon . Der Kampf Kaiser Ludwigs IV. des Bayern mit den Päpsten im Avignonesischen Exil (13091377) bewies deutlich den Verfall (übersteigerter) päpstlicher Autorität , aber auch die Emanzipationsbestrebungen gegenüber geistlichem Anspruch . Es erhob sich radikale grundsätzliche Kritik am Papsttum selbst und an der politisch-gesellschaftlichen Ord- nung («Defensor pacis» des Marsili von Ockham, John Wyclif, Jan Hus). Das Papsttum so geschwächt, daß im großen Abendländischen Schisma (13781417) seine tiefste Erniedrigung anbrach. Die Krise der kirchlichen Ver- fassung wurde verschärft durch den Konziliarismus , eine theologisch-kanonistische Doktrin, wonach das Allgemeine Konzil als Repräsentation der ganzen Christenheit die höchste Autorität in der Kirche besitze, über dem Papst stehe und diesen nötigenfalls abset- zen könne. Im Notstand der Kirche führte der Weg über das Konzil von Pisa (1409) zum Konzil von Konstanz (14141418), das die Superiorität des Allgemeinen Konzils aussprach und die Einheit der Kirche im Papsttum wiederherstellte. Die Wahl Martins V. (14171431) bildete den Wendepunkt, wenn auch vor allem durch das Ungeschick Eugens IV. (14311437) das Konzil von Basel (14311449) eine neue konziliaristische Krise brachte. Mit Nikolaus V. (14471455) begann die enge Verbindung des Papsttums mit Humanismus und Renaissance , die bis ins 16. Jahr- hundert dauerte. Das drängende Problem der Kirchenreform blieb unter seinen Nachfolgern (Pius II., Sixtus IV., Innocenz VIII., Ale- xander VI., Julius II.) ungelöst. Dies bereitete den Boden dafür, daß während des Pontifikats Leos X. (15131521) mit dem öffentlichen Hervortreten Martin Luthers 1517 und der Reformation des 16. Jahrhunderts der Geltungsbereich des Papsttums stark beschnitten wurde. Doch verhalf der Schock schließlich der Katholischen Reform, die sich zur Gegenreformation entwickelte, auch an der Kurie zum Durchbruch. Der Pontifikat Pauls III. (15341549) leitete zögernd die Wende ein. Durch aktive neue Orden , beson- ders die Jesuiten , vor allem aber durch das Konzil von Trient (1545 rstarken des Katholizismus eingeleitet. Die politische Schwäche des Papsttums in der Neuzeit war schon im Dreißigjährigen Krieg deutlich geworden. Im Zeitalter des fürst- lichen Absolutismus und der Aufklärung mußte ein innerlich gefestigtes Papsttum den weiteren Rückgang seines politischen und kirchlichen Einflusses auch in den katholischen Staaten hinnehmen. Das Papsttum zeigte sich zunächst keineswegs bereit, bisher beanspruchte (überholte) Rechte oder auch nur mittelalterliche Wunsch- bilder päpstlicher Macht preiszugeben. Die kirchliche Doktrin päpstlicher Rechte wurde weiter ausgebaut, vor allem in der ein- flußreichen Jesuitenschule. Es kam zu härtesten Kämpfen mit dem Fürsten- und Staatsabsolutismus, mit dem Gedankengut der Aufklärung , mit Jansenismus , Gallikanismus , dem Episkopalismus ( auch Febronianismus ) der deutschen Reichskirche, dem Josephi- nismus der Habsburger Länder, mit der überall beanspruchten Staatskirchenhoheit. Die bedeutendsten Päpste dieser Epoche wa- ren Innocenz XI. (1676 1689) und Benedikt XIV. (1740-1758). Der Französischen Revolution stand das Papsttum feindselig, im Grunde so ratlos wie die Mächte der alten Ordnung, gegenüber. Die romantische Verklärung des Papsttums nach dem Sieg Napoleons I. über Papsttum und Kirchenstaat blieb Episode. Das Papsttum begnügte sich im 19. Jahrhundert im wesentlichen damit, unter an- derem Liberalismus , Sozialismus , Pressefreiheit, Religions- und Gewissensfreiheit feindselig abzuwehren, ohne positive Wege auf- zuzeigen. Dabei erwies sich der im Wiener Kongreß 1815 restau- rierte Kirchenstaat als schwerste Belastung der universalen Aufgabe des Papsttums (Leo XII., Gregor XVI., Pius IX.: Risorgimento). Als sich die Auflösung des Kirchenstaats abzeichnete, versuchte das I. Vatikanische Konzil 1869/70 mit seiner Definition des päpstlichen Primates und Universalepiskopates unter Einschluß der lehramt- lichen Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehren, die päpstliche Autorität neu zu festigen. Als während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 die französische Garnison aus Rom abgerufen wurde, konnte Piemont am 20. September 1870 Rom besetzen und dem Kirchenstaat ein Ende bereiten. Seitdem konzentrierte sich das Papsttum stärker auf die geistlichen Aufgaben . Leo XIII. (18791903) versuchte, bessere Beziehungen zur modernen Welt und zu ihren Problemen herzustellen, z. B. griff er in der Enzyklika «Rerum novarum» von 1891 die Soziale Frage auf. Reformabsichten bedeutender Theologen und angesehener katholischer Laien führ- ten bald zu neuen heftigen innerkirchlichen Kämpfen, die mit den Begriffen Amerikanismus , Reformkatholizismus, Modernismus und kirchlicher Integralismus verknüpft r Pius X. (19031914) ihren Höhepunkt erreichten. Der Pontifikat Benedikts XV. (19141922) leitete eine Zeit der Beruhigung ein, stand aber völlig im Schatten des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen. In die Zukunft wiesen die Neufassung des Kirchenrechts (« Codex Iuris Canonici» 1917/18; Neufassung 1983 durch Johannes Paul II .; beide Ausgaben mit betonter Zentralisierung) und die Abkehr von der Europäisierung der Weltmission. Pius XI. (19221939) bemühte sich um die kirchliche Konsolidierung der von Krieg und Revolutionen erschütterten Länder. Davon zeugen zahlreiche Konkordate, so das deutsche Reichskonkordat 1933 mit der nationalsozialistischen Regierung , und die Bereinigung der seit 1870 offenen «Römischen Frage» durch die Lateranverträge 1929, die den souveränen Vatikanstaat (Stato della Citta del Vaticano) schufen. Die totalitären Systeme des Nationalsozialismus , Faschismus und Stalinismus, der Zweite Weltkrieg , der Massenmord an den europäischen Juden und andere Verbrechen stellten Pius XI. und seinen Nachfolger Pius XII. (1939 1958) vor die schwierige Frage, wie sie Stellung beziehen sollten, ohne die Existenz der Kir- che und weitere Menschenleben zu gefährden. Die Pontifikate Johannes XXIII. (19581963) und seines Nachfolgers Paul VI. (19631978) ließen die Bemühung um ein zeitgerechtes Verständnis des Petrusamtes in Kirche und Welt deutlich sichtbar werden, be- sonders in der Förderung der Einheit aller Christen ( Ökumene ), im Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit und im klaren Zeug- nis christlichen Glaubens und christlicher Verantwortung in einer fortschreitend «säkularisierten» Welt. Deutlichster Ausdruck dafür wurde das II. Vatikanische Konzil (19621965). Ungeachtet unter- schiedlicher Strömungen und mancher Rückschläge blieb die Ziel- setzung des Konzils bestimmend, so im kurzen Pontifikat Johannes Pauls I. (1978) und in der Regierun ommenden Papstes Johannes Paul II . (seit 1978). Die Päpste von A View attachment 2167 Adeodatus I . ( St. Deusdedit (Adeodatus I) (615-618) ) –> Deusdedit Adeodatus II. ( 11.4.672 – 17.6.676) ( Adeodatus (II) (672-676) ), Römer, Rom ; Benediktinermönch in Sant´Erasmo, Rom . Er führte den Kampf seines Vorgän- gers Vitalianus gegen den Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei) fort. Agapet I. (13.5.535 – 22.4.536) ( St. Agapetus I (535-536) — also called Agapitus I ), hl., Römer vornehmer Herkunft, Konstantinopel, Rom , St. Peter. Auf Dr ängen des Ostgoten- Kg. Theodahad ging er nach Konstantinopel, um die byz. Erobe- rung Italiens abzuwenden. Er konnte bei Ks. Justinian I. aber nur auf kirchl. Gebiet Erfolge erzielen. Agapet II. (10.5.946 - Dez. 955) ( Agapetus II (946-955) ), Römer, Rom . Er bemühte sich mit Alberich II., dem mächtigsten Herrn in Rom und Mittelitalien, um Klosterreformen. Trotz drückender Abhängigkeit von Alberich brachte er die päpstl. Autorität zur Geltung (im Streit um das Ebtm. Metz; Bestätigung der Metropolitanrechte Hamburgs über Skandi- navien 9+8). Unter Alberichs Druck verweigerte er dem dt. Kg. Otto I. 952die Kaiserkrönung, gab ihm aber 955 große Vollmachten zur Kirchenorganisation im Bereich der frühen Ostkolonisation. Agatho (27.6.678 – 10.1.681) ( St. Agatho (678-81) ), hl., aus Sizilien, Rom . Ostern 680 hielt er eine stark besuchte Lateransynode gegen die Monotheleten (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei). Sein Lehrschreiben wurde auf dem 6. Allgem. Konzil in Konstantinopel 680/81, das Papst Honorius I. verurteilte, freudig aufgenommen. A . verstärkte den päpstl. Einfluß in England, bes. durch die Ausbreitung der röm. Liturgie . · Albert , ( Albert (1101) – listed as an anti-pope ) Gegenpapst in den Wirren des Investiturstreits (1101). Nach dem Scheitern des Gegenpapstes Theoderich wurde er in der röm. Kirche der Zwölf Apostel im Febr. 1101 zum Papst gewählt, vorher war er Kard.-Bf. von Silva Candida (S. Rufina). Papst Pa- schalis II. setzte ihn rasch wieder ab und hielt ihn bis zum To in Klosterhaft (wahrscheinl. in S. Lorenzo zu Aversa bei Neapel). Alexander I. (107? – 116?), hl. Nach der ältesten röm. Bischofsliste wurde er der 5. Nachfolger des Apostels Petrus in der Leitung der röm. Christengemeinde. Alexander II . (1.10.1061 – 21.4.1073) ( Alexander II (1061-1073) ), vorher Anselm, stammte aus Baggio bei Mailand, vornehmer Herkunft. Seit früher Jugend der Mailänder Kirche zugehörig, wurde er 1056 Bf. von Lucca. Er arbei-tete mit Vertretern der röm. Reformpartei zusammen und wurde von dieser Gruppe unter maßgebl.Einfluß des Archidiakons Hil- debrand (des späteren Gregor VII.) zum Papst gewählt und inthronisiert, gestützt durch normann. Hilfe und Hzg. Gottfried von Lothringen-Tuszien. Auf Betreiben des röm. Adels und lombard. Reichsbischöfe erhob der dt. Hof am 28.10.1061 Bf. Cadulus von Parma als Honorius II. zum Papst , doch wurde unter dem Einfluß des Ebf. Anno von Köln A . auf der Synode von Mantua auch vom Reichsepiskopat anerkannt. Seitdem verlor das Schisma an Bedeu- tung. A . war seiner Herkunft nach der adeligen Schicht verbunden, die den höheren Klerus und den ital. Reichsepiskopat stellte, zu- gleich unterstützte er die ältere Gruppe der Reformpartei, die in der Tradition Leos IX. im Zusammenwirken mit dem König die Kirche reformieren wollte. Obwohl Hildebrand mit wachsendem Rigo- rismus ma ßgeblich die päpstl. Politik leitete, verfolgte A . sein An- liegen der röm. Kirchenreform vorwiegend durch den Ausgleich extremer Forderungen, gelegentl. auch gegen Hildebrand und die radikale neue Frömmigkeit der Mönchs- und Klerikergemeinschaf- ten. Mit fortschreitender Verwirklichung des röm. Reformpro- gramms verstärkte sich der päpstl. Einfluß in allen Ländern der lat. Kirche , verschärften sich aber auch die Spannungen zum jungen dt. Kg. Heinrich IV. und dem Reichsepiskopat. Einzelne Bischöfe, u. a . Anno von Köln und Siegfried von Mainz, wurden vorgeladen, nach der Abdankung des Ebf. Wido von Mailand im Streit um die Nachfolge einige königl. Räte gebannt. A . verband die span. Reiche enger mit Rom , unterstützte die beginnende Reconquista gegen die enger mit Rom , unterstützte die beginnende Reconquista gegen die Mauren, begünstigte die Eroberung Englands durch Wilhelm I. und förderte die Ausbreitung und Festigung der Normannenherrschaft in Unteritalien-Sizilien, durch die zugleich te in den röm. Kirchenverband eingegliedert wurden. Alexander III . (7.9.1159 – 30.8.1181) ( Alexander III (1159-1181) ), vorher Orlando Bandinelli , · Siena, Civita Castellana, er war der erste große Kanonist (in Bo- logna) unter den ma. Päpsten; 1150 Kard., 1153 Kanzler der röm. Kirche , einfluß reicher Berater der Päpste Eugen III. und Hadrian IV., päpstl. Legat auf dem Reichstag von Besan;on 1159. Als er dort die kuriale Auffassung vertrat, das abendländ. Kaisertum sei ein vom Papst verliehenes Amt , kam es zum scharfen Zusammenstoß mit Ks. Friedrich I. Barbarossa und in der Folge zum Papstschisma. A . wurde von der kaiserfeindl. Mehrheit der Kardinäle gewählt, die kaiserfreundl. Minderheit erhob Victor IV. zum Gegenpapst. A . wurde in Westeuropa, im Reich zunehmend nach Victors IV. Tod anerkannt (Beendigung des Schismas erst 1180). Besonderen Rück- halt gewann A . in den Städten Oberitaliens: die 1168 neugegründete Stadt Alessandria wurde nach ihm benannt. Erst im Frieden von Ve- nedig (1177) kam die Verständigung mit dem 1160 gebannten Kaiser zustande, zugleich scheiterte der ksl. Versuch,ähnlich wie Ks. Hein- rich III. die Kirchenhoheit auszuüben. Doch wurden etwa gleich- zeitig die Kirchenhoheitsrechte durch Heinrich II. von England ausgebaut. 1179 hielt A . das 3. Allgem. Laterankonzil ab , auf dem u. a . eine Papstwahlordnung verabschiedet wurde. A . war einer der bedeutendsten Päpste des MA, im Kampf mit dem Kaisertum erfüllt vom Bewußtsein päpstl. Autorität , dennoch friedliebend und maßvoll, begabt als Gelehrter und Staatsmann. Er ist der Vater der de- kretalen Geset strecht wird universales Kirchenrecht . Alexander IV . (12.12.1254 – 25.5.1261) ( Alexander IV (1254-1261) ), vorher Rainald Graf von Segni, Viterbo; durch seinen Onkel Papst Gregor IX. 1227 Kard.- Diakon , 1231 Kard.-Bf. von Ostia. In Neapel wurde er durch den Einfluß des Kard. Ottaviano Ubaldini zum Papst gewählt. Persön- lich religiös und versöhnlich, setzte A . die antistauf. Politik seiner Vorgänger fort, die er bei seinem Tod gescheitert sah. Nach vergebl. Verhandlungen mit dem Staufer Manfred belehnte A . 1255 den engl. Prinzen Edmund mit Sizilien (Scheitern dieser Kandidatur am engl. Parlament). Der mehrfach gebannte Manfred baute daraufhin seit 1255 seine Herrschaft in ganz Italien und Sizilien aus und ließ sich 1258 in Palermo krönen. Weite Teile des päpstl. Kirchenstaates gin- gen verloren, in Rom kam es zu heftigen Machtkämpfen. Im dt. Interregnum trat A . für Kg. Wilhelm von Holland ein, widersetzte sich der Wahl Ottokars II. von Böhmen, verbot nach Wilhelms Tod die Wahl des Staufererben Konradin und begünstigte nach der Doppelwahl 1257 zeitweilig Richard von Cornwall. Mit dem Ende des Lat. Kaiserreiches in Konstantinopel 1261 schwanden Unionshoff- nungen. Kreuzzugsaufrufe und Reformbemühungen blieben er- folglos. A . unterstützte die Mendikantenorden an der Univ. Paris gegen den Weltklerus und nverbände zum Orden der Augustiner-Eremiten. Alexander V . (26.6.1409 – 3.5.1410) ( Alexander V (1409-1410) ), vorher Petros Philargis, Petrus von Candia , · um 1340 auf Kreta , Bologna ; Franziskaner. Nach Studien in Oxford, Paris und Pavia wurde er 1386 Bf. in Italien , 1402 Ebf. von Mailand, durch Papst Innocenz VII. ( Rom ) 1405 Kard. und Legat in Oberitalien, im Großen Schisma war er hervorragend beteiligt am Konzil von Pisa, wo er nach Absetzung Gregors XII. ( Rom ) und Benedikts XIII. ( Avignon ) einstimmig gewählt und am 7.7.1409 gekrönt wurde. Da die Abgesetzten sich nicht fügten, gab es jetzt drei «Päpste» bzw. Papstpr ätendenten. A . investierte Lud- wig II. ( Anjou ) als König von Sizilien, blieb beim Legaten Cossa ( Johannes XIII.) in Bologna und starb dort. Alexander VI . (11.8.1492 – 18.8.1503) ( Alexander VI (1492-1503) ) , vorher Rodrigo de Borja (Borgia), · wohl 1.1.1431 (1432 ?) Jativa bei Valencia, 18.8.1503 Rom . Von seinem päpstl. Onkel Calixtus III. wurde A . 1456 zum Kard., 1457 zum Vizekanzler der röm. Kirche ernannt und mit ein- trägl. Pfründen versehen. Von Zeitgenossen wurde er als klug, glän- zend begabt, polit.-diplomat. gewandt und geschäftskundig gerühmt, war jedoch von sittenloser Lebensführung, bes. in seiner ehebrecher. Verbindung mit Vanozza de Cataneis, die ihm vier Kin- der gebar. A . wurde durch simonist. Machenschaften zum Papst gewählt. Unter ihm vollzog sich ein Ausbau der Zentralgewalt im Kir- chenstaat. Angesichts des Vordringens Frankreichs und Spaniens nach Italien konnte er sich erfolgreich behaupten, wobei er sich zu- nächst Spanien (« Heilige Liga», 1495), seit 1499 Frankreich annächst Spanien (« Heilige Liga», 1495), seit 1499 Frankreich anschloß (Beteiligung an der Eroberung Neapels 1501). Ein gewisses Gegengewicht zum frz. Einfluß in Italien sollte auch sein Paktieren mit den Osmanen bilden. Angesichts der durch die Entdeckungen in Ost und West sich wandelnden Lage wußte A . päpstl. Machtansprüche zu wahren, u. a . durch sein Schiedsrichteramt im Streit Spaniens und Portugals um die neuentdeckten Länder (Vertrag von Tordesillas 1494). Seine Politik wurde weitgehend davon bestimmt , seine Familie , bes. seine Kinder Lucrezia und Cesare Borgia, im Stil ital. Renaissancefürsten zu etablieren. In seinem Mäzenatentum ragen die «Appartamenti Borgia» im Vatikan hervor. Neuere Versuche einer günstigeren Beurteilung seiner ungeistl. Persönlichkeit sind durch die Quellen kaum gestützt. Alexander Vll. (7.4.1655 – 22.5.1667) ( Alexander VII (1655-1667) ), vorher Fabio Chigi, · 13.2.1599 Siena. Nach Studien in Siena trat er 1628 in päpstl. Dien- ste, wurde Nuntius in Köln und außerordentl. Nuntius bei den Verhandlungen des Westfäl. Friedens zur Beendigung des Dreißig- jährigen Kriegs, 1651 wurde er Staatssekretär Innocenz X., 1652 Kard. Aufgrund seiner diplomat. Erfahrung, seiner Gelehrsamkeit und seines untadeligen Wandels wurde A . von den polit. unabhängi- gen Kardinälen zum Papst gewählt. A . erfüllte die Erwartungen nur in bescheidenem Maß: er überließ die Staatsgeschäfte der Congrega- zione di Stato, zog sich zunehmend ins Privatleben zurück, ging literar. Neigungen nach und verfiel dem Nepotismus. Er verab- schiedete das Dekret der Propagandakongregation zugunsten der Jesuitenmission in China , die Konstitutionen gegen den Jansenismus und verurteilte die Moralgrundsätze des Laxismus. Lorenzo Bernini beauftragte er mit der Gestaltung des Petersplatzes. Alexander Vlll. ( 6.10.1689 – 1.2.1691) ( Alexander VIII (1689-1691) ), vorher Pietro Ottoboni, · 22.4.1610 Venedig . Seit 1630 in kurialem Dienst, wurde er 1654 Bf. von Brescia , 1664 Kard.-Protektor Venedigs. Als Papst erstrebte er vergebl. die Aussöhnung mit Frankreich . Er verurteilte 31 Sätze des Jansenismus und die 4 gallikan. Artikel. Später verfiel er dem Nepo- durch Handschriftenan- fe aus der Bibliothek der Kgn. Christine von Schweden. durch Handschrfe aus der Bibliothek der Kgn. Christine von Schweden. Anaklet I. (Anenkletos, Cletus) (79? – 90/92?), hl., wohl unter Ks. Domitian Märtyrer . Nach der ältesten röm. Bischofsliste war er der 2. Nachfolger Petri. Der Monepiskopat war in Rom noch nicht aus gebildet, A .s führende Stellung unter den Presbytern (Episkopen) der röm. Gemeinde darf aber als gesichert gelten. Die Berechnung von 12 Regierungsjahren geht auf das 3./4. Jh. zurück. · Anaklet II . , Papst /Gegenpapst (14./23.2.1130 – 25.1.1138) ( Anacletus II (1130-1138) ), vorher Petrus Pierleone, · um 1090. Er stammt aus der reichen und mäch- tigen, ursprüngl. jüd.-röm. Adelsfamilie Pierleoni, die nach Kon-version von A .s Urgroßvater Baruch /Benedikt (1030) bereits lange das Reformpapsttum unterstützte. A . wurde Mönch in Cluny, um 1112 Kard.-Diakon, 1120 Kard.-Priester von S. Maria in Trastevere und unter Calixtus II. Legat in England und Frankreich . Hochge- bildet, geschäftstüchtig und von unbescholtenem Lebenswandel, war er neben dem Kanzler Haimerich die bedeutendste Persönlichkeit im Kard.-Kollegium. Unmittelbar nach dem Tod Honorius II. ( 13.2.1130) wählte eine knappe Minderheit meist jüngerer nord- ital. und frz. Kardinäle unter Führung des Kanzlers Haimerich Innocenz II., die Mehrheit meist ältere röm. und südital. Kardinäle, mit Klerus und Volk A . zum Papst . Beide Kandidaten erhielten am 23.2.1130 in röm. Kirchen die Bischofsweihe. Vom Wahlausgang her befand sich A . ohne Zweifel im besseren Recht . Er konnte sich auch in Rom behaupten, aber nur Teile der Christenheit gewinnen. In der Doppelwahl spiegelt sich ein Generationenkonflikt innerhalb der Reformkreise, der seit dem Tod Calixtus II. 1124 immer deutlicher hervorgetreten war. A . verkörperte die altgregorian. (und clunia- zens.) Tradition, Innocenz II. wurde von den stärkeren jüngeren Reformgruppen und ihrer neuen Spiritualität (v. a . Regularkanoni- ker, Augustiner-Chorherren , Prämonstratenser und Zisterzienser ), denen die nächste Zukunft gehörte, unterstützt. Mit dem ganzen Gewicht ihres Einflusses kämpften bes. Bernhard von Clairvaux und Norbert von Magdeburg erfolgreich für die Anerkennung In- nocenz II. A . wurde zum Gege von der siegrei inocenz II. A . wurde zum Gegechen Partei schwer verleumdet. Anastasius I. (27.11.[?]399 – 19.[?]12.402) ( St. Anastasius I (399-401) ), hl., Römer. A . nahm wiederholt gegen origenist. Irrtümer Stellung (ohne genauere Kenntnis der östl. Streitigkeiten) und ermahnte n. Bischöfe zum weiteren Vorgehen gegen die Donatisten. Anastasius II . (24.11.496 – 17.11.498) ( Anastasius II (496-498) ), Römer. Er bemühte sich um die Beendigung des Akakian. Schismas (erstes, bis 519 dauerndes Schisma zw. der röm. und gr. Kirche , benannt nach dem Patr. Akakios von Konstantinopel), verbot aber zugleich, Akakios und des- sen Nachfolger in den liturg. Büchern zu nennen. Seine versöhnl. Haltung rief die Opposition eines Teils des röm. Klerus hervor und trug ihm später den unbegründeten Vorwurf der Häresie ein (vgl. auch Dante , Divina Commedia, Inferno XI,8 f.). Sein angebl. Glückwunschschreiben zur Taufe des Franken-Kg. Chlodwig ist eine Fälschung des 17. Jh. ·Anastasius (III.) Bibliothecarius, Gegenpapst (Aug. Sept. 855) ( Anastasius Bibliothecarius (855 ) – listed as an anti-pope), in Rom erzogen, um 880 Rom . Er war ein hochgebildeter Schriftstel- ler und wurde von Papst Leo IV. 847/48 zum Kard.-Priester von San Marcello ernannt. Auch den Päpsten Nikolaus I ., Hadrian II. und Johannes VIII. leistete er wichtige Dienste. Er stand Ks. Ludwig II. nahe und versuchte nach dem Tod Leos IV. (17.7.855) vergeblich, sich gegen den gewählten Benedikt III. mit Gewalt durchzusetzen. Besondere Bedeutung gewann er als Übersetzer der Akten des 7. und 8. Ökum. Konzils und anderer gr. Texte. Anastasius III. (April [?] 911 – Juni [?] 913) ( Anastasius III (911-913) ), Römer. Persönl. unta- delig, blieb er während der Herrschaft Alberichs I. von Spoleto, des röm. Adeligen Theophylakt und dessen Gemahlin Theodora der Älteren ohne merkl. Einfluß. Anastasius IV . (12.7.1153 – 3.12.1154) ( Anastasius IV (1153-1154) ), vorher Konrad von Suburra, Römer; Kard.-Bf. von Sabina, war als Papst bereits altersschwach. Er besaß große kuriale Erfahrung und bewies eine konziliante Grundeinstellung. Im Unterschied zum Vorgänger Eugen III. zeigte er sich Friedrich I. Barbarossa gegenüber nachgiebig. In sei- nem Pon mit der Bezahlung des Peterspfennigs. Anicetus (Aniketos) (um 155 um 166) ( St. Anicetus (155-166) ), hl., Syrer aus Emesa. Nach der ältesten röm. Bischofsliste war er der 10. Nachfolger Petri, der 11. in der röm. Bischofsliste. Mit ihm hat sich offenbar der Monepi- skopat (Einzelbischof im Episkopenkollegium) in der Leitung der röm. Gemeinde durchgesetzt. Unter A . kamen Hegesipp und Bf. Polykarp von Smyrna nach Rom ; dort wirkten auch der Apologet Justin und die Häretiker Valentinus und Markion. In den Verhand- lungen mit Polykarp über die Feier des Osterfestes kam es zu keiner Einigung, aber auch nicht zum Bruch. Ob A . das Martyrium erlitt, ist unsicher. Anterus (21.11.235 – 3.1.236) ( St. Anterus (235-236) ), hl., Grieche, Calixtuskatakombe; Nachfolger des Pontianus, der am 28.9.235 verzichtete. Er regierte während der Christenverfolgung durch Ks. Maximinus Thrax , doch wurde A . nicht zum Märtyrer . Als erster Papst wurde er in der Papstgruft der Calixtuskat t; dort wurden Teile des gr. Epitaphs aufgefunden. Hinweise für den Benutzer Weil in der Geschichte des Papsttums auf weiten Strecken keine völlig eindeutige, allgemeine Übereinstimmung darüber bestand, unter welchen Umständen die Wahl und Weihe des Bischofs von Rom ( auch dessen Absetzung oder Amtsverlust) gültig seien, muß darauf verzichtet werden, die Zahl der zweifelsfreirechtmäßigen Päpste festzulegen. Bei manchen Namen muß offen bleiben, ob sie den Päpsten oder Gegenpäpsten oder auch keiner der beiden Kategorien zuzurechnen sind. Die mit bezeichneten Namen sind unter Berücksichtigung der genannten Unsicherheiten nicht als rechtmäßige, anerkannte Bischöfe von Rom zu betrachten . Die Angaben unmittelbar nach den Namen bezeichnen die Regierungszeiten. Für die Erklärung kirchengeschichtlicher Fachbegriffe sei der Benutzer auf das Kleine Lexikon der Kriche von Manfred Heim (C. H. Beck, 1988) verwiesen. Die Päpste von B View attachment 2168 Benedikt I. (2.6.575 – 30.7.579) ( Benedict I (575-579) ), Römer. Der nachrichtenarme Ponti- fikat war von schwerster Langobardennot gezeichnet: Rom wurde 579 belagert, und Byzanz konnte die erbetene Hilfe wegen der Perserkriege nur unzureichend leisten. Benedikt II. (26.6.684 – 8.5.685) ( St. Benedict II (684-685) ), hl., Römer. Nach der Wahl 683 ver- zögerte sich die Weihe um ein Jahr, da die ksl. Wahlbestätigung in Konstantinopel einzuholen war. Im Zeichen des Friedens zw. Byzanz (Ks. Konstantin IV .) und Rom sollte künftig wieder der byz. Exarch in Ravenna die Papstwahl bestätigen, zugleich wurde (nach dem Monotheletenstreit: Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei) die Autoke- phalie von Ravenna aufgehoben. B. wirkte für die Anerkennung des 6. Ökum. Konzils (Konstantinopel 680/81) im Westen, bes. in Spanien. Benedikt III. (29.9.855 – 7.4.858) ( Benedict III (855-858) ), Römer. Nach dem Tod Leos IV. (17.7.855) wurde B. sogleich gewählt, benötigte aber zur Weihe die Zustimmung Ks. Ludwigs II. Eine einflußreiche Gruppe verweigerte die Anerkennung und erhob mit Unterstützung der ksl. Gegerte die Anerkennung und erhob mit Unterstützung der ksl. Gesandten den von Leo IV. exkommunizierten Anastasius (III.) Bibliothecarius zum Gegenpapst. Dieser ließ B. gefangensetzen, stieß aber auf offene Ablehnung. B., ein gebildeter, versöhnlicher Mann , wurde am 29.9.855 mit Zustimmung der ksl. Gesandten in St. Peter geweiht. Die Wirren boten Ansatzpunkte für die spätere Fabel von der «Päpstin» Johanna. B. ließ gegen Anastasius Milde walten, bemühte sich um Frieden zw. Ludwig II. und seinen Brüdern und konnte die päpstl. Autorität gegenüber dem Patr. Ignatios von Kon- stantinopel, Ebf. Hinkmar von Reims und in England festigen. Benedikt IV. (Mai/Juni 900 - Juli/Aug. 903) ( Benedict IV (900-903) ), Römer, zur Partei des Papstes Formosus gerechnet. B. hielt 900 eine Lateransynode ab . Im Febr. 901 krönte er Ludwig III. zum Kaiser, der schon 902 seinem ital. Gegner Kg. Berengar unterlag. Das Papsttum drohte in den wü- sten Parteikämpfen des sog. «Saeculum obscurum» (Dunkles Jahr- hundert) zu versinken. Benedikt V. (22.[?]5 – .23.6.964 [Absetzung]) ( Benedict V (964) ), Römer. Nach der Ver- treibung Papst Leos VIII. wurde der gebildete röm. Scholaster und Diakon B. gegen den Willen Ks. Ottos I. von den Römern erhoben, bald aber auf einer von Leo VIII. und Otto I. veranstalteten Late- ransynode abgesetzt, zum Diakon degradiert und bis zu seinem Tod am 4.7.965/66 unter Aufsicht Ebf. Adaldags in Hamburg gefangen gehalten. Die Leiche wurde 988 auf Weisung Ks. Ottos III. nach Rom überführt. Benedikt VI. (19.1.973 - Juli 974) ( Benedict VI (973-974) ), Römer. Nach dem Tod Ks. Ot- tos I. erhob sich eine röm. Adelspartei unter Führung der Crescen- tier gegen B. Er wurde im Juni 974 gefangengesetzt und auf Weisung des Gegenpapstes Bonifatius VII. (Franco) erdrosselt. Benedikt VII. (Okt. 974 – 10.7.983) ( Benedict VII (974-983) ), Römer, wohl Verwandter des röm. Fürsten Alberich II.; Bf. von Sutri. B. wurde im Beisein eines Gesandten Ks. Ottos II. zum Papst gewählt. Der Gegenpapst Bonifatius VII. (Franco) floh zu den Byzantinern, ohne seinen Anspruch fatius VII. (Franco) floh zu den Byzantinern, ohne seinen Anspruch aufzugeben, konnte aber nur zeitweise nach Rom zurückkehren. B. regierte im Einvernehmen mit Otto II., stellte zahlreiche Ur den aus, förderte innerkirchl. Reformen und die Slawenmission. Benedikt VIII. (21.5.1012 – 9.4.1024) ( Benedict VIII (1012-1024) ), vorher Theophylakt, Sohn des Grafen Gregor von Tusculum, als Laie zum Papst gewählt. Die Tuskulaner lösten die röm. Vorherrschaft der Crescentier ab , die 1012 vergebl. den Gegenpapst Gregor (VI.) gegen ihn erhoben. B. regierte polit. klug und energisch in stetem Einvernehmen mit Heinrich II., den er 1014 zum Kaiser krönte und 1020 in Bamberg aufsuchte (Neuausfertigung des «Privilegium Ottonianum» mit Übereignung des jungen Btm. Bamberg an den Papst ). B. errang (mit Genua und Pisa) einen Seesieg über die Sarazenen, befreite das Festland und Sardinien und griff in die unterital. Wirren gegen Byzanz ein. Auf seine Bitten hin stellte der Kaiser auf seinem 2. Ita- lienzug die frühere Lage im wesentl. wieder her. Papst und Kaiser hielten gemeinsam Synoden in Rom und Ravenna 1014, Bamberg 1020 und Pavia 1022 ab , auf denen Priesterehe und Simonie (geistl.«Ämterkauf») verworfen und die Frage nach der Erhaltung des Kir- chengutes diskutiert wurden. Die stärkere Initiative zur Kirchen- reform ging dabei vom Kaiser aus. Benedikt IX. (21.10.1032 – 1.5.1045) ( Benedict IX (1032-1044) ) ( Benedict IX (1045) ), vorher Theophylakt, Neffe sei- ner Vorgänger Benedikt VIII. und Johannes XIX. Mit Hilfe seines Vaters Alberich III. von Tusculum wurde er in jugendl. Alter (nicht als Kind ) als Laie zum Papst erhoben, im Urteil der wachsenden Re- formbewegung galt er als wenig würdig. Nach tuskulan. Tradition wahrte er distanziertes Einvernehmen mit Ks. Konrad II., der ihn schützte. Im Sept. 1044 wurde er durch eine Adelsrevolte aus Rom vertrieben, konnte aber im März 1045 den Gegenpapst Silvester III. wieder verdrängen. Am 1.5.1045 trat er die Papstwürde gegen eine erhebl. Geldabfindung an seinen Taufpaten, den würdigen Erzprie- ster Johannes Gratianus ( Gregor VI.), ab . Auf der röm. Synode Ks. Heinrichs III. wurde B. im Dez. 1046 förml. abgesetzt, konnte aber im Frühjahr 1047 und erneut nach dem Tod Clemens II. von Nov. 1047 bis Juli 1048 das Papsttum zurückgewinnen. Ein neuer Versuch im April 1054 schlug fehl. Angebl. in das Kloster Grottaferrata zurück, wo er 1055/56 starb. ·Benedikt IX. (1047 – 1048) Benedikt IX. ( Benedict IX (1047-1048) ) Benedikt X. ( 5.4.1058 - April 1060 [Absetzung]) ( Benedict X (1058-1059) ), vorher Bf. Johan- nes von Velletri. B. wurde nach dem Tod Stephans IX. vom röm. Adel unter Führung der Tuskulaner zum Papst erhoben, aber von den Reform-Kardinälen nicht anerkannt; diese wählten im Dez. 1058 in Siena Nikolaus II. B. wurde im Jan. 1059 auf einer Synode in Sutri abgesetzt und exkommuniziert, aus Rom vertrieben und mit normann. Hilfe zur Unterwerfung gezwungen. Die Lateransynode im Apr. 1060 vollzog die förml. Deposition . B. starb nach 1073 un- ter Gregor VII. in einem röm. Kloster. Benedikt XI. (22.10.1303 – 7.7.1304) ( Blessed Benedict XI (1303-1304) ), sel., vorher Nikolaus Bocca- sini, · 1240 Treviso, Perugia, S. Domenico; mit 14 Jahren Domi- nikaner, 1296 Generalmagister des Ordens, 1298 Kard., 1300 Kard.- Bf. von Ostia. In den schweren Wirren Bonifatius VIII. mit den Colonna und Kg. Philipp IV. von Frankreich hatte er zum Papst ge- halten und sich als Legat bewährt. Unter Ausschluß der Colonna- Kardinäle einstimmig gewählt, suchte er Frieden mit Frankreich (er erteilte dem König Absolution von etwaigen Zensuren) und den Colonna (Rücknahme der Kirchenstrafen ). Als er aus dem unruhi- gen Rom nach Perugia ging, wurden Wilhelm von Nogaret und seine ital. Helfer beim Überfall auf Bonifatius VIII. ( Anagni ) ex- kommuniziert. Der kurze Pontifikat des offensichtl. engherzigen und ängstlichen B. leitet hin über zur Epoche Clemens V. (Avig- non). Benedikt XII. ( 20.12.1334 – 25.4.1342) ( Benedict XII (1334-1342) ), vorher Jakob Fournier, · Sa- verdun (Languedoc), Avignon ; Zisterzienser , 1317 Bf. von Pamiers, 1326 Bf. von Mirepoix, 1327 Kard. In Paris theol. gebildet, galt sein Interesse dem Kampf gegen Häresie und unsichere Lehre. Mit dem Baubeginn des Papstpalastes in Avignon fiel die folgenschwere Ent- scheidung gegen eine Rückkehr nach Rom : B. blieb abhängig von Frankreich . Deshalb kam es zum Bruch mit Ks. Ludwig IV. dem Bayern und zum Anwachsen der antikurialen Stimmung in Deutschland. B. mühte sich um Reformen und regierte str grechtl. gesinnt, jedoch als geistl. Autokrat mit inquisitor. Härte. Benedikt XIII. (28.9.1394 – 26.7.1417 [Absetzung]) ( Benedict XIII (1394-1417) – listed as an anti-pope ), im Abendländ. Schisma Papst der Avignonreihe, vorher Pedro de Luna, · 1342/43 Illueca, aus aragones. Adel , wahrscheinl. bereits 29.11.1422, nicht erst 23.5.1423 in Pefiiscola; Prof. des Kirchenrechts in Montpellier, 1375 Kard. Bei Ausbruch des Schismas wirkte B. wesentl. für die Anerkennung Clemens VII. durch Frankreich und die span. Rei- che. Als dessen Nachfolger zum Papst gewählt, bestand er bis zum Tod auf seiner Rechtmäßigkeit, die er hoch gebildet und persönl. integer in mehreren Werken verteidigte. Eine persönl. Begegnung mit Bonifatius IX. ( Rom ), um die Spaltung zu beenden, kam nicht zustande. Von der Univ. Paris zu einer Konzilsentscheidung gedrängt, trennten sich 1398 Frankreich und ein Teil seiner Kardinäle von ihm. Aus der frz. Belagerung in Avignon (13991403) floh B. in die Provence. Er erlangte zwar die Anerkennung Kastiliens und Frankreichs, wurde aber vom Konzil der Kardinäle in Pisa am 5.6.1409 (mit dem röm. Papst Gregor XII.) abgesetzt, was er mit einer Synode in seiner Residenzstadt Perpignan beantwortete. B. floh in den Schutz des Königs von Arag6n nach Spanien. Mehrfache Bemühungen des röm.-dt. Kg. Sigismund und des Konzils von Konstanz zur Einigung blieben erfolglos, da B. seine berechtigten Voraussetzungen zum Rücktritt nicht erfüllt sah. Er wurde durch das Konzil am 26.7.1417 als Schismatiker und Häretiker abgesetzt. Die letzten Jahre verbrachte er vereinsamt, aber ungebeugt in der span. Seefestung Peniscola (bei Valencia). Nach seinem (natürl.) Tod erhielt er noch Nachfolger in Clemens VIII. und dem völlig bedeu- tungslosen Benedikt XIV. B.s Gebeine wurden 1430 in seinen Hei- matort Illueca übertragen. Benedikt XIII. (29.5.1724 – 21.2.1730) ( Benedict XIII (1724-1730) ), vorher Pietro Francesco Or- sini, – 1649 Gravina di Puglia; Dominikaner, 1672 Kard., bald Ebf. von Manfredonia, Bf. von Cesena , Ebf. von Benevent. B. war gelehrt und fromm, dabei aber polit. unerfahren. Als Papst war er bereits altersschwach, weltfremd und kompromißbereit bis zur Schwäche. Er bestätigte 1725 die Bulle «Unigenitus» (Jansenistenstreit). Vorwiegend mit seelsorgl. Tätigkeit und Kanonisationen be- schäftigt, überließ er d dem skrupellosen schäftigt, überließ er Kard. Nicola Coscia. ·Benedikt XIV. (12.11.1425 – 1430), vorher Bernard Garnier. Benedikt XIII. (Pedro de Luna) ernannte 1422, kurz vor seinem Tod , vier Kardinäle. Drei von ihnen, die sich in Pefiiscola aufhielten, wählten nach seinem Tod Gil Sanchez Mufioz zum Papst (Clemens VIII.). Der vierte, Jean Carrier, befand sich weit entfernt in der südfrz. Grafschaft Armagnac , wo er als Generalvikar Benedikts XIII. wirkte. Als er wieder mit den drei Kollegen zusammentraf (12.12.1423), er- klärte er nach ausführl. Prüfung die Wahl Clemens VIII. für un- gültig und nominierte Bernard Garnier, Sakristan in Rodez, zum Papst . Er weihte ihn am 12.11.1425 als Benedikt XIV. Die Reste des Schismas verkamen völlig zur Farce, als Jean Carrier mit wenigen Anhängern als Benedikt XIV. oder Benedikt XV. (1430 1433) auftrat. Noch 1467 begegnen in der Region Armagnac einige Anhänger dieser «Päpste». Benedikt XIV. (17.8.1740 – 3.5.1758 ) ( Benedict XIV (1740-1758) ), vorher Prospero Lambertini, · 31.3.1675 Bologna ; 1727 Ebf. von Ancona , 1728 Kard., 1731 Ebf. von Bologna . B. verband glänzende Begabung , jurist. Ausbildung und freundl. Wesen mit gutem Gespür für polit. Realität und die Erfordernisse der Zeit ; deshalb übereinkommen mit Neapel 1741, Spanien 1753, Österreich für Mailand 1757, Anerkennung der preuß. Königswürde, Reformen im kirchl. Bereich, bes. im Kir- chenrecht. Als verfehlt erwies sich seine Entscheidung im Riten- streit (gegen Anpassung in der Weltmission). B. war der bedeutend- ste Papst seines Jh. und einer der gelehrtesten aller Päpste. ·Benedikt XV. · Benedikt XIV. ( Benedict XVI (2005- ) ) Benedikt XV. (3.9.19142 – 2.1.1922) ( Benedict XV (1914-1922) ), vorher Giacomo della Chiesa, · 21.11.1854 Genua; seit 1883 im Dienst der Kurie , unter Leo XIII. enger Mitarbeiter des Nuntius und Kard.-Staatssekretärs Ram- polla, deshalb unter Pius X. kaltgestellt, 1907 Ebf. von Bologna , 1914 Kard. Sein Pontifikat stand völlig im Schatten des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen. Versuche der Friedensvermittlung scheiterten, doch brachten Bemühungen um Milderung der Lei- den, bes. für Kriegsgefangene , Erfolg. Die Unabhängigkeit des Vatikans wurde von Italien respektiert. England und die Nieder- lande errichteten noch 1914 diplomat. Vertretungen beim Hl. Stuhl. Innerkirchl. trat nach den schweren Verstörungen unter Pius X. (Reformkatholizismus; Modernismus; Integralismus; di- plomat. Fehlgriffe) eine spürbare Beruhigung ein. Am bedeutsam- sten wurden die Einführung des neuen kirchl. Gesetzbuches («Co- dex Iuris Canonici», 1917/18) und die programmat. Abkehr von der Europäis ( Enzyklika «Maximum illud», 1919). Bonifatius I. (29.12.418 – 4.9.422) ( St. Boniface I (418-422) ), hl. Nach dem Tod des Papstes Zo- simus wählte die Diakonenpartei den Archidiakon Eulalius, die Mehrheit der Presbyter am 28.12. den röm. Presbyter B. Beide wur- den am 29.12.418 geweiht, nach Verbannung des Eulalius (März/April 419) wurde B. mit Hilfe des Ks. Honorius anerkannt. Der hochbetagte, kränkl. B. bem ühte sich erfolgreich um den unter Zosimus schwer gestörten Kirchenfrieden (Appellationsstreit mit der afrikan. Kirche ; Wiederherstellung der alten Metropolitanrechte in Gallien). Als Ks. Theodosius II. 421 Illyricum dem Patr. von Konstantinopel unterstellte, erreichte B. mit Unterstützung des Ks. Honorius die Zurücknahme des Edikts. Die erste (ksl.) Papstwahl- ordnung blieb ohne prakt. Bedeutung. Bonifatius II. (22.9.530 – 17.10.532 [Beisetzung]) ( Boniface II (530-532) – should be listed as an anti-pope ), Sohn des Goten Sigibald, aber völlig romanisiert; röm. Archidiakon , vom sterben- den Felix III. zum Nachfolger designiert. Die Mehrheit des Klerus erhob den Diakon Dioskur zum Papst , der aber schon am 14.10.530 starb. Nun zwang B. die Gegner zur Rekonziliation, mußte aber den Versuch aufgeben, dem Diakon Vigilius die Nachfolge zu si- chern. B. bestätigte die Beschlüsse der 2. Synode von Orange und suchte den röm. Jurisdiktionsanspruch über Illyricum zu wahren. Bonifatius III. (19.2. – 12.11.607) ( Boniface III (607) ), Römer; vorher Apokrisiar (päpstl. Gesandter) in Konstantinopel. B. verbot auf einer Synode in der Pe- terskirche Wahlumtriebe zu Lebzeiten eines Papstes oder Bischofs. Nach dem «Liber Pontificalis » (Papstbuch) hat B. von Ks. Phokas ein Dekret erhalten, worin Rom als Haupt aller Kirchen anerkannt worden ist (g rch» des Patr. von Kon-worden ist (stantinopel). Bonifatius IV. (25.8.608 – 8.5.615) ( St. Boniface IV (608-615) ), hl., aus dem Marserland. B. weihte 609 das ihm von Ks. Phokas überlassene Pantheon zur Kirche , die er mit vielen Märtyrerreliquien ausstattete (S. Maria ad Martyres). Eine röm. Synode befaßte sich 610 (im Beisein des Bf. Mellitus von London) mit dem Mönchsleben und der engl. Kirche . Wegen seiner versöhnl. Haltung im Dreikapitelstreit wurde B. vom schlecht in- formierten Abt Columban von Luxeuil (Bobbio) scharf getadelt. Bonifatius V. (23.12.619 – 25.10.625; Daten umstritten) ( Boniface V (619-625) ), aus Neapel. Seine bes. Fürsorge (im nachrichtenarmen Pontifikat) galt der jun- gen Missionskirche in England. B. verlieh Justus von Canterbury das ebfl. Pallium , doch ist die Ernennung des Ebf. von Canterbury zum «metropolitanus totius Britanniae» ( Metropolit von ganz Bri- tannien) eine spätere Fälschung. Bonifatius VI. (April 896) ( Boniface VI (896) ), Römer, Ende April/Anfang Mai 896; von Papst Johannes VIII. wegen Unwürdigkeit als Presbyter amts- enthoben und noch nicht restituiert. B. wurde in den Wirren nach dem Tod des Papstes Formosus ( 4.4.896) von einem aufständ. Volkshaufen erhoben, starb aber schon nach 15 Tagen. · Bonifatius VII. , Papst , verschiedentl. als Gegenpapst gezählt (Juni/Juli 974, Aug. 984 Juli 985) ( Boniface VII (974-985) ), vorher röm. Diakon Franco Fer- rucci. B. wurde im Juni 974 in einer Revolte der mächtigen Crescen- tier erhoben, er ließ den gefangengesetzten Papst Benedikt VI. in der Engelsburg ermorden, wurde aber schon im Sommer 974 durch einen Gesandten (missus) Ks. Ottos II. aus Rom vertrieben und von einer Synode Benedikts VII. für abgesetzt erklärt. Er floh zu den Byzantinern, kehrte im Sommer 980 zurück und flüchtete im März 981 wiederum mit dem Kirchenschatz vor Otto II. Nach dem Tod des Kaisers usurpierte er mit byz. Hilfe erneut den päpstl. Stuhl, verdrängte im April 984 Papst Johannes XIV., der am 20.8.984 im Kerker ermordet wurde, ehe B. selbst gestürzt wurde und im Juli 985 eines jähen, wahrscheinl. gewaltsamen Todes starb. Schon zeit- genöss. Quellen nennen B. u. a . «erschreckendes Ungeheuer». Bonifatius VIII. (24.12.1294 – 11.10.1303) ( Boniface VIII (1294-1303) ), vorher Benedetto Caetani, · um 1235 Anagni . B. wurde in Neapel einstimmig zum Nachfolger Cölestins V. gewählt, auf dessen Rücktritt er als kanonist. Berater maßgebl. Einfluß genommen hatte und dessen administrative Maß- nahmen er sofort außer Kraft setzte (ausgenommen die Kard.-Er- nennungen). Durch sofortige Übersiedlung nach Rom beendete er die Abhängigkeit von Neapel. B. war eine starke Persönlichkeit, hochbegabt, geschäftskundig, aber auch herrschsüchtig, habgierig und verletzend. Die Opposition wuchs rasch, u. a . auch durch die Gefangensetzung des Vorgängers. Seine Politik wurzelt – fassung, daß das Papsttum allen Institutionen der Welt ord net sei, eine Überzeugung, die (fußend auf Gregor VII. und Inno- cenz III.) Innocenz IV. am schärfsten ausgesprochen hatte. B. erhob nicht eigentl. neue Ansprüche, doch war seine Politik fast durchweg von Mißerfolg begleitet. Zum Verhängnis wurde ihm nach dem Untergang der Staufer der Konflikt mit Frankreich , der neuen Vor- macht Europas. Im Streit mit der mächtigen Familie der Colonna und ihren Kardinälen (Zerstörung von Palestrina; Güterkonfiska- tion) trieb er diese auf die Seite Frankreichs. Im Selbstbewußtsein auch durch das erste « Heilige Jahr» gestärkt (1300), hob er die frü- her anerkannten Priviliegien (u. a . kgl. Klerusbesteuerung) auf und lud die Bischöfe Frankreichs, 1301 auch Kg. Philipp IV., zu einer Synode nach Rom . Dort erließ B. am 18.11.1302 die Bulle «Unam Sanctam», die in scharfer Form die päpstl. Ansprüche artikulierte. Philipp IV. fand die Unterstützung seiner Ständeversammlung. Vor Publikation einer Bannbulle gegen Frankreich wurde B. am 7.9.1303 in Anagni überfallen; nach seiner Befreiung ging er als gebrochener Mann nach Rom , wo er bald starb. Der übersteigerte Machtanspruch des hochma. Papsttums war in B. an den neuen po- lit. Kräften der sich wandelnden Welt geschei ert, der Niedergang der päpstl. Autorität unübersehbar eingeleitet. Bonifatius IX. (2.11.1389 – 1.10.1404) ( Boniface IX (1389-1404) ), vorher Pietro Tomacelli, aus neapolitan. Adel , · um 1350 Neapel; durch Urban VI. 1381 Kard., im Großen Abendländ. Schisma als dessen Nachfolger gewählt. B. war eine unbed. Persönlichkeit, aber polit. klug und anpassungsfä- hig. Er brach sofort mit der unglückl. Italienpolitik Urbans VI., unterstützte erfolgreich Kg. Ladislaus von Neapel und wandte sich konsequent gegen dessen Rivalen Ludwig II. von Anjou und damit gegen Frankreich , das Papst Clemens VII. in Avignon unterstützte. Es gelang ihm, die päpstl. Hoheit im schwer zerrütteten Kirchen- staat und in Rom wiederherzustellen und schließl. Italien für den Papst in Rom zu gewinnen. überzeugt von der Rechtmäßigkeit sei- nes Pontifikates, bemühte er sich nicht ernsthaft um die Beilegung des Schismas zusammen mit den Avignon-Päpsten Clemens VII. und dem ihm geistig weit überlegenen Benedikt XIII. Alle Vor- schläge Benedikts XIII. zur Wiedergewinnung der Einheit , auch eine persönl. Begegnung , lehnte er ab . Neben Italien konnte er Deutschland und seiner ganzen Regierung ieren gegenüber geistl. Verantwortung, so auch in Deutschland gegenüber Kg. Wenzel und Kg. Rupert von der Pfalz. Brüder und Nepoten wurden überreich mit Ämtern und Pfründen ausgestattet, das in Avignon entwickelte päpstl. Provisionswesen und Finanzsystem gewinnbringend ausge- baut und in gewaltigem Umfang finanziell genützt, dabei auch der Geldablaß kräftig einbezogen. Gegen die dringenden Vorstellungen einer Gesandtschaft Benedikts XIII. w m Tod B. rasch Innocenz VII. als Nachfolger gewählt. Die Päpste von C View attachment 2169 Caius Gaius ( St. Caius (283-296) — also called Gaius ) Calixtus I. (Kallistos} ( 217? – 222) ( St. Callistus I (217-222) ), hl.; ursprüngl. Sklave, dann röm. Diakon , vertrauter Mitarbeiter des röm. Bf. Zephyrinus. Als Bf. von Rom wurde er vom aggressiven Presbyter Hippolyt, der sich zum Gegenbischof wählen ließ (das Schisma dauerte bis 235), der Häresie verdächtigt und des Laxismus beschuldigt. In den christo- log. Streitigkeiten schloß C. den Monarchianer Sabellius aus der Kirche aus. Er kam in Trastevere ( Rom ) zu Tode, vielleicht als Mär- tyrer. Sein Grab wurde 1960 auf dem Friedhof von S. Calepodio an der Via Aurelia entdeckt. Calixtus II. (2.2.1119 - 13.12.1124) ( Callistus II (1119-1124) ), vorher Guido, Sohn des Grafen Wilhelm von Burgund, Lateran; 1088 Ebf. von Vienne, dessen Vorrechte in Konkurrenz zu Arles er zu sichern trachtete, im Investiturstreit päpstl. Legat. C. leitete 1112 die Synode von Vienne, die gegen das von Ks. Heinrich V. erpreßte Investiturprivileg (Sutri, 1111) Protest erhob. Nach dem Tod Gelasius II. in Cluny ( 19.1.1119 ) wählten die wenigen Kardinäle, die bei ihm weilten, am 2.2.1119 C. dort zum Nachfolger und krönten ihn am 9.2. in Vienne zum Papst . Die Wahl wurde von der Mehrheit der Kardinäle in Rom sowie von Klerus und Volk bestätigt (1.3.1119). Nach lan- gen, zähen Verhandlungen (u. a . Erneuerung des Verbots der Laien- investitur und des Banns über Heinrich V., Reims 29./30.10.1119) kam in Worms das berühmte Wormser Konkordat zustande (23.9.1122), das mit einem tragfähigen Kompromi ß den langen In- vestiturstreit zw. Kirche und Reich beendete. C., Anfang Juni 1120 nach Rom zurückgekehrt, ließ auf dem 1. Laterankonzil 1123 das Wormser Konkordat bestätigen und die Forderungen des Reform- papsttums bekräftigen. ·calixtus (III.) , Gegenpapst (Sept. 1168 – 29.8.1178 [Resignation]) ( Callistus III (1168-1183) – listed as an anti-pope ), vorher Johannes , Abt des Vallombrosanerklosters Struma bei Arezzo . C. wurde von schismat. Kardinälen als dritter Gegenpapst gegen Alexander III . erhoben und war mit seiner beschränkten An- hängerschaft völlig auf die Unterstützung Ks. Friedrichs I. Barba- rossa angewiesen. Als ihn der Kaiser im Frieden von Venedig 1177 preisgab, unterwarf er sich am 29.8.1178 Alexander III ., der ihn z m Rektor von Benevent ernannte (als solcher noch 1180 bezeugt). Calixtus III. (8.4.1455 – 6.8.1458) ( Callistus III (1455-1458) ), vorher Alonso de Borja, · 31.12.1378 Canals bei Jativa (Valencia); gelehrt und rechtskundig. In Diensten Kg. Alfons V. von Arag6n-Neapel bewog er den Gegenpapst Clemens VIII. 1429 zum Verzicht ( Ende des Großen Schismas). Zum Dank verlieh ihm der König das Btm. Valencia. Weil er den König von der Partei des Restkonzils in Basel trennte, ernannte ihn Eugen IV. 1444 zum Kard., seitdem arbeitete C. an der Röm. Kurie und wurde aufgrund seiner Rechtskenntnis, diplomat. Erfahrung und schlichten Lebensführung geschätzt. Als Papst sah C. seine Hauptaufgabe im Kampf gegen die Türken, weniger in der Fortsetzung der span. Reconquista. Seine stürmische Begeisterung stieß bei den Fürsten jedoch auf Gleichgültigkeit und Ablehnung (Legat Kard. Juan de Carvajal; Kreuzzugsprediger Johannes von Capestrano). Einzelerfolge in der Türkenabwehr (Entsatz Belgrads 1456; Siege Skanderbegs in Albanien ; Seesieg bei Metelino) konnten nicht ausgenützt werden. In der Förderung von Kunst und Wissen- schaft blieb C. hinter dem Vorgänger Nikolaus V. weit zurück. Sein Bild wird stark durch Nepotismus großen Stils verdunkelt, der die Borja nach Italien brachte, unter ihnen sein Neffe Rodrigo Borja ( Alexander VI ). Nach seinem Tod entlud sich der Haß gegen die Borja und die bevorzugten «Katalanen» in wüsten Ausschreitun- gen. In Deutschland wuchs die antikuriale Strömung ( rava-mina der dt. Nation des Frankfurter Fürstentags 1456). Christophorus (Sept.[?] 903 - Jan. 904), Papst , eher als Gegenpapst gezählt, Römer, Frühjahr 904; vorher Presbyter der Titelkirche S. Damaso. Er setzte im Aug./Sept. 903 Leo V ( Leo V (903) ) /. gefangen, wurde im Jan. 904 von Sergius III. gestürzt und ins Kloster gesteckt oder im Kerker ermordet. Clemens I. (Clemens Romanus ) ( 90/92? – 99/101?) ( St. Clement I (88-97) ), hl. Nach der ältesten röm. Bischofsliste, nach Eusebius und anderen Zeugnissen des 2.4. Jh. war C. der 3. Nachfolger Petri. Die Reihenfolge Petrus , Linus, Anaklet, Clemens ist die früheste. Der Monepiskopat war in Rom noch nicht ausgebildet. Eine führende Stellung unter den Pres- bytern (Episkopen) der röm. Gemeinde darf als gesichert gelten. Den ältesten Zugang zu seiner Persönlichkeit bietet der ihm schon von Hegesipp und Irenäus (2. Jh.) zugeschriebene sog. 1. Clemens- brief der röm. an die korinth. Gemeinde. Dort erscheint C. als fried- liebender, im Namen der röm. Gemeinde mit Autorität sprechender Christ. Nach Irenäus hat er die Apostel Petrus und Paulus noch ge- kannt. Er wurde später als Märtyrer verehrt. Clemens II. (25.12.1046 - 9.10.1047) ( Clement II (1046-1047) ), vorher Suidger, aus sächs. Adel ; Domkanoniker zu Halberstadt, 1035 Mitglied der kgl. Hof- kapelle, 1040 durch Kg. Heinrich III. Bf. von Bamberg . Nach Auf- hebung des Papstschismas durch die Synode von Sutri nominierte ihn Heinrich III. am 24.12.1046 zum Papst .C. wurde am folgenden Tag in der röm. Peterskirche inthronisiert und krönte unmittelbar darauf Heinrich III. (mit seiner Gemahlin Agnes ) zum Kaiser. Mit C. beginnt die Frühphase des Reformpapsttums. Er hielt im Jan. 1047 eine Reformsynode in Rom ab , begleitete den Kaiser nach Unteritalien, starb aber schon am 9.10.1047 im Thomaskloster am Aposella bei Pesaro, wahrscheinl. am Gift des abgesetzten Benedikt IX., wie schon ein Zeitgenosse berichtet. C. hatte sein Btm. Bam-berg als Papst beibehalten und wurde nach seiner Weisung dor im Dom bestattet ( sein Pontifikalornat aus dem Grab ist erhalten). ·clemens III. , Gegenpapst (24.3.1084 – 8.9.1100) ( Clement III (1080-1100) – listed as an anti-pope ), vorher Wibert, Ebf. von Ravenna, · zw. 1020 und 1030 Parma; als jüngerer Sohn einer ital. Dynastenfamilie zum geistl. Stand bestimmt , seit 1054 am dt. Hof, 1058 auf Betreiben der Ksn. Agnes Kanzler für ltalien, Teil- nehmer an der Synode von Sutri (Jan. 1059) als Vertreter des Reiches. In Verhandlungen mit Nikolaus II. erreichte er die Aufnahme des sog. Königsparagraphen in das «Papstwahldekret» von 1059. Er war 1061 an der Erhebung des Gegenpapstes Honorius II. (Cadulus von Parma) beteiligt und erhielt 1072 auf Fürsprache der Ksn. Agnes durch Kg. Heinrich IV. das Ebtm. Ravenna, wofür er im Frühjahr 1073 Papst Alexander II . einen Obödienzeid leistete. Das anfängl. gute Einvernehmen mit Gregor VII. zerbrach, als Ebf. Wibert zur röm. Fastensynode nicht erschien, deshalb vom Papst suspendiert wurde und ihm daraufhin mit den lombard. Reichsbischöfen in Piacenza ( Anfang 1076) im aufbrechenden Investiturstreit den Kampf ansagte. Mit den lombard. Bischöfen wurde er gebannt, 1078 ver- gebl. abgesetzt, am 25.6.1080 in Brixen als kgl. Papstkandidat gegen Gregor VII. benannt, nach der Eroberung Roms durch Heinrich IV. dort am 21.3.1084 auf kgl. Vorschlag gewählt und am 24.3. in der La- teranbasilika als C. inthronisiert. Als Gregor VII. noch in der En- gelsburg ausharrte, krönte C. am 31.3.1084 ( Ostern ) Heinrich IV. in St. Peter in Rom zum Kaiser. C. war ein Vertreter ernster Kirchenre- form , ein untadeliger Charakter , hochbegabt und keineswegs Werk- zeug des Kaisers. Beim Klerus 13 Kardinäle waren zu ihm überge- wechselt und beim Volk war er hochangesehen. Er konnte sich lange als Papst in Rom halten, warb um Anerkennung seiner Recht- mäßigkeit in ganz Europa und führte auch mit der östl. Orthodoxie Einigungsverhandlungen. C. verurteilte die kirchenrechtswidrige Praxis der Gregorianer, von schismat. Priestern gespendete Sakra- mente als ungültig zu betrachten . Seit Mitte der 90er Jahre ging sein Einfluß zurück. 1098 wurde er von der Familie der Pierleoni aus Rom vertrieben. Die Engelsburg , letzter Stützpunkt der Clementi- ner, fiel am 24.8.1098 an Urban II. Durch normann. Truppen aus Albano verjagt, starb er am 8.9.1100 in Civita Castellana l. von Rom . Er erhielt noch einige (unbedeutende) Nachfolger. Clemens III. (19.12.1187 – Ende März 1191) ( Clement III (1187-1191) ), vorher Paolo Scolari, Römer; rr79 Kard.; rr87 wurde C. in Pisa zum Papst gewählt. Dem kränkl. Papst fehlte der ernste Reformwille seines Vorgängers Gregor VIII., doch führte er dessen Friedenspolitik, bes. dem Reich ge- genüber, erfolgreich fort. Mit Hilfe Ks. Friedrichs I. Barbarossa und des röm. Konsuls Leo de Monumento kam rr88 der Friede zw. C. und der röm. Kommune zustande ( Anerkennung der päpstl. Ober- hoheit gegen hohe Zugeständnisse). Nach jahrzehntelangen Wirren konnte C. als erster Papst wieder ungestört in Rom residieren. Im Vertrag von Straßburg 1189 gab Heinrich VI. unter Wahrung der Reichsrechte und Zusage der Kaiserkrönung den Kirchenstaat zu- rück. C. beendete den Streit um das Ebtm. Trier im Sinn Hein- richs VI., unterstützte den Anspruch Tankreds von Lecce auf Sizi- lien (ohne mit dem Staufer zu brechen), löste 1188 Schottland aus der Abhängigkeit von York und bemühte sich um den 3. Kreuzzug . Die Festigung des Papstt r Machtstellung Innocenz III. unmittelbar vor. Clemens IV. (5.2.1265 – 29.11.1268) ( Clement IV (1265-1268) ), vorher Guy Foulques, · um 1200 Saint-Gilles-du-Gard, Viterbo, wie sein Vorgänger Urban IV. Fran- zose; nach Jurastudium in Paris Rechtsberater Kg. Ludwigs IX. von Frankreich , verheiratet, zwei Töchter; nach dem Tod seiner Frau 1255 wurde C. Kleriker, Archidiakon in Le Puy, 1257 dort Bf., 1259 Ebf. von Narbonne, 1261 Kard.-Bf. von Sabina. Auf der Heimreise von der gescheiterten Legation nach England wurde er in Abwesenheit von den zerstrittenen Kardinälen in Perugia am 5.2.1265 zum Papst gewählt. Wegen der feindseligen Stimmung mußte er sich in Mönchs- kleidung nach Perugia zur Krönung begeben. Rom hat er als Papst nie betreten; er residierte anfangs in Perugia, dann in Viterbo. Der Pontifikat des unbeugsam harten C. stand unter dem Druck der Stau- fernachfolge im Kgr. Sizilien. Er vollendete die Politik Urbans IV., die Staufer aus Italien zu vertreiben und Karl von Anjou anstelle Man- freds, des natürl. Sohnes Ks. Friedrichs II., als Kg. von Sizilien und Neapel einzusetzen. Der Anjou traf im Mai 1265 in Rom ein, wo ihn im päpstl. Auftrag fünf Kardin äle mit dem Kgr. Süditalien-Sizilien belehnten. C. half ihm mit riesigen Geldsummen, den sizil. Feldzug zu finanzieren. Die Entscheidungsschlacht bei Benevent (26.2.1266) endete mit Kg. Manfreds Niederlage und Tod . Die Anjouherrschaft machte sich rasch überall verhaßt. Als der jugendl. letzte Staufer, Konradin, Hzg. von Schwaben und Kg. von Jerusalem , nach Italien zog, um sein Erbe anzutreten, wurde er in Rom begeistert empfan- gen. Im Interregnum hatte C. dessen Wahl zum Kg. untersagt, ihn als Kg. von Jerusalem abgesetzt und exkommuniziert. Am 23.8.1268 wurde Konradin vom Anjou-Kg. bei Tagliacozzo geschlagen und fiel durch schmähl. Verrat in die Hand des Siegers, der ihn am 29.10.1268 in Neapel enthaupten ließ . C. hatte nichts get dige Tat zu verhindern; er starb wenig später in Viterbo. Clemens V. (5.6.1305 – 20.4.1314) ( Clement V (1305-1314) ), vorher Bertrand de Got, aus südfrz. Adel , · um 1260 Villandraut (Gironde), Roquemaure (bei Carpentras, Gard), Uzeste, Pfarrkirche (von C. erbaut); 1295 Bf. von Comminges, 1299 Ebf. von Bordeaux . Nach dem Tod Bene- dikts XI. wählten die Kardinäle in Perugia nach elf Monaten erbit- terten Streitens C., der aber nicht nach Italien kam, sondern sich am 14.11.1305 in Lyon krönen ließ. C. war klug, doch zaghaft und schwächlich. Bei seinen Kard.-Ernennungen wurde der frz. Anteil massiv verstärkt. Er dachte zwar an eine Übersiedlung nach Rom , gab aber dann dem Drängen Kg. Philipps IV. von Frankreich nach und ließ sich im März 1309 mit seiner Kurie in Avignon nieder. Avignon gehörte nicht zur frz. Krone , sondern bildete eine Enklave in der päpstl. Grafschaft Venaissin. Damit begann die 70jähr.«Baby- lonische Gefangenschaft» der Päpste in Avignon , obwohl sie nie- mand gefangenhielt und an der Rückkehr nach Rom hinderte. Wohl aber gerieten die Päpste in Abh ängigkeit von der Krone Frank- reichs. Diese Abhängigkeit trat schon unter C. deutlich zutage, als er sich von Kg. Philipp zunehmend zu dessen Rachezug gegen Papst Bonifatius VIII. (kgl. Vorwurf der Ketzerei und anderer schlimmer Verbrechen) gebrauchen ließ. C. wich zurück, suchte Zeit zu gewinnen, verstand sich aber zur Berufung eines Allgem. Konzils nach Vienne 1311I12, zur schmähl. Vernichtung des Templerordens und zur Heiligsprechung Papst Cölestins V. (1313, allerdings nicht als Märtyrer , wie der König gefordert hatte). Ohne frz. Druck betrieb C ik, verfiel aber stark dem Nepotismus. Clemens VI. (7.5.1342 – 6.12.1352) ( Clement VI (1342-1352) ), vorher Pierre Roger, · um 1291 Maumont (Limousin), Avignon ; mit 1o Jahren Benediktiner, Stu- dium in Paris, 1326 Abt von Fecamp, 1328 Bf. von Arras , 1329 Ebf. von Sens, 133o Ebf. von Rouen, Kanzler von Frankreich , in guter Verbindung mit Kg. Philipp VI. und Papst Johannes XXII., 1338 Kard. C. wurde von den Kardinälen in Avignon einmütig zum Papst gewählt. C. war ein ausgezeichneter Prediger, diplomat. erfahren, mildtätig, freigebig und ein Freund von Kunst und Wissenschaft . Er baute das kuriale Exspektanzen- und Provisionswesen weiter aus. Unter 25 neueren Kardinälen waren nur 4 Nichtfranzosen, aber 4 nahe Verwandte (darunter der spätere Gregor XI.). C. erwarb die Grafschaft Avignon , bannte erneut Ks. Ludwig IV. den Bayern und erkannte Karl IV. als dt. König an. Er förderte anfangs den röm. Volkstribun Cola di Rienzo und reduzierte die Feier der Jubeljahre von 100 auf 50 Jahre. Clemens VII. ( 20.9.1378 – 16.9.1394) ( Clement Vll (1378-1394) – listed as an anti-pope ), vorher Robert von Genf, · 1342 Genf, Avignon ; 1361 Bf. von Therouanne, 1368 von Cam- brai, 1371 Kard., 13761378 Legat Gregors XI. in Italien , wo er einen Aufstand brutal niederwarf (Blutbad von Cesena 1377). C. wurde in Foni von den frz. Kardinälen zum Papst gewählt, die sich von Urban VI. getrennt hatten. Andere Kardinäle schlossen sich ihnen an. Im Hintergrund agierte Kg. Karl V. von Frankreich , der die Rückkehr des Papsttums nach Avignon betrieb . Damit begann das Große Abendländ. Schisma . C. konnte sich in Italien nicht hal- ten. Er ging im Mai/Juni 1379 für immer nach Avignon , wo er völlig von Frankreich abhängig wurde. Zu seinem Anhang (Obödienz) zählten v. a . Frankreich , die span. Reiche, Schottland, Neapel und einige dt. Fürsten . C. war hochbegabt, aber mehr Kriegsmann als Priester . Zur friedl. Beilegung des Schismas, die von hervorragenden Personen aller Natione C. so wenig bereit Personen aller Nation wie die Päpste in Rom . Clemens Vll. (19.11.1523 – 25.9.1534) ( Clement VII (1523-1534) ), vorher Giulio de Medici, · 25.5.1478 Florenz als illegitimer Sohn des Stadtherrn Giuliano de Medici; durch seinen Vetter Leo X. 1513 Ebf. von Florenz und Kard. In schwerster Krise der Kirche ( Reformation ) agierte C. vor- wiegend als it. Renaissancefürst für Kirchenstaat und Medici mit den Mitteln einer verschlagenen, unglaubwürdigen Diplomatie in allen Bereichen. Sein Versuch, im Bund mit Kg. Franz I. von Frank- reich (der mit den Türken gegen Ks. Karl V. konspirierte) und Vene- dig die ksl. Vorherrschaft in Italien einzudämmen (Hl. Liga von Cognac, 1526), führte 1527 zur Verwüstung Roms im Sacco di Roma und zur Gefangennahme. Die folgende Annäherung an Karl V. (Friede von Barcelona 1529; Kaiserkrönung in Bologna 1530) trug nicht zur Lösung der Reformationswirren in Deutsch- land bei (Reichstag von Augsburg , 1530), da C. stets der Konzilsfor- derung auswich. Die Schwäche seines Charakters trat auch in der hinhaltenden Behandlung der Eheangelegenheit Heinrichs VIII. von England und der skandinav. Reiche zutage. In seinem Pontifikat trennte sich ein Drittel des Abendlandes (u. a . weite Teile Deutschlands, England, Skandinavien) von Papsttum und alter Kirche . Der Ausbau der Hierarchie in Lateinamerika und sein Mäzenatentum bildeten dazu keinen Ausgleich . C. ist deshalb «wohl der unheil- vollste aller Päpste» (Leopold von Ranke). ·Clemens VIII. , Gegenpapst (10.6.1423 – 26.7.1429 [Verzicht]) ( Clement VIII (1423-1446) ), vor- her Gil Sanchez Mufioz y Carb6n, · 1369/70 Teruel (Arag6n), Pefiiscola, Dom; Dr. decr., im Dienst der Kurie in Avignon , Vertrauter Papst Benedikts XIII. (Pedro de Luna), Propst von Valencia. Benedikt XIII. ernannte kurz vor seinem Tod vier neue Kardinäle. Drei von ihnen wählten am 10.6.1423 C. Er hatte nur we- nige Anhänger, wurde aber von Kg. Alfons V. von Arag6n-Neapel geduldet und als Druckmittel gegen Papst Martin V. benutzt. Der persönl. integre C. verzichtete am 26.7.1429 in Pefiiscola und wurde daraufhin von Martin V. zum Bf. von Pefiiscola ernannt, wo er nach gewissenhaftem Wirken am 28.12.1446 starb.c1emens VIII. (30.1.15925.3.1605), vorher Ippolito Aldobrandini , · 24.2.1536 Fano aus angesehener florentin. Familie ; nach gründl. Studien (Padua, Perugia, Bologna ) hervorragender Jurist der Kurie unter Pius V. und Sixtus V., 1585 Kard. C. entsprach weitgehend den Idealen der Kath. Reform. Polit. gelang die Aussöhnung mit Frank- reich ( Absolution Kg. Heinrichs IV., 1595), die Kirchenunion von Brest, die Friedensvermittlung zw. Frankreich und Spanien (Ver- vins, 1598) und die Wiedergewinnung Ferraras für den Kirchen- staat . Erfolglos blieben die Hilfe gegen die Türken in Ungarn und gegenreformator. Erwartungen in England und Schweden. Im theol. Gnadenstreit traf C. keine Entscheidung . Er sorgte für die Neuaus- gabe liturg. Bücher (Pontificale, Brevier, Missale), der Vulgata Six- tus V. und des Index und versch ärfte das Vorgehen der Inquisition (Feuertod Giordano Brunos 1600 ; Mordprozeß der Cenci mit drei Hinrichtungen vor der Engelsburg ). C. ist nicht den großen nachtri- dentin. Reformpäpsten zuzurechnen, konnte aber die päpstl. gelei- tete Reform festige ängigkeit (bes. gegen tete Reform festige Spanien) gewinnen. Clemens IX. (20.6.1667 – 9.12.1669) ( Clement IX (1667-1669) ), vorher Giulio Rospigliosi,· 28.1.1600 Pistoia (Toscana); Aufstieg an der Kurie unter Ur-ban VIII., 16441653 Nuntius in Spanien, 1657 Kard., Staatssekretär Alexanders VII., Literaturfreund und Dichter rel. Melodramen. C. konnte polit. Spannungen abbauen, die kirchl. Verhältnisse Por- tugals (nach Anerkennung der Unabhängigkeit durch Spanien) ordnen, aber den Verlust Kretas von Venedig an die Türken nicht verhindern. Im Streit um den Jansenismus brachte der «Clementini- sche Friede» nur vorübergehend Stillstand. Clemens X. (29.4.1670 – 22.7.1676) ( Clement X (1670-1676) ), vorher Emilio Altieri, : 12.7.1590 Rom , aus röm. Adel ; 16271666 Bf. von Camerino, 16441652 Nuntius in Neapel, 1669 Kard. C. wurde erst nach lan- gem Konklave zum Papst gewählt (frz.-span. Gegensätze). Er war wegen seines hohen Alters kaum fähig, seine Aufgaben wahrzuneh- men, und übertrug die Geschäfte einem Adoptiv-Neffen. Im Rega- lienstreit geriet er in schweren Konflikt mit Frankreich . Er unter- stützte den poln. Kg. Jan Sobieski im Türkenkrieg. Clemens Xl. (23.11.1700 - 19.3.1721) ( Clement XI (1700-1721) ), vorher Gian Francesco Al- bani , : 22.7.1649 Urbino, aus umbr. Adel ; seit 1677 im Dienst der Ku- rie, 1690 Kard. Unter Alexander VIII. und Innocenz XII. war er als Kardinal sehr einflußreich, aber als Papst den polit. Schwierigkeiten (Span. Erbfolgekrieg; schwere Konflikte mit Kg. Ludwig XIV. von Frankreich und den habsburg. Kaisern Leopold I. und bes. Jo- seph I.) nicht gewachsen. In den Friedensschlüssen wurden päpstl. Oberlehensansprüche völlig übergangen. Auf Drängen Frankreichs erließ C. gegen den Jansenismus die Bullen «Vineam Domini» 1705 und «Unigenitus» 1713. Er förderte Kunst und Wissenschaft . Im Ritenstreit der Weltmission entschied er gegen die Jesuiten . Clemens Xll. (12.7.1730 – 6.2.1740) ( Clement XII (1730-1740) ), vorher Lorenzo Corsini, : 7.4.1652 Florenz, aus florentin. Adel ; 1691 Nuntius in Wien (wegen Spannungen nicht realisiert), 1706 Kard., nach schwierigem Konklave zum Papst gewählt. C. war als Papst zu alt und seit 1732 völlig erblindet. Er versuchte, die üble Hinterlassenschaft Bene- dikts XIII. (Orsini) auszuräumen, exkommunizierte Bf. Theodor van der Croon von Utrecht, verbot 1738 die Zugehörigkeit zur Frei-Libanon) und um die Künste. Er konnte aber den fortschreitenden Verfall der polit. Geltung des Papsttums nicht aufhalten. Clemens XIII. (6.7.1758 – 2.2.1769) ( Clement XIII (1758-1769) ), vorher Carlo della Torre Rezzo- nico, : 7.3.1693 Venedig ; seit 1716 im Dienst der Kurie , 1737 Kard., 1743 Bf. von Padua. C. war gebildet und liebensw ürdig, aber ä ngst- lich und unentschlossen. Die ganze Regierung war schwer belastet von der Jesuitenfrage. Er konnte die beginnende Vertreibung der Je- suiten durch die polit. Mächte nicht mehr verhindern (beginnend in Portugal unter Minister Pombal, fortgesetzt in den Bourbonenstaa- ten Frankreich , Spanien, Neapel und Sizilien, Parma-Piacenza). Star- res, ungeschicktes Festhalten an den Kirchenstrafen der Abendmahls- bulle verschlimmerte die Lage und verstärkte das Zusammengehen der polit. Gegenkräfte, ebenso die pä pstl. Abwehr von Aufklärung , Gallikanismus , Episkopalismus und Febronianismus . Clemens XIV. (19.5.1769 – 22.9.1774 ) ( Clement XIV (1769-1774) ), vorher Giovanni Vincenzo Antonio Ganganelli, : 31.10.1705 Sant Arcangelo bei Rimini; 1723 Minorit (Ordensname Lorenzo), 1759 Kard. Als Papst führte er nach langem Zögern unter Druck der von Bourbonen regierten Staaten die Aufhebung des Jesuitenordens durch (21.7.1773) und versuchte, das Verhältnis zu diesen Staaten durch Konzessionen an das Staatskirchentum zu verbessern. Die gespannte Lage in der dt. Reichskirche spiegelten die Koblenzer Gravamina 1769 (Episkopa- lismus; Febronianismus ) und der Salzburger Kongreß der bayer. Bi- schöfe (1770 1777 ) wider. C., wohlmeinend, auch um Kunst und Wissenschaft verdient, wurde über den Tod hinaus viel verleumdet. Cölestin I. (10.9.422 – 27.7.432) ( St. Celestine I (422-432) ), hl., vorher röm. Diakon . Er stärkte die Autorität Roms in Gallien und Illyrien und sandte Germanus von Auxerre nach Britannien zur Bekämpfung des Pelagianismus , Palladius nach Irland zur Missionierung . In den christolog. Kämp- fen von Nestorius und dessen Gegner Kyrill von Alexandria nahm er einseitig für Kyrill Partei, verurteilte die Lehren des Nestorius auf einer röm. Synode 430 und durch seine drei Legaten auf dem Konzil von Ephrche lehnte jede Appellation nach Rom ab . ·Cölestin (II.) , vorher Kard.-Presbyter Theobald Buccapecus, am 16.12.1124 einmütig gewählt. Die Wahlversammlung wurde durch Bewaffnete gesprengt und Honorius II. zum Papst ausgerufen. C., noch nicht geweiht und inthronisiert, war unmittelbar nach der Wahl zum Verzicht bereit; er starb an den erlittenen Verletzungen(spätestens 1126). Cölestin II. (26.9.1143 – 8.3.1144) ( Celestine II (1143-1144) ), vorher Guido de Castello, Dom- kanoniker aus Citta di Castello; Schüler und Freund des gelehrten Peter Abaelard . Als päpstl. Legat war er für die Anerkennung Innocenz II. 1131/32 in Köln und Aachen, in Salerno (bei der Konferenz Rogers II. von Sizilien, 1137) und in Frankreich 1139/40 tätig. Als Papst suchte er das Bündnis mit Kg. Roger II. zu lösen. In Frank- reich hob er das Interdikt über den kgl. Besitz auf. Cölestin III. (30.3.1191 – 8.1.1198) ( Celestine III (1191-1198) ), vorher Hyazinth Bobo, Römer; Schüler des Peter Abaelard , den er gegen Bernhard von Clairvaux verteidigte ( Synode von Sens), als Kard.-Diakon (seit 1143/44) vielfach erfolgreicher Diplomat in Vermittlungslegationen, Anhänger der Politik Alexanders III. Der gut gebildete, rechtschaffene Kard. wurde im Alter von etwa 85 Jahren am 30.3.1191 gewählt, erhielt am 13.4. die Priester- und am 14.4.1191 die Bischofsweihe; er wurde am selben Tag inthronisiert. Nach einigem Zögern krönte er den Staufer Heinrich VI. Ostern 1191 zum Kaiser und verglich sich mit Tankred von Sizilien. Der Pontifikat erfüllte sich in der umsichtig durchge- haltenen Konfrontation mit der Politik Heinrichs VI. nach Erlan- gung Siziliens 1194/95 (u. a . weitgreifende Reichspläne; Kreuzzug ; Gewinnung großer Gebiete Mittelitaliens). In Spanien arbeitete C. nachdrückl. auf die Reconquista hin. Cölestin IV. (25.10. – 10.11.1241) ( Celestine IV (1241) ), vorher Goffredo Castiglioni, aus Mailand; Zisterzienser , Neffe Urbans III., 1227 Kard., 1239 Kard.- Bf. von Sabina. C. wurde im 1. Konklave der Papstgeschichte ge- wählt (Aug. Okt. 1241 im röm. Septizonium), das unter dem brutalen Druck des kaiserfeindl. Senators Matteo Rosso Orsini stand . C. war Kandidat der von Johannes Colonna angeführten Kardinäle, die einen friedl. Vergleich mit Ks. Friedrich II. wünsch- ten. Ob der hinfällige Greis am 28.10. gekrönt werden konnte, ten. Ob der hinfällige bleibt sehr zweifelhaft. Cölestin V. (5.7. – 13.12.1294 [Abdankung]) ( St. Celestine V (1294) ), hl., vorher Peter vom Morrone, · 1209/10 Molise, Bauernsohn, 1296 Castello di Fu- mone (bei Anagni ); organisierte einen Eremitenverband unter der Benediktusregel, die späteren Cölestiner. C. wurde nach langer Se- disvakanz unter dem Einfluß Kg. Karls II. von Neapel ( Anjou ) in Perugia zum Papst gewählt und nach heftigem Sträuben zur An- nahme der Wahl bestimmt . Er erkannte frühzeitig, daß er dem Amt nicht gewachsen war, trug sich mit Abdankungsgedanken, erließ am 10.12.1294 eine Konstitution über die mögl. Resignation von Päp- sten und dankte, beraten von seinen Kardinälen, bes. Benedetto Caetani, am 13.12.1294 ab . Nachfolger wurde B. Caetani als Boni- fatius VIII., der C. im Kastell Fumone in lockerem Gewahrsam hielt, um ein Schisma zu verhindern. C. wurde Objekt eschatolog. Spekulationen («Engelpapst») und unter dem Einfluß seiner An- hänger und der frz. Gegner Bonifatius VIII. 1313 von Clemens V. heiliggesprochen. Constantinus I. ( 25.3.708 – 9.4.715) ( Constantine (708-715) ), Syrer. Der Schwerpunkt des vorsichtig selbständigen Pontifikates lag in der Festigung guter Be- ziehungen zu Ostrom. Auf Ladung Ks. Justinians II. ging C. 710/11 (als letzter Papst vor Paul VI.) nach Konstantinopel und Niko- medeia und wurde ehrenvoll empfangen. Näheres über die offen- sichtl. friedl. Verhandlungen ist nicht bekannt. C. bekämpfte die monothelet. Kirchenpolitik des ksl. Usurpators Philippikos Barda- nes. Ks. Ana echtgläubiges Glaubens- nes. Ks. Ana bekenntnis . Constantinus II. (5.7.767 – 6.8.768) ( Constantine (767-768) – listed as an anti-pope ), bald als Gegenpapst gezählt. Nach dem Tod Papst Pauls I. (28.6.767) erzwang Hzg. Toto von Nepi sofort die Wahl seines eigenen Bruders C., eines Laien. C. er- hielt ungewöhnlich rasch die Weihen und am 5.7. die Weihe zum röm. Bf. in der Peterskirche. Er konnte sich 13 Monate unangefoch- ten behaupten, aber nicht die erbetene förml. Anerkennung des Franken-Kg. Pippin des Jüngeren erreichen. Ende Juli 768 gewann sein Gegenspieler, der Primicerius Christophorus, mit langobard. Hilfe Rom . Am 3r.7. wurde C. gefangengesetzt. Hinter dem Rük- ken des Christophorus wurde von der langobard. Partei der Mönch Philippus zum Papst erhoben, aber noch am gleichen Tag in sein Kloster verwiesen; am r.8. wurde dann auf Betreiben des Christo- phorus Stephan III. zum Papst gewählt. Noch vor dessen Konse- kration am 7.8. wurde C. v 8.768 in der Lateranbasilika als or) verurteilt. Die Sentenz wurde auf der Lateransynode Stephans III. (12.14.4.769) bestätigt, der Pontifikat mit allen Amtshandlungen für ungültig er- klärt, C. erneut schwer mißhandelt und vermutl. bis zum Tod in Klosterhaft gehalten. Cornelius (März 251 – Juni 253) ( St. Cornelius (251-253) ), hl., als Märtyrer verehrt; Römer. Papst Fabian starb am 20.1.250 als Märtyrer der Verfolgung des Ks. Decius . Nach Abklingen der Verfolgung in Rom wählte die Mehr- heit den röm. Presbyter C. zum Nachfolger. Gegen den rechtschaf- fenen, in der Bußpraxis die mildere Richtung vertretenden C. erhob die strengere Minderheit des röm. Klerus den glänzend begabten Novatianus, der in der langen Sedisvakanz großen Einfluß ausgeübt hatte, zum Gegenbischof. Doch konnte sich C., unterstützt von den Bischöfen Cyprian von Karthago und Dionysios von Alexandrien, auch in der Gesamtkirche durchsetzen. Im Herbst 251 wies eine von 60 Bischöfen besuchte röm. Synode die Beschuldigung der Nova- tianer zurück, C. habe sich in der Verfolgung fehlverhalten (er sei libellaticus) oder halte Gemeinschaft mit libellatici. Seine mildere Bußdisziplin, die den in der Verfolgung Abgefallenen nach Bußlei- stung Verzeihung gewährte, wurde von der Synode gebilligt, Nova- tianus mit Anhang ausgeschlossen. C. sandte verschiedene, meist die röm. Spaltung betreffende Briefe an hochrangige Kirchen . Aus einem Brieffragment geht hervor, daß die röm. Christengemeinde etwa 30 000 Mitglieder hatte. Als Ks. Gallus die Verfolgung wieder aufnahm, wurde C. nach Centumcellae (Civitavecchia) verbannt, wo er bald cum gloria (aber wohl nicht als Märtyrer ) starb. Cyprian von Karthago bezeichnete ihn als Märtyrer . C. wurde in der Lucina- gruft der Calixtuskatakombe beigesetzt. Spät , bes. im gruft der Calixtuskatakombe beigesetzt. Spät Rheinland, als einer der hl. Marschälle verehrt. Abkürzungen Nicht aufgeführt sind Wörter, bei denen lediglich die adjektivischen Endungen -ich und -isch abgekürzt wurden, sowie allgemein ver- ständliche Abkürzungen . Der Beugungsfall ist mit Ausnahme des jeweils im Artikel abgekürzten Papstnamens nicht kenntlich ge- macht . Die Abkürzungen der biblischen Bücher richten sich nach dem «Ökumenischen Verzeichnis der biblischen Eigennamen nach den Loccumer Richtlinien», Stuttgart 21981. . geboren gestorben Grab bed. bedeutend bes. besonders Bf. Bischof ( allen Rechten, wie sie der Bischof von Durham besessen hatte Das letztere bedeutet, daß ihnen die Rechte der Pfalzgrafen – wie dem Bischof von Durham bis zum 16. Jahrhundert – zustanden: insbesondere das Recht , Gerichte aller Art einzurichten und Richter zu bestellen mit Gerichts- und Verwaltilngsbann, Truppen im eigenen -Namen auszuheben, lehensrechtliche Subsidien einzuheben, Münzen zu schlagen, Blutbann auszuüben, Parlamente abzuhalten, Korporationen zu begründen, Adelserhöhung vorzunehmen und Heimfallsrecht auszuüben.) Auszug : ( S. 121 Britisches und römisches Weltreich ) bfl. bischöflich Btm. Bistum byz. byzantinisch dt. deutsch Ebf. Erzbischof ebfl. erzbischöflich Ebtm. Erzbistum ev. evangelisch frz. französisch gr. griechisch hl./Hl. heilig, Heilige(r) Hzg. Herzog it. italienisch ital. italisch Jh. Jahrhundert Kard. Kardinal kath. katholisch Kg./Kgn. König /Königin kgl. königlich Kgr. Königreich Ks./Ksn. Kaiser/Kaiserin ksl. kaiserlich lat. lateinisch luth. lutherisch MA Mittelalter ma. mittelalterlich ökum. ökumenisch Patr. Patriarch prot. protestantisch rel. religiös S. San, Sanctus, Sant, Santo St./St Sankt/Saint theol. theologisch Univ. Universität vat. vatikanisch zw. zwischen Die Päpste von D View attachment 2170 Damasus l. (1.10.366 – 11.12.384) ( St. Damasus I (366-383) ), hl., · um 305, Sohn eines röm. Priesters; trat früh in den Dienst der röm. Gemeinde, unter Papst Liberius (352366) Diakon , verstrickt in die Wirren der röm. Kirche dieser Zeit , die in seinem Pontifikat nachklangen. Sofort nach dem Tod des Liberius (24.9.366) erhob eine seit Einsetzung des Ge- genpapstes Felix (II.) unversöhnl. Minderheit den röm. Diakon Ursinus, der sofort von Bf. Paulus von Tribur geweiht wurde; die aristokrat. Mehrheit wählte D. (geweiht am 1.10.366 in der Lateran- basilika ). Nach blutigen Kämpfen konnte er sich mit ksl. Unterst üt- zung behaupten. D. betrieb eine primatbewußte Politik : die Stelle in Mt 16,18 wurde jetzt zum ersten Mal ausdrückl. auf den röm. Pri- mat bezogen. D. bejahte das seit Ks. Konstantin dem Großen ent- standene Reichskirchensystem und ließ sich und die Bischöfe von Ks. Gratian mit Vorrechten ausstatten. Er regte Hieronymus zur Abfassung einer zuverlässigen lat. Bibelübersetzung (Vulgata) an und verfaßte u. a . dichter . Inschriften für die Märtyrergräber. Damasus II. (17.7. – 9.8.1048) ( Damasus II (1048) ), vorher Bf. Poppo von Brixen (seit 1039), wohl aus bayer. Adel , Rom , S. Lorenzo fuori le mura; mehrfach in der Umgebung Kg. Heinrichs III. bezeugt. Nach dem raschen Tod des von Heinrich III. designierten Papstes Clemens II. bestimmte ihn der Kaiser an Weihnachten 1047 in Pöhlde einer röm. Gesandtschaft gegenüber zum Nachfolger. D. wurde mit militär. Hilfe nach Rom geleitet (gegen den Widerstand des 1046 in Sutri abgesetzten Benedikt IX.), starb aber bald darauf in Palestrina. Deusdedit, später Adeodatus I. (19.10.615 – 8.11.618) ( St. Deusdedit (Adeodatus I) (615-618) ), Römer, Sohn des Subdiakons Stephanus; 40 Jahre röm. Presbyter. In Reaktion auf die Bevorzugung der Mönche durch Papst Gregor I. begünstigte D. den Weltklerus. Den zum Schutz Italiens gesandten byz. Exarchen Eleutherius von Ravenna empfing er ehrenvoll. Dionysius (22.7.260 [259?] – 26.12.267 [268?]) ( St. Dionysius (259-268) ), hl., kein Märtyrer , Calixtuskatakombe. Ks. Gallienus gab den Christen die von Ks. Valerianus enteigneten Kultstätten zurück. D. konnte die in der Verfolgung schwer getroffene röm. Gemeinde reorganisieren und die feste presbyteriale Ordnung begründen. Eine röm. Synode ver- urteilte in den trinitar. Streitigkeiten des Ostens den Sabellianismus und den Subordinatianismus (Bf. Dionysius von Alexandrien). Der durch Barbareneinfälle notleidenden Kirche von Caesarea in Kap- padokien sandte er geis d finanziellen Trost. D. ist einer der bedeutendsten Päpste des 3Jh. Dioskur (22.9. – 14.10.530) ( Dioscorus (530-530) ), zu Unrecht als Gegenpapst geführt, aus Alexandrien, röm. Diakon . Als Gegner des Monophysitismus in Ägypten kam D. nach Rom . Hochangesehen, erscheint er in den er- sten drei Jahrzehnten des 6. Jh. vielfach als geistiger Leiter der päpstl. Politik . Im päpstl. Schisma vertrat er erfolgreich den Sym- machus (gegen Laurentius) beim Ostgoten-Kg. Theoderich (506). An der Gesandtschaft des Papstes Hormisdas nach Konstantinopel, die 519 das Schisma des Akakios beendete, war D. führend beteiligt. Papst Felix III. (IV.) designierte sterbend gegen das herkömml. Recht Bonifatius II. zum Nachfolger. Die Mehrheit der Presbyter wählte D., der am 22.9.530 in der Lateranbasilika konsekriert wurde. Das Schisma fand ein rasches Ende , da D. schon am 14.10.530 starb. Bonifatius II. sprach über den Toten das Anathem und zwang die 60 bisher oppositionellen Presbyter zur Mitunter- zeichnung. Agapet I. ließ 535 diese Urkunde öffentl. verbrennen. Donus ( 2.11.676 – 11.4.678) ( Donus (676-678) ), Römer. Das latente Schisma zw. Rom und Konstantinopel (im Monotheletenstreit) hielt an. Ein ver- mittelndes Schreiben Ks. Constantius IV. bat um Entsendung einer päpstl. Gesandtschaft, erreichte aber D. nicht mehr zu Lebzeiten. Ebf. Reparatus von Ravenna war offensichtl. zur Anerkennung der röm. irchenbau und -schmuck in röm. Rom . Die Päpste von E View attachment 2171 Eleutherus (um 174? – 189?) ( St. Eleutherius (175-189) ), hl., wohl Grieche aus Nikopolis; unter Anicetus röm. Diakon . Nach der ältesten röm. Bischofsliste war er der 12. Nachfolger Petri. Unter ihm erfreute sich die röm. Christen- gemeinde einer gewissen äußeren Sicherheit, wurde aber durch häret. Bewegungen (Marcion, Valentinus, Montanisten) beunruhigt. Eugen I. (10.8.654 – 2.6.657) ( St. Eugene I (655-657) ), hl., Römer. Nach der gewaltsamen Wegführung Martins I. wählte der röm. Klerus noch zu dessen Leb- zeiten unter dem Druck des ksl. Exarchen E., der keine Opposition wagte und sich im Monotheletenstreit um Einigung bemühte. Eugen II. ( Anfang Juni 824 - Aug. 827) ( Eugene II (824-827) ), Römer; mit fr änk. Hilfe als Archipresbyter von S. Sabina gewählt. Seine Regierung stellte einen Höhepunkt fränk.-ksl. Einflusses dar. Lothar I., dem Sohn Ks. Lud- wigs des Frommen, gelang 824 die rechtl. Sicherung der ksl. Ober- hoheit in Rom und im Kirchenstaat . Die mit päpstl. Zustimmung erlassene «Constitutio Romana» verpflichtete jeden neugewählten Papst vor der Weihe (Krönung) zum Treueid auf den Kaiser. Die päpstl. Verwaltung wurde einer regelmäß. Kontrolle unterworfen. Innerkirchl. setzte E. die Reformen n fort. Im Bilderstreit zeigte er sich versöhnlich. Eugen III. (15.2.1145 – 8.7.1153) ( Blessed Eugene III (1145-1153) ), sel., aus Pisa, Tivoli, Rom , St. Peter; Zisterzienser , zunächst Kamaldulenser in Pisa, dann Eintritt in Clairvaux, 1141 durch seinen geistl. Lehrer Bernhard von Clair- vaux Abt von Tre Fontane in Rom . Er wurde in den röm. Wirren zum Papst gewählt und am 18.2.1145 in Farfa geweiht. Wegen polit. Unruhen (Erneuerung der röm. Republik durch Arnold von Bre- scia) hielt sich E. fast ständig außerhalb des Kirchenstaates auf (Ita- lien, Frankreich , Deutschland). Bernhard von Clairvaux , der im päpstl. Auftrag den 2. Kreuzzug predigte und für E. einen «Papst- spiegel» schrieb («De consideratione »), unterstützte ihn. E. hielt große Synoden in Paris, Trier, Reims und Cremona , bemühte sich um die Wiederherstellung der päpstl. Herrschaft in Rom und Um- gebung sowie innerkirchl. um die Repräsentation des päpstl. Prima- tes. Der Einfluß der Kardinäle, unter ihnen die späteren Päpste Ha- drian IV., Alexander III . und Victor IV., war beträchtlich. Mit dem Staufer-Kg. Friedrich I. Barbarossa schloß E. 1153 den Konstanzer Vertrag, der beiderseitige Wiederherstellung des Rechts- und Be- sitzstandes gegen Sizilien, Römer und Griechen vereinbarte. Eugen IV. (3.3.1431 – 23.2.1447) ( Eugene IV (1431-1447) ), vorher Gabriele Condulmer, · um 1383 Venedig ; Neffe Gregors XII., Augustiner-Chorherr, 1407 Bf. von Siena, 1408 Kard. Der Pontifikat war von größten inneren und äußeren Schwierigkeiten gepr ägt, die E. zum Teil selbst verschul- dete. Dem mönchisch-ernsten, sittenreinen Mann fehlte das diplo- mat. Geschick seines Vorgängers Martin V., der zielstrebig und er- folgreich gearbeitet hatte, um dem Papsttum seine frühere Stellung zurückzugewinnen. Unter E. kam es durch den Konziliarismus zu einer neuen Krise. Das im päpstl. Auftrag im Juli 1431 eröffnete Basler Konzil mußte E. nach gescheitertem Auflösungsversuch aner- kennen; gegen den Willen der Mehrheit verlegte er es 1438 nach Fer- rara, 1439 nach Florenz, wo die (polit. bedingte, letztl. unwirksame) Griechenunion gelang. Die Basler Restsynode erhob Felix V. zum Gegenpapst. E. mußte in Frankreich die stark nationalkirchl. Prag- mat. Sanktion von Bourges , in Deutschland die « Neutralität » der Kurfürsten hinnehmen. Sein Sieg wurde mit der Anerkennung durch Kg. Friedrich III. 1445 und die Reichsfürsten (Fürstenkon- kordate, 1447 ) entschieden. Am Ende seiner Regierung war die Macht der Basler gebrochen und der Versuch einer Demokratisie- rung der Kirchenverfassung gescheitert. E. bemühte sich um die Türkenabwehr (Niederlage bei Varna, 1444) und die Beendigung des Hundertjährigen Kriegs zw. Frankreich und England. ·Eulalius, Gegenpapst (29.12.418 – 3.4.419) ( Eulalius (418-423) – listed as an anti-pope ) gegen Bonifatius I. Nach dem Tod des Zosimus wählte die Diakonenpartei am 27.12.418 den Archidiakon E. (wohl Grieche), die Mehrheit der Presbyter am 28.12. Bonifatius I. zum Papst . Beide wurden am 29.12. konsekriert, E. vom Bf. von Ostia. Er wurde zunächst von Ks. Honorius anerkannt, dann verbannt und verworfen, weil er sich gewaltsam des Laterans bemächti unsicheren Angaben starb er als Bf. in Kampanien. Eusebius (18.4. – 17.8.308/309?//310?) ( St. Eusebius (309 or 310) ), als hl. Märtyrer verehrt, wohl Grieche, Calixtuskatakombe. Der schon unter Marcellus 1. entstandene Streit um die Wiederaufnahme der in der Verfolgung Diokletians Abgefallenen dauerte an. Die dürftige Überlieferung gestattet einigermaßen sichere Aussagen nur über die Dauer der Amtszeit. Ks. Maxentius ließ (den in der Bußpraxis milderen) E. und (den oppositionell darin strengeren) Heraclius nach Sizilien deportieren, wo E. bald starb. Eutychianus (4.1.274 [ 275?] – 7.12.282 [283?]) ( St. Eutychian (275-283) ), hl., kein Märtyrer , aus Tuszien, Calixtuskatakombe. Die röm. Kirche konnte sich in dieser Zeit ungestört ausbreiten und festigen, wie die bed. Erweiterungen der Grabräume in den Katakomben beweisen. E. wurde als Letzter in der Papstgru ombe beigesetzt (Grabinschrift aufgefunden). Evaristus (101? – 107?) ( St. Evaristus (97-105) ), hl. E. war nach der ältesten röm. der . Bischofsliste der 4. Nachfolger Petri, der Name deutet auf gr. Herkunft hin. Da der Monepiskopat noch nicht ausgebildet war, darf eine führende Stellung unter den Presbytern (Episkopen) als sicher gelten. Die Päpste von F View attachment 2172 Fabianus (10.1.236 – 20.1.250) ( St. Fabian (236-250) ), hl., Römer, Calixtuskatakombe, der Sarkophag wurde 1915 aufgefunden. Nach den Wirren und der kurzen, aber unerbittl. Christenverfolgung durch Ks. Maximinus Thrax gelangen ihm Festigung und organisator. Ausbau der röm. Kirche in der Friedenszeit vor der Verfolgung des Decius (er unter- teilte die Gemeinde in sieben, Diakonen unterstellte Verwaltungsbezirke und sorgte für Coemeterien); seine Wertschätzung ist von bed. Zeitgenossen bezeugt. F. starb als eines der ersten Opfer der Decischen Verfolgung. Felix I. (5.1.268 [ 269?] – 30.12.273 [274?]) ( St. Felix I (269-274) ), hl., kein Märtyrer , Römer, Calixtuskatakombe. F. trat mit dem Bf. Domnos von Antiochia (Syrien) in Kirchengemeinschaft, dem Nachfolger des abgesetzten Paul von Samosata. :Felix (II.) , Gegenpapst (355- 358) ( St. Felix II (355-365) – listed as an anti-pope ). Nach der Verbannung des Libe- rius schwor der röm. Klerus mit dem Archidiakon F., zu Lebzeiten des Liberius keinen anderen Bischof anzuerkennen. Dennoch ließ sich F. nach wenigen Monaten von Ks. Constantius II . zur Über- nahme der Papstwürde bestimmen und im röm. Kaiserpalast von drei arian. Bischöfen weihen . Er nahm die Kirchengemeinschaft mit anern auf, wurde aber nach der Rückkehr des Liberius 358 vertrieben. Felix II. (III.) (13.3.483 – 1.3.492) ( St. Felix III (II) (483-492) ), hl., aus röm. Adel ; vorher verheira- tet, Vorfahr Gregors I. F. erscheint als kraftvolle Persönlichkeit. Sein Pontifikat fiel in die Zeit der Eroberung Italiens durch den Ostgo- ten-Kg. Theoderich und der Katholikenbedrückung in Afrika durch die arian. Vandalen. Im Osten dauerten die (christolog.) Wirren um das Konzil von Chalkedon (451) und das Henotikon Ks. Ze- nons von 482 an. Da F. die Absetzung des Patr. Petrus III. Mongus von Alexandrien verlangte und die röm. Synode 484 Bann und Absetzung über Patr. Akakios von Konstantinopel aussprach, kam es zum Akakian. Schisma (484 – 519) zw. Abend- und Morgenland. Felix III. (IV.) (12.7.526 – 22.9.530) ( St. Felix IV (III) (526-530) ), hl., aus Samnium. Nach dem Tod Johannes I. befahl der Ostgoten-Kg. Theoderich im Streit einer byz. und got. Partei die Wahl des röm. Diakons F. Er regierte in Frieden mit den Ostgoten und unterstützte Bf. Cäsarius von Arles im Kampf gegen den Semipelagianismus. Sterbend designierte er (unkanon.) Bonifatius II. als Nachfolger, was zur Doppelwahl ( Dioskur) führte. ·Felix V., Gegenpapst (5.11.1439 – 7.4.1449 [Verzicht]) ( Felix V (1439-1449) – listed as an anti-pope ), · 1383 Chambery; Graf, seit 1416 Hzg. Amadeus VIII. von Savoyen, ver- dient um die Ordnung seines Landes. Das Basler Restkonzil wählte ihn nach Absetzung Eugens IV. als reichen und weisen Fürsten zum Papst . Er konnte nur einen Teil der abendländ. Christenheit gewin- nen, geriet in Konflikt mit der Basler Restsynode, zog sich zurück und nahm das Angebot Nikolaus V. zum schonungsvollen, reich dotierten Rücktritt an. F. hatte seit Nov. 1442 meist in Lausanne re- sidiert und 1444 auch die Administration des Btm. Genf übernommen. Nikolaus V. ließ ihn bi 451 Genf) amtieren. F. war der letzte Gegenpapst. Formosus (3.10.891 – 4.4.896) ( Formosus (891-896) ), c um 816 Rom (?); 864 Bf. von Porto, einer der fähigsten, aber auch ehrgeizigsten Männer der von Partei- leidenschaften und Adelskämpfen schwer betroffenen päpstl. Regierung . Unter Nikolaus I . und Hadrian II. machte er sich hochver- dient um die Christianisierung der Bulgaren (Legation 866/67) und bei Sendungen nach Frankreich und Deutschland. F. wurde von Johannes VIII. aus polit. und persönl. Gründen am 19.4.876 exkom- muniziert und als Bischof abgesetzt (Vorwurf der Verschwörung gegen Kaiser und Papst ), schließl. zur Laienkommunion zugelassen und von Marinus I. 883/84 wieder als Bischof in Porto eingesetzt. F. wurde in herkömml. Weise zum Papst gewählt und am 3.10.891 (als bereits geweihter Bischof ) in offenbar neuartigem Ritus «inthroni- siert». Erst nach seinem Tod wurde ihm die Vertauschung des Bistums was bereits Marinus I. als erster Papst getan hatte Verbrechen angerechnet. Als Papst suchte F. universal Einfluß zu nehmen, hart bedrängt von rivalisierenden Dynasten. Er krönte 892 Wido von Spoleto nochmals zum Kaiser, zugleich dessen Sohn Lambert zum Mitkaiser. Aufgrund des unerträgl. Drucks der Spole- tiner rief er den ostfränk. Kg. Arnulf zu Hilfe, den er im Febr. 896 zum Kaiser krönte. Arnulf mußte, von schwerem Siechtum getroffen, rasch nach Bayern zurückkehren. An dem bald verstorbenen F. nahm Lambert furchtbare Rache. Stephan VI., eine Kreatur der Spoletiner, hielt im Jan. 897 schauerl. Gericht über die aus dem Grab gezogene Leiche: F. wurde für abgesetzt, alle seine Weihen und Amtshandlungen für ungültig erklärt und der geschändete Leich- nam in den Tiber geworfen. Theodor II. hob noch 897 die Be- schlüsse der «Leichensynode» auf, rehabilitierte F. und ließ den wieder aufgefundenen Leichnam in St. Peter bestatten. Johannes IX. erneuerte auf de und Ravenna 898 feierl. die Rehabilitierung. Die Päpste von G View attachment 2173 Gaius (Caius) (17.12.282 [283?] – 22.4.295 [ 296?]) ( St. Caius (283-296) — also called Gaius ), hl., Calixtuskatakombe. Mit G., der in der Zeit äußeren Friedens vor der Verfolgung Ks. Diokletians regierte, beginnt die zuverl. Aufzeichnung der Ordinationstage. Die Susanna-Legende (6. Jh.) machte ihn zum Oheim Susannas, zum Verwandten Diokletians und setzte G. mit dem Stifter des titulus Gaii in Verbindung. G. erscheint auch in der Passio des hl. Sebastian. Gelasius I. (1.3.4921 – 9.11.496) ( St. Gelasius I (492-496) ), hl., in Rom geborener Afrikaner; hochgebildet, nach Leo I . der bedeutendste Papst des 5. Jh. Er ver- teidigte in der Auseinandersetzung mit Ostrom mit bis dahin unbe- kannter Klarheit und Schärfe den röm. Primat und formulierte die im MA maßgebl. Lehre von den zwei Schwertern und den zwei gleichberechtigten, selbständigen Gewalten (geistlich, weltlich; Zweigewaltenlehre; Staat und Kirche ). G. kämpfte für die Geltung Zweigewaltenlehre; Staat und Kirche ). G. kämpfte für die Geltung des Allgem. Konzils von Chalkedon 451 (Christologie), gegen das Akakian. Schisma , gegen Manichäer und Pelagianer und verfaßte liturg. Texte (aber weder das «Sacramentarium Gelasianum» noch das «Decretum Gelasianum de libris recipiendis et non recipiendis»). Gelasius II . (24.1.1118 – 29.1.1119) ( Gelasius II (1118-1119) ), vorher Johannes von Gaeta, Cluny, dort ; Oblate und Schüler in Montecassino, 1088 Kard.- Diakon und Leiter der päpstl. Kanzlei bis 1118. G. gehörte im Investiturstreit zur gemäßigten Partei und war ein treuer Anhänger Paschalis II. Nach seiner Wahl wurde er vorübergehend von den kaiserfreundl. Frangipani eingekerkert, daraufhin floh er vor Ks. Heinrich V. und bannte ihn und seinen Gegenpapst Gregor VIII. Nach einem weiteren Überfall verließ er Rom ern hielt eine Synode in Vienne. Er starb kurz darauf in Cluny. Gregor I. der Große (3.9.590 - 12.3.604) ( St. Gregory I (the Great) (590-604) ), hl., Kirchenlehrer , ‚“ um 540 Rom , aus röm. senator. Adel .Er stiftete sechs Klöster in Sizilien und im elterl. röm. Palast das Andreaskloster, in das er sich um 575 zurückzog. 579 ging er als päpstl. Apokrisiar (Gesandter) nach Konstantinopel, seit 585/86 war er wieder in Rom als Berater Pela- gius II. tätig und wurde dessen Nachfolger. Durch vorbildl. Verwaltung des Besitzes (Patrimonium Petri) bereitete er die weltl. Macht des ma. Papsttums und den Kirchenstaat vor. Die dadurch wachsende Entfremdung zum Byz. Reich wurde durch Pflege der Beziehungen zu den Germanen (Franken; Westgoten; Bekehrung der Angelsachsen durch den Prior Augustinus von Canterbury ; An- bahnung des Übertritts der arian. Langobarden, u. a . durch gute Verbindung mit der kath. Kgn. Theudelinde) reichlich aufgewogen. G. glaubte, in der Endzeit zu leben , wurde aber durch kluges, sachgerechtes Handeln zu einem der maßgebl. Vermittler zw. christl. Antike und abendländ. MA sowohl in der Theologie (Weitergabe eines vereinfachten, «vergröberten» Augustinus) als auch in der Praxis christl. Lebens. Seine «Regula pastoralis», die «Moralia in Job», Homilien und «Dialogi» (Heiligenlegenden) prägten die fol- genden Jh., ebenso seine (bald verklärte) Förderung der Benediktre- gel. Seine liturg. Refor r Ordnung und Bewahrung des Überlieferten. Gregor II. (19.5.715 – 11.2.731) ( Gregory II (715-731) ), hl., · 669 Rom ; früh im päpstl. Dienst. G. verband die german. Landeskirchen enger mit Rom : gute Beziehungen zu den Langobarden unter Kg. Liutprand, Romreise des Bayern-Hzg. Theodo 716 zur Organisation seiner Kirche , v. a . Missionsauftrag (719) und Bischofsweihe (722) zur german. Mis- sion für Winfrid Bonifatius . Nach anfängl. Frieden mit Byzanz kam es im Bilderstreit seit 726 zu scharfen Auseinandersetzungen mit Ks. Leon III., doch verhinderte G. einen nationalital. Aufstand und die Erhebung eines Gegenkaisers. Gregor III. (18.3.7312 – 8.11.741) ( St. Gregory III (731-741) ), hl., syr. Herkunft. Im Bilderstreit verurteilte G. 731 die Bilderfeinde, worauf der byz. Ks. Leon III. Sü ditalien, Illyrien und Griechenland aus der kirchl. Jurisdiktion Roms löste und dem Patr. von Konstantinopel unterstellte. Gegen die Expansionspolitik des Langobarden-Kg. Liutprand konnte er sich nur mühsam behaupten. Erste Hilferufe an den fränk. Hausmeier Karl Martell blieben erfolglos. G. verlieh das ebfl. Pallium an Winfrid Bonifatius (um 732) und Ekbert von York ( 735). Er versuchte, die Kirchenpolitik Gregors II. fortzusetzen, befand sich aber mitten im äußerst schwierigen Übergang von der Lösung Ro s aus dem byz. Verband zur allmä hl. Hinwendung zu den Franken. Gregor IV. ( Ende 827 – 25.1.844) ( Gregory IV (827-844) ), Römer; Presbyter von S. Marco. G. wurde erst nach der ksl. Prüfung der Wahl gemäß der Constitutio Romana geweiht. Der erbetene Vermittlungsversuch im Streit Ks. Ludwigs I. des Frommen mit seinen Söhnen schlug völlig fehl. G. bestellte Ansgar zum Missionslegaten für den Norden und Osten und erhob Hamburg zum Erzbistum (831/32). In Rom ließ er viele Kirchen erneuern und kostbar ausstatten und in der Sarazenenge- fahr Ostia stark befestigen (vorübergehend Gregoriopolis genannt). Gregor V. (3.5.996 – 18.2.999) ( Gregory V (996-999) ), vorher Brun, Sohn Hzg. Ottos von Kärnten , Urenkel Ks. Ottos I. des Großen, · 972; erster dt. Papst , tüchtig und reformeifrig, von Otto III. zum Papst nominiert, den er 996 in Rom zum Kaiser krönte. Nach seiner Vertreibung durch Johannes Crescentius Nomentanus, der mit byz. Hilfe den Gegen- papst Johannes XVI. erhob, führte Otto III. G. im Febr. 998 nach Rom zurück. G. wahrte rö tionen, gelegentl. Rom zurück. G. wahrte rö auch dem Kaiser gegenüber. · Gregor (VI.) , Gegenpapst (Mai/Juni 1012 - April 1013 [Verzicht])( Gregory (1012-1012 ) – listed as an anti-pope). Nach dem Tod Sergius IV. ( 12.5.1012) vom röm. Adelsgeschlecht der Crescentier erhoben und kurz darauf von Benedikt VIII. verdrängt, floh G. Weihnachten 1012 zu Ks. Heinrich II., der sich aller- dings schon für den Tuskulaner Benedikt VIII. entschieden hatte und G. zum Verzicht zwang. Gregor VI. (1.5.1045 – 20.12.1046 [Absetzung]) ( Gregory VI (1045-1046) ), vorher Johannes Gratianus; Erzpriester an S. Giovanni a Porta Latina, Taufpate des Tuskulanerpapstes Benedikt IX. Persönl. untadelig und von Petrus Damiani als Reformverfechter begrüßt, übernahm G. nach röm. Unruhen das Papstamt gegen eine Abfindungssumme von Bene- dikt IX. Er regierte zunächst unangefochten und behauptete sich gegen Silvester III. und Benedikt IX., doch veranlaßte der nach Rom gerufene Salier Heinrich III. auf der Synode von Sutri (20.12.1046) seine Absetzung ( Verzicht ?) wegen Simonie . G. wurde nach Deutschland verbannt (begleitet von seinem Kaplan Hilde- brand, dem späte starb etwa Nov. 1047, wahrscheinl. in Köln. Gregor Vll. (22.4.107325.5.1085) ( St. Gregory VII (Hildebrand) (1073-1085) ), hl., vorher Hildebrand, · um 1015 in der Toscana, Salerno, dort im Dom; Benediktiner, begleitete 1047 den abgesetzten Gregor VI. ins Exil nach Deutschland (Köln ?), kehrte 1049 mit Leo IX. nach Rom zurück, wo er seit 1059 Archidiakon wachsenden Einfluß an der Reformkurie ge- wann. Ohne Beachtung des Papstwahldekrets von 1059 wurde G. anläßlich der Beisetzung Alexanders II. formlos erhoben. Erfüllt von rel. Sendungsbewu ßtsein, kämpfte er leidenschaftl. für die «Gre- gorianische Reform» (gegen «Simonie» und Priesterehe) und für die Reinheit und Freiheit der Kirche (libertas ecclesiae) in seinem Ver- ständnis. Der Anspruch auf Verwirklichung seiner im «Dictatus Papae» (1075) radikal formulierten Auffassungen führte zum Inve- stiturstreit, der (mit unterschiedl. Heftigkeit) jahrzehntelang alle abendländ. Staaten ergriff, die schärfste grundsätzl. Zuspitzung aber im Reich zw. G. und dem Kg. und Ks. Heinrich IV. erfuhr ( König und Mehrheit des Episkopates entzogen G. in Worms am 24.1.1076 die Anerkennung ; päpstl. Bann und Absetzung des Königs auf tion Heinrichs am .1077 in Canossa ). Der von G. erneut verurteilte König (Fasten- synode , 1080; damit endgültiger Bruch) antwortete auf der Synode von Brixen am 25.6.1080 mit der Nominierung des angesehenen Ebf. Wibert von Ravenna zum Gegenpapst (Clemens III., 10841100). G. blieb unerbittlich, doch ohne starke Bundesgenossen. Heinrich eroberte 1083/84 Rom und ließ sich von Clemens III. Ostern 1084 zum Kaiser krönen. G., in der Engelsburg eingeschlossen, wurde zwar Ende Mai 1084 vom Normannen-Hzg. Robert Guiscard be- freit, mußte aber nach der normann. Plünderung Rom verlassen und starb als Gestürzter und Verbannter in Salerno. Reich und Kirche blieben in schwerer Verstörung. Einigen Erfolg hatten G.s Bemü- hungen um Spanien (Einführung der röm. Liturgie ). Der Pontifikat entschied trotz unmittelbaren Scheiterns den Sieg der «Gregorian. Reform» (v. a . durch geschicktes Handeln von Papst Urban II., 10881099). Im unbeugsamen Kampf um eine rel. bestimmte ird. Ordnung, konzentriert um den Nachfolger Petri (der ab jetzt zunehmend «Vicarius Christi» genannt wird), ist G. ein wesentl. Mitgestalter der hochma. Welt und seine Regierung ein epochaler Höhe- und Wendepunkt in der Geschichte des Papsttums. Aller- dings drangen im Kampf gegen weltl. Gewalten bald cht-, Rechts- und Finanzdenken in die Kirchenleitung ein. : Gregor (Vlll.) ( 8.3.1118 - April 1121) ( Gregory VIII (1118-1140) ), vorher Mauritius (Burdi- nus), aus Landadel Südfrankreichs oder Burgunds, wo der Fami- lienname Bourdin verbreitet ist (deshalb keineswegs notwendige Ableitung von lat. burdinus = kleiner Esel); wahrscheinl. clunia- zens. Mönch im Kloster Saint-Martial in Limoges, von Ebf. Bern- hard von Toledo nach Spanien zum Aufbau der Hierarchie in der Reconquista gerufen, Archidiakon in Toledo, 1099 Bf. von Coim- bra, nach einer Pilgerfahrt ins Hl. Land 1109 zum Ebf. von Braga ernannt (empfing im Sommer 1109 persönl. das Pallium von Pascha- lis II.). G. war hochgebildet, diplomat. erfahren und reformeifrig in cluniazens. Spiritualität . Im Jurisdiktionsstreit mit seinem früheren Protektor Bernhard von Toledo von diesem 1113/14 suspendiert, ging er nach Rom , wo Paschalis II. am 3.11.1114 für ihn entschied. Im Rechtsstreit mit dem Papst ging er schließl. zu Ks. Heinrich V. über, den er als ranghöchster anwesender Hierarch in der röm. Pe- terskirche am 25.3.1117 ( Ostern ) festlich krönte. Daraufhin wurde er vom Papst auf der Synode von Benevent (April 1117) exkommu- niziert und abgesetzt, nach dem Tod Paschalis II. aber vom Kaiser (mit Unterstützung röm. Aristokratie und bed. Juristen von Bologna ) gegen Gelasius II. am 8.3.1118 als G. VIII. proklamiert und inthronisiert. Gelasius II., gewählt am 2 .1.1118 und erst am 9./10.3.1118 in seiner Vaterstadt Gaeta zum Priester und Bischof ge- weiht, verweigerte die Rückkehr nach Rom und verhängte am 7. .1118 in Capua die Exkommunikation über den Kaiser und sei- nen Papst . Um die Beilegung des Investiturstreites im Reich zu er- reichen, ließ der Kaiser G. schließl. fallen. G. zog sich nach Sutri zu- rück, wurde dort durch normann. Truppen unter Führung des Kard. Johannes von Crema im April 1121 gefangen, an Papst Calix- tus II. ausgeliefert, am 23. .1121 im Schandzug (als «kleiner Esel» verspottet) durch die Straßen Roms geführt und dann bis zum Tod im normann. Süditalien in Klosterhaft gehalten. Im Aug. 1137 war G. im Kloster La Cava bei Salerno noch am Leben . Gregor Vlll. (21.10. – 17.12.1187) ( Gregory VIII (1187) ), vorher Albertus de Morra, – An- fang 12. Jh. Benevent; Chorherr, durch Hadrian IV. 1155/56 Kard., unter Alexander III . mehrfach Legat, 1178 Kanzler der röm. Kirche . Die hoffnungsvollen Ansätze seiner Regierung ( Aussöhnung mit den Staufern; Kurienreform ; allgem. Befriedung zur Vorbereitung eines K seinen frühen Tod zunichte gemacht. Gregor IX. (19.3.1227 – 22.8.1241) ( Gregory IX (1227-1241) ), vorher Ugo (Ugolino) Graf von Segni, · kurz vor 1170 Anagni , Verwandter Innocenz III.; 1206 Kard.-Bf. von Ostia, mehrfach Legat, förderte schon als Kard. ent- schieden neue Orden (v. a . Franziskaner und Dominikaner) und kirchl. Laienbewegungen. Sein Pontifikat war maßgebl. beherrscht von der Auseinandersetzung mit Ks. Friedrich II. G. bannte den Kaiser schon 1227 wegen des nicht rechtzeitig eingelösten Kreuz- zugsversprechens und (nach zeitweiligem Zusammenwirken: Friede von Ceprano, 1230) erneut 1239, als Friedrich die Macht der lom- bard. Städte zu brechen suchte und seinen Sohn Enzio zum Kg. von Sardinien erhob. In G. verbanden sich rel. Eifer und härteste Macht- politik miteinander. Er förderte die Mission , veröffentlichte Dekre- talen (die als «Liber Extra» in das «Corpus Iuris Can [Kirchenrecht] eingingen) und organisierte die Inquisition . Gregor X. ( 1.9.1271 – 10.1.1276) ( Blessed Gregory X (1271-1276) ), sel., vorher Tedaldo Visconti, c um 1210 Piacenza, Arezzo ; Archidiakon in Lüttich, in Viterbo nach dreijähr. Sedisvakanz gewählt, während er in Palästina weilte, 19.3.1272 Priesterweihe, 27.3.1272 Bischofsweihe und Krönung in Rom . Sein Hauptanliegen war die Befreiung des Hl. Landes. Das Konzil von Lyon 1274, das auch die Kirchenreform behandelte, die Papstwahl neu ordnete und die (polit. bedingte, daher unwirksame) Griechenunion brachte, galt v. a . der Kreuzzugsvorbereitung. G. wirkte im dt. Interregnum für die Wahl Rudolfs I. (1273), in dem er Rückhalt gegen die Herrschaft der Anjou und eine Führungsgestalt im geplanten Kreuzzug der befriedeten christl. Mächte suchte. Gregor XI. (30.12.1370 – 27.3.1378) ( Gregory XI (1370-1378) ), vorher Pierre Roger (de Beau- fort), c 1329 Roisiers-dEgletons (Dep. Correze), Rom , S. Maria Nuova; umfassend gebildet, 1348 durch seinen Onkel Papst Cle- mens VI. Kard. Als Papst (in Avignon ) verurteilte er 18 Sätze John Wyclifs und vermittelte Frieden zw. Ks. Karl IV. und Kg. Ludwig von Ungarn . Seine Kirchenstaatspolitik sollte die Rückführung der Kurie vorbereiten. Am 13.9.1376 verließ G. Avignon und zog am 17.1.1377 in Rom ein. Damit war das «Exil» in Avignon zu Ende . Durch mangelnde Kurienreform und 21 (meist frz.) Kardinals- ernennungen das Große Abendländ. ernennungen Schisma aus. Gregor Xll. (30.11.1406 – 4.7.1415 [Resignation]) ( Gregory XII (1406-1415) ), vorher Angelo Correr, · um 1325 Venedig , 18.10.1417 Recanati, dort im Dom; 1390 lat. Patr. von Konstantinopel, 1405 Kard., im Abendländ. Schisma als Nachfolger Innocenz VI. zum Papst der röm. Ob- ödienz gewählt, mit dem Versprechen, zusammen mit Bene- dikt XIII. (Pedro de Luna, Avignon ) abzudanken, wozu es aber nicht kam. Nach dem Abfall seiner Kardinäle, seiner Absetzung durch das Konzil von Pisa 1409 und dem Verlust seiner meisten Anhänger ließ er auf dem Konzil von Konstanz seinen Rücktritt er- klären. G. wurde zum Kard.-Bf. von Porto und Legaten der Mark Ancona ernannt. Gregor Xlll. (13.5.1572 – 10.4.1585) ( Gregory XIII (1572-1585) ), vorher Ugo Boncompagni, der Univ. Bologna , in kurialem Dienst ( auch auf dem Konzil von Trient ), 1565 der Univ. Bologna , in kurialem Dienst ( auch auf dem Konzil von Trient ), 1565 Kard. und Legat in Spanien. G. förderte entschieden die inner- kirchl. kath. Erneuerung und die Gegenreformation , auch mit har- ten und gelegentl. zweifelhaften Mitteln, bes. erfolgreich war er in Polen und in den (span.) Niederlanden. G. unterstützte den Kampf Heinrichs III. gegen die Hugenotten und ließ 1572 die frz. «Bar- tholomäusnacht» (Ermordung Tausender Hugenotten ) in Rom öffentl. feiern (war aber an der Vorbereitung des Mordens nicht be- teiligt). Er förderte den Aufstand der Iren und die span. Rüstungen gegen Elisabeth I. von England, doch mißlangen die kath. Restau- ration in Schweden, Unionspläne mit Rußland (unter Iwan IV. dem Schrecklichen) und eine Liga gegen die Türken. Besondere Auf- merksamkeit widmete G. den dt. Angelegenheiten («deutsche» Kard.-Kongregation 1573; neue ständige Nuntiaturen in Köln, Graz und Luzern; Erhaltung Kurkölns für die kath. Kirche beim Abfall des Ebf. Gebhard III. Truchseß von Waldburg 1583, damit Erhaltung der schwer gefährdeten Reichskirche in Niederdeutsch- land und Sicherung des kath. Kaisertums). Als großer Freund der Wissenschaft , der kirchl. Erziehung und der Jesuiten half G. ent- scheidend bei der Gründung von Seminarien in allen Ländern und der Errichtung vieler Nationalkollegien in Rom mit (u. a . reiche Dotation des Germanicums). Er förderte v. a . die Jesuitenmission in Indien und Japan. In Ausführung der tridentin. Dekrete veranlaßte er eine amtl. Ausgabe des «Corpus Iuris Canonici» ( Kirchenrecht ) und die Reform des Julian. Kalenders (Gregorian. Kalender, 1582). Daneben reorganisierte er die Indexkongrega tion und baute das Collegium Romanum zur Gregoriana aus. Der gewaltige Aufwand zerrüttete die Finanzen, schuf Unruhen und ließ unter der nach- sichtigen Regierung der letzten Regierungsjahre Banditenplage und allgemeine Unsicherheit im Kirchenstaat wachsen; die Wieder- herstellung der Ordnung blieb als vordringl. Aufgabe dem Nach- folger Sixtus V. Gregor XIV. (5.12.1590 - 16.10.1591) ( Gregory XIV (1590-1591) ), vorher Niccolo Sfondrati, · 11.2.1535 Somma Lombardo (Prov. Varese); 1560 Bf. von Cre- mona, 1583 Kard. Der sittenreine, aber stets kränkl. Papst überließ die Geschäfte seinem ungeeigneten Kard.-Nepoten Paolo Camillo Sfondrati, der im Schlepptau Spaniens (Kg. Philipp 1 e unglückl. antifrz. Politik (gegen Kg. Heinrich 1V.) betrieb . Gregor XV. (9.2.1621 – 8.7.1623) ( Gregory XV (1621-1623) ), vorher Alessandro Ludovisi, : 9.1.1554 Bologna , aus der Grafenfamilie Ludovisi; 1612 Ebf. von Bologna , 1616 Kard. G. war als Papst bereits alt und kränklich und überließ die Geschäfte seinem hochbegabten Kard.-Nepoten Ludovico Ludovisi. Innerkirchl. Reform und aktive Gegenreformation wurden mit großem Nachdruck und Erfolg betrieben: er zentra- lisierte die kath. Weltmission durch Errichtung der Propagandakongregation (1622), förderte die Rekatholisierung Böhmens nach der Schlacht am Weißen Berg vor Prag (1620) und leistete diplomat. sowie erhebl. finanzielle Unterstützung Ks. Ferdinands II. und des Ligaführers Maximilian I. von Bayern, der G. die Bibliotheca Pala- tina (von Pfalz-Heidelberg) schenkte. Der Pontifikat bildete in den Anfängen des s einen Höhepunkt der Gegen- reformation . Gregor XVI. (2.2.1831 – 1.6.1846) ( Gregory XVI (1831-1846) ), vorher Bartolomeo Alberto Cap- pellari, – 18.9.1765 Belluno; 1783 Kamaldulenser (Fra Mauro), 1823 Ordensgeneral, 1826 Kard., er wurde durch österr. Einfluß zum Papst gewählt (Metternich, der aber durchgreifende Reformen im Kirchenstaat anmahnte). G. war liebenswürdig und anspruchslos, polit. unerfahren, er blieb ein weltfremder Mönch, der von Wunschbildern ma. Kirchenmacht, wie sie sich in seinem Werk «Der Tri- umph des Hl. Stuhles und der Kirche» (1799) aussprechen, gepr ägt war. Unterstützt von äußerst reaktionären Kard.-Staatssekretären, unterblieb die von den Großmächten dringend empfohlene Reform des zerbrechenden Kirchenstaates. «Neuerungen» in Welt und Kir- che wurden verworfen, so die nationale Einigungsbewegung Ita- liens (Risorgimento), die Freiheitsforderungen des Liberalismus ( Enzyklika «Mirari vos», 15.8.1832: gegen Indifferentismus, für Gewissens- und Pressefreiheit und Trennung von Kirche und Staat ), der bisher gefeierte Lamennais, der Fideismus Bautins und G. Her- mes in Bonn. G. bekämpfte jedes Staats- und Nationalkirchentum, trat im Streit um konfessionelle «Mischehen» für kath. Grundsätze ein («Kölner Wirren», 1837/38) und bahnte die Vorherr der «röm. Theologie» (Neuscholastik) in der kath. Kirche an. Die Päpste von H View attachment 2174 Hadrian I. (9.2.772 – 25.12.795) ( Hadrian (855) ), aus röm. Adel ; rief in der Lango- bardennot den Franken-Kg. Karl den Großen gegen den Lango- barden-Kg. Desiderius zu Hilfe. Die fortschreitende Lösung von Ostrom äußerte sich in der Datierung päpstl. Urkunden nach Pon- tifikats- statt nach Kaiserjahren und Münzprägungen mit eigenem Bild . Die Trennung setzte sich fort, obwohl H. in der strittigen Frage der Bilderverehrung dem Osten zuneigte, während sich Karl auf dem Frankfurter Konzil (794) zum Verteidiger des angebl. be- drohten rechten Glaubens machte. Die «Libri Carolini» hat H. nicht sanktioniert, geriet aber in wachsende Abhängigkeit vom Franken-Kg. Hadrian II. (14.12.867 Nov./Dez. 872), c 792 ( Hadrian (Adrian) II (867-872) ), adeliger Römer. Mit der fortschreitenden Zerrüttung des Karolingerreiches begann der Niedergang des Papsttums. H. konnte sich in der Scheidungsaffäre Kg. Lothars II. und gegen Ebf. Hinkmar von Reims nicht durchset- zen und auch die Eingliederung der jungen Kirche Bulgariens in das Patriarchat Konstantinopel nicht verhindern. Im Streit der Patriarchen Ignatios und Photios von Konstantinopel verdammte eine röm. Synode 869 Photios, ebenso das Konzil von Konstantinopel 869/70. Die von den Slawenlehrern Cyrillus und Methodius missionierten Gebiete blieben der lat. Kirche erhalten; H. gestattete die slaw. Sprache in der Liturgie und wius zum Ebf. von Sirmium (Pannonien und Mähren). Hadrian III. (17.5.884 - Mitte Sept. 885) (St. Adrian III ( Hadrian III) (884-885) ), hl., röm. Herkunft. Er starb auf der Reise nach Deutschland (bei Modena), wohin er von Ks. Karl III. gerufen worden war, um Bistümer zu besetzen und die Nachfolge des illegitimen Kaisersohnes zu decken. Hadrian IV. (4.12.1154 – 1.9.1159) ( Hadrian (Adrian) IV (1154-1159) ), vorher Nikolaus Breakspear, : 1110 – 1120 Langley (Hertford), Anagni , Rom , St. Peter, einzi- ger engl. Papst ; Chorherr, 1149 Kard.-Bf. von Ostia, organisierte rr50/53 die Kirche Norwegens (Kirchenprov. Nidaros/Trondheim) und reformierte die schwed. Kirche . H. war sehr auf die Festigung und reformierte die schwed. Kirche . H. war sehr auf die Festigung der geistl.-weltl. Macht des Papsttums bedacht; er krönte Friedrich I. Barbarossa zum Kaiser. Friedrichs Auffassung von einem starken, sakralen Kaisertum führte zum Konflikt mit H. (Verbin- dung H.s mit den Normannen Unteritaliens; ein heftiger Zu- sammenstoß erfolgte auf dem Reichstag von Besan;on 1157, als der Kard.-Legat Roland nach der Übersetzung Rainalds von Dassel das Kaisertum ein päpstl. Lehen nannte). Auf Vorstellungen der Reichs- bischöfe lenkte H. ein, verband sich aber mit den kaiserfeindl. Städ- ten, als Friedrich zu Roncaglia (bei Piacenza) 1158 die Reichsrechte in Oberitalien erneuerte. Hadrian V. (11.7. – 18.8.1276) ( Hadrian (Adrian) V (1276) ), vorher Ottobono Fieschi, aus genues. Adel , Neffe Innocenz IV., Viterbo, Dom (prachtvolles Grabmal von Arnolfo di Cambio ); als Kard.-Diakon (seit 1251) sehr einfluß- reich an der Kurie , 12651268 erfolgreicher Legat in England (Frie- densvermittlung zw. Kg. Heinrich III. und den Baronen). Als Papst setzte er mündl. die strenge Konklaveordnung Gregors X. außer Kraft . Er ging schwer fieberkrank nach Viterbo, w Priester- und Bischofsweihe und vor der Krönung starb. Hadrian VI. (9.1.1522 – 14.9.1523) ( Adrian VI (1522-1523) ), vorher Adrian Florensz, c 2.3.1459 Utrecht, Zimmermannssohn, Rom , S. Maria dell Anima , letzter nichtit. Papst vor dem Polen Johannes Paul II .; Erzieher und Ratgeber des späteren Ks. Karl V., 1516 Bf. von Tortosa (Spanien), 1516 Kard., 1520 1522 Statthalter Karls in Spanien. H. war eine gelehrte, sittenstrenge Persönlichkeit. Er strebte nach durchgreifender Kir- chenreform, um der lutherischen Reformation in Deutschland ent- gegenzuwirken. Sein Vermittlungsversuch zw. Karl V. und Franz I. von Frankreich führte zum polit. Bruch mit Frankreich . Die kurze Regierungszeit ließ auf ihn gesetzte Hoffnungen nicht in Erfüllung gehen. Hilarius (19.11.461 – 29.2.468) ( St. Hilarius (461-468) ), hl., c Sardinien, Krypta S. Lorenzo fuori le mura; unter Leo I ., der sein Vorbild blieb, röm. Archidia- kon, 449 Legat auf der «Räubersynode» von Ephesus , wo er ent-schieden für Patr. Flavian eintrat und fliehen mußte. H. war cha- rakterstark und energisch, klug und maßvoll in der Vertretung des röm. Vorranges, z. B. in Jurisdiktionsstreitigkeiten der Kirchen Galliens und Spaniens. Die Friedenszeit (nach der vandal. Plünderung liens und Spaniens. Die Friedenszeit (nach der vandal. Plünderung Roms 455) nutzte H. zu reichen Schenkungen an röm. Kirchen und Klöster , so errichtete er bei S. Lorenzo fuori le mura ein Kloster und beim Baptisterium des Laterans drei prächtige Kapellen. ·Hippolyt (217? – 235), hl., · vor 170 ( St. Callistus I (217-222) ), vielleicht im Osten des Röm. Reichs; spätestens unter Papst Zephyrinus Presbyter in Rom , ob er in den christolog. Streitigkeiten unter Papst Calixtus I. (217? – 222) zum röm. Gegenbischof gewählt wurde, ist nicht gesichert. H. trat als bed. Kirchenschriftsteller hervor. Sein literar. uvre (in gr. Sprache , weitgehend verloren) ist vermutl. zw. 200 und 235 in Rom ent- standen. Sein größtenteils überlieferter Kommentar zu Daniel gilt als die älteste erhaltene exeget. Schrift der Kirche . Honorius I. (625 – 638) ( Honorius I (625-638) ), aus hohem Adel Kampaniens, Schüler Gre- gors I., der ihm Vorbild blieb; als Papst tüchtig in weltl. und geistl. Verwaltung . An ihm haftet der Makel des Versagens in den christo- log. Kämpfen seiner Zeit , besonders im Streit , ob der aus zwei Naturen bestehende Gottmensch Christus alles mit einer gott- menschl. «Energie» (Monenergismus) bzw. mit einem Willen ( Monotheletismus ) gewirkt habe. H. sprach sich in zwei Briefen für den einen Willen in Christus aus und wurde deshalb auf dem 6. Ökum. Konzil (Konstantinopel 681) als Urheber der monothelet. Häresie verurteilt. Papst Leo II . (682/83) schloß sich der Verur- teilung an. Bis ins 11. Jh. wurde H. in Rom unter den Häretikern aufgeführt. Aus diesem Sachverhalt erwuchs die «Honoriusfrage» (Causa Honorii), ob ein Papst in einer wichtigen Glaubensfrage irren könne. Die Frage wurde in der Unfeh kussion des 1. Vat. Konzils 1869/70 erneut aufgegriffen. · Honorius (II.) , Gegenpapst (28.10.1061 – 31.5.1064) ( Honorius (1061) ), vorher Cada- lus von Parma, · 1oo9/1o bei Verona, aus vornehmer Veroneser Familie , Parma; 1o45 Bf. von Parma, ließ sich von dt. und lombard. Bischöfen im Einvernehmen mit dem Königshof gegen Alexan- der II. zum Papst erheben, fand aber wenig Unterstützung. H. wurde nicht inthronisiert und auf der Synode von Mantua im Mai 1o64 preisgegeben, er hielt aber seine Ansprüche aufrecht und blieb bis zum Tod 1o71/72 Bf. von Parma. Honorius II. (21.12.1124 – 13.2.1130) ( Honorius II (1124-1130) ), vorher Lambert, aus einfacher Familie in Fiagnano (bei Imola); Regularkanoniker, 1117 Kard.-Bf. von Ostia, mit Gelasius II. in Frankreich , machte sich als sein Bera- ter und Legat um den Abschluß des Wormser Konkordats 1122 ver- dient, das den Investiturstreit im Reich beendete. H. wurde gegen den schon gewählten, aber noch nicht inthronisierten :Cölestin II. am 16.12.1124 auf Betreiben des Kanzlers Haimerich und der mäch- tigen Frangipani erhoben und am 21.12. inthronisiert. H. unterstützte den Röm. Kg. Lothar von Sachsen gegen den Staufer Konrad (III.), den er bannte. Auch mit Frankreich und England erzielte er Einvernehmen, mußte aber 1128 Roger von Sizilien mit Apulien belehnen. 1126 bestätigte er den Pr ämonstratenserorden. Honorius III. (18.7.1216 – 18.3.1227) ( Honorius III (1216-1227) ), vorher Cencio Savelli, in Rom erzogen; Kanoniker und Kämmerer im Dienst der Kurie (Verfas- ser des «Liber censuum», 1192), 1193 Kard., 1194 – 1198 auch Leiter der päpstl. Kanzlei. Als Papst setzte er die Politik Innocenz III. ausgleichend fort, erstrebte den Ausgleich FrankreichEngland und das Zusammenwirken von Papsttum und Kaisertum , um den auf dem 4. Laterankonzil 1215 beschlossenen Kreuzzug zu ermög- lichen. Deshalb krönte er auch trotz mancher Belastungen den Staufer Friedrich II. (1220). H. bestätigte die neuen Orden der Dominikaner (1216), Franziskaner (1223) und Karmeliten (1226) und gab ein eraus («Compilatio quinta», gab ei 1226). Honorius IV. (2.1.1285 – 3.1.1287) ( Honorius IV (1285-1287) ), vorher Jacobus Savelli, Großneffe Honorius III., c 1210 Rom ; Studium in Paris, 1261 Kard. H. war bei seiner Wahl (in Perugia) bereits sehr gebrechlich, aber noch gei- stesklar und willensstark. Er kämpfte für die päpstl. Lehenshoheit über Sizilien gegen Peter von Arag6n und unterstützte die Anjou in Neapel. Mit dem dt. Kg. Rudolf I. kam es zu weitgehender Eini- gung, doch begegnete der päpstl. Legat auf dem Nationalkonzil zu Würzburg (März 1287) schärfstem Widerstand der Reichsbischöfe, bes. der Kurfürsten: außer hohen Geldforderungen fürchtete man Rudolfs Erbreichspläne. Hormisdas (20.7.511 – 6.8.523) ( St. Hormisdas (514-523) ), hl., c Frosinone (Kampanien); unter Papst Symmachus röm. Diakon ; in den theol. Streitigkeiten er- reichte H., auch im Osten hochangesehen, 519 die Beilegung des reichte H., auch im Osten hochangesehen, 519 die Beilegung des Akakian. Schismas. Die in Konstantinopel schließl. unterschriebene «Hormisdas-Formel» setzte die Lehre des Konzils von Chalkedon (451) unter Betonung des päpstl. Primats durch. Hyginus (136/38? – 140/42?) ( St. Hyginus (136-140) ), hl. Nach der röm. Bischofsliste des Ire- näus von Lyon war er der 8. Nachfolger des Petrus . In r Zeit kamen die Gnostiker Kerdon und Valentinus nach Rom . Die Päpste von I View attachment 2175 lnnocenz l. (21.12.402 – 12.3.417) ( St. Innocent I (401-417) ), hl., · Alba bei Rom als Sohn (so Hieronymus) seines Vorgängers Anastasius I. Der Pontifikat war vom Niedergang des weström. Reiches gezeichnet (Eroberung und Plünderung Roms durch den Westgoten-Kg. Alarich 410). Im äuße- ren Unglück arbeitete I., neben Siricius, Leo I . und Gelasius I. der markanteste Papst des 4./5. Jh., zielbewußt am Ausbau des röm. Primats, wobei er die röm. Vorstellungen erweiterte und erstmals voll umriß. Er forderte u. a . die Ausrichtung der abendl änd. Kirchendis- ziplin am röm. Vorbild, beanspruchte die oberste Lehrentscheidung und wurde (in Spannung zu Konstantinopel) der eigentl. Gründer des päpstl. Vikariats von Thessalonike. lnnocenz ll. (14.2.1130 – 24.9.1143) ( Innocent II (1130-1143) ), Römer, vorher Gregor (Papare- schi). Formal unrechtmäßig von der Kard.-Minderheit gegen Ana- klet II. gewählt, floh I. nach Frankreich und konnte sich dank der Beziehungen seiner Wähler zu den spiritualist. Reformkreisen so- wie durch die Agitation Bernhards von Clairvaux durchsetzen. Von Kg. Lothar III. nach Rom zurückgeführt (Kaiserkrönung 1133), mußte I. nach Abzug des Kaisers erneut fliehen. Nach dem Tod Anaklets II. 1138) beendete das 2. Laterankonzil 1139 endgültig das Schisma . ·Innocenz (III.), Gegenpapst (29.9.1179 - Jan. 1180), vorher Lando von Sezze (Landus Sitinus); Kard. durch den Gegenpapst Victor IV., vornehml. von dessen Verwandten nach der Unterwerfung des Gegenpapstes Calixtus III. erhoben. Von seinen wenigen Anhän- gern verlassen, fiel er im Jan. 1180 in die Hand Alexanders III. und wurde auf Lebenszeit im K haftiert. Damit war das Schisma von 1159 beendet. Innocenz III. (8.1.1198 – 16.7.1216) ( Innocent III (1198-1216) ), vorher Lothar Graf von Segni, · 1160/61 bei Segni, Perugia, Dom, seit 1891 Rom , Lateranbasi- lika. Studien in Paris und Bologna , 1190 Kard.-Diakon. Erfüllt von der Vorstellung des Christusvikariats, erstrebte I. die Unabhängigkeit der päpstl. Hauptstadt Rom und des unter ihm beträchtl. er- weiterten Kirchenstaates, die Oberhoheit über das normann.-stauf. Kgr. Sizilien und die Sicherung der Christenheit gegen Ketzer ( Katharer und Albigenser ; Waldenser ) und Heiden. Im umgeleite- ten 4. Kreuzzug (anfängl. scharf verurteilt) sah er in der Eroberung Konstantinopels und der Errichtung des Lat. Kaiserreiches (1204) irrtüml. eine Möglichkeit der Union mit dem christl. Osten . Im dt. Thronstreit zw. Staufern und Welfen (Doppelwahl 1198) handelte er zugunsten des Welfen Otto IV. von Braunschweig, mußte aber 1208 mit dem Staufer Philipp von Schwaben Frieden schließen. Nach dessen Ermordung krönte er Otto zum Kaiser, bannte ihn jedoch beim Angriff auf Sizilien und bemühte sich um die Wahl des jungen Staufers Friedrich II., der versprach, Sizilien als päpstl. Lehen zu respektieren. Auch Kg. Johann I. Ohneland stellte sein engl.-ir. Reich unter päpstl. Lehenshoheit. Innerkirchl. zeigte sich die päpstl. Füh- rerstellung durch zahlreiche berühmte Rechtsentscheide, durch Reform der Kurie sowie des Welt- und Ordensklerus und durch Einführung der Inquisition . Bes. förderte I. die innerkirchl. Ar- mutsbewegung und neue Orden , v. a . die beiden großen Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. H lang sei- nes Pontifikates wurde das glanzvolle zil (1215). lnnocenz lV. (25.6.1243 – 7.12.1254) ( Innocent IV (1243-1254) ), vorher Sinibald Fieschi, aus ge- nues. Adel , – um 1195 Genua, Neapel; Studium der Rechte und Lehrer des Kirchenrechts an der Univ. Bologna , hervorragender Jurist, 1227 Kard. Die Pontifikate nach dem Tod Innocenz III. Ho- norius III. (12161227), Gregor IX. (12271241) waren von der Auseinandersetzung mit Ks. Friedrich II. und allen Staufern überschattet. Hauptziel der päpstl. Politik war es, den stark ausgebauten Kirchenstaat zu sichern und seine Umklammerung zu verhindern oder zu sprengen. Deshalb kämpften sie gegen die stauf. Verbindung Siziliens mit dem dt. Königtum, gegen die Wiederherstellung der Reichsrechte in Oberitalien und stimmten die päpstl. Politik mit dem Lombard. Bund ab . 1239 hatte Gregor IX. Ks. Friedrich II. er- neut gebannt und ihn als Vorläufer des Antichrist geschmäht. Nun begann der Endkampf des Papsttums mit den Staufern, der sich bald zum erbarmungslosen Vernichtungskampf gegen das gesamte stauf. Haus steigerte. Der Pontifikat I. war völlig von diesem harten, rücksichtslosen Kampf geprägt. Mit seinem kanonist. Hauptwerk («Apparatus in quinque libros decretalium ») bahnte I. dem Papsttum den Weg zur freien Verfügung über das ganze positive Kirchenrecht . Die Ketzerinquisition wurde durch Einführung der Folter ausge- baut (1252). I. örderte die Ostmission durch Dominikaner und Franziskaner und suchte den Mongolenherrscher zu bekehren, um gemeinsam mit ihm gegen den Islam vorzugehen, er scheiterte aber wie seine gesamte byz. und Orient-Politik. I. floh im Sommer 1244 nach Lyon, wo 1245 unter seinem Vorsitz das 13. Allgem. Konzil stattfand. Das eigentl. Thema war das Gericht über Friedrich II., dessen Absetzung I. am 17.7. unter maßlosen Beschuldigungen aus- sprach. Damit war das altdt. Kaisertum ins Mark getroffen. Aber bald sollte sich zeigen, daß dem Untergang des stauf. Hauses der Nieder- gang der abendlä nd. Geltung des Papsttums auf dem Fuß folgte: Kai- sertum und Papsttum hatten entscheidend an Ansehen eingebüßt. lnnocenz V. (21.1. – 22.6.1276) ( Blessed Innocent V (1276) ), sel., vorher Petrus von Tarantaise, · um 1125 Champagnie (Savoyen); Dominikaner, verfaßte philo- soph.-theol. Werke und zusammen mit Albertus Magnus und Thomas von Aquin die Studienordnung seines Ordens. Seine Haupt- aufgabe als Papst sah er in Unionsverhandlungen mit Byzanz. lnnocenz Vl. (18.12.1352 – 12.9.1362, Avignon ) ( Innocent VI (1353-1362) ), vorher Etienne Aubert, · Monts bei Beyssac (Limousin); Prof. des Zivilrechts in Toulouse, Bf. von Noyon und Clermont, 1342 Kard., 1352 Kard.-Bf. von Ostia. Zur Wahl ( Avignon ) stellten die Kardinäle erstmals eine Wahlkapitulation auf, I. erklärte sie 1353 für nichtig, drang auf innerkirchl. Reformen und ließ die Inquisition streng gegen Spiritu- alen und Fratizellen vorgehen. Er dachte an Rückkehr nach Rom und zwang den Kirchenstaat durch Kard. Albornoz (mit großer Härte) zum Gehorsam, in Rom wurde Cola di Rienzo beigezogen. I. ließ Karl IV. 1355 in Ro und schwieg zur I. ließ Karl IV. 1355 in R Goldenen Bulle von 1356. Innocenz VII. (17.10.1404 – 6.11.1406) ( Innocent VII (1404-1406) ), im Großen Abendländ. Schisma Papst der röm. Obödienz, vorher Cosma de Migliorati, · um 1336 Sulmona, Rom ; nach Rechtsstudien Prof. in Perugia und Padua, 1387 Ebf. von Ravenna, 1389 von Bologna und Kard., Legat Urbans VI. Obwohl sich I. vor der Wahl eidlich verpflichtet hatte, alles zur Beendigung des Schismas zu tun, nötigenfalls auch abzudanken, lehnte er die Einigungsvorschläge Benedikts XIII. (Pedro de Luna) ab . Nach seiner Flucht nach Viterbo mußte er die Herrschaft in Rom Kg. Ladislaus von Neapel überlassen und konnte erst im Sommer 1406 zurückkehren. Innocenz VIII. (29.8.1484 – 25.7.1492) ( Innocent VIII (1484-1492 ), vorher Giovanni Battista Cibo, · 1432 Genua; 1467 Bf., 1473 Kard. I. war weder moral . noch polit. seinem Amt gewachsen. Er verkannte die Dringlichkeit der Reform in Kirchenstaat und Gesamtkirche, an der Kurie herrschte Korruption. Die unheilvolle Hexenbulle «Summis desiderantes» vom 5.12.1484 förderte Hexenwahn und Hexenprozesse. Innocenz IX . (29.10. – 30.12.1591) ( Innocent IX (1591) ), vorher Giovanni Antonio Fac- chinetti, · 20.7.1519 Bologna ; nach jurist. Studium in kurialen Dien- sten, Bf. von Nicastro, 1562 auf dem Konzil von Trient , Nuntius in Venedig , 1583 Kard. Der schon vom Tod gezeichnete I. wurde ge- wählt, um Zeit zu gewinnen und die Lösung aus der drück en Abhängigkeit von Kg. Philipp II. von Spanien vorzubereiten. lnnocenz X. (15.9.1644 7.1.1655) ( Innocent X (1644-1655) ), vorher Giambattista Pamfili, · 6.5.1574 Rom ; nach jurist. Studium in Rom seit 1621 im diplo- mat. Dienst der Päpste, 1627/29 Kard. I. drängte den Einfluß der verhaßten Barberini ( Familie seines Vorgängers Urban VIII.) zurück, protestierte 1648 formal gegen die kath. Rechte verletzenden Bestimmungen des Westfäl. Friedens und verurteilte 1653 fünf Sätze des Cornelius Jansen ( Jansenismus ). Er förderte die Künste (u. a . Restaurierung der Lateranbasilika und Vollendung der Innenaus- stattung der Peterskirche). Zur Zwielichtigkeit seines Pontifikates trug seine einflußreiche, habgierige Schwägerin Olimpia Maidal- chini erheblich bei. lnnocenz Xl. (21.9.1676 – 12.8.1689) ( Blessed Innocent XI (1676-1689) ), sel., vorher Benedetto Ode- schalchi, · 19.5.1611 Como , Rom , St. Peter; 1645 Kard., 1646 Legat in Ferrara, 16501654 Bf. von Novara. Der hochgebildete, sitten- strenge I. verurteilte den Laxismus verschiedener Jesuiten und den Quietismus des M. de Molinos. Erfolgreich bemü hte er sich um ein Bündnis zur Türkenabwehr, so daß 1683 die Entsetzung Wiens und der Sieg am Kahlenberg gelang. Schwerste Kä mpfe hatte er mit dem rü cksichtslosen Absolutismus Ludwigs XIV. von Frankreich (u. a . Gallikan. Artikel; Streit um «Quartierfreiheit » in Rom ) zu bestehen; er mißbilligte die Hugenottenverfolgung nach Aufhebung des Edikts von Nantes 1685. I. war der hervorragendste Papst seines Jh. und vorbildl. in seinem Bemühen, die christl. Völker friedl. zu einigen. Reinheit der Absicht und des Charakters verschafften ihm auch bei Nichtkatholiken hohes Ansehen . Durch Widerstand Frankreichs und der Jesuiten wurde die Seligsprechung bis 1956 verzögert. Innocenz XII. ( 12.7.1691 – 27.9.1700) (I nnocent XII (1691-1700) ), vorher Antonio Pignatelli, · 13.3.1615 bei Spinazzola (Basilicata), Sohn des Fürsten von Miner- vino; seit Urban VIII. im (meist diplomat.) Dienst der Kurie , 1672 Bf. von Lecce, 1681 Kard., 1687 Ebf. von Neapel. Wie sein Vorbild Innocenz XI. war er streng geistl. gesinnt und reformeifrig. In den Gnadenstreitigkeiten wandte sich I. gegen Quietismus, Jansenismus und Probabilismus und traf scharfe Maßnahmen gegen Nepotismus und Wahlkapitulationen in der K s Span. Erbfol- und Wahlkapitulationen in der K gekriegs neigte er Frankreich zu. Innocenz XIII. (5.8.1721 – 7.3.1724) ( Innocent XIII (1721-1724) ), vorher Michelangelo dei Conti, : 13.5.1655 Poli bei Palestrina, Sohn des Hzg. von Poli; früh im päpstl. Dienst, 1706 Kard., Bf. von Osimo und Viterbo. Die kurze Regierung des kränkl. I. verlief ruhig. Er lehnte den Jansenismus ab und verlangte von den Jesuiten im Rit en Missionsgebieten) Beachtung der päpstl. Dekrete. Die Päpste von J Johanna, angebl. Päpstin. Nach einer im einzelnen stark divergie- renden Legende des 13. Jh. soll ein Mädchen aus Mainz (engl. Her-kunft) in Athen studiert und in Rom wegen seiner Gelehrsamkeit unter Verheimlichung des Geschlechts 855 ( Benedikt III.) die Papstwürde erlangt haben, nach zweijähr. Regierung während einer Prozession niedergekommen und an Ort und Stelle gestorben und begraben worden sein . Die Fabel wurde vom 13. Jh. bis Mitte des 16. Jh. meist geglaubt, gelegentl. bis ins 20. Jh. gegen das Papsttum verwendet. Den Kern der Legende bildeten u. a . wohl eine röm. Volkssage, anknüpfend an eine verstümmelte antike Statue, eine mißdeutete Inschrift und die Vermeidung einer für Prozessionen zu engen Gasse. Obwohl die Ungeschichtlichkeit längst erwiesen ist, wird die Fabel heute gelegentl. vom Feminismus aufgegriffen. Johannes 1. (13.8.52318.5.526), hl., aus Tuszien (Toscana); vorher röm. Diakon . Auf Befehl des Ostgoten-Kg. Theoderich sollte J. bei Ks. Justinus I. zugunsten der arian. Ostgoten Italiens vermitteln. Er kam als erster Papst nach Konstantinopel, wurde geehrt, konnte aber wenig erreichen. Theoderich nahm den Rückkehrenden un- gnädig auf und hielt ihn in Ravenna zurück, wo der altersschwache J. nach wenigen Tagen starb. «Kerkerhaft » oder «Martyrium» sind tendenziöse Legende. Mit Hilfe des Dionysius Exiguus führte J. die alexandrin. Ostertafel in der röm. Kirche ein, die sich dann im Westen durchsetzte. Johannes II. (2.1.5338.5.535), vorher Mercurius, röm. Presbyter; nahm als erster Papst (wegen des «heidnischen» Namens) eine Na- mensänderung vor. J. wurde nach langem, dem Tod Bonifatius II. folgendem Streit gewählt. Er billigte nachträgl. das Glaubensdekret Ks. Justinians I., wodurch der dogmat. Theopaschitenstreit beendet wurde. Johannes III. (17.7.56113.7.574), Römer vornehmer Herkunft. J. gelang die Wiedervereinigung der im Dreikapitelstreit getrennten Kirchen Mailands, Ravennas und einiger afrikan. Kirchen . Der nachrichtenarme Pontifikat war überschattet von Wirren nach dem Tod Ks. Justinians I. (565) und vom Eindringen der Langobarden nach Italien (seit 568). Johannes IV. (24.12.64012.10.642), aus Dalmatien; gewählt im Aug. 640, erst nach ksl. Bestätigung geweiht. J. hielt 641 eine röm. Aug. 640, erst nach ksl. Best ätigung geweiht. J. hielt 641 eine röm. Synode gegen den Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei), verteidigte die Rechtgläubigkeit Papst Honorius I. und versuchte, Christen aus slaw.-awar. Gefangenschaft loszukaufen. Johannes V. (23.7.6852.8.686), Syrer; röm. Archidiakon , als Dia- kon Mitglied der Legation Papst Agathos auf dem 6. Ökum. Konzil (Konstantinopel 680/81). J. erreichte die volle Unterwerfung der Bi- schöfe Sardiniens und erhielt Gunsterweise Ks. Justinians II. Johannes VI. (30.10.70111.1.705), Grieche. J. konnte sich im byz. Thronstreit ohne offenen Bruch mit dem Reich behaupten und ver- anlaßte den Langobarden-Hzg. Gisulf von Benevent, der in Kampa- nien plünderte, zur Umkehr. 704 verhandelte eine röm. Synode in Sachen Wilfrids von York. Johannes VII. ( 1.3.70518.10.707), Grieche vornehmer Herkunft, gebildet und kunstliebend. Er erbaute oder restaurierte mehrere röm. Kirchen und unterhielt gute Beziehungen zu den Langobar- den. · Johannes (VIII.), Gegenpapst (Jan. 844); röm. Diakon , bemäch- tigte sich nach dem Tod Gregors IV. des Laterans. Die Adelspartei wählte Sergius II er Strafe schützte und in ein Kloster verwies. Johannes VIII. (14.12.87216.12.882), Römer, Rom , St. Peter; röm. Archidiakon , energischer, wendiger Politiker. Die Regierung war vom Kampf gegen die Sarazenen (Ummauerung der Paulsbasi- lika; Flottenbau) und innenpolit. Gegner geprägt. J. krönte 875 Karl den Kahlen, 881 Karl III. zu Kaisern, ohne Hilfe gegen die sizilian. Sarazenen zu erhalten. J. schützte den Slawenmissionar Methodius im Streit mit der bayer. Kirche , empfing ihn 880 in Rom und er- laubte die slaw. Liturgie . Er suchte die päpstl. Jurisdiktion im Stil Nikolaus I. zu wahren, doch geriet das Papsttum fortschreitend in den Strudel mittelital. Adelskämpfe. J. starb wohl eines gewaltsa- men Todes. Johannes IX. (April 898 Mai 900; Daten unsicher), aus Tivoli. Johannes IX. (April 898 Mai 900; Daten unsicher), aus Tivoli. Nach dem Tod Theodors II. (Dez. 897) usurpierte Sergius von Caere, der spätere Papst Sergius III., den päpstl. Stuhl. Nach seiner Vertreibung ließ Ks. Lambert von Spoleto den würdigen Benedik- tinerabt Johannes von Tivoli erheben. Auf den Synoden von Rom und Ravenna 898 erneuerte J. die volle Rehabilitierung des Papstes Formosus. Lambert wurde als Kaiser anerkannt, die Kaiserkrönung Arnulfs für nichtig erklärt. Mit Lamberts Hilfe suchte J. nach den Wirren der letzten Pontifikate wieder Ordnung zu schaffen, auch die Papstwahl zu sichern. Der frühe Tod des jungen Kaisers am 15.10.898 (durch einen Jagdunfall) stürzte den Stuhl Petri in neues Unheil. Der Pontifikat J. wurde von Sergius III. nicht anerkannt. Johannes X. (März/April 914 Mai/Juni 928), vorher Johannes von Tossignano (Romagna); Bf. von Bologna , um 905914 Ebf. von Ravenna. Seine Wahl (gegen das Translationsverbot) verdankte J. der Familie des Adelsherrn Theophylakt, hinter der die spoletin.- tusz. Macht stand . J. einte die zersplitterten Kräfte Italiens in der schweren Sarazenennot, die durch die einbrechenden Ungarn ver- stärkt wurde. Der im Dez. 915 zum Kaiser gekrönte Berengar I. konnte den erwarteten Schutz nicht leisten. J. versuchte, die päpstl. Autorität in der ganzen Kirche zu wahren. Wegen seines Selbst än- digkeitsstrebens wurde er von Theophylakts skrupelloser Tochter Marozia ge arb gewaltsam Mitte 929 Marozia ge im Kerker. Johannes XI. (Febr./März 931 Dez. 935/Jan. 936), Sohn der röm. Stadtherrin Marozia und wahrscheinl. Papst Sergius III. Von seiner Mutter erhoben, blieb J. ohne wirkl. Macht . Nach der Vertreibung Kg. Hugos 932 warf Alberich II., der neue Herr Roms, seine Mutter Marozia und seinen Halbbruder (?) J. in den Kerker, wo dieser starb. Johannes XII. (16.12.95514.5.964), vorher Oktavian. Er war der Sohn des mächtigen röm. Stadtherrn Alberich II. ( 954), der ster- bend die röm. Großen am Petrusgrab hatte schwören lassen, nach dem Tod des regierenden Papstes Agapet II. Oktavian zu wählen. So wurde der ausschweifende 18jährige Papst (nach dem Beispiel Jo- hannes II., 535, änderte er als zweiter Papst seinen Geburtsnamen). Trotz seines skandalösen Wandels ergriff J. jede Gelegenheit, die Trotz seines skandalösen Wandels ergriff J. jede Gelegenheit, die päpstl. Autorität in der ganzen Kirche einzusetzen. Von J. und ande- ren gegen Kg. Berengar und dessen Sohn Adalbert gerufen, kam Ot- to I. der Große nach Rom und empfing am 2.2.962 die Kaiserkrone, die fortan mit dem dt. König verbunden blieb. Ks. Otto bestätigte am 13.2.962 Umfang und Rechte des Kirchenstaates, sicherte aber auch das Kaiserrecht bei der Papstwahl . Da J. bald eine kaiserfeindl. Politik verfolgte, kam Otto I. im Nov. 963 wieder nach Rom . J. floh mit dem Kirchenschatz; er lehnte es ab , sich auf der ksl. Synode in der Peterskirche (6.11.963) zu verantworten. Daraufhin setzte ihn die Synode am .12.963 wegen erwiesener Verbrechen ab und wählte Leo VIII. Nach Ottos Abzug konnte J. Anfang 96 nach Rom zurückkehren und sich mit wechselndem Erfolg bis zu seinem plötzl. Tod halten. Johannes XIII. (1.10.965 6.9.972), wohl Vetter Alberichs II. und Bruder des Crescentius de Theodora; Bf. von Narni. Nach dem Tod Leos VIII. ließ Ks. Otto I. J. wählen. Im Dez. 965 von aufständ. Rö- mern vertrieben, konnte J. Anfang 966 fliehen und erst im Nov. 966 zurückkehren. Er regierte, vom Kaiser geschützt, in engem Einver- nehmen mit Otto I., krönte Otto II. und dessen Gemahlin Theo- phanu und erhob 968 Magdeburg zum Erzbistum mit primatialen Rechten. Mit päpstl. Hilfe konnten die Cresc ntier ihre Machtstel- lung im Kirchenstaat entscheidend ausbauen. Johannes XIV. (Dez. 98320.8.984), vorher Petrus Carrepanova; Bf. von Pavia, Erzkanzler für Italien . Der würdige und reformfreund- liche J. wurde von Ks. Otto II. erhoben, dessen früher Tod (1.12.983) ihn seines Schützers beraubte. Der von Byzanz zurück- kehrende Gegenpapst Bonifatius (VII.) Franco usurpierte mit Hilfe des mächtigen Adelsgeschlechts der Crescentier wieder den päpstl. Stuhl und ließ Mitte April 984 J. in die Engelsburg werfen, wo dieser an Hunger oder Gift starb. Johannes XV. (Aug. 985 März 996), Sohn des röm. Presbyters Leo; durch den mächtigen Patricius Johannes Crescentius II. zum Papst erhoben. Trotz des Tiefstandes päpstl. Ansehens machte J. seine Autorität im Streit um das Ebtm. Reims und beim Friedens- schluß England-Normandie geltend. Unter J. Vorsitz sprach eine Lateransynode 993 Bf. Ulrich von Augsburg heilig (er weis- Lateransynode 993 Bf. Ulrich von Augsburg heilig (er bare durch einen Papst legitimierte Heiligsprechung). : Johannes XVI., Gegenpapst (Febr. 997 Mai 998), vorher Johan- nes Philagathos, Grieche aus Rossano (Kalabrien); hochgebildet und sprachengewandt, übte bei den Ottonen (Günstling der Ksn. Theophanu) großen Einfluß, bes. in der Verbindung nach Byzanz, 982 Abt von Nonantula, 988 Ebf. von Piacenza. Eben von der Brautwerbung für Otto III. aus Byzanz zurückgekehrt, ließ sich der ehrgeizige Mann von den mächtigen Crescentiern gegen den abwe- senden Gregor V. als Papst aufstellen. Sein Einfluß reichte kaum über Rom hinaus. Vor dem ksl. Strafgericht floh J. im Febr. 998 aus Rom , wurde aber gefangen, grausam verstümmelt und durch Ot- to II. nach schimpfl. Umzug eingesperrt. 1001 war er in einem röm. Kloster noch am Leben . Johannes XVII. (Juni [16.5.?] Dez. [6.11.?] 1003), vorher Sicco, Römer. Nach dem Tod Silvesters II. von dem Stadtherrn Crescen- tius (III.) erhoben und von diesem abhängig. Johannes XVIII. (25.12.1003 [Jan. 1004?] Juni [Juli?] 1009), vorher J. Fasanus, Römer; Kard.-Priester von St. Peter, wie Johannes XVII. von Crescentius (III.) erhoben und von diesem abhängig. Seine päpstl. Autorität bekundete er in der Wiederherstellung des Btm. Merseburg (1004), in der Bestätigung des von Kg. Heinrich II. – Merseburg (1004), in der Bestätigung des von Kg. Heinrich II. gründeten Btm. Bamberg und durch Schutz des Klosters Fleury. Johannes XIX. (April/Mai 102420.10.[?]1032), vorher Romanus , aus der Familie der Grafen von Tusculum. Nach dem Tod seines Bruders, Papst Benedikts VIII., als Laie erhoben, vereinigte J. die geistl. und weltl. Gewalt Roms in seiner Hand . In der Tradition der Tuskulaner hielt er gute Verbindung zu Ks. Konrad II., den er 1027 krönte. Abt Odilo von Cluny verbriefte er volle Exemtion. Johannes XX., in der Papstliste nicht enthalten. Die Lücke ent- stand , weil man vor Johannes XV. fälschl. einen weiteren Papst J. eingeschoben hatte. Nach Aufklärung des Irrtums gab man den Päpsten des 10./11. Jh. die ihnen zukommende Ordnungszahl, be- hielt aber für J. XXI. u äpste die von ihnen selbst gewählte Zählung bei. Johannes XXl. ( 8.9.127620.5.1277), vorher Petrus Juliani, genannt Petrus Hispanus, · 1210 /20 Lissabon, Viterbo; Philosoph, Theo- loge und Arzt , lehrte nach medizin. Studien in Salerno 12421252 Medizin in Siena; 1251 Dekan in Lissabon, 1273 Ebf. von Braga und Kard.-Bf. von Tusculum, Leibarzt Papst Gregors X. Der hochgebil- dete J. residierte als Papst in Viterbo, bemühte sich um die Vertie- fung der Union von 1274 mit Byzanz und um einen neuen Kreuz- zug. Der bed. Gelehrte ist eine r des Nominalismus in Philosophie und Theologie . Johannes XXII. (1.8.13164.12.1334), vorher Jacques Duese, ‚“ um 1244 Cahors, aus reicher Bürgerfamilie, Avignon ; nach guter ju- rist.-kanonist. Ausbildung 1300 Bf. von Frejus, 13081310 Kanzler Kg. Karls II. von Neapel, 1310 Bf. von Avignon , 1312 Kard. J. wurde nach dem Tod Clemens V., des ersten Avignon-Papstes, nach langer Sedisvakanz in Lyon gewählt. J. ging nach Avignon und baute dort den päpstl. Verwaltungsprimat in der Kirche voll aus. Die Verknüpfung der päpstl. Politik mit dem polit. Ziel der frz. Vor- machtstellung führte zum letzten großen Kampf zw. Papsttum und Kaisertum im MA. Er entzündete sich im dt. Thronstreit zw. Lud- wig IV. dem Bayern und Friedrich dem Schönen von Österreich an der Frage der Approbation der Königswahl und der Reichsrechte in Italien . 1324 sprach J. Exkommunikation und Absetzung über Lud- wig aus. Dieser verteidigte die Reichsrechte, erhob gegen J. den Vor- wurf der Ketzerei und appellierte 1324 an ein Allgem. Konzil . Als J. 1321 Ludwig auch alle Reichslehen, selbst sein bayer. Stammland absprach, zog dieser nach Rom , empfing im Jan. 1328 von Sciarra Colonna die Kaiserkrone und stellte Nikolaus (V.) als Gegenpapst auf, der ihn nochmals krönte, aber sich 1330 dem Papst in Avignon unterwarf. J. verurteilte den «Defensor pacis» des Marsilius von Pa- dua (in dem sich bereits die Revolutionen der Neuzeit spiegelten), Petrus Johannis Olivi und Meister Eckhart . J., zunehmend hart und starrsinnig, grausam in der Bekämpfung der minorit. Gegner, ver- trat einen extremen Kurialismus, der in Verbindung mit einem radi- kalen Fiskalismus das Spät-MA im «avignonesischen Stellenbeset- zungs- und Finanzsystem» prägte und die wesentl. Ursache für die rel. Revolution des 16. Jh. bildete. Zudem geriet J. seit 1331 wegen seiner Meinung von der Anscha em Tod in theol. Konflikt und Ketzereiverdacht. Johannes XXIII. ( 17.5.141029.5.1415 [Absetzung]), vorher Bal- dassarre Cossa, c um 1370 Neapel, 23.(?)12.1419, Florenz, Bap- tisterium; entstammte einer verarmten Adelsfamilie Neapels und kam nach bewegtem, krieger. Leben unter Bonifatius IX. an die Röm. Kurie , 1402 Kard. Im Abendländ. Schisma wurde er in Bo- logna (als 2. Papst der Pisaner Reihe) zum Nachfolger Alexanders V. gegen Gregor XII. ( Rom ) und Benedikt XIII. ( Avignon ) gewählt. Notgedrungen mußte J. dem Vorschlag Kg. Sigismunds zustimmen, ein Allgem. Konzil nach Konstanz zu berufen. Dort wurde er (nach abenteuerl. Fluchtversuch, um das Konzil zu sprengen) nach kur- zem Prozeß am 29.5.1415 abgesetzt. Dem Konzil galt er als unwür- diger, aber nicht als unrechtmäßiger Papst , nach zeitgen öss. Urteil «groß in weltlichen Dingen, untauglich für alles Kirchliche». Erst 1419 aus dem Gewahrsam des Kurfürsten Ludwig von der Pfalz artin V. zu Füßen, der zum Kard.-Bf. von Tusculum ernannte. Er starb bald darauf. Johannes XXIII. (28.1o.19583.6.1963), sel., vorher Angelo Giu- seppe Roncalli, · 25.11.1881 Sotto il Monte bei Bergamo ; 1925 Titu- lar-Ebf., seitdem im päpstl. diplomat. Dienst (Bulgarien, Türkei, Griechenland; 1944 Nuntius in Paris), 1953 Kard. und Patr. von Venedig . Sein Ziel war die zeitgerechte Verkündigung des Evan- geliums ( aggiornamento ), seine wichtigste Tat die Ankündigung (25.1.1959), Berufung und Eröffnung (11.1o.1962) des 2. Vat. Kon- zils (19621965). Nach langer Periode einseitig zentralist. Ausrich- tung der kath. Kirche begann J. ein neues Verständnis des Papstamtes gegen vielfache Widerstände zu verwirklichen: menschl. Auflocke- rung der vorhandenen Erstarrung, kollegiale Wertschätzung des Episkopats, Begegnung mit den getrennten christl. Kirchen und den anderen großen Religionen, Sorge um den Weltfrieden aus Verant- wortungsbewußtsein für die gesamte Menschheit . Dieser «Öff- nung» und Begegnung des bald sehr volkstüml. Papstes dienten neben dem Konzil vor allem die Enzykliken «Mater et Magistra» (15.5.1961, mit der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und Aus- gleich zw. Nationen verschiedener Wirtschaftskraft) und «Pacem in terris» ( 11.4.1963, über die Grundlagen eines friedl. Zusammen- lebens der Völker ) sowie die Einleitung einer neuen vat. «Üstpo- litik» durch Kontakte mi führenden Persönlichkeiten auch sozia- list.-kommunist. Staaten. Johannes Paul 1. (26.8.28.9.1978), vorher Albino Luciani, · 17.10.1912 in dem Bergdorf Canale dAgordo bei Belluno, aus armer Arbeiterfamilie, Rom , St. Peter; nach Ausbildung in der Heimatdiözese Belluno 1935 Priester , dann Kaplan, Religionslehrer, 19371947 Vizeregens und Prof. im Priesterseminar Belluno, dane- ben Studien in Rom , 1954 Generalvikar in Belluno, 1958 Bf. von Vittorio Veneto, 1969 Patr. und Ebf. von Venedig , 1973 Kard. Er wurde am 26.8.1978 im 4. Wahlgang gewählt. Mit dem Doppelna- men (erstmalig in der Papstgeschichte) bekundete J.P. die Verbun- denheit mit den beiden Vorgängern. Er lehnte die Krönung mit der Tiara ab und feierte zur öffentl. Inthronisation am 3.9. auf dem Pe- tersplatz eine Messe , wo er nur die Mitra gebrauchte und sich das ebfl. Pallium umlegen ließ. In den 33 Tagen seiner Regierung verließ J.P. den Vatikanbereich nur zur Besitzergreifung der Lateranbasi- lika, der röm. Bischofskirche. Außer den üblichen Geschäften ereig- nete sich nichts Besonderes. Die Redlichkeit, Frömmigkeit und überzeugende Herzlichkeit des «lächelnden Papstes » weckte Stür- me der Begeisterung . Die Gesundheit Albino Lucianis war von frü- hester Jugend an schwer angeschlagen, was nur wenige wußten. Der plötzl. Tod durch Herzinfarkt, begleitet von u geschickter Infor- mationspolitik, führte zu (falschen) Gerüchten. Johannes Paul II . (gewählt 16.10.1978), vorher Karol J6zef Woj- ty a , – 18.5.1920 Wadowice bei Krakau aus der Familie eines Leut- nants a .D., der erste slaw. und seit Hadrian VI. (1522/23) der erste nichtit. Papst ; wie sein Vorgänger verzichtete er auf die frühere Krö- nungszeremonie und wurde am 22.10.1978 auf dem Petersplatz in sein Amt als «universaler Hirte der Kirche» eingeführt; Studium der Philosophie in Krakau; während der dt. Okkupation Polens Fa- brikarbeiter und Studium im geheimen Priesterseminar Krakaus, eingerichtet von Ebf. Adam Fürst Sapieha; 1946 Priester ; Studien in Rom im Angelicum der Dominikaner (1948 Dr.phil.) und Krakau (1953 Dr.theol.); Seelsorget ätigkeit, daneben seit 1952 Dozent und Prof. im Priesterseminar an der Univ. Krakau, Prof. für Ethik an der Kath. Univ. Lublin; 1958 Weih-Bf. in Krakau (dort 28.9.1958 Bi- schofsweihe), 1964 Ebf. von Krakau, 1967 Kard.; seeleneifrig, polit. gewandt, gefährl. Gegenspieler der kommunist. Regierung . Der Pontifikat ist in Lehre und Disziplin der kath. Überlieferung ver- pflichtet, der Ökumene aller christl. Kirchen und Gemeinschaften, auch der Begegnung mit nichtchristl. Religionen, der Erhaltung des Friedens in der Welt und dem Eintreten für die sozialen Rechte der Armen und Unterdrückten über alle konfessionellen Grenzen hin- weg. Diesen Zielen dienen, gefördert durch seine außergewöhnl. Sprachkenntnisse, die Folge von Bischofssynoden in Rom , General- und Privataudienzen, Ansprachen, Verlautbarungen und zahlreiche Enzykliken, v. a . eine beispiellose Zahl von Heilig- und Seligspre- chungen sowie Reisen in alle Kontinente . Aus persönl. Erfahrung mit totalitären Regimen verschärfte J. P. im Vergleich zu Paul VI. den ostpolit. Kurs, was u. a . das poln. Selbstbewußtsein hob und den weltpolit. Umbruch 1989 mit vorbereitete. Am 13.5.1981 wurde J. P. bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz durch ein Atten- tat lebensgefährl. verletzt. Sein Verhältnis zum Westen blieb auch in der nachkommunist. Ära nicht spannungsfrei. Wichtige Ereignisse des Pontifikates waren bisher u. a . die Promulgation der Neufas- sung des Kirchenrechts (« Codex Iuris Canonici») 1983, die Revision des Konkordats mit Italien 1984, die Offenlegung der Inquisitions- akten des Vat. Geheimarchivs 1998, die Feierlichkeiten zum Heili- gen Jahr 2ooo, der am 12.3.2ooo begangene Tag der Vergebung («Er- innern und Versöhnen. Die Kirche und die Verfehlungen in ihrer Geschichte»), sowie das unerschrockene Ei r eine fried- liche Lösung im Vorfeld des Irakkriegs 2oo3. Julius I. (6.2.33712.4.352), hl., Römer; ergriff entschieden Partei gegen den Arianismus in der Reichskirche, wies die Forderungen der Eusebianer (Bf. Eusebius von Caesarea ) zurück und trat für die Anerkennung der (abgesetzten) Bischöfe Athanasius von Alexan- drien und Marcellus von Ankyra ein. Dagegen protestierte die «Kirchweihsynode» von Antiochien scharf. Die erneute Untersu- chung dieser Streitfälle auf der Synode von Serdica (Sofia, 342 oder 343) brachte keine Einigung, sondern vertiefte die Spaltung zw. den arian. Orientalen und den Anhängern des Konzils von Nicaea (325) in der westl. Reichshälfte. Julius II. (1.11.150321.2.1513), vorher Giuliano della Rovere, · 5.12.1443 Albissola bei Savona, aus dürftigen Verhältnissen; be- günstigt von seinem Onkel Sixtus IV. 1471 Kard., einflußreich un- ter Innocenz VIII., aber erbitterter Gegner Alexanders VI. (daher ter Innocenz VIII., aber erbitterter Gegner Alexanders VI. (daher Flucht zu Kg. Karl VIII. von Frankreich ). Als Papst (nicht ohne Simonie gewählt) sicherte er den durch die Borgia zerrütteten Kirchenstaat als äußere Machtgrundlage des neuzeitl. Papsttums (u. a . Wiedergewinnung von Perugia und Bologna 1506; der Ro- magna; Teilnahme an der Liga von Cambrai, 1509). Die Aus- einandersetzungen mit Frankreich führten dort zur Erneuerung der (gallikan. inspirierten) Pragmat. Sanktion von Bourges (1510) und gegen ein drohendes Schisma 1511 zur Einberufung des 5. Allgem. Laterankonzils (15121517). J. war eine überragende Pers önlich- keit, groß als Politiker, Feldherr und Kunstm äzen; er nahm Bra- mante, Michelangelo, Raffael in seine Dienste und machte Rom zum Mittelpunkt der it. Hochrenaissance (1506 Grundsteinlegung zum Neubau der Peterskirche; Michelangelos Gestaltung seines Grabmals in St. Peter; Deckenfresken der Sixtin. Kapelle), war aber auch jäh und hart («il Terribile»). Reformmaßnahmen fehlte die Durchführungskraft, so daß die innerkirchl. Tätigkeit unbedeutend blieb. Julius III. (8.2.1550 23.3.1555), vorher Giovanni Maria del Monte, 10. .148 Rom , Rom , St. Peter; jurist. Studien in Perugia und Siena, seit Julius II. im Dienst der Kurie , 1511 Ebf. von Siponto, 1536 Kard. Mit Marcello Cervini (als Papst Marcellus II., 1555) und Reginald Pole war J. Legat Pauls III. auf dem Konzil von Trient , das er am 13.12.1545 eröffnete, künftig stets auf die Wahrung der päpstl. Autorität gegenüber dem Konzil und Ks. Karl V. bedacht; mit Cer- vini war er führend an der folgenschweren Translation des Konzils nach Bologna 154 beteiligt. Er wurde nach monatelangem Ringen der frz. und ksl. Partei nach 60 Wahlgängen zum Papst gewählt. J. war von heiterer Lebensart, gütig und freigebig, ein Freund der Künste (Bau der prächtigen Villa Giulia) und üppiger Feste , in sei- nen Entschlüssen rasch und unberechenbar. Trotz seiner Schwächen hatte er ein ausgeprägtes Bewußtsein universaler Verantwortung. Die Wiederherstellung der verlorenen Glaubenseinheit und die ge- meinsame Türkenabwehr betrachtete er als vordringlichste Aufga- ben . Im Einvernehmen mit Ks. Karl V. berief er das unterbrochene Konzil zur 2. Sitzungsperiode nach Trient (1551/52), wo auch einige Vertreter prot. Stände erschienen. Heinrich II. von Frankreich ver- weigerte aber jede Beteiligung, drohte mit dem Schisma und ver- htslosen polit. Lage endierte J. 1552 das Konzil , weiterhin um Friedensvermittlung zw. der span.-österr.-habsburg. Macht und Frankreich bemüht und auf kirchl. Reform bedacht (endgültige Bestätigung des Jesuiten- ordens r550, Förderung röm. Kollegien, darunter das r552 errich- tete Collegium Germanicum). Der äußere Erfolg, die r554 durch Kard. Pole vermittelte Rekatholisierung Englands unter Kgn. Maria der Katholischen, hielt nicht an. Bei gerechter Würdigung der polit. Zwangslage wird man J. enger an die Reformpäpste der fo den Jahrzehnte heranrücken, als dies bisher meist geschehen ist. Die Päpste von L View attachment 2176 Lando (Juli/Aug./Nov. 913 - Febr./März 914, Daten unsicher) ( Lando (913-914) ), langobard. Grafensohn aus der Sabina.Sein Pontifikat stand in völ- liger Abh eherrschenden Familie des Theophylakt. ·Laurentius , Gegenpapst (22.11.498 März 507) ( St. Symmachus (498-514) ) ( Lawrence (498-499) (501-506 ) – listed as an anti-pope), 507/508. Nach dem Tod Anastasius II. erhob die mit dessen versöhnl. Haltung im Akakian. Schisma unzufriedene Mehrheit am 22.11.498 Symmachus, die byzanzfreundl. Minderheit unterstützt von der Aristo- kratie und dem Senat unter Festus unmittelbar darauf den angese- henen Archipresbyter L. Die entstandenen Wirren wurden durch die Entscheidung des Ostgoten-Kg. Theoderich des Großen für Symmachus nur vorübergehend beigelegt. L. beugte sich im Febr./März 499 dieser Entscheidung und wurde Bf. von Nocera (Kampanien). Im fortlaufenden Parteienstreit duldete Theoderich, daß L. nach Rom zurückkehrte und sich 501 – 506 mit starker übermacht behaupten konnte. Symmachus blieb nur das Asyl in St. Peter, bis Theoderich im Konflikt mit Byzanz L. 506 preisgab. L. unterwarf sich im März 507 endgültig und zog sich auf e n Landgut des Festus zurück, wo er in strenger Askese bald starb. Leo I . der Große (29.9.440 – 10.11.461) ( St. Leo I (the Great) (440-461) ), hl., · Tuszien. Von Ks. Va- lentinian III. erreichte L. die Bestätigung, daß der Primatsanspruch des röm. Bischofs von staatl. Zustimmung unabhängig sei. Mit seinem dogmat. Sendschreiben 449 griff er in den christolog. Streit ein und beeinflußte damit die Entscheidung des Ökum. Konzils von Chalkedon 451. Durch Verhandlungen bewog er 552 den Hunnen- Kg. Attila zum Abzug aus Italien , 555 den Vandalen-Kg. Geiserich zur Schonung Roms. Gegen abweichende Lehren der Zeit (Pelagia- nismus; Manichäismus ; Priscillianismus ; Monophysitismus ) ging er entschieden vor. Erhalten sind Briefe und fast hundert Predigten. In L. erreichte das altkirchl. Primatsbewußtsein, das für die westl. (lat.) Kirche bestimmend blieb, seinen ersten Höhepunkt. Leo II . (17.8.682 – 3.7.683) ( St. Leo II (682-683) ), hl., · Sizlien; in der röm. Chorschule ge- bildet, hochangesehen durch Beredsamkeit, Bildung , Griechisch- und Lateinkenntnisse. L. wurde wohl im Januar 681 gewählt, von Ks. Konstantin IV . jedoch erst bestätigt, nachdem die päpstl. Billi- gung des 6. Allgem. Konzils (Konstantinopel, 680/81) mit der Ver- urteilung Papst Honorius I. feststand. L. regierte friedlich, dem ksl. Kirchenregiment ergeben, bestätigte die Konzilsbeschlüsse und die Verurteilung Honorius I., während er den röm. Primat hervorhob. Er beseitigte die Autokephalie Ravennas, begann die lat. Überset- Er beseitigte die Autokephalie Ravennas, begann die lat. Übersetzung der gr. Konzilsakten und förderte die röm. Kirchen . Der abgesetzte Patr. Makarios von Antiochien wurde mit seinen monothelet. Genossen dem (milden) päpstl. Gericht zugewiesen. Leo III . (27.12.795 – 12.6.816) ( St. Leo III (795-816) ), hl., Römer. L. zeigte seine Wahl sofort dem Franken-Kg. Karl dem Großen an und erkannte dessen Ober- hoheit in Rom wegen der eigenen unsicheren Stellung an. Er wurde im April 799 überfallen und mißhandelt, erhielt aber nach seiner Flucht in Paderborn die Unterstützung Karls, der ihn sicher nach Rom geleiten und dort eine Untersuchung durchführen ließ (mit mildem Gericht über die Verschwörer). Am Weihnachtsfest 800 krönte L. Karl in der Peterskirche zum Röm. Kaiser (Hintergründe nicht völlig geklärt) und erneuerte damit das Röm. Kaisertum , was für das ma. Verhältnis von Papst und Kaiser eine entscheidende Bedeutung gewann. Leo IV. (10.4.847 – 17.7.855) ( St. Leo IV (847-855) ), hl., Römer; Benediktiner, selbstbewußt und stets von der Sorge um die Stadt Rom und die Wahrung der päpstl. Autorität geprägt. Nach dem Sarazeneneinfall von 846 veranlaßte L. die militär. Sicherung Roms (starke Befestigung der Vor- stadt mit St. Peter) und den Schutz der Küsten, unterstützt von Ks. Lothar I., dessen Sohn Ludwig II. L. 850 krönte. Sein Anspruch auf unbegrenzte Ausübung der päpstl. Autorität führte zu Konflikten mit beiden Kaisern, mit den Erzbischöfen Hinkmar von Reims und Johannes von Ravenna sowie mit Konstantinopel und :Anastasius (Bibliothecarius). Leo V . (Juli – Sept. 903) ( Leo V (903) ), aus Ardea (?); wurde von seinem Nachfol- ger Christophorus schon nach Monatsfrist eingekerkert und umge- bracht. Eine breton. Legende des 11. Jh. identifiziert L. mit dem hl. Benediktinermönch Tugdual, der als Rompilger zum Papst (Leo Britigena) erhoben worden sein soll. Leo VI . (Mai - Dez. 928) ( Leo VI (928) – listed as an anti-pope ), Römer, Sohn des Primicerius (Vorstand der päpstl. Kanzlei) Christophorus, Presbyter von S. Susanna. Als Nachfolger des abgesetzten Johannes X. wurde L. wahrscheinl. von der Senatrix Marozia und ihrem röm. Anhang erhoben. Die einzige erhaltene U Metropolitanrechte von Split in Dalmatien. Leo VII. (3.1.936 – 13.7.939) ( Leo VII (936-939) ), Römer; wohl Benediktiner, Kard.-Pres- byter von S. Sisto. L. wurde vom röm. Stadtherrn Alberich II. erhoben und war völlig von ihm abhängig; beide förderten die cluniazens. Reform. Abt Odo von Cluny weilte längere Zeit in Rom . L. be- stellte Ebf. Friedrich von Mainz zum Apostol. Vikar und Legaten in Deutschland. Leo VIII. (6.12.963 – 1.3.965) ( Leo VIII (963-964) – listed as an anti-pope ), Römer. Unter dem Einfluß Ks. Ottos I. setzte eine röm. Synode den geflohenen Johannes XII. ab und erhob den treffl. Laien L., der rasch alle Weihen erhielt. Einen von Johan- nes XII. geschürten röm. Aufstand schlug Otto I. im Jan. 964 nieder. Nach Abzug des Kaisers kehrte Johannes XII. nach Rom zurück und ließ am 26.2.964 den zum Kaiser geflüchteten L. absetzen. Nach dem plötzl. Tod Johannes XII. (14.5.964) erhoben die Römer Benedikt V., doch führte Otto I. L. am 23.6.964 nach Rom zurück, dessen Pontifikat nach Absetzung und Verbannung Benedikts V. ruhig ver- lief. Drei berühmte Schriftstücke zugunste ers sind Fälschungen aus der Zeit des Investiturstreites. Leo IX. (12.2.1049 – 19.4.1054) ( St. Leo IX (1049-1054) ), hl., vorher Bruno, · 21.6.1002, aus elsäss. Grafengeschlecht (Egisheim, Dagsburg); Domschüler und -kanoniker in Toul, Hofkaplan Ks. Konrads II., 10261051 Bf. von Toul, der die monast. Reformen förderte und den sal. Herrschern (seinen Verwandten) treu verbunden war. L. wurde im Dez. 1048 von Ks. Heinrich III. zum Papst nominiert und am 12.2.1049 in Rom inthronisiert. Er war der bedeutendste der fünf dt. Päpste 10461058, machte das Papsttum zum Mittelpunkt der Kirchen- reform («Reformpapsttum»; «Gregorianische Reform») und die primatiale Geltung v. a . durch seine Reisen und auf zwölf Synoden in Italien , Deutschland und Frankreich dem Abendland erfahrbar. Unterstützt von Ks. Heinrich III. und tüchtigen (nichtr öm.) Mitar- beitern, bemühte sich L. erfolgreich um tiefere Verchristlichung der Kirche in allen Rängen (gegen Simonie und Priesterehe). Er leitete die Bildung des Kard.-Kollegiums neuen Stils und der Röm. Kurie ein beides künftig Hilfsorgane zur Regierung der Gesamtkirche. Nach der Niederlage bei Civitate (Juni 1053) war L. acht Monate Gefangener der Normannen in Benevent, wurde aber ehrenvoll be- handelt. Kurz nach seinem Tod vollzog sich 1054, den Zeitgenossen noch nicht bewußt, die lange durch Entfremdung vorbereitete Trennung der gr. Kirche des Ostens (Konstantinopel) von der lat. des Westens ( Rom ): das bis heute nicht behobene Schisma . Leo X. (11.3.1513 – 1.12.1521) ( Leo X (1513-1521) ), vorher Giovanni deMedici, – 11.12. 1475 Florenz, Sohn Lorenzos de Medici; als Renaissancepapst Freund der Humanisten und Mäzen der Künste, ohne geistl. Ver- antwortungsbewußtsein. Der Ablaßhandel zur Finanzierung des Neubaus der Peterskirche gab Anlaß zum Hervortreten Martin Luthers im Spätjahr 1517. Papst und Kurie erkannten das rel. Anlie- gen Luthers nicht und unterschätzten das Ausmaß der romfeindl. Stimmung. In nepotist. Händel verstrickt, strebte L. nach Vergröße- rung des Kirchenstaates, er stand im Kampf zw. Frankreich und dem Haus Österreich auf frz. Seite: 1516 schloß er mit Kg. Franz I. von Frankreich ein Konkordat . L. suchte die Kaiserwahl Karls V. zu verhindern und ließ deshalb den Lutherprozeß drei Jahre ruhen, was die reformator. Bewegung entscheidend förderte. Er verhängte am 3.1.1521 über Luther den Kirchenbann und verband sich Ende Mai mit Karl V. gegen Franz I. von Frankreich . Leo XI. (1.1.27. – 1.1605) ( Leo XI (1605) ), vorher Alessandro Ottaviano de Medici, : 2.6.1535 Florenz, aus einer Seitenlinie der herrschenden Medici; 157+ Ebf. von Florenz, 1583 Kard., 1596 1598 Legat Clemens VIII. in Frankreich , wo er klug gegen hugenott. Einflüsse vorging und beim span.-frz. Frieden von Vervins mitwirkte. Als Papst bewilligte L. Ks. Rudolf II. eine beträchtl. Türkenhilfe. Leo XII. (28.9.1823 – 10.2.1829) ( Leo XII (1823-1829) ), vorher Annibale della Genga, : 22.8.1760 Schloß Genga bei Spoleto, Rom , St. Peter; seit 179+ als Nuntius (Köln, Augsburg , München) mit verschiedenen diplo- mat. Missionen der Revolutions- und Napoleon . Epoche betraut, v. a . in Deutschland, 1805 zum Nuntius am Regensburger Reichstag ernannt, was bei seinem Eintreffen 1806 bereits hinfällig war, erfolglose Konkordatsverhandlungen mit Bayern und Württemberg, auf Druck Napoleons abberufen, 1816 Kard. und Bf. von Senigallia. L. wurde in schwierigem Konklave zum Nachfolger Pius VII. ge- wählt. Der persönl. milde, kränkelnde L. machte sich durch ein strenges Polizeiregiment im restaurierten Kirchenstaat verhaßt, setzte aber in der Hebung des Kirchenstaates und nach außen die setzte aber in der Hebung des Kirchenstaates und nach außen die Politik des «liberalen» Kard.-Staatssekretärs Ercole Consalvi erfolgreich fort. Ebenso trieb L. die kirchl. Neuorganisation nach schwerer Zerrüttung in der Revolutionsepoche voran (Kgr. Hanno- ver 1824 und Oberrhein. Kirchenprovinz Freiburg i. Br.; Konkor- dat mit den Niederlanden 1827; Reorganisation der Bistümer Basel und Chur ; Neuordnung der Kirche in Lateinamerika nach der Tren- nung von Spanien und Portugal). Leo XIII. (20.2.1878 – 20.7.1903) ( Leo XIII (1878-1903) ), vorher Vincenzo Gioacchino Pecci, · 2.3.1810 Carpineto; 18431846 Nuntius in Belgien, 1846 Bf. von Perugia, 1853 Kard. Nach der polit. und geistigen Stagnation unter Pius IX. bemühte sich L. um eine zeitgerechte Verbindung der kath. Kirche mit der modernen Welt. Es gelangen ihm die Beendigung des «Kulturkampfes » im Dt. Reich , die Beilegung der Streitigkeiten mit der Schweiz und den meisten Republiken Lateinamerikas sowie die Verbesserung der Beziehungen zu anderen Staaten; jedoch scheiter- ten die Versöhnung mit Italien und die auf das «Ralliement» gestützte Frankreichpolitik. In zahlr. Rundschreiben behandelte er kirchl., wissenschaftl., polit. und soziale Fragen (am bedeutendsten «Rerum novarum » 1891, die erste päpstl. Sozialenzyklika). L. för- derte die missionar. Ausbreitung, die neuthomist. Scholastik und öffnete seit 1881 das Vat. Archiv der Forschung . Zugleich setzte er reaktionäre Tendenzen Pius IX. fort (röm. Zentralismus; Bibel- kommission; Verurtei nismus» und der Anfänge des «Modernismus»). Liberius (17.5.352 – 24.9.366) ( Liberius (352-366) ), Römer. Sein Pontifikat war durch den schweren Konflikt um den Arianismus belastet. Der arianerfreundl. Ks. Constantius II . verbannte L. 355 nach Beroia, als dieser seine Unterstützung für den verdammten arianerfeindl. Bf. Athanasius von Alexandrien in Mailand nicht widerrief; daraufhin ließ sich Fe- lix zum Gegenbischof Felix II.) bestellen und  weihen . Die Qual des Exils, die vier bei Hilarius von Poitiers überlieferte Briefe vom Frühjahr 357 widerspiegeln, führte zu L. Unterwerfung und Rück- kehr nach Rom 358. Erst unter Ks. Julian griff L., dessen Ansehen kompromittiert blieb, seine frühere, den Arianismus verurteilende und das Konzil von Nikaia (325) verfechtende Position wieder auf. Er veranlaßte den Bau der Basilica Liberiana (Vorgängerin von S. Maria Maggiore); während seines Pontifikats entstand der «Chro- nograph» (ein reich illustrierter röm. Staatskalender) von 354. Bes. in Legenden des 6. Jh. wurde das Leben des L. entstellt: in ihnen er- scheint der eidbrüchige Felix (II.) als rechtmäßiger Papst und Mär- tyrer, L. als Verräter. Linus (64/67 – ?79?) ( St. Linus (67-76) ), hl. Nach allen Papstkatalogen war L. der 1. Nachfolger des Apostel Petrus als Bf. von Rom . Er soll rrr5 Jahre die röm. Gemeinde geleitet haben und war vermutl. leitendes Mitglied des Presbyter- bzw. Episkopenkollegiums. Lucius I. (25.6.253 – 5.3.254) ( St. Lucius I (253-254) ), hl., Römer, Rom , Calixtuskata- kombe. Zu Anfang seines Pontifikates wurde L. von Ks. Gallus so- fort verbannt, konnte aber (vermutl. beim Amtsantritt des Ks. Va-lerianus) bald zurückkehren. In der Bußpraxis vertrat L. gegenüber den in der Verfolgung «Gefallenen» (lapsi) die mildere Richtung und widersetzte sich dem Rigorismus der Novatianer . Bf. Cyprian von Karthago rühmte seinen Bek st die spätere Legende machte L. zum Märtyrer . Lucius ll. (12.3.1144 – 15.2.1145) ( Lucius II (1144-1145) ), vorher Gerhard Caccianemici, · Bologna , Lateranbasilika; Reformkanoniker in Lucca, seit 1123 Kard.-Priester von S. Croce in Gerusalemme, unter Honorius II. und Innocenz II. mehrfach Legat in Deutschland, so zur Wahl und Krönung Lothars III. 1125, befreundet mit Kard. Haimerich (1141 dessen Nachfolger als päpstl. Kanzler und Bibliothekar), Bernhard von Clairvaux und anderen Reformern. Der kurze Pontifikat war ausgefüllt von den Auseinandersetzungen mit Kg. Roger II. von Sizilien und vom Kampf gegen stadtröm. Autonomiebestrebun- gen. Lucius lll. (1.9.1181 – 25.11.1185) ( Lucius III (1181-1185) ), vorher Ubaldo Allucingoli, · Lucca, Verona, dort im Dom; Zisterzienser , als Kard. (seit 1141) treuer Anhänger seines Vorgängers Alexander III ., aber streng rechtl. gesinnt und um Ausgleich mit Ks. Friedrich I. Barbarossa be- müht, schwer bedrängt von der republikan. Revolte in Rom , wo er sich von Nov. 1181 März 1182 nur unter dem Schutz des Ebf. Christian I. von Mainz halten konnte. L. gewann 1184 (Kongreß zu Verona) Ks. Friedrich I. für den Kreuzzug und das gemeinsame Vorgehen gegen Katharer und Waldenser , aber die eigentl. Streit- Vorgehen gegen Katharer und Waldenser , aber die eigentl. Streit- punkte blieben unbereinigt (Mathild. Güter in Italien ; Doppelwahl in Trier; Anerkennung der im Schisma unter Alexander III . geweih- ten und bep Laterankonzil 1179 abgesetzt hatte). Die Päpste von M View attachment 2177 Marcellinus (30.6.295 [296?] – 25.10.304) ( St. Marcellinus (296-304) ), hl., zu Beginn der Ver- folgung Diokletians, aber nicht als Märtyrer , Rom , Coemeterium Priscillae. Seit Ende des 4. Jh. wurde M. von Donatisten wohl zu Unrecht beschuldigt, während der Verfolgung den Glauben verra- ten zu haben. Daten unsicher. Marcellus l. (Mai 307? – 16.1.308? [309?]) ( St. Marcellus I (308-309) ), hl., Märtyrer . Die ohne- hin dürftige Überlieferung in der Diokletian. Verfolgung ist hier so schwer gestört, daß volle Sicherheit über seine Person und Regie- rungszeit nicht zu gewinnen ist. M. könnte sich vielleicht in einer leitenden, «papstähnlichen» Stellung in der erhebl. verstörten röm. Gemeinde befunden haben. Marcellus ll. ( 9.4. – 1.5.1555) ( Marcellus II (1555) ), vorher Marcello Cervini, : 6.5.1501 Montefano bei Macerata, adeliger Herkunft, Rom , St. Peter; hervorragend gebildet und sittenstreng, stand M. frühzeitig mit Reformfreunden in Verbindung, 1539 Bf. von Nicastro und Kard., 1540 Bf. von Reggio-Emilia, 1544 von Gubbio, diplomat. Sendungen nach Deutschland (Ks. Karl V.) und Frankreich (Kg. Franz I.), seit 1545 einer der Trienter Konzilspräsidenten, unter Papst Julius III. Reformwirken auf der 2. Tagungsperiode in Trient (1551/52) und in Rom . M. behielt seinen Namen bei, er war zur Reform entschlossen, starb aber schon nach drei Wochen. An ihn erinnert die «Missa papae Marcelli» Palestrinas. Der Pontifikat – deutete den endgültigen Durchbruch der Reform an der Kurie . Marcus (18.1. – 7.10.336) ( St. Marcus (336) ), hl., wahrscheinl. Römer, nahm vielleicht schon seit Ausklang der Diokletian. Verfolgung eine führende Stellung in der röm. Gemeinde ein. Die Nachricht, daß der Bf. von Ostia fortan den Bf. von Rom (als Hauptkonsekrator) weihen sollte, ist glaubwürdig. M. ließ zwei Basiliken erbauen (Titulus Marci; S. Balbina an der Via Ardeatina, wo er beigesetzt wurde). Marinus I ., irrtüml. Martin II. (16.12.882 – 15.5.884) ( Marinus I (Martin II) (882-884) ), ‚“ Gallese (Tos- cana ); seit dem 12. Lebensjahr an der röm. Kirche , als Diakon Legat Hadrians II. auf dem 4. Konzil von Konstantinopel 869/70, Archi- diakon und Schatzmeister der röm. Kirche , dann Bf. von Cere in Etrurien, verhandelte im Auftrag Johannes VIII. mit Ks. Karl III. und Ostrom. Nach der Ermordung Johannes VIII. wurde M. rasch gewählt (1. Fall der bisher streng verpönten Translation eines Bischofs auf den röm. Stuhl). M. gewann die Anerkennung durch Ks. Karl III. und begnadigte die Anhänger des Papstes Formosus; er hielt gute Verbindung mit England. Einzelne Greuelszenen markie- ren den zunehmenden Verfall des röm. Bischofsstuhles. Marinus II. , irrtüml. Martin III. (30.10.942 - April/Mai 946) ( Marinus II (942-946) ), Römer; vom mächtigen Stadtherrn Alberich II. von Spoleto erhoben und von ihm abhängig. Aus dem nachrichtenarmen Pontifikat sind nur einige päpstl. Akte für Bischöfe und Äbte bekannt. Martin I . (5.7.649 – 17.6.653 [Absetzung]) ( St. Martin I (649-655) – listed as an anti-pope ), hl., als Märtyrer verehrt, · 591 Todi (Umbrien), 16.9.655 Cherson (Krim), dort ; Diakon und Apokrisiar (Gesandter) Papst Theodors I. in Konstantinopel, mitten im (christolog.) Monotheletenstreit ohne ksl. Bestätigung der Wahl geweiht. M. verurteilte auf einer Lateransynode (Okt. 649) den Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei). Als Gegner der Religionspolitik Ks. Konstans II. wurde der kranke M. am 17.6.653 in der Lateranbasilika durch den byz. Exarchen Theodor Kalliopa verhaftet und dem röm. Klerus die ksl. Verhaftung und Absetzung mitgeteilt. M. wurde nach Konstantinopel gebracht, als Hochverräter zum Tod verurteilt, auf Bitten des Patr. Paulus II. begnadigt und am 26.3.654 nach Cherson verbannt. Der röm. Klerus , dessen Treulosigkeit der Verbannte bitter beklagte, erhob unter ksl. Druck im Aug. 654 Eugen I. zum neuen Papst . Martin II. , ( Marinus I (Martin II) (882-884) ) Martin III. , irrtümliche, auf Papstkataloge des Spä A zurückgehende Bez. für die Päpste Marinus I. und Marinus II. Martin IV. (22.2.12812 – 8.3.1285) ( Martin IV (1281-1285) ), vorher Simon de Brion, · Brion bei Angers ; Archidiakon zu Rouen, Thesaurar von St. Martin in Tours, 1260 Kanzler und Großsiegelbewahrer Kg. Ludwigs IX. von Frankreich , 1261 Kard., unter Urban IV., Clemens IV. und Gre- gor X. wiederholt mit wichtigen päpstl. Aufträgen in Frankreich tä- tig, wirkte maßgebl. daran mit, daß Karl I. von Anjou Sizilien als päpstl. Lehen erhielt. M. wurde durch den Einfluß des Anjou-Kö- nigs (in Viterbo) gewählt und blieb völlig von ihm abhängig. Da die Römer ihm den Zutritt verweigerten, wurde er in Viterbo gekrönt. Nach der «Sizilianischen Vesper» 1282 (blutiger Aufstand gegen die Franzosen ) suchte M., Sizilien mit schärfsten päpstl. Mitteln den Anjous zu retten ( Bann und Kreuzzugspredigt gegen Peter III. von Arag6n). Er unterstützte die Angriffspläne Karls von Anjou auf By- zanz durch den Bann über Ks. Michael VIII. Palaiologos, so daß die Union von Lyon (1274) wieder völlig zerfiel. Mit Kg. Rudolf I. von Habsburg unterhielt M. gute Beziehungen . Persönl. Güte und geistl. Re eil dieses Pontifikates nicht wettmachen. Martin V . (11.11.1417 – 20.2.1431) ( Martin V (1417-1431) ), vorher Oddo Colonna , · 1368 Genazzano bei Rom aus der bekannten röm. Adelsfamilie; 1405 Kard., beteiligt an Unionsverhandlungen, zuletzt für die Pisaner Obödienz tätig. M. wurde auf dem Allgem. Konzil von Konstanz gewählt und (bis auf unbed. Reste) allgem. anerkannt, damit endete das seit 1378 andauernde Abendländ. Schisma . M. übernahm sofort die Leitung der Versammlung, beendete rasch das Konzil (Konkor- date mit einzelnen Nationen ) und ging energ. an den Wiederaufbau des zerrütteten Kirchenstaates, restaurierte in Rom Basiliken und Vatikan und betrieb kirchl. Reformen. Nach der Weisung des Kon- zils (Dekret «Frequens») berief er Konzilien nach Pavia-Siena (1423/24) und Basel (1431). Das Papsttum gewann neues Ansehen , doch kam die notwendige durchgreifende Reform nicht zustande. Miltiades (handschriftl. Variante: Melchiades) (310 oder 2.7.311 – 10./11.1.314) ( St. Miltiades (311-314) ), hl., wohl röm. Herkunft. M. entschied auf Veranlassung Ks. Konstantins 1. des Großen auf einer röm. Synode Bischöfen aus Gallien und 15 Bischöfen 1taliens) gegen die Donatisten. Die Päpste von N View attachment 2178 Nikolaus I . (24.4.858 – 13.11.867) ( St. Nicholas I (the Great) (858-867) ), Sohn eines röm. Beamten; gewählt in Anwesenheit Ks. Ludwigs II. N. übte die röm. Tradition vom päpstl. Primat , u. a . in der Unterwerfung des Ebf. Johannes von Ravenna, in der Auseinandersetzung mit Ebf. Hinkmar von Reims, dem Patr. Photios von Konstantinopel (Absetzungsspruch 863; Streit um die Bulgarenmission) und in der Wahrung der strengen Eheauffassung gegen Kg. Lothar II. Gegen die östl. Kirche konnte N. den röm. Anspruch nicht dauerhaft durchsetzen. Er kämpfte für die kirchl. Kompetenz im Eherecht . Seine konstitutive Wertung der päpstl. Kaiserkrönung und anderer ausgeprägter Primatsansprüche gewannen im Westen für die Zukunft g edeutung, auch für das Reformpapsttum des 11./12. Jh. Nikolaus II. (24.1.1059 – 20.[27.?]7.1061) ( Nicholas II (1058-1061) – listed as an anti-pope ), aus Burgund, Florenz, Santa Reparata, Florenz; Bf. Gerhard von Florenz. Nach dem Tod Stephans IX. erhob eine röm. Adelsgruppe Benedikt X. Die Reformpartei erkannte ihn nicht an und wählte in Siena (auf Vorschlag des röm. Archidiakons Hildebrand) im Einvernehmen mit dem dt. Hof wohl im Dez. 1058 N., der sich aber erst seit seiner Inthronisa- tion in Rom (24.1.1059) nach der Vertreibung Benedikts X. als Papst betrachtete. Die leitenden Persönlichkeiten seines Pontifikates wa- ren Kard. Humbert von Silva Candida und Hildebrand ( Gre- gor II.). Die Lateransynode im Frühjahr 1059 formulierte zentrale Anliegen der Reformpartei, zu der auch Petrus Damiani gehörte: sie verschärfte die Bestimmungen gegen Priesterehe, Simonie und Aus- wüchse des Eigenkirchenrechts und faßte das Papstwahldekret neu, eine Reaktion auf die (bisher ungewöhnl.) Wahl in Siena. Der ent- schiedene Reformkurs und die Verbindung des Reformpapsttums mit der revolutionären Mailänder Pataria (gegen Ebf. Wido) sowie den Normannen Süditaliens leiteten den (späteren) Bruch mit dem dt. Hof ein. Nikolaus III. (25.11.1277 – 22.8.1280) ( Nicholas III (1277-1280) ), vorher Giovanni Gaetano Orsini, · 1212/16 Rom , aus dem stadtröm. Geschlecht der Orsini, Soriano, Rom , St. Peter; 1244 Kard.-Diakon, seitdem einfluß- Soriano, Rom , St. Peter; 1244 Kard.-Diakon, seitdem einflußreich im Kard.-Kollegium, bes. bei Konklaven. N. wurde nach halbjähriger Sedisvakanz in Viterbo zum Papst gewählt. Machtbewußt bemühte sich N. um die Unabhängigkeit des Papsttums, v. a . gegen- über Kg. Karl I. von Anjou , den er zwang, das Reichsvikariat Tus- zien niederzulegen. Kg. Rudolf I. von Habsburg bewog er zum Ver- zicht auf die Romagna. Er vermittelte zw. beiden Herrschern und verhinderte die Angriffspläne des Anjou gegen Byzanz. Den Mäzen röm. Kirchen verbannte Dante wegen Nepotismus in der «Gött- lichen Komödie» ins Inferno. Nikolaus IV. (22.2.1288 – 4.4.1292) ( Nicholas IV (1288-1292) ), vorher Girolamo Masci, · 30.9.1227 Lisciano bei Ascoli, Rom , S. Maria Maggiore; Fran- ziskaner, 1272 Provinzial von Dalmatien und Legat in Byzanz, 1274 Ordensgeneral (Nachfolger Bonaventuras), 1278 Kard. N. wurde nach fast elfmonatiger Sedisvakanz zum Papst gewählt. Er krönte 1289 zu Rieti Karl II. von Anjou zum Kg. von Neapel und Sizilien, das aber trotz päpstl. Hilfe den Aragonesen nicht entrissen werden konnte (aufgrund des Franzosenhasses der Bevölkerung : «Siziliani- sche Vesper», 1282; Martin IV.). Verhandlungen zur Kaiserkrönnung R udolfs I. von Habsburg scheiterten, ebenso se euznung Rudolfs I. von Habsburg scheiterten, ebenso se zugsbemühungen ( Fall der letzten Festung Akko 1291). · Nikolaus (V.), Gegenpapst (12.5.1328 – 25.8.1330 [Verzicht]), vor- her Pietro Rainalducci, · Corvaro (Rieti); nach fünfjähr. Ehe Minorit in Rom (Aracoeli). Ludwig IV. der Bayer ließ ihn gegen Johannes XXII. ( Avignon ) vom rom . Volk wählen (letzter ksl. Gegenpapst) und gab die ksl. Bestätigung. N. gewann nur wenig Anhang, er folgte dem Kaiser nach Pisa und verzichtete dort (nach- dem ihm Johannes XXII. Begnadigung samt stattlicher Pension an- geboten hatte) am 25.7.1330 auf die Papstwürde. N. unterwarf sich Johannes XXII. am 25.8.1330 in Avignon und wurde dort bis zum Tod (16.10.1333 Avignon ) im Papstpalast in milder Haft gehalten. Nikolaus V. (6.3.1447 – 24.3.1455) ( Nicholas V (1447-1455) ), vorher Tommaso Parentucelli, · 15.11.1397 Sarzana, Sohn eines Arztes; 1444 Bf. von Bologna , 1446 Kard. Seinem diplomat. Geschick gelang die Beilegung der unter Papst Eugen IV. (14311447) entstandenen Wirren um das Konzil von Basel und die neue Festigung der schwer erschütterten päpstl. Autorität in Kirchenstaat und Gesamtkirche. 1448 schlo ß er das Autorität in Kirchenstaat und Gesamtkirche. 1448 schlo ß er das Wiener Konkordat für das Hl. Rom . Reich mit Friedrich III. ab , den er 1452 zum Kaiser krönte (letzte Kaiserkrönung in Rom ), 1449 unterwarf sich ihm der Gegenpapst Felix (V.) und löste N. das Bas- ler Restkonzil auf. Sein Kreuzzugsaufruf gegen die vordringenden Türken ( Fall Konstantinopels, 29. Mai 1453) und andere Bemühun- gen blieben im polit. zersplitterten Abendland fast erfolglos. In der Lebensführung untadelig und humanist. gebildet (Begründer der Vat. Bibliothek), wollte N. Papsttum und Kirche als führende christl. Kulturmacht in der aufstrebenden Renaissance zu neuem Ansehen bringen. Das drängende Problem der Kirchenreform blieb ungelöst. ·Novatianus (251 – 258?) ( St. Cornelius (251-253) ) ( St. Sixtus II (257-258) ), gelehrter röm. Presbyter. Sein Hauptwerk «De trinitate» (um 240/50) faßt die Ergebnisse der Kämpfe des Abendlandes um Christologie und Trinität zusammen. Wegen sei- nes streng gefaßten Kirchenbegriffs kam es zur Opposition gegen die Wahl des Cornelius (251253) zum Bf. von Rom und zur Spal- tung. N. ließ sich 251 zum Gegenbischof weihen und organisierte eine Gegenkirche im ganzen Reich , die Büßerseelsorge und Re- konziliation ablehnte und im Westen bis ins 5., im Osten bis ins 7. Jh. bestand. N. und seine Anhänger wurden 251 von Cornelius exkommunizi alerian. Verfolgung (258?) den Märtyrertod. Die Päpste von K Kallistos I . –> Calixtus I Konon (21.10.686 – 21.9.687) ( Conon (686-687) ), Sohn eines hohen Offiziers vom Ar- meekorps der Trakesier, auf Sizilien erzogen; röm. Presbyter, nach dem Tod Johannes V. hochbetagt zum Papst erhoben als Kompro- mißkandidat des Klerus , der den Archipresbyter Petrus , und röm. Milizen, die den Presbyter Theodor gewünscht hatten. Die Span- nungen schwelten unter dem kränkl. K. weiter und brachen nach seinem Tod erneut aus. In den Patrimonien Siziliens entstand eine Revolte, während Ks. Justinian II. die Entspannungspolitik gegen- über Rom fortführte. Konstantin Constantinus I., ·Constantinus II. Die Päpste von P ·Paschalis , Gegenpapst (687), 692/93. Nach dem Tod Papst Kon- ons (2i.9.687) wählte eine röm. Partei den Archipresbyter Theo- dor, eine andere den Archidiakon P. (Okt. 687). Doch wurde Ser- gius I. (geweiht i5.i2.687) als Papst anerkannt und P. als Archidiakon abgesetzt, der Zauberei beschuldigt und in ein Kloster gesperrt, wo er nach fünf Jahren starb, ohne sich unterworfen zu haben. Paschalis l. ( 25.i.8i7ii.2.824), hl., Römer; Abt von St. Stephan bei St. Peter. P. wurde noch am Todestag Stephans IV. (24.i.) zum neuen Papst gewählt und tags darauf geweiht. Ks. Ludwig I. der neuen Papst gewählt und tags darauf geweiht. Ks. Ludwig I. der Fromme erhob keinen Einspruch, erneuerte auf päpstl. Bitten den Freundschaftsbund mit der röm. Kirche und bestätigte 8r7 (Pactum Ludovicianum) den Kirchenstaat . Er stellte dessen päpstl. Regie- rung unter ksl. Schutz und garantierte seine Unabhängigkeit gegen- über dem Kgr. Italien . P. krönte 823 Lothar I. erneut zum Kaiser, er mußte nach der Ermordung zweier hoher päpstl. (frankenfreundl.) Beamter einen Unschuldseid leisten, bestellte Ebf. Ebo von Reims zum Legaten für den Norden und wandte sich rstreit gegen die Ikonoklasten (Bilderstürmer des Ostens). Paschalis ll. ( 13./14.8.1099 21.1.1118), vorher Rainer, · Bieda (Ro- magna), Rom , Engelsburg , Lateranbasilika; schon als Knabe im Kloster (nicht Cluny), Abt von S. Lorenzo fuori le mura, durch Gregor VII. Kard.-Priester von S. Clemente. Für den Nachfolger Urbans II. begann die Regierung erfolgreich (Unterstützung der Kreuzfahrer; Ende des Schismas des Gegenpapstes Clemens III.; Bedeutungslosigkeit der folgenden Gegenpäpste Theoderich, Al- bert, Silvester IV.). P. erneuerte 1102 das Investiturverbot, den Bann über Ks. Heinrich IV. und unterstützte den Aufstand Heinrichs V. gegen den Vater. Die radikale Lösung des Investiturproblems im Reich (Vertrag von Sutri, 1111) erwies sich als undurchführbar; dar- aufhin ließ Heinrich V. den Papst gefangensetzen und erzwang das Zugeständnis der Investitur sowie die Kaiserkrönung. Unter dem Druck der Gregorianer nahm P. 1112 und 1116 das Zugeständnis zurück, er bannte den Kaiser zwar nicht, bestätigte aber synodale Bannsentenzen über Heinrich und exkommunizierte den ksl. Gegenpapst Gregor (VIII.). Auf der Grundlage der Scheidung geistl. und weltl. Rechte bahnte sich trotz schwerer Rückschläge eine Lösung des Investiturstreites, die d Frankreich bereits erreicht war, auch im Reich an. ·Paschalis (111.), Gegenpapst (22.4.116420.9.1168), vorher Guido von Crema, hochadeliger Herkunft, Rom , Rom , St. Peter; Kard.-Priester von S. Callisto. Im Streit Ks. Friedrichs I. Barbarossa mit Papst Alexander III . wurde P. nach dem Tod des Gegenpapstes Victor IV. (20.4.1164, Lucca), angebl. auf Betreiben des Kölner Ebf. und Erzkanzlers Rainald von Dassel, doch ohne Wissen des Kai- sers, am 22.4.1164 gewählt, am 26.4.1164 geweiht, vom Kaiser bald ützt. Die von Ebf. ald von Dassel vorgenommene Erhebung und Heiligsprechung Karls des Großen in Aachen (29.12.1165/8.1.1166) wurde von P. gutgeheißen. In ksl. Schutz wurde P. am 22.7.1167 in Rom (St. Peter) inthronisiert. Paul l. (29.5.75728.6.767), seit dem 15. Jh. als Heiliger verehrt, aus rom . Adel ; Jüngerer Bruder , Mitarbeiter und Nachfolger Stephans II. P. zeigte seine Wahl dem fränk. Kg. Pippin dem Jünge- ren an, nicht dem byz. Kaiser. Er setzte die Bündnispolitik seines Bruders mit den Franken konsequent fort, da er sich dadurch so- wohl eine Konsolidierung des Jungen Kirchenstaat Schutz vor den Langobarden und Byzantinern versprach. Paul II. (30.8.146426.7.1471), vorher Pietro Barbo, ‚“ 23.2.1417 Ve- nedig, aus vornehmer, reicher Kaufmannsfamilie, Rom , St. Peter, von seinem Oheim Papst Eugen IV. zur kirchl. Laufbahn bestimmt ; 1440 Kard., Bf. von Cervia , Vicenza, Padua. Sein fürstl. Einkommen aus zahlreichen Pfründen verwendete P. für Kunstsammlungen und den Bau des röm. Palazzo Venezia. Der Widerruf der Wahlkapitula- tion, in der u. a . ein Allgem. Konzil in Aussicht gestellt worden war, entfremdete ihn den Kardinälen. Die Aufhebung des Abbrevi- atorenkollegs an der Kurie und das strenge Vorgehen gegen die anti- kisierenden Tendenzen der röm. Akademie zogen ihm den glühen- den Haß der Humanisten und Literaten Roms zu. P. bannte 1466 den böhm. Kg. Georg. Er begünstigte Matthias I. Corvinus in Un- garn, hielt aber auch mit Ks. Friedrich III. gute Verbindung. Er be- stimmte, daß ab 1475 alle 25 Jahre ein Hl. Jahr gefeiert werde. Mit seiner Förderung richteten zwei Deutsche die erste Buchdruckerei in Rom ein. Die dringl. Kirchenreform blieb unerledigt. Paul III. (13.10.153410.11.1549), vorher Alessandro Farnese, ‚“ Febr. 1468 Canino oder Rom . Nach humanist. Ausbildung verdankte er seinen Aufstieg Papst Alexander VI ., der ein Liebes- verhältnis mit Alessandros Schwester Giulia gehabt hatte; 1493 Kard. Als Papst war P. eigentüml. zwiespältig: einerseits stand er in den Traditionen des Renaissancepapsttums, andererseits förderte er ernsthafte Reformen. So berief er reformeifrige Männer ins Kard.- Kollegium (G. P. Carafa, G. Contarini, J. Sadoleto, R. Pole, M. Cer- vini, G. Morone u. a .), bildete 1536 eine Reformkommission, för- derte Ordensreformen (Bestätigung des Jesuitenordens des I. de Loyola, 1540), organisierte die röm. Inquisition (1542) und eröff- nete endlich das Konzil von Trient (1545), das P. in schwerem Kon- flikt mit dem Kaiser nach Bologna in den Kirchenstaat verlegte (1547/48). Zur Türkenabwehr schloß P. 1538 ein Bündnis mit Ks. Karl V., Ferdinand I. von Österreich und mit Venedig . Er förderte Wissenschaft und Kunst (Michelangelo). Paul IV. (23.5.155518.8.1559), vorher Gian Pietro Carafa, · 28.6.1476 Capriglio (bei Neapel), aus neapolitan. Adel , Rom , zunächst St. Peter,1566 S. Maria sopra Minerva; 1505 Bf. von Chieti , 1505/6 Nuntius in Neapel, 1513 in England, 1515 in Spanien (starke persönl. Spannungen zum span. Hof), 1524 Mitbegründer des The- atinerordens, 1536 Kard. und Mitglied der Reformkommission Pauls III., seit 1542 an der Spitze der röm. Inquisition . Seine ent- schieden rigorist. Politik führte (aus Mißtrauen) zu einem überstei- gerten Nepotismus und verlief katastrophal (Schreckensregiment der Inquisition ; Kritik am Augsburger Religionsfrieden 1555; erster röm. Index der verbotenen Bücher 1559). Sein gegen die habsburg.- span. Vormacht gerichtetes Bündnis mit Frankreich wurde gewalt- sam beend sl. Truppen in den Kirchenstaat einrückte. Paul V. (16.5.160528.1.1621), vorher Camillo Borghese, – 17.9.1552 Rom , aus sienes.-röm. Juristenfamilie, Rom , S. Maria Maggiore; nach Studien in Perugia und Padua Aufstieg in der kurialen Ämter- laufbahn, 1593 Legat bei Kg. Philipp II. von Spanien, 1596 Kard., 15971599 Bf. von Jesi, 1603 Kard.-Vikar in Rom und Inquisitor. P., strenger Kanonist, wurde als Kompromißkandidat zum Papst ge- wählt (bei starker span. Einmischung) und hielt an den Herrschafts- ansprüchen des ma. Papsttums fest. Dies führte zu schweren polit. Konflikten mit Frankreich und England und v. a . mit der Republik Venedig 16051607 (päpstl. Niederlage trotz Bann und Interdikt, die prakt. wirkungslos blieben). Im beginnenden Dreißigjährigen Krieg unterstützte der Papst Ks. Ferdinand II. und die kath. Liga unter Maximilian I. von Bayern. P. führte die kath. Erneuerung energ. weiter, förderte die Weltmission (v. a . Indien , China , Kanada) sowie Wissenschaften und Künste (Vollendung der Peterskirche). 1616 wurde Galilei erstmal epotismus begann der Aufstieg der Borghese. Paul VI. (21.6.19636.8.1978), vorher Giovanni Battista Montini, · 26.9.1897 Concesio bei Brescia , Castelgandolfo . 19221954 im päpstl. Staatssekretariat , mit D. Tardini enger Berater Pius XII., 1954 Ebf. von Mailand, 1958 Kard. Seine wichtigste Aufgabe war die Weiterführung des von Johannes XXIII. begonnenen 2. Vat. Konzils (19621965), auf dem er für Reform und Dialog nach innen, den ökum. Dialog mit den christl. Kirchen und die Begegnung mit der modernen Kultur eintrat. Diesen Zielen dienten auch die erst- mals von einem Papst unternommenen Reisen in alle Erdteile. P. hielt am röm. Verständnis des Primates fest. Als genauer Kenner der Kurie führte er einschneidende Reformen durch (u. a . starke Inter- nationalisierung des Kard.-Kollegiums; Beschränkung des Alters der zur Papstwahl berechtigten Kardinäle auf 8o Jahre). Er schärfte das Bewußtsein für soziale Verantwortung und suchte im Konzils- auftrag dem Eigenleben der Völker besser gerecht zu werden (z. B. durch nationale Bischofskonferenzen und Liturgie in der Volks- sprache ), bekam aber die wachsende innerkirchl. Polarisierung («Verrat an der Kirche» oder «Verrat am Konzil »?) empfindl. zu spüren ( Streit um Marxismus und päpstl. Ostpolitik, um «Befrei- ungstheologie»; Krise der kath. Kirche in den Niederlanden; 1976 Suspension von Ebf. M. Lefebvre). Einen Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung im Streit um die Enzyklika «Humanae vitae» 1968 zur Geburtenregelung . Der hochgebildete, sensible P. hat un- ter diesen Spannungen schwer gelitten. Pelagius 1. (16.4.5563.3.561, 4.3. Beisetzung in St. Peter), aus röm. Stadtadel; begleitete 536 Agapet I. nach Konstantinopel und blieb dort als Apokrisiar (Gesandter) Papst Vigilius. P. war zugleich Be- rater Ks. Justinians I. und während der Gefangenschaft des Vigilius führend in Rom . Seit 551 war P. wieder in Konstantinopel, wo er nach dem Tod des Vigilius die Verurteilung der «Drei Kapitel» ( Streit um die Rechtgläubigkeit von drei östl. Theologen in chri- stolog. Fragen ) und das 5. Ökum. Konzil (Konstantinopel, 553) schließl. anerkannte. Daraufhin wurde P. auf Befehl Justinians I. zum Papst erhoben. Obwohl er sich öffentl. zu den (christolog.) Aussagen des Konzils von Chalkedon (451) bekannte, wurde P. in Rom und im ganzen Westen vielfach abgelehnt. Seit der Wahl P. mußte der Papst vor der Weihe die ksl. Bestätigung einholen. Pelagius II. ( 26.rr.5797.2.590), Römer got. Abkunft; gewählt und (ohne ksl. Bestätigung) geweiht, während Rom von den Langobar- den belagert wurde. Seine Regierung war von der Langobardenge- fahr bestimmt , gegen die er vergebl. byz. und fränk. Hilfe zu gewin- nen suchte. Unter ih rung der arian. Westgoten zum kath. Glauben. Petrus ( seiner Heirat in Kapharnaum; nach Mk 1,1618 rief ihn Jesus als Simon mit seinem Bruder Andreas von ihren Fischerboten am See Genesaret weg und (als Menschenfischer) in seine Nachfolge. Von Jesus erhielt er den Beinamen Kepha(s), was ursprüngl. vielleicht so viel wie Edelstein bedeutet und die Würde des Erstberufenen be- zeichnet. In seiner gr. Version Petros/Petrus (= Fels ) wird dieser Name später auch im Sinne der die Kirche begründenden und tra- genden Funktion des Simon Petrus verstanden (Mt 16,18). Die Evangelien stellen die Diskrepanz zw. menschl. Unzulänglichkeit (so bes. die Verleugnung Jesu vor dem Hahnenschrei während der Passion) und Größe der Berufung als erstgenannter Apostel , Spre- cher des Zwölferkreises und Wortführer beim Messiasbekenntnis (Mk 8,29; Joh 6,69) heraus. Auf seine Initiative hin sammelten sich die nach dem Karfreitag versprengten und verstörten Jünger bald wieder in Jerusalem und verkündeten in der Kraft des Hl. Geistes die Botschaft von der Auferstehung des Gekreuzigten, dessen Er- scheinungen sie bezeugten. Der auferstandene Herr selbst überträgt P. seine Vollmacht als Hirte (Joh 21,15 ff.), welche die Binde- und Lösegewalt beinhaltet (Schlüssel des Himmelreiches, Mt 16,19). Der auf P. gegründeten Kirche gilt die Verheißung bleibender Un- zerstörbarkeit (Mt 16,18: «Du bist Petrus , der Fels , und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unter- welt werden sie nicht überwältigen.»). Paulus , der durchweg den Namen Kephas gebraucht, nennt ihn als ersten Auferstehungszeu- gen (1 Kor 15,5), erkennt seine Autorität an und nimmt Maß am Apostolat des P., wenn er sein eigenes Apostelsein bestimmt . Mit Jo- hannes und dem Herrenbruder Jakobus gehört er zu den Säulen der Urkirche in Jerusalem (Gal 2,9), wo er im Ringen zw. den juden- und heidenchristl. Positionen eine vermittelnde Stellung einnahm. Aufgeschlossen für die Heidenmission, verlie ß er nach einiger Zeit Jerusalem und war u. a . in Antiochien tätig. Seine auf einen Kom- promiß hinzielende Strategie führte dort zur Auseinandersetzung mit Paulus . Es bestehen heute keine Zweifel mehr daran, daß P. bis nach Rom gekommen ist und dort unter Ks. Nero das Martyrium erlitten hat (1 Clem 5). Die herausragende Bedeutung des P. in der frühen Kirche belegen die seine Verfasserschaft beanspruchenden pseudepigraph. Briefe 1/2 Petr. Während das Neue Testament über das Schicksal des P. schweigt, gibt es umfangreiche außerbibl. Tradi- tionen. Nach der Quo-vadis-Legende bewog Christus selbst den abermals schwach werdenden und aus Rom fliehenden P., umzu- kehren und dem Martyrium nicht auszuweichen. Um nicht mit sei- nem Herrn, den er mehrmals nicht hatte kennen wollen , verwech- selt zu werden, bat P., so wird in den Petrusakten überliefert, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden. Jüngste Ausgrabungen unter dem Petersdom und archäolog. Forschungen lassen die alte Überlieferung vom Petrusgrab in Rom , zu dem es keine konkurrie- renden Traditionen gibt, als mit hoher Wahrscheinlichkeit histor. zutreffend erscheinen. Das Papstamt des röm. Bischofs versteht sich in der Nachfolge des Apostels P. als Garant der Zuverlässigkeit der kirchl. Verkündigung und als Dienst an der sichtbaren Einheit der Kirche . P. wird bes. in Rom verehrt (St. Peter) und in der Kunst mit Schlüssel, auf dem Kopf stehendem Kreuz dargestellt. ( RUDOLF VODERHOLZER) ·Philippus (31.7.768). Nach dem Sturz Konstantins II. wurde der Presbyter Ph., Mönch im röm. Vituskloster, von der Langobarden- partei unter Waldipert zum Papst erhoben und ohne Bischofsweihe im Lateran inthronisiert. Er wurde jedoch noch am selben Abend von einer Adelsgruppe um den Primicerius Christophorus wieder ins Kloster verbracht. Ph. ist weder als Papst noch als Gegenpapst befriedigend einzureihen. Pius I. ( 142?155?), hl., wohl kein Märtyrer . In der Sukzessionsliste des Bf. Irenäus von Lyon war er der 9. Nachfolger des Petrus (nach Hyginus, vor Anicetus); nach dem Murator. Fragment war er ein Bruder des Hermas. Unter P. traten die Gnostiker Markion, Valen- tinus und Kerdon auf, auch der «Philosoph und Märtyrer» Justinus. Pius II. (18.8.145814.8.1464), vorher Enea Silvio Piccolomini, · 18.1O.14O5 Corsignano (heute Pienza) bei Siena, Ancona . Er war zuerst beim Konzil von Basel , dann für Ks. Friedrich III. und Papst Eugen IV. tätig und wirkte an den dt. Fürstenkonkordaten und dem Wiener Konkordat 1448 mit. 1447 wurde er zum Lohn Bf. von Triest, 1449 Bf. von Siena, 1456 Kard. Seine Hauptaufgabe sah er jetzt und auch später als Papst im Kreuzzug gegen die vordringen- den Osmanen; ein gemeinsames abendländ. Unternehmen kam nicht mehr zustande. P. ist einer der bedeutendsten Humanisten sei- ner Zeit , hochbegabt als Dichter (1442 gekrönt), Geschichtsschrei- ber, Geograph und Ethnograph, Verfasser geistvoller Briefe, Reise- schilderungen und Memoiren. Pius III. (22.9.18.10.1503), vorher Francesco Piccolomini-Tode- schini, : 1439 Sarteano bei Siena, seit 1614 SantAndrea della Valle; durch seinen Onkel Papst Pius II. 1460 Ebf. von Siena und Kard., 1495 Bf. von Pienza, mehrfach im diplomat. Dienst der Kurie . P. trat 1497 als einziger Kard. der Absicht Papst Alexanders VI. ent- gegen, Benevent ( Kirchenstaat ) an den Papstsohn Giovanni Borgia zu vergeben. Große Hoffnungen, die Ref er auf P. gesetzt hatten, machte sein früher Tod zunichte. Pius IV. (25.12.1559 9.12.1565), vorher Giovanni Angelo Medici di Marignano (nicht mit den Medici von Florenz verwandt), · 31.3.1499 Mailand, Rom , St. Peter, seit 1583 S. Maria degli An- geli; kurialer Aufstieg seit Paul III., 1545 Ebf. von Ragusa und Emp- fang der Höheren Weihen . P. wurde in schwierigem Konklave als Verlegenheitskandidat gewählt. Seine Persönlichkeit war noch ganz von der Mentalität der Renaissancepäpste geprägt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Paul IV., dessen rigorose Reformen er milderte (u. a . Machtbeschränkung der Inquisition ), bemühte sich P. um gu- tes Einvernehmen mit Kg. Philipp II. von Spanien und Ks. Ferdi- nand I. Er eröffnete das Konzil von Trient erneut und brachte es 1562/63 zum Abschluß. Pius V. (7.1.15661.5.1572), hl., vorher Michele Ghislieri, · 17.1.1504 Bosco bei Alessandria. Dominikaner streng mönchisch- asket. Gesinnung, 1557 Kard., 1558 Großinquisitor. P. machte sich die Kirchenreform auf der Grundlage des Konzils von Trient zur Hauptaufgabe und verfolgte sie mit rigoroser Strenge (u. a . Ausbau Hauptaufgabe und verfolgte sie mit rigoroser Strenge (u. a . Ausbau der Inquisition ). Er publizierte 1566 den «Catechismus Romanus», 1568 das «Römische Brevier», 1570 das «Missale Romanum». Polit. geriet er in Schwierigkeiten mit Philipp II. von Spanien und Eng- land (erfolglose Absetzung der Kgn. Elisabeth I., 1570), schloß aber ein Bündnis mit Spanien und Venedi sieg bei Lepanto 1571 über die Osmanen ermöglichte. Pius VI. (15.2.177529.8.1799), vorher Giovanni Angelo Braschi, · 25.12.1717 Cesena , Valence; nach guter Ausbildung 1773 Kard. P. wurde als Kandidat der Zelanti zum Papst gewählt (21.2.1775 Bi- schofsweihe, 22.2. Papstkrönung). Sein Pontifikat war anfangs noch mit der Jesuitenfrage belastet, setzte sich aber vornehml. mit dem im Zeitalter der Aufklärung überall vorherrschenden Staatskirchentum auseinander ( Gallikanismus ; Febronianismus ; Episkopalismus ; Jo- sephinismus; dazu erhebl. Nachwirkung jansenist. Einflüsse ) und stand seit 1789 im Schatten der Frz. Revolution . Den aufgeklärten Reformkurs Ks. Josephs II. konnte P. auch mit seiner Reise nach Wien 1782 nicht ändern. Auf der Rückreise fand er in München (Kurfürst Karl Theodor) und Augsburg zwar freundl. Aufnahme, doch brachten der Münchner Nuntiaturstreit und der Emser Kon- greß (1786 ) bald neue Unruhe. Durch den Ausbruch der Revolution in Frankreich (1789) und das Vordringen Napoleon Bonapartes in Italien geriet P. in wachsende Bedrängnis, verlor 1797 im Frieden von Tolentino große Teile des Kirchenstaates und wurde nach des- sen Besetzung (1798) als Gefangener der Franzosen nach Oberita- lien, dann nach Valence gebracht, wo er starb ( sein Leichnam wurde im Febr. 1802 in die röm. Peterskirche gebracht). P. war hochgebil- det und lie n ihm polit. Weitsicht und Wil- lensstärke. Pius VII. ( 14.3.180020.8.1823), vorher Luigi Barnaba Chiaramonti, · 14.8.1742 Cesena ; Benediktiner, 1782 Bf. von Tivoli und Kard. P. wurde in den Wirren der frz. Revolutionskriege ( Tod Pius VI. 29.8.1799 als Gefangener der Franzosen in Valence) in Venedig unter österr. Schutz gewählt und ging im Juli 1800 nach Rom . Unterstützt von Kard.-Staatssekretär Consalvi war er bereit, auf die Ergebnisse der Revolution bis an die Grenze des Annehmbaren ein- zugehen. Er reorganisierte den teilweise restituierten Kirchenstaat , schloß 1801 das Konkordat mit Frankreich und wirkte 1804 in Paris an der Kaiserkrönung (päpstl. Salbung ) Napoleons I. mit. Trotzdem wurde Rom 1808 durch frz. Truppen besetzt, der Kirchenstaat 1809 mit Frankreich vereinigt und P. gefangengesetzt. Erst 1814 konnte P. nach Rom zurückkehren und bemühte sich daraufhin mit Consalvi um die Neuordnung des auf dem Wiener Kongreß wiederherge- stellten Kirchenstaates und die kirchl. Neuorganisation in den durch die Revolutionsepoche erschütterten Ländern. Pius VIII. (31.3.182930.11.1830), vorher Francesco Saverio Castiglioni, – 20.11.1761 Cingoli ( Ancona ), Rom , St. Peter; nach Studien in Bologna 1800 Bf. von Montalto, 18081814 durch Ks. Napoleon 1. exiliert, 1816 Kard. und Bf. von Cesena , 1821 von Frascati. Als P., Kandidat der gemäßigten Partei, zum Papst gewählt wurde, war er bereits krank. Während seines kurzen Pontifikats verurteilte er die Freimaurerei und emanzipierten sich die Katho- liken in Großbritannien , nach der Julirevolution erkannte er den frz. Kg. Lo rte das Polizeiregiment im Kir- chenstaat. Pius IX. (16.6.1846 7.2.1878), sel., vorher Graf Giovanni Maria Ma- stai-Ferretti, ‚“ 13.5.1792 Sinigaglia; 1827 Ebf. von Spoleto, 1832 Bf. von Imola, 1840 Kard. Wegen begrenzter Zugeständnisse, v. a . in der Verwaltung des Kirchenstaates, und seiner Sympathie für die natio- nale Einigungsbewegung Italiens war P. zunächst sehr populär, doch der Mythos vom angebl. liberalen Papst verging rasch: P. wei- gerte sich, den Kirchenstaat in einen konstitutionellen Staat umzuwandeln und die it. Interessen im Krieg gegen Österreich zu unterstützen. Die wirtschaftl. Krise des Kirchenstaates und polit. Unfähigkeit zwangen P., in der Revolution im Nov. 1848 nach Gaeta zu fliehen; in Rom wurde die Republik ausgerufen. Unterstützt von europ. Mächten, kehrte P. mit Hilfe frz. Truppen im April 1850 wie- der nach Rom zurück und stellte mit seinem Kard.-Staatssekretär G. Antonelli das verhaßte Polizeiregiment wieder her. Der it. Minister Graf Cavour konnte die allgem. Erbitterung leicht für eine nationale Einigung nutzen. Nach Annexion der Romagna, der Marken und Umbriens (1860) konnte P. mit frz. Hilfe nur noch Rom mit Umge- bung halten, bis der Dt.-Frz. Krieg die it. Besetzung Roms (20.9.1870) brachte und den Kirchenstaat auflöste. P. lehnte das it. Garantiegesetz ab und betrachtete sich als «Gefangener im Vati- kan>. Innerkirchl. baute P. die Hierarchie stetig weiter aus, förderte die Zentralisierung, stärkte die Neuscholastik in der Theologie und lehnte moderne Ideen strikt ab . Dadurch geriet die kath. Kirche in wachsende Isolation (pauschale Verurteilung der bürgerl. Freiheiten im «Syllabus» r864). Die kirchenpolit. und innerkirchl. Spannungen erreichten ihren Höhepunkt anläßl. des r. Vat. Konzils r869/70, das den Primat mit Einschluß der lehramtl. Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenlehren definierte. Unter P. entfalteten sich die Marienfrömmigkeit ( Dogma der Freiheit Mariens von der Erb- sünde, r herrlichung der Person des Papstes. Pius X. (4.8.190320.8.1914), hl., vorher Giuseppe Sarto, · 2.6.1835 Riese (Treviso), bäuerl. Herkunft; 1884 Bf. von Mantua, 1893 Patr. von Venedig und Kard. Da P., der Politik abgeneigt, die diplomat. Bemühungen Leos XIII. für gescheitert hielt, konzentrierte er sich auf kirchl. Probleme: er strebte eine rel. Erneuerung von Klerus und Volk an (Kommuniondekrete; liturg. Reformen; Reinigung des Gregorian. Gesangs; Studienreformen beim it. Klerus ) und versuchte, v. a . durch Abwehr des wirkl. oder vermeintl. «Moder- nismus», die Reinheit der Lehre zu erhalten (Dekret «Lamentabili» und Enzyklika «Pascendi», 1907; Antimodernisteneid , 1910, abge- schafft 1967). P. setzte die innerkirchl. Zentralisationsbewegung fort und lehnte demokrat. Ideen in der Politik (u. a . Verurteilung R. Murris in Italien ; Verurteilung der «Action fran;aise») zugunsten paternalist.-autoritärer Lösungen ab . Auch leitete er die Neukodifi- kation des Kirchenrechts ein. Seine von Kard.-Staatssekretär R. Merry del Val unterstützte Ablehnung des als Gefahr empfundenen Fortschritts bewirkte im Streit um Reformkatholizimus, Moder- nismus und kirchl. Integralismus Verdächtigungen und schwere innerkirchl. Verstörungen. Ähnlich unglückl. erwies sich seine Kir- chenpolitik: P. ging gegen christl. Demokraten vor, auch kam es zu Spannungen mit Deutschland (Borromäus-Enzyklika, 1910), Spa- nien, Portugal und v. a . mit Frankreich , die dor r kirchen- feindl. Trennung von Kirche und Staat führten. Pius XI. (6.2.192210.2.1939), vorher Achille Ratti, · 31.5.1857 Desio bei Monza; Präfekt der Ambrosiana in Mailand und der Vat. Bibliothek, 1919/20 Nuntius in Polen , 1921 Ebf. von d Kard. Nach dem Ersten Weltkrieg bemühte sich P. um . Frie- den» und neue kirchl. Konsolidierung, deshalb schloß er (unter- stützt von den Kard.-Staatssekretären P. Gasparri und E. Pacelli [ Pius XII.]) Konkordate mit Lettland 1922, Bayern 1924, Polen 1925, Rumänien , Italien und Preußen 1929, Baden 1932, Österreich 1933 und dem Dt. Reich (unter A . Hitler) 1933 ab . Kirchenpolit. bes. bedeutsam waren die Lösung der seit 1870 offenen «Römischen Frage» durch die Lateranverträge mit Italien 1929 und das Reichs- konkordat . Während sich mit dem it. Faschismus (unter dem «Duce» B. Mussolini) seit 1929 ein Modus vivendi einspielte, kam es mit dem NS-Regime in Deutschland bald nach dem Reichskonkor- dat zu wachsenden Spannungen und zahlreichen kirchl. und päpstl. Protesten, u. a . 1937 in der Enzyklika «Mit brennender Sorge», die den Nationalsozialismus scharf anprangerte. Gleichzeitig wurde der Kommunismus in der Enzyklika «Divini Redemptoris» ver- urteilt. P. erließ zahlreiche programmat. Enzykliken, u. a . über christl. Erziehung , Ehe und Familie , christl. Gesellschaftsordnung (Sozialenzyklika «Quadragesimo anno», 1931) und förderte die kath. Weltmission, Kunst und Wissenschaft , verhielt er zur ökum. Bewegung der nichtkath. Christen ablehnend. Pius XII. (2.3.1939 9.10.1958), vorher Eugenio Pacelli, · 2.3.1876 Rom , Castelgandolfo ; ab 1901 im Staatssekretariat , 1917 Titular- Ebf. und Nuntius in München (mit der Friedensvermittlung Papst Benedikts XV. betraut), 1920 1929 in Berlin , 1929 Kard., seit 1930 Kard.-Staatssekretär Pius XI. Nach intensiven, vergebl. Versuchen, den Kriegsausbruch zu verhindern, war P. im Zweiten Weltkrieg auf polit. Neutralität und die Wahrung von Chancen zur Friedensver- mittlung bedacht und um humanitäre Hilfe für Kriegsgefangene , Flüchtlinge, Vertriebene , Deportierte und Juden bemüht. V. a . nach den schlimmen Erfahrungen mit der öffentl. Verurteilung der Ju- denverfolgungen durch den Episkopat in den Niederlanden (Aug. 1942) glaubte P., durch stille Hilfsmaßnahmen, ohne große Proteste, den verfolgten Juden mehr helfen zu können. In röm. Klöstern und im Vatikan fanden ungezählte Juden und andere Verfolgte schützen- des Asyl. Den Weltkommunismus hielt P. für gefährlicher als den Nationalsozialismus . Die Kirchenregierung führte er streng zen- tralist. und autoritär. In Enzykliken und zahlreichen Ansprachen äußerte sich P. autoritativ zu polit., sozialen, eth. und kirchl. Zeitfra- gen. Die Mariologie führte er durch die Dogmatisierung der leibl. Aufnahme Mariens in den Himmel (1950) weiter. Der kath. Bibel- exegese eröffnete er bessere Arbeitsbedingungen. In der kath. Welt- mission wurde das Programm seiner beiden Vorgänger zielstrebig fortgeführt, durch Ausbildung einheim. Priester und Bischöfe so- wie durch Errichtung nationaler kirchl. Hierarchien förderte P. in Asien und Afrika die beginnende Emanzipation von der europ. Ko- lonialherrschaft; allerdings brachte die Ausbreitung des Weltkom- munismus schwere Rückschläge. Dem neuen Bild der Weltkirche sollte auch die stärkere Internationalisierung des Kardinalskollegi- ums dienen. Unter P. gewann das Papsttum hohes moral . Ansehen , doch wurden kath. Kirche und Kirchenpolitik in der fast u0jährigen Alleinherrschaft auch in die Teilung der Welt in Ost und West hin- eingezogen und zum Schaden der universalen Aufgaben weitgehend mit dem Westen identifiziert. Nach dem Tod des Papstes wurde sein Bild v. a . durch Vorwürfe verdunkelt, er habe selbstherrl. regiert, sich zu bereitwillig mit faschist. Systemen arrangiert und zu den Judenverfolgungen des Nationalsozialismus geschwiegen. Popula- risiert wurde dieser Vorwurf bes. durch das Theaterstück «Der Stellvertreter. Ein christliches Trauerspiel» von R. Hochhut (1963 ). Pontianus (21.7.23028.9.235 [Verzicht]), hl., als Märtyrer gefeiert, Römer, Calixtuskatakombe. Eine röm. Synode stimmte der (alexandrin.) Absetzung des Theologen Origenes zu. Nach dem rel. toleranten Ks. Alexander Severus ging Maximinus Thrax , seit März 235 Kaiser, entschieden gegen die Spitzen der röm. Kirche vor. Er beendete gewaltsam das unter Calixtus 1. entstandene Schisma und deportierte P. sowie den Gegen-Bf. Hippolyt von Rom nach Sardi- nien. P. verzichtete am 28.9.235 auf sein Amt (das erste gesicherte Datum der Papstgeschichte), sein Nachfolger wurde Anterus. P. und Hippolyt erlagen bald den Entbehrungen auf Sardinien. Beide wurden an einem 13.8. unter Papst Fabianus (236250) in Rom bei- gesetzt, P. in der soeben fertiggestellten P Calixtuskata- kombe (Grabschrift 1909 aufgefunden). Die Päpste von S View attachment 2179 Sabinianus (13.9.604 – 22.2.606) ( Sabinian (604-606) ), :- Volterra. Unter Gregor I. wirkte der Diakon S. in Konstantinopel als Apokrisiar (Gesandter). Mit seiner Wahl (März 604) reagierten die röm. Diakone offensichtl. auf die Bevorzugung der Mönche und Regularkleriker durch Gregor I. Als S. während einer Hungersnot bei Verteilung und Verkauf von Getreide angebl. sehr unnachsichtig handelte, geriet er beim Volk in Verruf. Sergius I. (15.12.687 – 8.9.701) (St. Sergius I ( 687-701) – listed as an anti-pope ), hl., :- Palermo, syr. Herkunft; röm. Presbyter. Nach dem Tod Konons (21.9.687) wurde S. im Okt./Dez. 687 im Streit mit zwei anderen Kandidaten (Theodor, Paschalis) gewählt und am 15.12. geweiht. Er lehnte die von Ks. Justinian II. geforderte Unterzeichnung der Beschlüsse des Quinisextum ( Synode von Konstantinopel, 692) ab . Die Milizen Roms, Ravennas und der Pentapolis verweigerten seine vom Kaiser befohlene Verhaftung und Überführung nach dem Osten . Mit dieser Rebellion sowie mit der Übertragung des Leibes Leos I. (Neubestattung in St. Peter 28.6.688) beginnt die polit. und kirchl. Lösung des Westens von Byzanz. S. hielt gute Verbindung zu Angelsachsen und Franken, weihte Willibrord zum Bischof für die Friesenmission, fügte das Agnus Dei in die Meßliturgie und (Marienfeste; Agnus Dei in die Meßliturgie und Kreuzerhöhung) ins Kirchenjahr ein. Sergius II. ( Ende Jan. 844 – 27.1.847) ( Sergius II (844-847) ), Römer, Sohn des Benedikt. Beim Tod Gregors IV. (25.1.844) bemächtigte sich der Diakon Jo- hannes mit Hilfe einer Volksmenge des Laterans, doch der Adel wählte den greisen Archipresbyter S., der rasch geweiht wurde, ohne vorher gemäß der Constitutio Romana von 824 dem Kaiser den Treueid geleistet zu haben. Ks. Lothar I. sandte daraufhin seinen Sohn Ludwig II. mit Bf. Drogo von Metz und Truppen nach Rom . Nach mehrtägigen Verhandlungen in St. Peter schwor S. (mit den röm. Großen) Lothar Treue und krönte Ludwig II. zum Kg. der Langobarden. S. bestellte Bf. Drogo zum Apostol. Vikar für das Frankenreich. Verursacht durch S. geldgierigen Bruder , Bf. Bene- dikt von Albano , kam es in Rom zu schweren Unruhe urch den Sarazenenüberfall im Aug. 846 verschärft wurden. Sergius III. (29.1.904 – 14.4.911) ( Sergius III (904-911) – listed as an anti-pope ), aus röm. Adel , Rom , St. Peter; 893896 Bf. von Caere. Schon 897 von den Feinden des Papstes For- mosus tumultuarisch erhoben, mußte S. dem Papst der Spoletiner, Johannes IX., weichen. Er fand Asyl beim Markgrafen Adalbert von Tuszien, gab aber seinen Anspruch nicht auf. Anfang 904 konnte der skrupellose S. (nach gewaltsamer Beseitigung des Christophorus) mit Hilfe der Adelsfamilie des Theophylakt sein Ziel erreichen. Als erbitterter Feind des Formosus ließ er wieder dessen Pontifikat und die von diesem erteilten Weihen für ungültig erklären. Die röm. Kirche geriet erneut in schwerste Wirren. S. befand sich in würdeloser Abhängigkeit vom Stadtherrn Theophylakt, von dessen herrsch- süchtiger Gemahlin Theodora der Älteren sowie deren Töchtern Theodora der Jüngeren und Marozia. Papst Johannes XI. stammt wohl aus der Verbindung des S. mit Marozia. Im Tetragamiestreit (Möglichkeit einer 4. Eheschlie ßung) entschied der Papst für den byz Die durch Erdbeben eingestürzte Lateranbasilika ließ restaurieren. Sergius IV. ( 31.7.1009 – 12.5.1012) ( Sergius IV (1009-1012) ), vorher Petrus (Spitzname: Os porci = Schweinsmaul), Sohn des Schusters Petrus , Lateranbasi- lika; 1004 Bf. von Albano , Umstände der Erhebung unklar, doch als Papst völlig vom Stadtherrn Johannes (II.) Crescentius abhängig. S. suchte Verbindung mit dem dt. Kg. Heinrich II., bestätigte die Pri- vilegien für Bamberg und den Besitz des wiederhergestellten Btm. Merseburg. Sein Kreuzzugsaufruf (nach Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem ) 1010 erscheint glaubwürdig. Mit dem Tod des Pa- tricius Johannes (11.) Crescentius (18.5.1012) ging die Vorherrschaft in Rom an die Tuskulaner über. Severinus (28.5. – 2.8.640) ( Severinus (640) ), Römer, Sohn des Abienus. Bald nach der Wahl (12.10.638) kam es zu schweren Unruhen der stadtröm. Trup- pen, die ohne Sold geblieben waren. Erst nach Eintreffen der Wahl- bestätigung durch Ks. Heraclius konnte S. am 28.5.640 geweiht werden (nachdem die röm. Gesandten versprochen hatten, S. zur Annahme der «Ekthesis», einer monothelet. Glaubensformel im christolog. Streit , zu bewegen). Der betagte S. starb vor einer offi- ziellen Stellungnahme zur ksl. «Ekthesis», doch begann jetzt die Stellungnahme der röm. Kirche gegen den Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei) und die Deutun nen Schrei- und menschl. Wille sei) und die Deutun bens Papst Honorius 1. als rechtgläubig. Silverius (1.[8.?]6.536 – 11.[?]3.537 [Absetzung] bzw. 11.11.537 [Verzicht]) ( St. Silverius (536-537) ), · Frosinone, Sohn des Papstes Hormisdas. Als röm. Subdiakon unter Druck des Ostgoten-Kg. Theodahad erhoben, übergab S. im Dez. 536 Rom kampflos an den byz. Feldherrn Beli- sar. Beeinflußt von seiner mit Ksn. Theodora befreundeten Gemah- lin, beschuldigte Belisar S. des Hochverrats und ließ ihn im März 537 verhaften und absetzen. Der Günstling der Theodora, Vigilius, wurde zum Papst geweiht (29.3.537) und S. nach Patara (Lykien) verbannt. Auf Weisung Ks. Justinians I. zur Prüfung der Vorgänge nach Rom zurückgebracht und von Belisar an Vigilius übergeben, wurde S. zum Verzicht veranlaßt und nach Ponza verbannt. Er starb am 2.12.537 auf der Insel Ponza oder Palmaria im Golf von Gaeta und wurde später als hl. Märtyrer verehrt. Silvester l . (31.1.314 – 31.12.335) ( St. Sylvester I (314-335) ), hl. Bei den einschneidenden, durch Ks. Konstantin I . den Großen ausgelösten religionspolit. Entschei- dungen für das Christentum («Konstantinische Wende») war S. ohne Bedeutung. Erst die S.-Legende des 5. Jh. erfand seinen maß- gebl. Einfluß ( Taufe Konstantins und Heilung vom Aussatz), der in dieser Tendenz in die «Konstantinische Schenkung» (Fälschung wohl aus der Mitte des 8. Jh.) einging. Silvester II. (2./9.1.999 – 12.5.1003) ( Sylvester II (999-1003) ), vorher Gerbert von Aurillac, · um 950 in Aquitanien , Lateranbasilika; Domscholaster in Reims, 982/83 Abt von Bobbio, 991 Ebf. von Reims, hochgebildet, einer der gelehrtesten Päpste des MA; gefördert schon von Ks. Otto II., wurde seine Begegnung mit dem jugendl. Ks. Otto III. in Rom entscheidend, der auch die Wahl zum Papst veranlaßte (2.+.999; Inthronisation 9.+.). Im Vordergrund standen kirchl. Re- formbemühungen. Mit ksl. Unterstützung wurden die Kirchen in Polen und Ungarn (Errichtung der Erzbistümer Gnesen und Gran) organisiert. S. galt als größter abendländ. Gelehrter seiner Zeit , ge- riet aber wegen seiner mathemat. und naturwissenschaft Kenntnisse ( auch aus arab. Quellen ) in den Ruf eines Zauberers. Silvester III., Papst , auch als Gegenpapst gezählt (13. oder 20.1.1045 bis März 1046, 20./24.12.1046 [Absetzung]) ( Sylvester III (1045) ), vor Okt. 1063, vor- her Bf. Johannes von Sabina. Nach Vertreibung des Tuskulanerpap- stes Benedikt IX. (Sept. 1044) wurde mit Hilfe der Adelssippe der Crescentier am 13. oder 20.1.1045 (der wohl widerstrebende) Bf. Johannes von Sabina als S. erhoben, aber schon um den 10.3.1045 von Benedikt IX. vertrieben und exkommuniziert. S. ging in sein Btm. Sabina, hielt aber offensichtl. bis März 1046 am päpstl. An- spruch fest. Auf der Synode von Sutri und Rom (20./24.12.1046) formell abgesetzt, degradiert und zu Klosterhaft verurteilt, durfte S. bald in sein Bistum zurückkehren, das er in friedl. Einvernehmen mit den folgenden Päpsten als Bischof leitete. ·Silvester (IV.) (18.11.1105 – 12./13.4.1111 [Verzicht]) ( Sylvester IV (1105-1111) – listed as an anti-pope ), vorher Magi- nulf, Römer. Nach dem Tod des Gegenpapstes Clemens III. (Wibert von Ravenna) erhoben dessen röm. Anhänger die Gegenpäpste Theoderich (1100 1101) und Albert (1101), die durch Papst Pascha- lis II. bald ausgeschaltet werden konnten. Röm. Adelige erhoben in S. Maria Rotonda (Pantheon) Maginulf, den Erzpriester von S. Angelo, zum Papst , der bald von Markgraf Werner von Ancona unter- stützt wurde. Dieser kam mit Truppen rasch nach Rom Pascha- lis II. weilte damals in der Leostadt außerhalb Roms , und am 18.11.1105 wurde Maginulf in der Lateranbasilika geweiht und als S. inthronisiert. Nach der Rückkehr Paschalis II. kam es zu heftigen Kämpfen. S.s Partei behielt nur anfangs die Oberhand. S. mußte im Kämpfen. S.s Partei behielt nur anfangs die Oberhand. S. mußte im Nov. 1105 Rom verlassen und fand Zuflucht in Osimo. Im Frühjahr 1111 ließ ihn Heinrich V. in sein Lager bei Rom bringen, um Druck auf Paschalis II. auszuüben. Als der Zweck erreicht war, ließ der Kaiser ihn fallen. S. mußte am 12. oder 13.4.1111 förml. Verzicht leisten und dem Papst Gehorsam versprechen. Sein Todesjahr ist unbekannt. Simplicius (3.3.468 – 10.3.483) ( St. Simplicius (468-483) ), hl., c Tivoli, Rom , Vorhalle von St. Peter. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Hilarius standen im zerbrechenden weström. Reich für S. die Beziehungen zum Osten im Vordergrund des Pontifikats. Er trat entschieden für das Glaubensbekenntnis des Konzils von Chalkedon 451 (zur Christo- logie) ein, blieb aber im wachsenden östl. Glaubensstreit gegenüber den Kaisern Basiliskos und Zenon und dem Patr. Akakios von Kon- stantinopel erfolglos. Es gelang nicht, de on Chalkedon in Alexandria ( Ägypten ) durchzusetzen. Siricius (Dez. 384 – 26.11.399) ( St. Siricius (384-399) ), hl., Römer; seit Papst Liberius im Dienst der röm. Kirche . S. wurde als Nachfolger Damasus I. ein- mütig gewählt und wahrscheinl. mit Rücksicht auf die Umtriebe des (Gegenpapstes) Ursinus am 25.2.385 von Ks. Valentinian II . bestätigt. Schärfer noch als bei Damasus I. zeigte sich bei S. der wachsende Primatsanspruch der röm. Kirche . S. erließ angebl. als erster Papst Dekretalen zur kirchl. Disziplin und Liturgie , deren Rechtskraft den Bestimmungen (canones) der Synoden gleichkom- men sollte. Sisinnius (15.1. – 4.2.708) ( Sisinnius (708) ), Syrer. Wahrscheinl. schon im Okt. 707 gewählt, jedoch erst drei Monate später vom byz. Exarchen in Ra- venna bestätigt, sind für den 20tägigen Pontifikat des schwerkran- ken Greises die Weihe eines Bischofs für Korsika und Maßnahmen zur Wiederherstellung der röm. Stadtmauer bezeugt. Sixtus I. (Xystus) (116? – 125?) ( St. Sixtus I (115-125) — also called Xystus I ), hl. Nach der Sukzessionsliste des Irenäus von Lyon wurde S., nach Alexander I., der 6. Nachfolger des Petrus . Er war wahrscheinl. führend im Leitungskollegium der röm. Gemeinde und wurde später als Märtyrer verehrt. Sixtus II. (Xystus) (30.8.257 – 6.8.258) ( St. Sixtus II (257-258) ), hl., Märtyrer , wohl gr. Herkunft, Calixtuskatakombe. S. wurde bei Ausbruch der Christenverfolgung unter Ks. Valerianus (r. Edikt vom Aug. 257) zum Bi- schof gewählt und nach der Verschärfung des 2. Edikts, das bei Op- ferverweigerung die Todesstrafe verhängte und sich v. a . gegen den Klerus richtete, am 6.8.258 mit vier Diakonen beim Gottesdienst in der Calixtuskatakombe verhaftet und wahrscheinl. sofort enthauptet. Er lenkte im Ketzertaufstreit, der zw. seinem Vorgänger Ste- phan I. und den Bischöfen Nordafrikas (Cyprian von Karthago) und Kleinasiens entstanden war, ein, konnte ihn aber nicht völlig beilegen. Im Unterschied zur afrikan. Kirche sah die röm. Kirche die von H tikern vorgenommene Taufe als gültig an. Sixtus III. (Xystus) (31.7.432 – 19.8.440) ( St. Sixtus III (432-440) ), hl., Römer; hatte als röm. Presbyter den Häretiker Pelagius begünstigt, war aber früh ent- schiedener Gegner des Pelagianismus geworden. Im Streit um den (christolog.) Nestorianismus unterstützte S. die Friedensbemühun- gen Ks. Theodosius II., die 433 zur Versöhnung der Patriarchen Johannes von Antiochia (Syrien) und Cyrill von Alexandria ( Ägypten ) führten. S. stand in Briefwechsel mit Bf. Augustinus und entfal- tete in Rom eine rege Bautätigkeit. Sixtus IV. ( 9.8.1471 – 12.8.1484) ( Sixtus IV (1471-1484) ), vorher Francesco della Rovere, · 21.7.1414 Celle (bei Savona), Rom , St. Peter; Minorit, 1464 Or- densgeneral, 1467 Kard. Als Papst überschüttete S. seinen Orden mit Privilegien , trieb systematischen, schrankenlosen Nepotismus und suchte die päpstl. Finanzen u. a . durch Ablässe , erhöhte Pfrün- denbesteuerung und Vermehrung käufl. Ämter aufzubessern. Seine Politik führte zu Adelskämpfen in Rom , zur Zerrüttung des Kirchenstaates, zu schweren Konflikten mit Staaten Italiens und zum bedrohl. wachsenden Ruf nach Kirchenreform. S. unterstützte die Inquisition (staatl. geprägte Erneuerung in Spanien, 1478). Als bed. Mäzen förderte er Kunst und Wissenschaft (u. a . Bereicherung der Vat. Bibliothek; Bau des Hospitals S. Spirito und der Kirchen S. Ma- ria del Popolo, S. Maria della Pace, der Sixtin. Kapelle im Vatikan ), verkö das verweltliche Renaissancepapsttum. Sixtus V. (24.4.1585 – 27.8.1590) ( Sixtus V (1585-1590) ), vorher Felice Peretti (als Kard. Montalto), · 13.12.1521 Grottamare (Mark Ancona ), Rom , zunächst St. Peter, dann S. Maria Maggiore; S. kam aus ärnissen, wurde schon als Kind dem Orden der Franziskanerkonven- tualen übergeben, 1564 Ordensgeneral, 1566 Bf. von SantAgata dei Goti, 1570 Kard., 15711577 auch Bf. von Fermo, unter Gregor XIII. weitgehend ausgeschaltet. S. war eine überragende Per- sönlichkeit, vereinigte strenge kirchl. Gesinnung im Geist der vom Konzil von Trient eingeleiteten Reform mit organisator. Talent und staatsmänn. Klugheit. Nach der Zerrüttung unter den Vorgängern schuf er mit eiserner Härte Sicherheit und Ordnung im Kirchen- staat . Die kath. Reform und Gegenreformation seiner Vorgänger Pius V. und Gregor XIII. setzte er innerkirchl. und in der Kirchen- politik Europas konsequent fort, reformierte und straffte die Kurie (Neuorganisation in 15 ständige Kard.-Kongregationen, eine Art Fachministerien), begrenzte die Zahl der Kardinäle auf 70 (gültig bis 1958) und förderte die röm. Zentralisation der kath. Kirche (u. a . durch Neuregelung der pflichtgemäßen Rombesuche der Bischöfe: «Visitatio liminum » mit Statusbericht über das Bistum). Seine über- eilte, ungenügende Vulgataausgabe der Bibel mußte nach seinem Tod zurückgenommen werden. Als einer der gewaltigsten rrn unter den Päpsten schuf er maßgeblich das barocke Rom . Soter (166? – 174?) ( St. Soter (166-175) ), hl., später als Märtyrer verehrt, wohl Römer aus Kampanien. Nach den alten Bischofslisten war S. nach Anicetus der 12. Nachfolger Petri; bezeugt sind Korrespondenz mit anderen Christengemeinden und Liebesgaben (nach Korinth). S. ist nicht der Verfasser des sog. 2. Clemensbriefs. Offenbar wurde unter ihm Ostern auf den Sonntag nach dem 14. Nisan fixiert. Es gibt keinen Anhaltspunkt für ein Martyrium. Stephan I. (12.5.254 – 2.8.257) ( St. Stephen I (254-257) ), hl., Römer, Calixtuskatakombe. Seine Amtszeit verlief äußerl. ruhig zw. den Christenverfolgungen der Ks. Decius und Valerianus, erfuhr aber im Ketzertaufstreit schwere innerkirchl. Kämpfe, die zum Bruch mit den Kirchen Afri- kas (Cyprian von Karthago) und Kleinasiens führten. S. forderte mit starker Betonung des röm. Vorrangs die Annahme des röm. Brauches (Verbot der Wiedertaufe «Abgefallener») in der ganzen Kirche . Obwohl kein Operfolgung, wurde S. später als Märtyrer verehrt. ·Stephan (II.) (März 752) ( Stephen II (752) ), röm. Presbyter. Als Nachfolger des Pap- stes Zacharias am 22. (23.?)3.752 gewählt, starb er am 26. (25.?)3.752 noch vor der Bischofsweihe, so daß er Zeitgenossen und dem gan- zen MA nicht als Papst galt (bis 1960 in Papstlisten als S. II. gezählt, wodurch sich die Ordnungszahl der folgenden Stephan-Päpste um eins erhöhte). Stephan II. (26.3.752 – 26.4.757) ( Stephen II (752-757) ), vorher röm. Diakon . Im Zerwürf- nis mit dem oström. Kaiser und in der schweren Bedrohung durch die Langobarden vollzog S. den (v. a . durch Bonifatius ) vorbereiteten Bund des Papsttums mit den Franken: 754 begegnete er dem Franken-Kg. Pippin III. dem Jüngeren in Ponthion und Quierzy, salbte ihn erneut und verlieh ihm den Titel «Patricius Romanorum». Nach zwei siegreichen Feldzügen gegen die Langobarden begründete Pippin durch Schenkung an den hl. Petrus 756 den (späteren) Kirchenstaat . Stephan III. (7.8.768 – 24.1.772) ( Stephen III (768-772) ), sizil. Herkunft, Rom , St. Peter; röm. Presbyter. In den Wirren nach dem Tod Papst Pauls I. wurde zunächst Constantinus II. gewaltsam erhoben, dann (von der Lango – bardenpartei) Philippus. Nach beider Sturz wählte die franken- freundl. Partei unter Führung des Primicerius Christophorus am 1.8.768 den Presbyter S.; Christophorus und sein Anhang nahmen an den Gegnern grausame Rache. Zur Wiederherstellung der Ord- nung hielt S. im April 769 eine Lateransynode, an der auf S.s Bitte auch 13 fränk. Bischöfe teilnahmen. Der geblendete Constantinus II. wurde erneut verurteilt und in ein Kloster verwiesen, seine Weihehandlungen für ungültig erklärt. Die beschlossene Neu- ordnung der Papstwahl blieb ohne prakt. Bedeutung. Die Bilderverehrung wurde gebilligt, die Ikonoklastensynode von 754 verur- teilt. Der Versuch des schwächl. S., durch ein Bündnis mit dem Langobarden-Kg. Desiderius gegen Karl den Großen zu opponieren, führte zum blutigen Sturz der fränk. Partei in Rom . Der Nachfolger Hadrian I. kehrte zur frankenfreundl. Politik zurück. Stephan IV. (22.6.816 – 24.1.817) ( Stephen IV (816-817) ), Römer, Rom , St. Peter. Er stellte den Frieden mit Ks. Ludwig I.dem Frommen wieder her, erneuerte 816 in Reims das Bündnis Stephans II. von 754 und salbte und krönte Ludwig mit der aus Rom mitgebrachten « Krone Konstantins» zum Kaiser, worin eine Vorbereitung des späteren Bündnisses zw. Ludwig I. und dem Papsttum (Paschalis I.) gesehen werden kann. Stephan V. (Sept. 885 – 14.9.891) ( Stephen V (885-891) ), Römer; im Verfall der karoling. Macht ohne Zustimmung Ks. Karls III. erhoben, der sich beruhigen ließ, aber den erbetenen Schutz gegen die Sarazenen nicht leisten konnte. Ebenfalls vergebl. wandte sich S. an Byzanz. S. krönte not- gedrungen 891 Hzg. Wido (II.) von Spoleto und Camerino zum Kaiser. Im Ringen des Ostfränk. und Byz. Reiches um die Slawenmission verbot S. den Weitergebrauch des Slawischen in der Litur- gie, wodurch der großmähr. Raum im wesentl. der lat. Kirche verbunden blieb. Stephan VI. (Mai 896 - Aug. 897) ( Stephen VI (896-897) ), Römer, Sohn des Presbyters Jo- hannes; von Papst Formosus zum Bf. von Anagni geweiht; dessen haßerf üllter Gegner. S. vollzog rasch den Anschluß an die in Rom wieder vorherrschende spoletin. Partei und hielt ( Anfang 897) in einer röm. Basilika drei Tage über die exhumierte Leiche des For- mosus Gericht («Leichensynode»). S. wurde im Juli 897 in einem Volksaufstand von Anhängern des Formosus abgesetzt und im Aug. im Kerker erdrosselt. Stephan VII. (wohl Mitte Jan. 929 Ende – Febr. 931) ( Stephen VII (929-931) – listed as an anti-pope ), Römer, Sohn des Teudemund, Rom , St. Peter; Kard.-Presbyter von S. Anasta- sia. S. wurde wie sein Vorgänger Leo VI . erhoben, als der abgesetzte Johannes X. noch im Kerker lebte. S. blieb unter der beherrschen- den Marozia machtlos, war offenbar betagt und nur als Platzhalter gedacht, bis Marozias Sohn Johannes XI. die Nachfolge überneh- men konnte. Stephan VIII . (14.7.939 – Ende Okt. 942) ( Stephen VIII (939-942) ), Römer; gelehrter Kard.- Priester von SS. Silvestro e Martino. S. wurde durch Alberich (II.) erhoben und blieb völlig von ihm abhängig. Auch die Unter- stü tzung der Klosterreformen in Burgund (Odo von Cluny), Frank- reich und Italien erfolgte in Abstimmung mit Alberich. Adel und Volk in Frankreich und Burgund mahnte S. bei Strafe der Exkommunikation zur Anerkennung ihres Kg. Ludwig IV. (Entsendung munikation zur Anerkennung ihres Kg. Ludwig IV. (Entsendung des Legaten Bf. Damasus und Wiedereinsetzung des Ebf. Hugo von Reims mit Übersendung des Palliums, 942). Nach späteren, unsicheren Quellen hat S. zuletzt an einem Komplott gegen Albe- rich teilgenommen, ist deshalb eingekerkert und verstümmelt wor- den und an den Wunden gestorben. Stephan IX . ( 3.8.1057 – 29.3.1058) ( Stephen IX (1057-1058) ), vorher Friedrich von Lothrin- gen, Sohn Hzg. Gozelos von Lothringen, Bruder Hzg. Gottfrieds des Bärtigen von Lothringen, des mächtigsten Herrn in Italien nach dem Tod Ks. Heinrichs III. (1056), Florenz, dort im Dom; S. war Archidiakon der Domkirche von Lüttich, kam r049/50 durch Papst Leo IX. nach Rom , wurde 1051 Bibliothekar und Kanzler der röm. Kirche , ging r054 mit Kard.-Bf. Humbert von Silva Candida und Ebf. Petrus von Amalfi als Mitglied der röm. Gesandtschaft nach Konstantinopel, die dort das Morgenländ. Schisma auslöste. S. zog sich nach Montecassino zurück, wurde Abt und im Juni 1057 auch Kard.-Presbyter von S. Grisogono. S. wurde wenige Tage nach dem Tod Victors II. zum Papst gewählt, ohne Rücksprache mit dem dt. Königshof. Die Zustimmung der Ksn. Agnes erfolgte jedoch nachträgl. S. vertrat die polit. maßvolle frühe Phase des Reform- papsttums, doch steuerte die Kurie bald einen schärferen Kurs an (Humbert; Hildebrand –> Gregor VII) nicht zuletzt infolge der polit. unsicheren Lage Italiens. Symmachus (22.11.498 – 19.7.514) ( St. Symmachus (498-514) ), hl., · Sardinien. Nach dem Tod des Papstes Anastasius II . wählte die Mehrheit den Diakon S. (Weihe in der Lateranbasilika), die byzantinerfreundl. Minderheit (mit Unterstützung des Senats unter Festus) unmittelbar darauf den Archipresbyter Laurentius (Weihe in S. Maria Maggiore). Die fol- genden schweren Wirren wurden durch die Entscheidung des Ost- goten-Kg. Theoderich des Großen für S. nur vorübergehend beige- legt. Die röm. Synode 499 sollte künftige Papstwahlen sichern, eine weitere Synode (501, zur Prüfung der Anschuldigungen gegen S.) lehnte ein Gerichtsurteil über S. ebenso ab wie Kg. Theoderich. Da- bei entstanden um S. die «Symmachianischen Fälschungen», in Form und Sprache plumpe, erfundene Papstprozesse, um im Symmachus-Prozeß die Doktrin zu stützen, der Papst könne von nie- mandem gerichtet werden. Die blutigen Unruhen endeten erst 506, als Kg. Theoderich im Konflikt mit Ostrom Laurentius endgültig fallen ließ und dieser bald darauf starb. S. wurde jetzt in alle Rechte eingesetzt und erwies sich als Vertei chten Glaubens, auch als Förderer kirchl. Bautätigkeit. Die Päpste von T Telesphorus (125? – 136?) ( St. Telesphorus (125-136) ), hl. Nach der ältesten röm. Bischofsliste des Irenäus von Lyon war T. der 7. Nachfolger des Petrus und wahr- scheinl. das führende Mitglied des Leitungskollegiums für etwa zehn Jahre. T. galt lange als Märtyrer (unter Ks. Hadrian), doch sind Chronologie und alle Angaben unsicher. ·Theoderich (Sept. 1100 Jan. 1101) ( Theoderic (1100-1102) – listed as an anti-pope ); 1084 Kard.-Diakon von S. Maria in via Lata. Th. war einer der wichtigsten Parteigänger des Gegenpapstes Clemens III., der ihn zum Kard.-Bf. von Albano er- hob. Nach dessen Tod (8.9.1100) wurde Th. zum Papst erhoben, so- gleich konsekriert und in St. Peter inthronisiert. Auf dem Weg zu Ks. Heinrich V. von den Anhängern Paschalis II. im Jan. 1101 gefangengenommen und nach Rom zurückgebracht, starb Th. 1102 als Gefangener im Kloster zur Heiligsten Dreifaltigkeit in La Cava. Theodor I. (24.11.642 – 14.5.649), Grieche, · Jerusalem , Sohn eines Bischofs. Sein Pontifikat ist vom monenerget.-monothelet. Streit geprägt. Der erste byz. Papst führte nach dem Versagen Honorius I. den Kampf gegen den Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei) energ. fort und exkommunizierte die Patriar- chen von Konstantinopel Pyrrhos I. und Paulos II. Jener war von Th. als Patriarch gegen Paulos II. zunächst anerkannt worden, weil er der Häresie abgeschworen hatte, war dann aber rückfällig geworden; dieser hatte sich offen für den Monotheletismus ausgesprochen. Der von Maximus Confessor nachhaltig unter- stützte Th. sandte Bf. Stephan von Dor als päpstl. Vikar in die schwer zerrüttete Kirche Palästinas und bereitete die Lateran- synode vom Okt. 649 Ks. Constans II. nahm Th.nicht mehr Stellung. ·Theodor ( Ende 687) ( Theodore I (687) – listed as an anti-pope ). Nach dem Tod Johannes V. (686) bereits Kandidat der röm. Miliz, wurde der röm. Archipresbyter Th. nach dem Tod Konons (2r.9.687) erneut, diesmal gegen den Archidiakon Paschalis, zum Papst erhoben. Im Verlauf des darauffolgenden Streits der beiden Kontrahenten fiel die Wahl im Okt./Dez. 687 je- doch auf Sergius I.; der nicht geweihte Th. unterwarf sich sogleich. Seine Bezeichnung als Gegenpapst ist daher wahrscheinl. unzutreffend. Theodor II. (Dez. 897) ( Theodore II (897) ), Römer. In seinem 2ot ägigen Pontifikat be- mühte er sich um Ordnung der Wirren in Rom . Er ließ die aufge- fundene, geschändete Leiche des Papstes Formosus im alten Grab der Peterskirche ehrenvoll bestatten, durch eine Synode die Be- schlüsse der «Leichensynode » Stephans V und auch die Weihen des Formosus für gültig erklären. Die Päpste von R Romanus (Aug. - Nov. 897) ( Romanus (897) ), ‚“ Gallese, Sohn des Konstantin ; röm. Presbyter von S. Pietro in Vincoli. Nach der Gefangensetzung und Ermordung Papst Stephans VI. wurde R. wahrscheinl. von Partei- gängern des postum geschändeten Papstes Formosus erhoben. Über die kurze Amtszeit ist fast nichts bekannt. Nach einer Angabe aus dem rr. Jh. wurde R. nach vier Monaten Mönch, woraufhin Theodor III. zum Papst erhoben wurde, der die E Formosus wiederherstellte. Das Ende des R. ist unbekannt. Die Päpste von U View attachment 2180 Urban I. (222 – 230) ( St. Urban I (222-230) ), hl., Römer. Seine acht- bis neunjähr. Leitung der röm. Gemeinde fiel in die rel. tolerante Regierungszeit des Ks. Ale- xander Severus. Das Schisma des Gegenpapstes Hippolyt dauerte an. Aufgrund der unsicheren Quellenlage sind Berichte über ein Martyrium U.s unglaubwürdig. Seit dem frühen MA wurde U. als Patron der Winzer und des Weinbaus verehrt, da sein Fest (25.5.) in den Beginn der Rebenblüte fällt und deshalb auch als Lostag galt. Urban II. (12.3.1088 – 29.7.1099) ( Blessed Urban II (1088-1099) ), sel., vorher Odo von Chatillon, · um 1035 Chatillon-sur-Marne, aus einer Adelsfamilie der Cham- pagne; nach Studien in Reims bei Bruno dem Kartäuser Kanoniker und Archidiakon in Reims, Prior in Cluny, seit 1079/80 in Rom , Kard.-Bf von Ostia, 1084/85 Legat Gregors VII. in Deutschland, am 12.3.1088 im normann. Terracina bei Gaeta zum Papst gewählt. Im Investiturstreit konnte U. (nach dem äußeren Scheitern Gregors VII.) die Gegensätze mildern, das ksl. Schisma (Gegenpapst Clemens III.) weitgehend überwinden und dem «gregorianischen» Clemens III.) weitgehend überwinden und dem «gregorianischen» Reformpapsttum zum Durchbruch verhelfen. Auf der Synode von Clermont (1095) beantwortete U. den Hilferuf aus Byzanz mit dem Aufruf zum (ersten) Kreuzzug , womit er die Kreuzzugsbewegung einleitete. Urban III. (25.11.1185 – 20.10.1187) ( Urban III (1185-1187) ), vorher Uberto Crivelli, · Mai- land, Ferrara, Dom; Archidiakon von Bourges , dann von Mai- land, 1182 Kard., 9.1.1185 Ebf. von Mailand. Am 25.11.1185 wurde U. in Verona zum Papst gewählt. Wegen der Unruhen in Rom resi- dierte er in Verona.1186 kam es über den Trierer Bischofsstreit zum Bruch mit Ks. Friedrich I. Barbarossa, der deshalb seinen Sohn Heinrich VI. in den Kirchenstaat einrücken und U. in Verona ein- schließen ließ. Ein Versuch des Kaisers, neue Verhandlungen aufzu- nehmen, scheiterte an der Flucht U.s in das kaiserfeindl. Ferrara, wo er starb. Urban IV. (29.8.1261 – 2.10.1264) ( Urban IV (1261-1264) ), vorher Jacques Pantaleon, · um 1200 Troyes, Sohn eines Flickschusters, Perugia, dort im Dom, im 20. Jh. Übertragung nach Troyes, Saint-Urbain; Kanoniker in Laon, Archidiakon in Lüttich, 12471249 und 1251 päpstl. Legat für Livland , Pommern und das Reich , 1253 Bf. von Verdun, 1255 Patr. von Jerusalem . U. wurde als Kompromißkandidat in Viterbo gewählt und gekrönt. Er kam als Papst nie nach Rom , residierte in Viterbo und Orvieto, bahnte die Übertragung von Neapel und Sizi- lien an Karl von Anjou an (15.8.1264 vertragl. festgeled führte 1264 das Fronleichnamsfest für die ganze Kirche ein. Urban V. ( 28.9.1362 – 19.12.1370) ( Blessed Urban V (1362-1370) ), sel., vorher Guillaume de Gri- moard, · um r3r0 Schloß Grisac bei Mende, aus südfrz. Adel , Avignon , Marseille, St-Victor; Benediktiner, Abt von St-Ger-main-d Auxerre und St-Victor in Marseille, Legat Clemens VI. und Innocenz VI. in Italien . U. wurde in Avignon gewählt, war ein reformeifriger Förderer der Studien, doch polit. weltfremd. Nach (unbarmherziger) Eroberung des zerrütteten Kirchenstaates durch Kard. Albornoz ging U. auf Drängen Ks. Karls IV., der Römer, Francesco Petrarcas und der hl. Birgitta von Schweden 1367 von Avignon nach Rom , kehrte aber 1370 enttäuscht nach Avignon zurück. Seine Kreuzzugsbemühnungen brachten nur eine kurzfristige Eroberung Alexandrias. Urban VI . (8.4.13781 – 5.10.1389) ( Urban VI (1378-1389) ), vorher Bartolomeo Prignano, · um 1318 Neapel, Rom , St. Peter; 1363 Ebf. von Acerenza, 1377 von Bari , seit der Rückkehr Gregors XI. von Avignon nach Rom Leiter der päpstl. Kanzlei. U. war kein Kard. und deshalb nicht im Kon- klave, als er unter starkem Druck des erregten röm. Volkes, das einen Römer oder wenigstens Italiener forderte, gewählt wurde. Es ist nicht völlig sicher, ob die erforderl. Zweidrittelmehrheit für ihn zu- stande kam. Mit Ungestüm ging U., dem treffl. Eigenschaften und Leitungserfahrung nicht fehlten, an die Reform. Durch heftiges, ver- letzendes Eifernüberwarf er sich rasch mit den selbstbewußten Kardinälen (größtenteils frz. Herkunft). Aus dem Zwiespalt wurde offe- ner Aufruhr, als sich 13 frz. Kardinäle nach langem Bedenken am 2.8.1378 von U. lossagten. Am 9.8. veröffentlichten sie ein Manifest: die Wahl U.s sei, weil durch Aufruhr der Römer erzwungen, ungül- tig und der päpstl. Stuhl erledigt. Neben den nicht unbegründeten Bedenken hinsichtlich der Wahlvorgänge wurde für die Kardinäle bes. die Überzeugung ausschlaggebend, daß U. wegen offenkundi- ger Geistesstörung unfähig (incapax) sei, das höchste Kirchenamt zu bekleiden. Dieses Argument muß durchaus ernst genommen wer- den. Am 20.9.1378 wählten die frz. Kardinäle, die in Kg. Karl V. von Frankreich und Kgn. Johanna von Neapel Rückhalt fanden, in Fondi Robert von Genf als Clemens VII. zum Papst . Auch die wenigen it. Kardinäle, die nicht mitgewählt hatten, aber mit dem Vorgehen ein- verstanden waren, erkannten Clemens VII. an; dieser ging bald nach Avignon . Damit begann das Große Abendländ. Schisma , das erst mit der Wahl Martins V. 1417 auf dem Konzil von Konstanz beendet werden konnte. Weder die Zeitgenossen noch Kirchenhistoriker konnten bislang zufriedenstellend entscheiden, welche der zwei, seit dem Konzil von Pisa 1409 drei Papstreihen im Schisma die rechtmä- ßige sei. Den größten Teil der Regierung U. s prägte der Streit um das Kgr. Neapel, das U. der Kgn. Johanna entzog und ihrem Vetter Karl (III.) von Durazzo übertrug. Im fortgesetzten Streit ließ U. sechs sei- ner Kardinäle, die ihn unter Kuratel stellen wollten, verhaften, fol- tern und fünf von ihnen hinrichten. Urban VII. ( 15. – 27.9.1590) ( Urban VII (1590) ), vorher Giambattista Castagna, · 1521 Rom ; seit 1551 im diplomat. Dienst der Kurie , 1553 – 1573 Ebf. von Rossano, 1562/63 Teilnahme von Konzil von Trient , 1583 Kard. U. strab nach zwölftägigem Pontifikat an Malaria . Urban VIII. (6.8.1623 – 29.7.1644) ( Urban VIII (1623-1644) ), vorher Maffeo Barberini , · 1568 Florenz, aus einer Kaufmannsfamilie; 1604 – 1607 Nuntius in Paris, 1606 Kard., 1608 – 1617 Bf. von Spoleto, 1611 – 1614 Legat von Bo- logna. U. war gut gebildet, ein Freund und Förderer der Künste und Wissenschaften. Seine Regierung fiel in die schwerste Zeit des Drei- ßigjährigen Kriegs. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Paul V. und Gregor XV. stellte er die Subsidienzahlungen an die kath. Partei (Kaiser und Liga) ein, unterstützte, auch unter dem Druck Kard. Ri- chelieus, Frankreich gegen Habsburg und damit indirekt die prot. Partei, drängte aber seit 1632 zum Frieden (unter fakt. Preisgabe der Gegenreformation ). Sein hemmungsloser Nepotismus prägte seine unglückl. Politik v. a . in Italien ebenso wie seine für den Kirchen- staat ruinöse Finanzpolitik zusammen mit einer grandiosen Bautätigkeit (Weihe der Peterskirche, 1626). Er bekämpfte den Gallika- nismus und Jansenismus (Verurteilung des «Augustinus» von Bf. C. Jansenius, 1642) und verurteilte Galileo Galilei (1633). ·Ursinus , Gegenpapst (24.9.366 – 16.11.367) ( Ursinus (366-367) – listed as an anti-pope ), nach 384. Unmittel- bar nach dem Tod des Papstes Liberius (24.9.366) erhob eine Min- derheit den röm. Diakon U., der sofort von Bf. Paulus von Tribur geweiht wurde. Die aristokrat. Mehrheit wählte Damasus I. (ge- weiht am 1.10.366 in der Lateranbasilika). Nach blutigen Krawallen im Okt. 366 verbannt, konnte U. im Sept. 367 zurückkehren, mußte aber am 16.11.367 auf ksl. Befehl Rom verlassen. Er wurde nach Köln verbannt, trat nach Damasus Tod (11.12.384) erneut hervor, wurde aber durch die Wahl des Siricius endgültig ausgeschaltet. Die Päpste von V View attachment 2181 Valentinus (Aug. - Sept. 827) ( Valentine (827) ), röm. Archidiakon . V. wurde nach dem Tod Eugens II. einmütig gewählt und in St. Peter geweiht. Er starb schon nach 40 Tagen. Victor I. (189? – 198?) ( St. Victor I (189-199) ), hl., wohl kein Märtyrer . Unter diesem energ. Bischof trat in der röm. Gemeinde das lat. Element stark hervor, Bischof trat in der röm. Gemeinde das lat. Element stark hervor, ebenso der röm. Führungsanspruch im Osterfeststreit. Sein schrof-fes Vo . Widerstand, bes. bei Irenäus von Lyon. Victor II. (13.4.1055 – 28.7.1057) ( Victor II (1055-1057) ), vorher Gebhard, · um 1020 aus edelfreiem schwäb. Geschlecht , Arezzo , Ravenna, S. Maria Ro- tonda (Grabmal Theoderichs des Großen); 1042 Bf. von Eichstätt, Vertrauter Ks. Heinrichs III., der den heftig Widerstrebenden im Herbst 1054 zum Nachfolger Papst Leos IX. bestimmte. Erst Anfang März 1055 willigte V. ein, als ihm die Beibehaltung seines Bistums sowie die Rückgabe von Gütern an die röm. Kirche zugesi- chert wurden. V. wurde am 13.4.1055 (Gründonnerstag) in St. Peter inthronisiert und setzte die Kirchenreform in enger Verbindung mit dem Kaiser fort. Dieser übertrug ihm zur Sicherung der Reichs- interessen die Verwaltung des Herzogtums Spoleto und der Mark- grafschaft Fermo. Zur Regelung der südital. Probleme (Normannen) traf sich V. im Sept. 1056 in Goslar mit dem Kaiser, stand aber am 5.10. zu Bodfeld an Heinrichs III. Sterbelager, der seinen un- mündigen Sohn Heinrich IV. dem bes. Schutz des Papstes empfahl. V. setzte den Kaiser in Speyer bei, sicherte die Regentschaft der Ksn. Agnes , krönte den Knaben Heinrich IV. in Aachen, veranlaßte den Treueid der Fürsten und vermittelte den Frieden mit den bisherigen Hauptgegnern. Im Febr. 1057 kehrte V. nach Italien zurück, hielt Hauptgegnern. Im Febr. 1057 kehrte V. nach It Synoden im Lateran und in Arezzo , wo er starb. Victor III. ( Wahl 24.5.1086, Weihe 9.5.1087 – 16.9.1087) ( Blessed Victor III (1086-1087) ), sel., vorher Dauferius/Daufari, · um 1027 , vermutl. Benevent, Montecassino, dort Benediktiner, zunächst Eremit, dann Mönch (Mönchs- name: Desiderius) in Benevent, seit 1055 in Montecassino, dort 10581087 Abt (Blütezeit der Abtei), 1059 Kard., Anhänger des Re- formpapsttums im Investiturstreit , wegen seiner Verbindung zu Ks. Heinrich IV. von Papst Gregor VII. für ein Jahr exkommuniziert. Als V. nach dem Tod Gregors als Vertreter einer versöhnlicheren Politik gewählt wurde, zögerte er die Annahme hinaus und wurde erst ein knappes Jahr später geweiht. Er hielt sich meist in Monte- cassino auf. ·Victor (IV.) , Gegenpapst (März 1138 – 29.5.1138) ( Victor IV (1138-1139) ), vorher Gregor von Ceccano, vielleicht aus dem Geschlecht Conti Kard.-Presby- von Ceccano, vielleicht aus dem Geschlecht Conti Kard.-Presby- ter, von Paschalis II. 1112 abgesetzt, von Calixtus II. restituiert, im Papstschisma 1130 Anhänger Anaklets II. Nach dessen Tod wurde V. von den Pierleoni Mitte März 1138 gegen Innocenz II. aufgestellt. Er unterwarf sich schon am 29.5.1138 . ·Victor (IV.) , Gegenpapst (7.9.1159 – 20.4.1164) ( Victor IV (1159-1164) – listed as an anti-pope ), vorher Ottaviano di Monticelli, aus einer Seitenlinie der Crescentier, Lucca, dort 1138 Kard. Am 7.9.1159 wurde V. von der Minderheit der Kardin äle gegen Alexander III . gewählt, vom röm. Senat und Volk anerkannt und am 4.10.1159 in Farfa geweiht. Auf der von Ks. Friedrich I. Bar- barossa berufenen Synode zu Pavia wurde V. 1160 bestätigt, in Eng- land und Frankreich , zum Teil auch im ksl. Machtbereich abgelehnt. Vigilius (29.3.537 – 7.6.555) ( Vigilius (537-555) – listed as an anti-pope ), Römer aus senator. Adel erstrebte ehr-geizig das Papstamt und hatte sich der Ksn. Theodora gegenüber verpflichtet, für die Anerkennung des Monophysitismus zu wirken. Er wurde nach Absetzung des Papstes Silverius unter dem Druck des byz. Feldherrn Belisar gewählt und nach dem Tod des Silverius allgemein anerkannt. Als Papst suchte V. am Glauben des Konzils von Chalkedon (451) festzuhalten. Im Dreikapitelstreit wurde er 547 auf Befehl Ks. Justinians I. nach Konstantinopel gebracht, wo er durch würdelosen Wankelmut jede Glaubwürdigkeit verlor und sich bedeutende Teilkirchen von ihm trennten. Er starb auf der Rückreise nach Rom in Syrakus und blieb noch auf Jahrhunderte geächtet. Seine Leiche wurde nach Rom überführt. Vitalianus (30.7.657 – 27.1.672) ( St. Vitalian (657-672) ), hl., · Segni, Sohn des Anastasius, Rom , St. Peter. Als Papst stellte er die (vorher gestörten) Bezie- hungen zur byz. Reichsgewalt wieder her. Polit. war V. völlig von Ks. Konstans II. abhängig, der ihm 666 Ravenna entzog, das er auto- kephal machte. Nach der Abkehr Englands vom iroschott. Kirchen- brauch 664 bestimmte V. Theodor zum Ebf. von Canterbury und Neuorganisator der angelsächs. Kirche . Er war ein Gegner des Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi ie Ansicht, daß in Christus göttl. und menschl. Wille sei). Quellen und Literatur Die nachfolgenden bibliographischen Angaben wollen bei aller Beschrän- kung auf das Notwendigste Zugänge zur eingehenden Besch äftigung mit der Geschichte des Papsttums eröffnen. Grundsätzlich muß auf die einzel- nen, spezielles Schrifttum enthaltenden Papstartikel und alle das Papsttum betreffenden Beiträge in den neueren Nachschlagewerken und Lexika ver- wiesen werden. Umfangreiche Quellen- und Literaturangaben (in Aus- wahl ) finden sich in folgenden Beiträgen: Köpf, U., « Papsttum», Die Religion in Geschichte und Gegenwart 6 (42003), 866902. Schwaiger, G., « Papst /Papsttum», Lexikon des Mittelalters 6 (1993), 166 168 . , « Papst /Papsttum», Lexikon für Theologie und Kirche (31998), 132 133 . , «Papstgeschichtsschreibung », Lexikon für Theologie und Kirche (31998), 13361339. , «Papstliste», Lexikon für Theologie und Kirche (31998), 134 13 0. , «Papstwahl» , Lexikon des Mittelalters 6 (1993), 16911693. , «Papsttum» (I. Kirchengeschichtlich), Theologische Realenzyklopädie 2 (199 ), 64 6 6. Bibliographien zur Papstgeschichte: Archivum Historiae Pontificiae, Rom 1963 ff. Revue dHistoire Ecclesiastique, Löwen 1900 ff. Darstellungen: Barraclough, G., The Medieval Papacy, London 1968. Borgolte, M., Petrusnachfolge und Kaiserimitation. Die Grablegen der Päp- ste, ihre Genese und Traditionsbildung, Göttingen 1989, 21995. Bredekamp, H./Reinhardt, V. (Hg.), Totenkult und Wille zur Macht . Die unruhigen Ruhestätten der Päpste in St. Peter, Darmstadt 2004. Caspar, E., Das Papsttum unter fränkischer Herrschaft , Darmstadt 1956. , Geschichte des Papsttums, 2 Bde., Tübingen 1930 1933 (bis Mitte .). Del Re, N. (Hg.), Vatikanlexikon. Deutsche Bearbeitung von E. Bordfeld, Augsburg 1998. Denzler, G. (Hg.), Reihe « Päpste und Papsttum» , Stuttgart 1971 ff. Döllinger, I. von, Papstfabeln des Mittelalters, München 21890, Neuausgabe von G. Landmann, Essen 1991. Enciclopedia dei Papi, Rom 2000 ff. Eubel, K./Gauchat, P./Ritzler, R./Sefrin, P., Hierarchia catholica medii et recentioris aevi sive summorum pontificum, S.R.E. cardinalium, ecclesia- rum antistitum series e documentis tabularii praesertim Vaticani collecta, digesta, edita, 8 Bde., Padua 18981978 (Bde. 13 219131923). Feine, H. E., Kirchliche Rechtsgeschichte, I. Die katholische Kirche , Wei- mar 51972. Fink, K. A ., Papsttum und Kirche im abendländischen Mittelalter , München 1981 (Taschenbuchausgabe München 1994). Fischer-Wollpert, R., Lexikon der Päpste, Regensburg 21998. Franzen, A ./Bäumer, R., Papstgeschichte, Freiburg i. Br. 21980. Fuhrmann, H., Die Päpste. Von Petrus zu Johannes Paul II ., München 1998. Gelmi, J., Die Päpste in Lebensbildern, Graz u. a . 21989. Gnilka, J., Petrus und Rom . Das Petrusbild in den ersten zwei Jahrhunder- ten, Freiburg u. a . 2002. Greschat, M. (Hg.), Das Papsttum I/II (Gestalten der Kirchengeschichte 11/12), Stuttgart u. a . 1984 1985. Haendler, G., Die Rolle des Papsttums in der Kirchengeschichte bis 1200. Ein Überblick und achtzehn Untersuchungen, Göttingen 1993. Haidacher, A ., Geschichte der Päpste in Bildern. Mit einem geschichtlichen Überblick von J. Wodka, Heidelberg 1965. Haller, J., Das Papsttum . Idee und Wirklichkeit, 5 Bde., Urach-Stuttgart 2 1316; Neudruck als Taschenbuchausgabe mit Register, 5 Bde., Reinbek bei Hamburg 1965). Heim, M. (Hg.), Theologen, Ketzer, Heilige . Kleines Personenlexikon zur Kirchengeschichte, München 2001. Hergemöller, B.-U., Die Geschichte der Papstnamen , Münster 1980. Hiestand, R. (Hg.), Hundert Jahre Papsturkundenforschung. Bilanz Me- thoden Perspektiven, Göttingen 2003. Hilaire, Y.-M. (Hg.), Histoire de la Papaute. 2000 ans de mission et de tribu- lations. Cartes, annexes, index, bibliographie. Preface du cardinal Pou- pard, Paris 1996. Il primato del vescovo di Roma nel primo millennio. Ricerche c testimoni- anze. Atti del Symposium Storico-Teologico Roma (9 .13. Okt. 1989), Rom (Vatikanstadt) 1991. Kelly, J. N. D., Reclams Lexikon der Päpste, Stuttgart 1988. K at des Bischofs von Rom . Entwicklung Dogma Ökumenische Zukunft , Freiburg 2004. Knopp, G., Vatikan . Die Macht der Päpste, München 31997. Levillain, Ph. (Hg.), Dictionnaire Historique de la Papaute, Paris 1994. Lexikon der Päpste und des Papsttums (Lexikon für Theologie und Kirche kompakt), Freiburg/Basel/Wien 2001. Maccarrone, M., Romana Ecclesia Cathedra Petri, 2 Bde., Rom 1991. Maron, G., Papsttum und Päpste in der Neuzeit, in: Theologische Rund- schau 60 (1995), 404429. Mondin, B., Dizionario enciclopedico dei Papi. Storia e insegnamenti, Rom 1995. Morris, C., The Papal Monarchy. The Western Church from 1050 to 1250, xford 1989. Pacaut, M., La papaute des origines au concile de Trente, Paris 1976. Das Papstamt . Anspruch und Widerspruch. Zum Stand des ökumenischen Dialogs, herausgegeben vom Johann-Adam-Möhler-lnstitut, Münster 1996. Paravicini Bagliani, A ., Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfällig- keit, München 1997. Paschini, P./Monachino, V., l Papi nella storia, 2 Bde., Rom 1961. Pastor, L. Frhr. von, Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittel- alters, 16 Bde. in 22 Teilbdn., Freiburg i. Br. 1886 1933, mehrere Auf- lagen, zuletzt 19551961. Pesch, R., Die biblischen Grundlagen des Primats, Freiburg u. a . 2001. Richards, J., The Popes and the Papacy in the Early Middle Ages (476752), London 1979. Rossi, F., Der Vatikan . Politik und rganisation, München 2004. Sc äpstliche Primat . Seine Geschichte von den Urspr üngen bis zur Gegenwart , Würzburg 1990. Schimmelpfennig, B., Das Papsttum . Von der Antike bis zur Renaissance , Darmstadt 41996. Schmidlin, J., Papstgeschichte der neuesten Zeit , 4 Bde., München 19331939. Schwaiger, G., Päpstlicher Primat und Autorität der Allgemeinen Konzilien im Spiegel der Geschichte , Paderborn 1977. , Papsttum und Päpste im 20. Jahrhundert. Von Leo XIII. zu Johannes Paul II ., München 1999. Seppelt, F. X., Geschichte der Päpste, 5 Bde., München, 2I, 2II, III 19541956, IV. und V. neu bearbeitet von G. Schwaiger 219571959 (von den Anfängen bis zur Französischen Revolution ). -/Schwaiger, G., Geschichte der Päpste. Von den Anfängen bis zur Gegen- wart, München 1964. Stehle, H., Die Ostpolitik des Vatikans 19171975, München/Zürich 1975. , eimdiplomatie im Vatikan . Die Päpste und die Kommunisten, Zürich 1993. Ullmann, W., Kurze Geschichte des Papsttums im Mittelalter , Berlin /New York 1978. Wolf, H./Burkard, D./Muhlack, U., Rankes «Päpste» auf dem Index. Dogma und Historie im Widerstreit, Paderborn 2003. Zimmermann, H., Das Papsttum im Mittelalter . Eine Papstgeschichte im Spiegel der Historiographie, Stuttgart 1981. , Papstabsetzungen des Mittelalters, Graz u. a . 1968. Publikationsorgane des Vatikans: Acta Apostolicae Sedis , Rom 1909 ff. (anstelle der Acta Sanctae Sedis mo- natlich erscheinendes amtliches Gesetzes- und Verordnungsblatt des Apo- stolischen Stuhles). Acta Sanctae Sedis , Rom 18651909 (zunächst offiziös, seit 1904 amtliches Publikationsorgan des Apostolischen Stuhles). LOsservatore Romano (vatikanische Tageszeitung für Politik und Religi , Rom 1861 ff., seit 1929 Vatikanstadt; offiziöses, nicht amtliches Organ). Die Päpste von X Xystus –> Sixtus (St. Sixtus I ( 115-125) — also called Xystus I ) Die Päpste von Z Zacharias (10.12.741 – 22./23.3.752) ( St. Zacharias (741-752) ), hl., letzter Papst gr. Herkunft, Rom , St. Peter; gerühmt werden seine friedl. Gesinnung und große Güte. Er wurde am 3.12. gewählt und am 10.12.741 geweiht. Z. suchte gute Beziehungen zu Byzanz, baute aber auch die Verbin- dungen seiner beiden Vorgänger zum Frankenreich weiter aus. Er unterstützte Winfrid Bonifatius in der Bistumsorganisation und der Reform der fränk. Kirche , legitimierte 751 Pippin den Jüngeren zur Ausschaltung des letzten Merowingers (Childerich III.) und bestä- tigte ihn als König . Damit schuf er die Voraussetzungen für den Bund , den sein Nachfolger Stephan II. mit den Franken schloß. Zephyrinus (198? – 217?) ( St. Zephyrinus (199-217) ), hl., wohl kein Märtyrer . Er bekämpfte (nach anfängl. Duldung) den Montanismus und Monarchianismus (christolog. und trinitar. Kontroversen), geriet dabei aber (nach der Darstellung Hippolyts von Rom , der ihm mangelnde Bildung vor- warf) in die Nähe des Modalismus . Zosimus ( 18.3.417 – 26.12.418) ( St. Zosimus (417-418) ), hl., gr. Herkunft, Rom , Lauren- tius-Heiligtum an der Via Tiburtina. Z. war wenig vertraut mit der lat. Mentalität. V. a . durch Betonung der röm. Primatsrechte in der Gesamtkirche kam es zu einer Reihe von Fehlgriffen, z. B. der Erhe- bung von Arles zur Metropole Galliens und der anfängl. Unterst üt- zung der Häretiker tius, die Z. aber bald darauf verurteilen mußte.