Mythologie aus aller Welt

Die Erschaffung des Menschen

Die Erschaffung des Menschen
Die Götter riefen die Göttin Mami zu sich und sprachen zu ihr:
‚Du weise Mami du bist die Schönste unter den Göttern du bist der göttliche Mutterschoß bilde uns Lullu den Menschen damit er als das herrlichste Wesen der Schöpfung erscheine!‘
Mami antwortete:
‚So einfach geht das nicht; erst muß man eine Form schaffen nach der der Mensch gebildet werden kann.‘ So wurde das Bild des zu schaffenden Menschen zunächst in Lehm geformt und dann formte Mami aus diesem Lehm der mit Götterblut gemischt war den Menschen und machte ihn zu einem lebenden Wesen.
Vor Nintu die Muttergöttin wurden vierzehn Mutterschöße gebracht; die Zahl der Schwangerschaftsmonate wurde auf sieben festgesetzt und zu Repräsentantinnen der Muttergöttin wurden geweihte Tempelfrauen berufen. Ea erschien im Hause der Schicksalsbestimmung und dann öffnete er den Mutterschoß er befruchtete die Muttergöttin Mami. Mami war die Mutter die mit Ea das Menschenpaar erzeugte. Darauf gingen Ea und Mami wieder in das Haus der Schicksalsbestimmung zurück und sprachen Beschwörungsformeln um Unglück abzuwehren und eine glückliche Geburt zu bewirken.
Mami warf die Beschwörung auf den Lehm der der Formung der Menschen diente nahm von dem Lehm vierzehn Stücke ab und legte sieben davon zur Linken und sieben zur Rechten. Dazwischen setzte sie den Geburtsstein rief die ‚weisen Frauen‘ und die zweimal-sieben Mutterschöße; und nun formten sieben die Knaben und sieben die Mädchen. Diese Mütter oder Mutterschöße vollbrachten das Werk für sie indessen Mami die Gestalten der Menschen in den Lehm zeichnete.
So wurden die Menschen aus Götterblut und Erde erschaffen den Göttern zu Liebe und ihre vornehmsten Pflichten bestehen darin die Hacke zu ergreifen den Tragkorb auf die Schulter zu nehmen und Tempel zu erbauen in denen die Götter verehrt werden. Ferner sollen sie den Boden kultivieren Kanäle anlegen Grenzsteine setzen und Kornspeicher erbauen.
Sie sollen alles dies tun um den Göttern zu huldigen denn darin liegt ihre Lebensaufgabe und zugleich ihr Heil.

Ishtars Fahrt in die Unterwelt

Ishtars Fahrt in die Unterwelt (Teil I)

Einst begab sich Ishtar die Göttin der Fruchtbarkeit in die Unterwelt hinab.

Düster war die Wohnstatt der Toten das Land ohne Rückkehr dessen Bewohner sich von Lehm nähren müssen und auf dessen Türen und Riegeln dicker Staub liegt; wahrlich ein finsterer trostloser Ort.
Dorthin gelangte Ishtar und als sie an das Tor kam rief sie dem Pförtner zu:
‚He! öffne dein Tor damit ich eintreten kann! öffnest du nicht so zerschmettere ich die Tür und hebe sie aus den Angeln daß alle Toten herauskommen und die Lebenden quälen!‘
Der Pförtner antwortete ihr:
‚Halt ein Herrin! Zerschmettere die Tür nicht! Ich will hingehen und meine Herrin die Göttin Ereschkigal benachrichtigen und ihr dein Kommen ankündigen!‘
Er trat vor Eresdlkigal und überbrachte seine Nachricht mit den Worten:
‚Deine Schwester Ishtar steht am Tore sie die die großen Freudenfeste feiert und die Fluten des Meeres aufwühlt.‘
Als Eresdlkigal dies hörte ward sie bleich und sprach:
‚Was will sie hier? Hier trinke ich Wasser mit den Geistern der Unterwelt Lehm dient uns zur Nahrung und um alle trauere ich die hierhergekommen sind. Hier gibt es nichts was ein Herz begehren könnte. Doch gut laß sie herein öffne ihr das Tor und behandle sie nach den alten Gesetzen die hier gelten!‘

So öffnete der Pförtner das Tor der Unterwelt und sprach zu Ishtar:
‚Tritt ein Herrin die Unterwelt wird sich über dein Kommen freuen!‘
Damit band er ihr das Kopftuch ab und Ishtar fragte verwundert:
‚Warum bindest du mir mein Kopftuch ab?‘ Sie erhielt aber nur zur Antwort:
‚Tritt ein Herrin denn also lautet das Gebot der Herrscherin des Totenreiches!‘
Am zweiten Tor wurden Ishtar die Ohrgehänge abgenommen am dritten der Halsschmuck am vierten die Schmuckstücke an ihrer Brust am fünften der Gürtel mit den magischen Steinen die die Geburten erleichtern helfen am sechsten die Spangen an ihren Armen und Füßen und am siebenten und letzten Tor schließlich ihr Lendentuch.
Immer wieder fragte Ishtar den Pförtner warum er dies tue und an jedem Tor erhielt sie dieselbe Antwort daß es so der Wille der Herrscherin des Totenreiches sei.

Es war nämlich ein Gebot daß man das Reich der Toten nur nackt betreten dürfe doch Ishtar wußte dies nicht.

Endlich stand Ishtar vor Ereschkigal doch kaum hatte sie die ersten Worte gesprochen da fuhr diese auf sie los und befahl Namtar ihrem Boten ihre göttliche Schwester einzuschließen und sie mit sechzig Qualen zu quälen: Krankheit der Augen Lähmung an Händen und Füßen Krankheit des Herzens Kopfwunden . . . kurz: Qualen über den ganzen Leib.

Nun war Ishtar gefangen bei Ereschkigal in der Unterwelt.

Inzwischen hatte Ishtars Verschwinden auf der Erde üble Folgen gehabt. Alle Fruchtbarkeit jede Liebe war versiegt als sie die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit hinwegging. Jegliches Leben stockte kein Kind ward mehr geboren kein junges Tier. Die Götter waren darum sehr besorgt und Papsukkal ihr himmlischer Bote wandelte in Trauergewändern einher. Er begab sich zu Nannar dem Gott des Mondes und zu Ea dem Weisen unter den Göttern und klagte:
‚Seit Ishtar in die Unterwelt hinabstieg ist auf der Erde alles Leben und Werden erstarrt. Was soll geschehen?‘

Da erschuf Ea einen Spielmann namens Asuschu-Namir und befahl ihm in die Unterwelt hinunterzusteigen und Ereschkigal durch magisches Spiel zu erheitern bis sie den großen Göttern schwöre ihm einen Krug mit Lebenswasser zu geben.
In seinem Trauergewand stieg Asuschu-Namir hinab spielte vor Ereschkigal und begehrte dann von ihr einen Krug Lebenswasser. Ereschkigal wurde sehr zornig und fuhr Asuschu-Namir an:
‚Du begehrst was man nicht begehren darf. So sei verflucht! Was in den Gossen der Stadt ist sei deine Speise; die Abwässer seien dein Trank! Dein Schlafplatz sei der Schatten der Stadtmauern und du sollst auf den Schwellen der Häuser sitzen wie ein Bettler!‘
So verfluchte Ereschkigal den Spielmann Asuschu-Namir.

Asuschu-Namir begab sich zu den Göttern zurück ohne daß es ihm also gelungen war Ishtar zu befreien. Da entsandten die Götter Tammuz den Geliebten der Ishtar hinab zu Ereschkigal Dessen Weisen waren nicht erheiternd keineswegs Tammuz klagte um Ishtar und sehnsuchtsschwer waren seine Weisen. Dies ergriff Ereschkigal und sie sprach zu ihm:
‚Mein Bruder laß ab von deinem Spiel ehe dein Leid mein Herz sprengt. Was du wünschst es sei dir gewährt!‘
Jetzt ließ Ereschkigal Ishtar von Namtar herbeiholen und mit dem Wasser des Lebens besprengen und sogleich flohen Tod und Siechtum von Ishtar.

Nun wurde Ishtar mit Tammuz durch die sieben Tore zurückgeführt und an jedem Tor erhielt sie Kleidung und Schmuck von Namtar zurück. Als sie aber mit Tammuz durch das siebente Tor trat erblickte sie den Himmel und das Licht und fortan nahm alles Leben und Werden auf Erden wieder seinen geordneten Lauf.

Ischtar war der Welt wiedergegeben und Liebe und Fruchtbarkeit kehrten zurück.

Babylonisch Die Erschaffung der Welt

Die Erschaffung der Welt (Teil I)

Einstmals als droben der Himmel noch nicht benannt war drunten die Erde noch keinen Namen trug als der Ozean der uranfängliche beider Erzeuger und das Getose Tiamat die beide gebar ihre Wasser in eins zusammenmischten als kein Feld noch gebildet kein Rohr noch zu sehen einst da von den Göttern kein einziger entstanden kein Name genannt kein Los bestimmt war- da wurden geschaffen
die Götter. Lachmu und Lachamu entstanden weiteste Zeitläufte schwanden.
Himmel und Erde waren noch nicht; allein der uranfängliche Ozean das süße Wasser Apsu und das salzige Wasser Tiamat waren miteinander vermischt und enthielten Mummu die Urform des Seins.
Daraus entstanden Lachmu und Lachamu. Sie bekamen ihre Namen und gehören zu den ersten Göttern.
Nach ihnen entstanden der Himmelsraum Anschar und der Erdraum Kischar. Aus Anschar ging sein Sohn Anu hervor der große Gott des Himmels. Anu erzeugte Ea der an Weisheit und Klugheit alle Götter überragte und stärker war als sein Ahnherr Anschar. Zuletzt entstand Enlil der Herr der bewohnbaren Welt.
Die Götter versuchten Apsu zu überwältigen. Da beriet Apsu sich mit Mummu und sie gingen beide zu Tiamat um sie zu bitten ihnen gegen ihre göttlichen Kinder beizustehen. Da beschloß Tiamat zusammen mit Apsu und Mummu die göttlichen Kinder zu vernichten.
Aber der Gott Ea der alles weiß sprach einige Zauberformeln und Tiamat und Apsu wurden mit Schwäche geschlagen. Dann erzeugte Ea mit seiner Braut Lachamu den groß Gotthelden Marduk der vier Augen und vier Ohren hat damit er alles sehe und höre.
Wie leuchtendes strahlendes Feuer ist Marduks Rede und seine Gestalt überragt alle anderen Götter. Er ist ein Sonnenkind der Frühlinssohn der die Finsternis überwältigt.
Der Gott Quingu Tiamats Gemahl rief Tiamat zur Rache auf. Da sammelte Tiamat ihre Heerscharen; elf widerliche Ungeheuer rief sie zum Kampfe auf und gab ihrem Gatten den Oberbefehl.
Ea führte die Götter gegen sie an aber er war seinen Feinden nicht gewachsen. Ein heftiger Kampf tobte. Ea und die Götter wurden besiegt und mußten weichen und als Anschar Ea aufforderte weiter zukämpfen weigerte sich Ea den Kampf von neuem aufzunehmen.
Da befahl Anschar seinem Sohne Anu die Götter gegen Tiamats grausiges Heer anzuführen aber als Anu die wüste Horde der Feinde erblickte befiel ihn heftige Angst und er bat ihn seines Auftrags zu entheben.
Die führerlosen Götter begaben sich nun wiederum zu Ea und legten ihm nahe seinen Sohn Marduk zu überreden den Kampf zu wagen und zu befehligen. Marduk war zum Kampfe bereit trat vor Anschar und sprach:
‚Noch ehe du zu Ende gesprochen hast werde ich deinen Befehl ausgeführt haben. Wie sollten wir uns vor Tiamat eine Weibe fürchten?‘
‚Wohlan!‘ sprach Ansdiar
‚Bringe Tiamat zur Ruhe daß sie Frieden hält!‘
Marduk verlangte aber für sein Sieg einen hohen Preis: er wollte im Saal der Schicksalsbeschlüsse in dem die Götter jährlich über die Geschicke der Welt entscheiden vor allen die Würde des obersten Gottes haben damit sein Wort und sein Gebot im Himmel und auf Erden für Götter und Menschen Geltung besitze.
Anschar konnte Marduk diese Bedingung nicht zugestehen; so rief er alle Götter im Saal der Schicksalsbeschlüsse zusammen ließ ein großes Mahl für sie bereiten und wollte sie veranlassen bei Speise und Trank Marduks Bedingung zu erwägen und in Anbetracht der großen Gefahr anzunehmen.
Alle Götter traten in großer Angst und mit furchtbarem Schrecken in den Saal der Schicksalsbeschlüsse küßten einander zur Begrüßung setzten sich an die Tafel und begannen zu essen und zu trinken. Obwohl sie bald trunken waren zauderten sie doch immer noch Marduks Bedingung anzunehmen denn sie hielten ihn nicht für fähig zu regieren.
Schließlich forderten die Götter Marduk auf einen Beweis dafür zu liefern daß er genügend Macht und Kraft zur Herrschaft über die Götter besitze.
Sie legten ein Kleid vor ihn und forderten ihn auf:
‚O Marduk der du als Wehbeherrscher über göttliche Kraft gebietest! Dein Wort genügt zu erschaffen und zu vernichten. Befiehlst du es so vergeht das Kleid; befiehlst du dann wiederum so ersteht es neu!‘
Da sprach Marduk sein machtvolles Wort und das Kleid verging im gleichen Augenblick. Wiederum sprach Marduk sein machtvolles Wort und das Kleid erstand neu. Als die Götter dies sahen riefen sie: ‚So sei Marduk unser Herr!‘
Marduk erhielt von den Göttern das Zepter den Thronsessel und das Beil zum Zeichen seiner Macht und daß er die darinliegende Kraft gebrauche. Durch sein Wort schuf Marduk sich Bogen und Speere Keulen und Köcher den Blitz ein Netz um Tiamat darin zu fangen die Winde und Orkane die Wasserflut und den Streitwagen.
Dann erhob er sich in furchterregender Gestalt und hatte ein Kraut in der Hand das Tiamats Gift unschädlich machen konnte.
‚Auf in den Kampf!‘ rief Marduk daß Tiamat der Lebensatem abgeschnitten werde!‘
Als Tiamats Horden Marduks Waffen erblickten befiel sie furchtbare Angst. Tiamat aber rief eine Zauberformel und schmähte Marduk mit höhnender Rede; der aber erfaßte den Zyklon seine Waffe und rief ihr entgegen:
‚Die du Quingu zu deinem Gemahl erkoren und mit ihm beschlossen hast Unheil zu stiften und die Götter zu vernichten – komm her damit wir miteinander kämpfen und uns messen!‘
Tiamat stieß mit weit aufgerissenem Rachen ihre Zauberformeln aus doch Marduk ließ ihr den Sturmwind in den Rachen fahren daß sie das Maul nimmer zu schließen vermochte blähte ihr den Leib mit schweren Stürmen und schoß ihr einen Pfeil in den Schlund der ihr Inneres zerfetzte und ihr Herz mitten durchbohrte. Dann fesselte Marduk Tiamat warf sie nieder und stieg als Sieger auf ihren Körper.
Tiamats Ungeheuer erschraken gewaltig und ergriffen sofort die Flucht doch Marduk holte sie alle ein zerbrach ihre Waffen und fing sie in seinem Netz.
Danach spaltet er Tiamats Leib in zwei Hälften und erschuf daraus den Himmel und die Erde. Er bestellte Wächter und befahl ihnen die Wasser nicht vom Himmel abfließen zu lassen. Als Gegenstück des Himmels erschuf er den Ozean die Wohnstätte des weisen Gottes Ea.
So schuf Marduk Himmel Erde und Meer über die er drei Götter setzte: Anu erhielt den Himmel Enlil (Bel) erhielt die Erde Ea er hielt das Meer.
Weiter erschuf und ordnete Marduk die Sternbilder und bestimmte den Weg der Himmelskörper.
Zu beiden Seiten des Himmels öffnete er die Tore durch welche die Sonne auf- und untergeht; dann bestimmte er die Gestalten und Zeiten des Mondes.
Als die Götter sich bei ihm beklagten es gebe keine Wesen die ihnen huldigten un ihnen Opfer darbrächten beschloß Marduk ihre Wunsch zu erfüllen. So wurde der Mensch erschaffen dessen Aufgabe darin besteht die Götter zu ehren un ihnen zu huldigen.
Marduk beriet sich mit Ea dem Weisen unter den Göttern und sprach zu ihm:
‚Blut will ich nehmen Gebein dazufügen und Lullu erschaffen den Menschen. Ihm soll der Dienst an den Göttern auferlegt werden. Die Götter teile ich in zwei Gruppen: in die Himmlischen und die Irdischen und sie sollen alle gleichermaßen von den Mensehen geehrt werden damit sie zufrieden sind.‘
Ea gab Marduk den Rat zur Erschaffung des Menschen einen der Götter zu nehmen am besten Quingu der Tiamat zum Aufruhr angestiftet hatte. Quingus Blut solle zur Ersthaffung des Menschen verwendet werden.
Marduk befragte die großen Götter und sie billigten Eas Plan. Qingu wurde herbeigeholt und getötet und Marduk erschuf aus seinem Blute den Menschen den er zur Dienst für die Götter verpflichtete. So entstanden die Menschen durch Marduks Umsicht und Eas Klugheit. Die Götter der unteren Welt waren von Dankbarkeit gegen Marduk erfüllt und gelobten ihm einen Tempel zu bauen.
Marduk nahm ihr Angebot freudig an und bestimmte Babel zum Ort des Tempelbaues. Nach einem Jahr war der Tempel vollendet dessen Spitze bis zum Himmel ragte und er wurde Anu Enlil (Bel) und Ea zur Wohnung angewiesen. Da sprach Marduk zu den Göttern:
‚Dies ist Babel das Tor Gottes der Ort unserer Wohnung!‘
Marduk lud alle Götter fünfzig an der Zahl zu einem Festmahl in seinen Tempel. Nachdem sie alle gegessen und getrunken hatten und die Tafel abgeräumt war setzte Marduk mit ihnen die Gebote für die Aufrechterhaltung und Gewähr der Ordnung der Welt fest. Zuletzt hielt Anu ein große Lobrede auf Marduk und besang sein herrliches Werk die Erschaffung und die Erhaltung der Welt:
Er Marduk besiegte Tiamat
er Marduk unterdrücke sie
bis in zukünftige Geschlechter
bis in die spätesten Zeiten!

Quetzalcouatls

Quetzalcouatls

Quetzalcouatls Geburt

Quetzalcouatls Geburt
Im Jahre ‚Eins Rohr‘ wurde – so heißt es Quetzalcouatl geboren den man ‚Unseren Fürsten den Priester Eins Rohr‘ nennt. Man sagt seine Mutter sei eine Frau namens Chimalman ‚Liegender Schild‘ gewesen.
‚Wolkenschlange‘ hatte das weiße Steinmeßer das Abbild der Göttin ‚Obsidianschmetterling‘ zu seinem Gott gemacht und trug es in einem Bündel auf seinem Rücken mit sich herum. Er zog nach dem Lande Comallan um Eroberungen zu machen. Als die Leute von Comallan davon erfuhren gingen sie ‚Wolkenschlange‘ entgegen legten Speise für ihn hin und besänftigten ihn. Danach zog er nach Teeamman. Die Einwohner besänftigten ihn ebenfalls und sprachen: ‚Was macht der Herr? Er möge kommen und seine Stachelpflanze entgegennehmen Danach eroberte ‚Wolkenschlange‘ Colhuacan.
Nachdem er Colhuacan besiegt hatte ging er weiter nach Ueuetocan und Pochtlan. Auch dort war er siegreich. Nun zog er nach Uitznauac um dort auch Eroberungen zu machen. Da begegnete er Chimalman.
Chimalman legte ihren Schild auf den Boden danach Speer und Wurfbrett. Ganz nackt stand sie da ohne Hüftrock und Hemd. Und als ‚Wolkenschlange‘ sie gesehen hatte schoß er seine Pfeile nach ihr. Der erste Pfeil den er schoß ging über ihren Kopf hinweg; sie bückte sich nur. Als er zum zweiten Male nach ihr schoß ging der Pfeil an ihrer Seite vorbei denn sie bog sich zur Seite. Als er zum dritten Male schoß fing sie den Pfeil mit der Hand auf und als er das vierte Mal schoß ließ sie den Pfeil zwischen ihren Beinen hindurchgehen. Nachdem ‚Wolkenschlange‘ viermal vergeblich nach ihr geschoßen hatte kehrte er um und zog von dannen.
Chimalman floh und ließ sich in einer Höhle nieder die in einer Schlucht lag. Noch einmal rüstete sich ‚Wolkenschlange‘ sie zu töten; noch einmal ging er auf die Suche nach ihr. Als er sie nicht fand mißhandelte er die Weiber der Uitznaua. Da sagten die Weiber der Uitznaua:
‚Laßt uns hingehen sie zu holen!‘
Und sie gingen zu Chimalman und sprachen zu ihr:
‚ Wolkenschlange sucht dich; deinetwegen mißhandelt er deine Schwestern.‘
Da ging Chimalman nach Uitznauac.
Wiederum zog ‚Wolkenschlange‘ aus und diesmal begegnete er ihr. Sie hatte nur die Schambinde um wie früher und legte ebenso – wie damals – Schild und Speer nieder. Der erste Pfeil ging wieder über ihren Kopf hinweg der zweite an ihrer Seite vorbei den dritten fing sie mit der Hand auf und der vierte flog zwischen ihren Beinen hindurch. Da ergriff er sie und legte sich zu ihr nieder. Chimalman wurde schwanger.
Ehe ihr Kind geboren wurde quälte es seine Mutter vier Tage lang sehr; dann kam Quetzalcouatl zur Welt. Bei seiner Geburt starb seine Mutter.

Quetzalcouatls

Quetzalcouatls Wirken

Quetzalcouatls Wirken
Im Jahre ‚Zwei Rohr‘ baute sich unser Herr ‚Eins Rohr‘ seine Fastenhäuser Kultstätten und Bethäuser. Vier solcher Häuser baute er sich: ein mit Türkismosaik belegtes Balkenhaus ein Haus aus roter Muschelschale eines aus weißer Muschelschale und eines aus Quetzalfedern. In ihnen betete er diente Gott und brachte seine Zeit mit Fasten zu.
Mitten in der Nacht stieg er zum Waßer hinab um an der Stelle zu baden die man ‚Waßerpalast am Ort des Zinns‘ nannte. Seine Agaveblattspitzen legte er auf den Bergen Xicocotl Uitzco Tzincoc und Nonoualcatepetl nieder. Statt der Agaveblattspitzen dienten ihm grüne Edelsteine zur Kasteiung statt Fichtenzweigen Quetzalfedern bei der Darbringung und er räucherte mit echten Türkisen grünen Edelsteinen und roter Muschelschale. Die lebenden Opfer die er darbrachte waren Schlangen Vögel und Schmetterlinge.
Man berichtet daß er die im Innern des Himmels Thronenden als seine Götter verehrte und anrief – die Göttin ‚Sternenrock‘ und den Gott ‚Sternensonne‘ die ‚Herrin unseres Fleisches‘ und den ‚Herrn unseres Fleisches‘ den ‚Kohlschwarzen‘ und den ‚Blutroten‘ den der die Erde gegründet hat‘ und den ‚der sich über der Erde als Flocke erhebt‘. Er schrie hinauf zum ‚Ort der Zweiheit‘ – so hörten die Alten – dem über dem neunfach verkettet liegenden obersten Himmel. Nur die Götter die dort wohnen rief er an; nur zu ihnen betete er in tiefster Demut und Zerknirschung.
Zu seiner Zeit erst kamen durch ihn große Reichtümer zu den Menschen: grüne Edelsteine und echte Türkise Gold und Silber rote und weiße Muschelschalen Federn der Quetzalvögel und Kotingas der roten Löffelreiher und gelben Trupiale Tzinitzcan und Ayoquan. Er brachte den Menschen auch die vielerlei Arten Kakao und Baumwolle. Ferner war er ein großer Künstler in allen seinen Werken: seinen Eß- und Trinkgefäßen seinen blau grün weiß gelb und rot bemalten Tongefällen und vielem anderen.
Er begann auch einen Tempel für sich zu bauen und errichtete für ihn die Schlangenpfeiler; aber er vollendete ihn nicht und kam nicht damit zum Ziel. Solange er lebte zeigte er sich nicht vor seinen Untertanen. An einem schwer zugänglichen Orte im Innern des Palastes lebte er streng bewacht. Seine Herolde hüteten ihn indem sie ihn mit vielen Mauern umgaben; und so viele Mauern ihn umgaben so viele Scharen von Herolden waren da. Er selbst saß auf einer Matte aus grünen Edelsteinen Quetzalfedern und Gold.
Man sagt daß oft böse Dämonen versuchten ihr Spiel mit Quetzalcouatl zu treiben. Sie drangen in ihn er möge Menschen opfern aber Quetzaleouatl blieb standhaft:
‚Es soll nicht soweit kommen!‘
Denn er liebte seine Untertanen die Tolteken zu sehr als daß er welche von ihnen opfern wollte. Er opferte andere Lebewesen: Schlangen Vögel und Schmetterlinge. Dadurch versetzte er die Dämonen in Zorn so daß sie begannen ihm üble Streiche zu spielen und sie sagten sie wollten ihn arm und elend machen und ihn aus dem Lande treiben wie es dann später auch wirklich geschah.

Quetzalcouatls

Quetzalcouatl und Tezcatlipoca

Quetzalcouatl und Tezcatlipoca (Teil I – Teil II)
Als einst Quetzalcouatl und die Tolteken in der Erfüllung ihrer religiösen Pflichten läßig geworden waren kamen drei Dämonen um ihnen Unheil zu verkünden. Sie taten durch Zeichen und Wunder kund daß Tollan untergehen werde.
Einer der Dämonen war Tezcatlipoca. Man sagt er habe sich in ein altes Männchen verwandelt eines tiefgebeugten weißhaarigen Männleins Gestalt angenommen. So ging er zum Hause Quetzalcouatls. Dort sprach er zu den Dienern:
‚Ich will den Herrn Quetzalcouatl sehen.‘
Da antworteten die Diener ihm:
‚Hebe dich fort Alterchen der Herr ist krank du wirst ihn belästigen.‘
Der Alte aber sagte:
‚Ich muß ihn auf alle Fälle sehen ich muß zu ihm.‘
Und sie sprachen zu ihm:
‚Es ist gut warte! Wir werden dich mit ihm sprechen laßen.‘
Darauf benachrichtigten sie Quetzalcouatl und sagten:
‚Unser Fürst da ist ein altes Männlein gekommen das dich sehen will. Es sieht so aus als sei es eine Falle für dich. Wir haben ihn hinausgeworfen aber er will nicht gehen. Er sagt er wolle den Herrn sehen.‘
Da sprach Quetzalcouatl:
‚Er möge hereinkommen denn ich erwarte ihn schon seit mehreren Tagen.‘
Darauf ließen sie das alte Männlein bei Quetzalcouatl eintreten. Er begrüßte ihn und sprach zu ihm:
‚O Herr! Mein Enkel wie befindest du dich? Hier ist eine Medizin die ich dir mitgebracht habe. Trinke sie.‘
Und Quetzalcouatl erwiderte:
‚Tritt herzu Alter. Es hat dich Mühe gekostet zu mir zu kommen. Schon seit mehreren Tagen erwarte ich dich.‘
Wieder fragte der Alte:
‚Mein Enkel wie befindest du dich?‘
Quetzalcouatl antwortete:
‚Ich bin überall sehr krank; meine Hände meine Füße taugen nirgends mehr etwas mein Leib ist ganz abgestorben kraftlos und wie aus den Fugen gegangen.‘
Da sprach der Alte zu ihm:
‚Hier ist eine Medizin. Sie ist sehr gut und lind und sie berauscht. Wenn du sie trinkst wird sie dich trunken machen und deinen Leib heilen und du wirst weinen dich verwaist fühlen an deinen Tod denken und daran wohin du dereinst gehen sollst.‘
Quetzalcouatl fragte:
‚Wohin soll ich gehen Alter?‘
Darauf sagte der Alte:
‚Du sollst nach Tollan Tlapallan gehen. Ein Mann ist dort der Hüter ein alter Mann; ihr werdet miteinander beraten und wenn du zurückkehren wirst wirst du wieder ein kleines Kind werden.‘
Und der Alte drang von neuem in ihn:
‚Auf trinke die Medizin hier!‘
Quetzalcouatl sagte:
‚Nein Alter; ich werde daran sterben.‘
Aber der Alte sagte:
‚Trink nur es wird dich schon danach gelüsten. Oder meinetwegen stelle den Trank auch nur vor dich hin; deine Seele wird danach lechzen. Koste ihn nur ein wenig.‘
Quetzalcouatl kostete ein wenig; danach trank er ordentlich und sprach
‚Was ist das? Es ist sehr gut es vernichtet meine Krankheit – wo ist sie geblieben? Ich bin nicht mehr krankt‘
Und der Alte sprach zu ihm:
‚Trinke noch einmal die Medizin ist sehr gut dein Leib wird davon stark werden.‘
Darauf trank Quetzalcouatl noch einmal und wurde trunken. Er begann zu weinen und tiefe Niedergeschlagenheit ergriff ihn. Nun erst machte er sich mit dem Gedanken vertraut fortzugehen; seine Entschlußkraft wurde gebrochen und er vergaß diesen Gedanken nie mehr.
Das war ein Werk der Sinneßtörung die der Dämon bewirkt hatte. Die Medizin aber die er ihm gegeben hatte war – wie berichtet wird – der weiße Wein der aus dem süßen Saft der echten Agave bereitet wird.

Quetzalcouatls

Quetzalcouatls Weggang

Quetzalcouatls Weggang (Teil I – Teil IV)
Man sagt daß eine weiße Weihe von einem Speer durchbohrt über den Tolteken dahinflog; da sie nicht fern von ihnen über der Erde schwebte konnten sie sehen wie sie durch die Luft flog. Es heißt weiter daß ein Berg der ‚Grasberg‘ brannte. Bei Nacht sah man von ferne wie er brannte; denn die Flamme leuchtete weithin.
Als die Tolteken das sahen wurden sie unruhig. Sie redeten die Arme zum Himmel empor und allgemeines Geschrei erhob sich; es gab keine Ruhe kein friedliches Leben mehr. Und da sie sahen daß sich hier unheimliche unheilverkündende Dinge begaben sprachen sie:
‚Tolteken! Jetzt ist es aus mit uns jetzt gehen wir dahin! Dahin sind Glanz und Macht der Tolteken! Durch unsere Läßigkeit haben wir das Unheil über uns kommen laßen. Was hilft’s? Wohin in aller Welt sollen wir gehen? Oh wir Unglücklichen! Laßt uns alle unseren Mut zusammennehmen!‘
Man erzählt weiter daß ein Steinregen über die Tolteken niederging; nachdem es Steine geregnet hatte kam vom Himmel ein großer Opferstein herab. An einem Ort hinter Chapultepec fiel er nieder. Da verkaufte eine alte Frau die dort wohnte Opferfahnen. Sie sprach:
‚Nehmt sie hin das sind eure Fahnen.‘ Und die die sterben wollten sagten:
‚Kauft mir eine.‘ Dann gingen sie dahin wo der Opferstein sich befand und ließen sich opfern.
Da war niemand der fragte:
‚Was tun wir eigentlich?‘ Es war als ob sie alle den Verstand verloren hätten. Der Mais soll damals bitter geworden sein so daß die Tolteken ihn nicht mehr in den Mund nehmen geschweige denn eßen konnten. Und eine alte Frau – es heißt es sei der Dämon gewesen der nun die Gestalt einer alten Frau angenommen hatte – ließ sich im Blumenfeld nieder und röstete den Mais. Und der Mais den sie röstete stank über die ganze Welt über alle Menschen: der üble Geruch legte sich auf die ganze Erde.
Als aber die Tolteken den gerösteten Mais rochen dünkte sie der Geruch sehr gut und sie kamen eilends auf kürzesten Wegen herbei – es heißt Ja daß sich die Tolteken aus Entfernungen nichts machten. Als viele beisammen waren tötete der Dämon sie allesamt; keiner sah die Heimat wieder. Fürwahr ein arges Spiel trieb der Dämon mit den Tolteken!
Noch viele andere unheimliche und schreckliche Dinge begegneten den Tolteken so daß Tollan ganz und gar zugrunde ging. Und Quetzalcouatl der darüber höchst beunruhigt und bekümmert war faßte den Entschluß seine Stadt Tollan zu verlaßen.
Er machte sich bereit. Es heißt daß er sein goldenes und rotes Muschelhaus verbrannte; den übrigen Toltekenschatz die Kostbarkeiten vergrub und verbarg er an schwer zugänglichen Orten im Innern der Berge oder in Felßchluchten. Die Kakaobäume verwandelte er in Dornakazien und was es von Schmuckvögeln gab von roten Löffelreihern sandte er voraus; sie flogen vor ihm her nach dem Küstenland.
Als alles soweit war brach er auf. Er wanderte und kam an einen Ort Quauhtitlan wo ein sehr dicker und hoher Baum stand neben den er trat. Darauf besah er sich im Spiegel und sprach:
‚Ich bin alt.‘ Und er nannte den Ort Alt-Quauhtitlan. Dann bewarf er den Baum mit Steinen und die Steine drangen in die Rinde ein sie blieben darin haften. Das kann man noch heute an dem Baum sehen; unten fängt es an und reicht bis zum Wipfel.
Während er weiterwanderte bliesen seine Begleiter die Flöten für ihn. Als er einmal an einem Platze ausruhte setzte er sich auf einen Stein und stützte dabei seine Hände auf. Dann blickte er gen Tollan und weinte und schluchzte; Hagelschauern gleich strömten seine Tränen über sein Gesicht rannen sie und wo sie hinabtropften durchlöcherten sie den Stein. Und als er sich mit den Händen auf den Stein stützte drang seine Handfläche in diesen ein wie wenn er Töpferton sei. Auch sein Gesäß drückte sich wo es auf dem Stein ruhte in ihn ein. Das kann man noch heute an den Vertiefungen sehen; darum nannte er den Platz Temacpaleo ‚wo sich der Handabdruck im Felsen befindet‘.
Danach brach er auf und kam nach dem Ort den man Tepanouayan nennt. Ein Waßer ist dort das sehr breit ist. Er legte einen Stein hin machte eine Brücke und ging auf dieser über den Fluß; danach nannte er den Ort Tepanouayan ‚wo man auf einer Steinbrücke über das Waßer geht‘.
Und wieder brach er auf und gelangte an eine Stätte die man Cozcaapan nennt. Dort wollten ihn die Dämonen zur Umkehr bewegen und am Weiterwandern hindern. Sie sprachen zu ihm:
‚Wohin gehst du? Warum hast du deine Stadt verlaßen? Wer soll dort jetzt dem Gotte dienen?‘
Da erwiderte Quetzalcouatl:
‚Es kann nicht anders sein; ich ziehe auf jeden Fall von dannen.‘
Und die Dämonen fragten ihn:
‚Wohin wirst du gehen?‘
Quetzalcouatl erwiderte:
‚Nach Tlapallan um dort mein Schicksal zu erfahren.‘
Sie fragten ihn weiter:
‚Was wirst du dort tun?‘
Quetzalcouatl antwortete:
‚Ich bin dorthin gerufen worden; die Sonne rief mich.‘
Da sprachen die Dämonen zu ihm:
‚Es ist gut; aber laß doch wenigstens die toltekische Kunst zurück.‘ Quetzalcouatl gab die ganze toltekische Kunst preis: die Goldschmiedekunst die Edelsteinschleiferei die Holzschnitzerei die Steinmetzkunst die Malerei die Anfertigung von Federschmuck. Alles ließen sie ihn auf den Boden werfen alles nahmen sie ihm fort. Darauf warf Quetzalcouatl alle seine Geschmeide ins Waßer und sie wurden vom Waßer fortgeschwemmt. Darum nannte er den Ort Cozeaapan ‚am Fluß des Geschmeides‘.
Quetzalcouatl zog weiter und kam an einen Ort der Cochtocan genannt wird. Dort begegnete ihm ein Dämon und fragte ihn:
‚Wohin des Weges?‘
Quetzaleouatl antwortete:
‚Nach Tlapallan um dort mein Schicksal zu erfahren.‘
Und der Dämon sprach:
‚Gut. Trinke hier den Wein den ich mitgebracht habe.‘
Quetzalcouatl entgegnete:
‚Das ist nicht möglich. Ich darf ihn nicht einmal kosten.‘
Der Dämon drang in ihn:
‚Das darf nicht sein daß du ihn weder trinkst noch davon kosten willst. Denn ich laße niemand von mir gehen dem ich nicht Wein vorsetze den ich nicht trinken laße den ich nicht trunken mache. Also hier ist er vorwärts trink!‘
Da trank Quetzalcouatl den Wein mit einem Saugrohr und als er ihn getrunken fiel er auf dem Wege in Schlaf. Er schnarchte so laut daß man es weithin hörte. Und als er aufgewacht war blickte er nach der einen und der anderen Seite besah sich und glättete sein Haar. Danach nannte er den Ort Cochtocan ‚wo man im Schlafe daliegt‘.
Quetzalcouatl brach auf und erstieg die Paßhöhe zwischen dem Popocatepetl und dem Iztactepetl und es fiel Schnee über die die er bei sich hatte die Zwerge und Buckligen seine Haußklaven; sie starben daselbst vor Kälte. Quetzalcouatl sprach sich Mut zu; er weinte sang und seufzte. Und in der Ferne erblickte er nun bereits den anderen Schneeberg den Poyauhtecatl.
Wiederum brach er auf zog durch alle Lande und berührte alle Städte und man sagt daß er viele Zeichen als Andenken hinterließ. An einer Stelle soll er sich damit belustigt haben daß er einen Berghang querte und so auf den Boden herunterkam von wo er wieder auf einer Strickleiter aus Agavefasern hinaufstieg. An einer anderen Stelle legte er einen Ballspielplatz ganz aus Steinen an. Die Linie die sich in der Mitte des Platzes befindet war in den Boden gegraben und reichte tief hinab. An einer anderen Stelle schoß er einen Pfeil in eine Ceiba und der Pfeil den er schoß war ebenfalls eine Ceiba; er drang von Seite zu Seite hindurch.
An einer anderen Stelle baute Quetzalcouatl ein Haus in der Erde an einer Stätte die man Mictlan nennt. Noch viele andere Dinge tat er allerorten. Man sagt daß er auch allen Bergen Namen gab überhaupt hier auf Erden allen Dingen erst die Namen verlieh. Und nachdem er dann an das Ufer des Meeres gekommen war baute er ein Schlangenfloß. Als es fertig geworden war setzte er sich darauf und es diente ihm als Schiff. So fuhr er von dannen und wurde auf dem Waßer entrückt. Niemand weilt wie er nach Tlapallan gelangte.
Andere sagen daß Quetzalcouatl im Jahre ‚Eins Rohr‘ am Ufer des Himmelswaßers anlangte weinte seinen ganzen Schmuck ablegte und sich danach selbst verbrannte. Und man sagt daß seine Asche emporstieg nachdem er sich verbrannt hatte und daß dann alle möglichen Vögel mit kostbarem Gefieder erschienen die man in die Höhe zum Himmel fliegen sah: Löffelreiher und Kotingas Tzinitzcan und Ayoquan Papageien Araras und Loros und alle sonstigen Arten von Schmuckvögeln. Nachdem die Asche ganz verflogen war stieg das Herz Quetzalcouatls vor aller Augen empor. Es ging zum Himmel und in den Himmel ein.
Die Alten erzählen das Herz Quetzalcouatls habe sich in einen Stern verwandelt der in der Morgendämmerung erscheint und zum erstenmal sichtbar wurde als Quetzalcouatl starb. Man nannte ihn nunmehr den ‚Herrn der Dämmerung‘. Nachdem Quetzalcouatl gestorben war war er zuerst vier Tage lang unsichtbar; es heißt daß er damals in der Unterwelt weilte. Weitere vier Tage lang war er Knochen; erst nach acht Tagen erschien der große Stern den man Quetzalcouatl nennt. Und man sagt daß dann erst Quetzalcouatl zum Gott wurde.
Bevor Quetzalcouatl auf seinem Weggang ans Meer kam soll er zwanzig Jahre in Cholula gelebt haben und beim Verlaßen dieser Stadt vier vornehme tugendhafte Jünglinge mit sich genommen haben.
Als er mit ihnen in die Provinz Coatzacoalco kam sandte er sie wieder zurück und trug ihnen neben etlichen guten Lehren die er ihnen gab auf den Bewohnern von Cholula zu verkünden daß in zukünftigen Zeiten über das Meer aus dem Osten weiße Männer kommen würden mit langen Bärten gleich ihm selbst. Diese würden Herren der Länder von Mexiko werden.

Die Urzeit und die Götter

Die Urzeit und die Götter (Teil I – Teil II)
Aus den Bilderschriften aus den Berichten der Alten und derer die in früherer Zeit Priester waren geht hervor daß die Vorfahren einen Gott mit Namen ‚Herr unseres Fleisches‘ verehrten deßen Frau die ‚Herrin unseres Fleisches‘ Xochiquetzal war. Diese beiden hatten ihren Ursprung und Wohnort im dreizehnten Himmel von deßen Anfängen niemand je etwas erfuhr.
Beide Gottheiten erzeugten vier Söhne.


Der älteste hielt der rote Tezcatlipoca weil er bei seiner Geburt ganz rot war. Die Bewohner von Uexotzinco und Tlaxcala nannten ihn Camaxtli.


Der zweite war der schwarze Tezcatlipoca das war der größte und schlimmste von allen denn er herrschte und vermochte mehr als die anderen drei da er im Mittelpunkt aller Wesen und Dinge entstanden war. Er war bei seiner Geburt schwarz.


Der dritte war Quetzalcouatl mit anderem Namen ‚Nacht und Wind‘ genannt; und der vierte und jüngste war der ‚Herr des Knochens‘ oder die ‚zwölfköpfige Schlange‘ Uitzilopochtli.


Der war bei seiner Geburt lediglich Knochen ohne Fleisch und blieb so sechshundert Jahre. In dieser ganzen Zeit geschah von sehen der Götter nichts.


Nach Ablauf dieser sechshundert Jahre traten die vier Götter zusammen und meinten es würde gut sein wenn sie jetzt Ordnung und Gesetz einführten. Man übertrug es Quetzalcouatl und Uitzilopochtli den Dingen ihre Ordnung zu geben.


Da schufen die beiden zuerst das Feuer sodann eine halbe Sonne die aber – weil sie nicht ganz war – nur schwach leuchtete. Dann schufen sie ein Menschenpaar: einen Mann Oxomoco und ein Weib Cipactonal. Sie befahlen ihnen das Land zu bebauen; das Weib solle spinnen und weben und von beiden solle das gemeine Volk abstammen. Arbeit nicht Genuß und keine Freude solle immerdar ihr Los sein. Und der Cipactonal gaben die Götter Maiskörner damit sie sie bei Krankenheilungen anwende und sie zu Wahrsagerei und Zauberei gebrauche.


Weiter erschufen die beiden Götter die Tage und verteilten sie auf die Monate auf einen jeglichen zwanzig so daß es achtzehn Monate und dreihundertsechzig Tage im Jahr gab. Danach erschufen sie den Herrn und die Herrin der Unterwelt und versetzten sie dorthin ferner die Himmel vom dreizehnten abwärts das Waßer und darin einen großen Fisch nach Art eines Kaimans namens Cipactli aus dem sie nachher die Erde machten.


Um aber Gott und Göttin des Waßers zu schaffen taten sich alle vier Götter zusammen. So schufen sie Tlaloc und sein Weib Chalchiuhtlicue ‚Edelsteinrock‘ die Göttin des Waßers zu denen man betet wenn man des Regens bedarf.
Endlich machten alle vier Götter gemeinsam aus dem Fisch Cipactli die Erde.

Tatenen

Wird als Mann mit einem langen falschen Bart und einer Krone aus Widderhörnern der Sonnenscheibe und zwei langen Federn dargestellt.
– Steht für das Innere der Erde und den Urhügel.
– Schutzherr der Wege des Re: sorgt dafür dass Res Totenbarke nicht auf Hindernisse stößt.
– Totengott (begleitet königliche Tote durch die Unterwelt wie Amunhirkhopshef Sohn von Ramses III. im Tal der Königinnen)
– Zwitterhaftes Wesen. – Als Schöpfergott hat er den Titel ‚Vater der Götter‘ ein Papyrus im Berliner Museum bezeichnet ihn als ‚Gestalter und Mutter der den Ursprung zu allen Göttern gab‘.
Zusammenschmelzung mit: Ptah-Sokar Ptah-Sokar-Osiris Ptah-Tatenen.
(Quelle: www.selket.de)

Selket

Selket ist die Abkürzung von Selket hetyt – Die die Lungen atmen lässt.
Darstellung
Wird mit einem Skorpion auf dem Kopf oder als Skorpion dargestellt. Seltene Abbildung als Frau mit Messer und einem Löwen- und Krokodilkopf der ihre hintere Seite beschützt. Genauso selten wie ihre Darstellung als Schlange.
– Mutter des Nehebu-Kau
– Heilerin und Magierin Zauberer und Ärzte tragen den Titel eines ‚Leiters der Selket‘.
– Schutzgöttin über einen der 4 Horussöhne Kebehsenuef der die Gedärme des Verstorbenen behütet.
Beim Auftreten des Königs fungiert sie zusammen mit Neith als Schutzzeichen. Im ägyptischen Totenbuch ist Selket die Beschützerin der Verstorbenen und die Lebenden behütet sie vor Skorpionstichen. Bewahrt den Sonnengott Re vor Dämonen und sendet 7 Skorpione um Isis vor Seth zu schützen.
(Quelle: www.selket.de)

Schu

Wird meistens mit dem Schriftzeichen seines Namens (einer Feder) auf dem Kopf und mit erhobenen Armen oder mit Löwenkopf abgebildet.
– Bruder und Gemahl der Feuchtigkeit Tefnut
– Gott der Luft und des Sonnenlichts
– Verkörpert den Raum zwischen Himmel und Erde.
In den Pyramidentexten werden die Knochen des Schu möglicherweise die Wolken vom Pharao als Aufstieg zum Himmel benutzt In der Unterwelt wird Schu zum gefährlichen Gott der eine Truppe von Folterknechten und Henkern leitet. Aber er schützt auch vor den grausamen Schlangengott Apophis.
(Quelle: www.selket.de)

RE

Re – ‚Der Hörende‘
Darstellung
Am häufigsten Falkenkopf mit Sonnenscheibe auf dem Kopf.
Hat verschiedene Erscheinungsformen als Tier je nach Ort ist er: Löwe Schakal Kater Spitzmaus Ichneumon Krokodil oder Fisch; manchmal auch mumienförmig mit Schlangenkopf dargestellt.
In der Unterwelt erscheint er auch widderköpfig.
In Geschichten wird er als in die Jahre gekommener König mit Fleisch aus Gold Knochen aus Silber und Haar aus Lapislazuli ist.
– Sonnengott – Bei Tag fährt er mit seiner Sonnenbarke über den Horizont. Bei Nacht mit seiner Nachtbarke durch die Unterwelt.
– Schöpfergott – Tritt aus einer Lotusblüte oder aus einem Ei hervor.
Verschmelzungen: Amun-Re Re-Atum Re-Harachte Sobek-Re Chnum-Re Re-Harachte-Atum-Horus-Chepre.
Viele Gottheiten steigerten ihre Göttlichkeit durch eine Verbindung mit Re
(Quelle: www.selket.de)

Ptah

Ptah – Der Former
Trägt immer ein enganliegendes Gewand und eine enge Kappe.
Sein Szepter besteht aus dem Djed-Pfeiler (Symbol der Dauer) dem Uas-Zepter (Symbol göttlicher Herkunft) und dem Ankh-Kreuz (Symbol des Lebens).
– Gemahl der Göttin Sachmet
– Vater des gemeinsamen Sohnes Nefertem (Triade von Memphis).
– Schutzgott der Handwerker Goldschmiede und Bildhauer.
– Schöpfergott (er erschuf die Menschen durch Gedanken und mit Worten).
– Totengott (Verschmelzungen: Ptah-Sokar und Ptah-Sokar-Osiris).
– Fruchtbarkeitsgott (Verschmelzung mit Tatenen).
Der Apisstier ist Ptahs Repräsentant und Inkarnation auf Erden.
(Quelle: www.selket.de)

Nefertem

Man erkennt ihn an der Lotosblüte (manchmal mit zwei Federn darauf) auf dem Kopf.
Wegen seiner Mutter wird er auch als Löwe oder auf dem Rücken eines Löwen dargestellt.
In Memphis ist er der Sohn des Ptah und der löwengestaltigen Göttin Sachmet. In Buto ist er er Sohn der Göttin Buto die ebenfalls auch als Löwin dargestellt werden kann. Seltener wird er als Sohn der Katzengöttin Bastet bezeichnet.
– Gott des Wohlgeruchs.
– aus seiner Lotusblüte soll einer Sage nach die Sonne aufsteigen.
Verbindet sich in später Zeit mit vielen anderen Göttern darunter Thot und Horus
(Quelle: www.selket.de)

Month

– wird als Falke mit einer Sonnenscheibe und zwei Federn als Kopfschmuck dargestellt
– Kriegsgott
– besiegte die Gegenspieler der Götter und sollte somit auch den König bei seinem Sieg über die Feinde helfen.
– besondere Verehrung wurde ihm in der 11. Dynastie zuteil als sich viele Pharaonen Mentuhotep (‚Month ist zufrieden‘) nannten.
– Hauptkultstätte war zu dieser Zeit Theben aber Amun löste ihn hier nach und nach ab später wurde Hermonthis zum Hauptkultort
(Quelle: www.selket.de)

Isis und Osiris

Die Göttin Nuth war heimlich von Geb schwanger geworden.
Gott Re bemerkte es und verwünschte sie daß sie in keinem Monat und in keinem Jahr ein Kind zur Welt bringen werde. Aber Thot fühlte Liebe zu Nuth und als er einmal mit Jah ein Brettspiel spielte gewann er ihr ein Siebzigstel jedes Tages ab. Daraus bildete er fünf neue Tage die er an das Ende des Jahres stellte. Am ersten dieser fünf Tage wurde Osiris geboren.
Als Osiris König ward und mit seiner Gemahlin Isis herrschte brachte er seine Untertanen von ihrer ärmlichen und wilden Lebensweise ab. Er unterrichtete die Menschen im Ackerbau gab ihnen Gesetze und lehrte sie die Götter verehren. Später zog er durch das Land um alle zur Gesittung anzuhalten wobei er nur selten von den Waffen Gebrauch machte vielmehr allenthalben durch Überredung sein Ziel erreichte. Er lehrte sie Gesang und Musik und allerlei Künste.
Als Osiris einmal abwesend war ließ Seth alles beim alten da Isis wohl achtgab und ihm gegenüber energisch auftrat. Aber als Osiris zurückkehrte sann Seth auf eine List; er verschwor sich mit 72 Männern und zog auch die gerade anwesende Königin Aso aus Äthiopien ins Vertrauen. Heimlich verschaffte er sich das Körpermaß des Osiris fertigte danach einen schönen Schrein an und ließ ihn bei einem gemeinsamen Mahl hereinbringen.
Als die Anwesenden den Schrein erblickten und bewunderten sagte Seth im Scherz:
‚Wer genau hineinpaßt der bekommt ihn zum Geschenk.‘
Alle Gäste versuchten es der Reihe nach aber keiner hatte das rechte Maß.
Zuletzt stieg Osiris hinein und legte sich darin nieder. Da eilten die Verschworenen herbei legten den Deckel darauf nagelten ihn fest gossen geschmolzenes Blei darüber schafften den Schrein an den Fluß und ließen ihn ins Meer treiben.
Das geschah am siebenten Tage des Monats Hathor an dem die Sonne den Skorpion durchläuft im 28. Jahr der Regierung des Osiris.
Als Isis erfuhr was geschehen war schnitt sie eine ihrer Locken ab und legte ein Trauerkleid an.
Außer sich vor Schmerz irrte sie umher und ließ niemanden vorüber ohne ihn anzusprechen. Sogar Kinder fragte sie ob sie den Schrein gesehen hätten. Zufällig hatten sie ihn gesehen und nannten ihr die Nilmündung durch die er ins Meer getrieben war. Weiter erfuhr Isis daß Osiris ohne sein Wissen ihrer Schwester beigewohnt habe im Glauben sie sei Isis und sie sah den Kranz von Honigklee den er bei ihr zurückgelassen hatte.
Da suchte Isis das Kind das ihre Schwester gleich nach der Geburt aus Furcht vor Seth ausgesetzt hatte. Von Hunden geführt fand sie es nach langem Suchen zog es auf und behielt es bei sich; es erhielt den Namen Anubis und mußte für die Götter Wache halten.
Isis hörte daß der Schrein in der Gegend von Byblos vom Meer an den Strand geworfen und an einer Zeder gesehen worden sei. Diese Zeder schoß schnell zu einem großen Baum in die Höhe und wuchs um den Schrein herum sodaß er fortan in ihrem Stamm verborgen war. Der König des Landes sah den schönen Baum ließ ihn fällen während der Schrein dem Auge unsichtbar darinnen steckte und als Pfeiler in seinem Palaste aufstellen. Auf wunderbare Weise erfuhr Isis davon; sie begab sich nach Byblos und setzte sich als armes unglückliches Weib an einen Brunnen. Sie sprach mit niemandem außer mit den Dienerinnen des Königs; gegen diese war sie freundlich flocht ihnen das Haar und hüllte sie in den wunderbaren Duft der von ihr ausströmte. Als die Königin das wahrnahm befahl sie die fremde Frau zu ihr zu bringen deren Haar und Körper so herrlich dufteten. So wurde Isis geholt und als Amme des Kindes der Königin angestellt.
Isis nährte das Kind indem sie ihm statt der Brust den Finger in den Mund steckte und bei Nacht verbrannte sie die sterblichen Teile des Körpers. Sie selbst verwandelte sich in eine Schwalbe und flog klagend um die Säule. Die Königin beobachtete sie und als sie ihr Kind brennen sah schrie sie laut auf und raubte ihm dadurch die Unsterblichkeit. Da offenbarte sich die Göttin und bat um die Säule zerhackte die Zeder und warf sich jammernd über den Schrein; der Jüngste Sohn des Königs fiel in Ohnmacht; den ältesten Sohn nahm sie mit sich lud den Schrein in ein Schiff und fuhr davon. Als der Fluß am Morgen einen bösen Wind entfesselte geriet sie in Zorn und lieft das Flußbett versiegen
Sobald Isis allein war öffnete sie den Schrein küßte das Gesicht des Osiris und weinte.
Der Knabe Anubis näherte sich ihr lautlos von hinten und bemerkte ihre Tränen. Isis aber wandte sich erzürnt um und sah ihn mit schreckenerregendem Blick an. Das Kind konnte den Blick nicht ertragen und sank tödlich getroffen zu Boden. Danach unternahm Isis ihre große Reise um ihren Sohn Horus zu suchen. Sie ließ den Schrein der die Leiche des Osiris barg zurück.
Ihn fand Seth der nachts bei Mondenschein jagte zerhackte die Leiche in vierzehn Teile und verstreute sie über das Land. Sobald Isis das erfuhr begab sie sich auf die Suche nach dem Leichnam; in einem Nachen fuhr sie durch die Sümpfe. Sie fand die vierzehn Teile und begrub jedes Stück wo sie es fand.
Daher kommt es auch daß es in Ägypten so viele Gräber des Osiris gibt. Andere wieder behaupteten Isis habe Nachbildungen der Leiche anfertigen lassen und mehreren Städten eine davon übergeben damit Osiris an vielen Stellen Verehrung genösse und Seth wenn er das Grab des Osiris suche durch diese vielen Gräber in die Irre geführt werde.
Dann kam Osiris aus der Unterwelt herauf zu Horus und rüstete ihn für den Kampf aus der ihm bevorstand. Als nun Osiris dem Horus die Frage vorlegte was er wohl für das Erstrebenswerteste in seinem Leben halt gab Horus zur Antwort:
‚Das Unrecht zu rächen das meinem Vater und meiner Mutter angetan worden ist.‘
Darauf fragte ihn Osiris welches Tier ihm am nützlichsten in diesem Kampf erscheine. Horus erwiderte:
‚Ein Pferd° worauf Osiris sich wunderte und bemerkte ob nicht der Löwe nützlicher sei?
‚Nein‘ war die Antwort ‚der Löwe ist nützlich wenn der Mensch sich eines Gegners erwehren muß; das Pferd aber ist nützlich wenn es gilt den Feind zu verfolgen!‘ Daran erkannte Osiris daß Horus genügend ausgerüstet war. Immer mehr Leute schlugen sich auf die Seite des Horus.
Der Kampf zwischen Horus und Seth dauerte viele Tage; endlich aber siegte Horus. Seth wurde gefesselt und der Isis ausgeliefert. Sie tötete ihn nicht sondern befreite ihn von den Fesseln und schickte ihn fort. Darüber geriet Horus in Zorn trat auf seine Mutter zu und riß ihr die Krone vom Haupt. Statt ihrer erhielt sie einen Helm mit einem Rinderkopf. Vor dem Gericht warf Seth dem Horus außereheliche Geburt vor; Horus aber wurde von den Göttern als rechtmäßiger Sohn des Osiris anerkannt.

Tefnut

Darstellung als Löwin oder löwenköpfige Frau.

– Gattin und Schwester von Schu.
– Tochter des Sonnengottes Re-Atum-Chepre.
– Mutter von Geb (Erde) und Nut (Himmel)
– Göttin der Feuchtigkeit.
– Göttin der Hitze und kosmischen Ordnung
– Auge des Re
Kann auch den Charakter der Furcht einflößenden Sachmet haben.

Die Weltzeitalter

Die Weltzeitalter (Teil I – Teil II)
Es wird erzählt daß es vier ältere Menschenschöpfungen gegeben habe.
Im fünften Weltzeitalter im Jahre ‚Eins Kaninchen‘ wurden so erfuhren die Alten Erde und Himmel neu gegründet. Und weiter erfuhren sie: als Erde und Himmel neu gegründet wurden gab es bereits vier Arten von Menschen und vier verschiedene Weltalter denn ebenso viele verschiedene Sonnen waren einander gefolgt. Man schreibt es Quetzalcouatl zu daß er am Tage ‚Sieben Wind‘ die Menschen aus Asche erschuf.
Mit der ersten Weltperiode die ihren Platz einnahm steht der Tag ‚Vier Waßer‘ in Verbindung; man nannte sie ‚Waßersonne‘. Das war die Zeit in der alles vom Waßer fortgerißen wurde und alle Menschen sich in Libellenlarven und in Fische verwandelten.
Der Tag der zweiten Weltperiode die ihren Platz einnahm war ‚Vier Jaguar‘ und ‚Jaguarsonne‘ wurde sie genannt. In diesem Zeitalter begab es sich daß der Himmel einstürzte die Sonne ihren Lauf nicht mehr fortsetzte und schon zur Mittagßtunde Finsternis eintrat. Und als es Nacht geworden war wurden die Menschen von Jaguaren gefreßen. In diesem Zeitalter lebten Riesen und die Alten erzählen von ihrer Verwegenheit.
Der Tag der dritten Weltperiode die ihren Platz einnahm war ‚Vier Regen‘ und sie heißt ‚Regensonne‘. In diesem Zeitalter geschah es daß es Feuer regnete so daß die Menschen dadurch verbrannten und daß es Sand und Steine hagelte wie man berichtet. Damals wurden die vulkanischen Aschen ausgestreut die blasige Lava schäumte auf und die roten Felsen breiteten sich aus.
‚Vier Wind‘ war der Tag der vierten Weltperiode und ‚Windsonne‘ wurde sie genannt. In diesem Weltalter wurde alles vom Winde fortgerißen. Alle Menschen wurden zu Affen. Gott zerstreute sie in die Wälder wo sie noch heute als Affen leben.
‚Vier Bewegung‘ ist der Tag der fünften gegenwärtigen Weltperiode. Sie heißt ‚Sonne der rollenden Bewegung‘ weil sie so wie eine Kugel dahinrollt ihre Straffe am Himmel zieht. Und wie die Alten sagen wird es sich in dieser Weltperiode begeben daß Erdbeben und Hungersnot eintreten durch die wir dermaleinst zugrunde gehen sollen.
Andere sagen daß seinerzeit als die halbe Sonne die Quetzalcouatl und Uitzilopochtli geschaffen hatten nicht genug Licht gab eine andere Sonne erschaffen werden sollte damit die ganze Erde gut erleuchtet sei.
Da machte sich Tezcatlipoca selbst zur Sonne. Die übrigen Götter erschufen daraufhin die Riesen; das waren Menschen von solcher Größe und Kraft daß sie Bäume mit den Händen entwurzelten. Sie lebten von nichts anderem als Eicheln und erhielten sich so lange wie diese Sonne dauerte: dreizehn mal zweiundfünfzig oder sechshundertsechsundsiebzig Jahre. Sie gingen zugrunde als Tezcatlipoca aufhörte Sonne zu sein und zwar wurden sie von Jaguaren gefreßen.
Die Jaguare aber entstanden folgendermaßen: Als die dreizehn mal zweiundfünfzig Jahre vorüber waren wurde Quetzalcouatl Sonne und verdrängte Tezcatlipoca. Er schlug ihn mit einem großen Stock und stürzte ihn ins Waßer hinab. Dort verwandelte sich Tezcatlipoca in einen Jaguar und kam heraus um die Riesen zu töten. Das sieht man noch am Himmel denn es heißt daß das Sternbild des großen Bären deshalb zum Waßer hinabtauche weil es Tezcatlipoca sei; zum Andenken an ihn stehe es oben am Himmel.
Im Zeitalter Quetzalcouatls aßen die Menschen nichts als Fichtenkerne. Quetzalcouatl war weitere dreizehn mal zweiundfünfzig oder sechshundertsechsundsiebzig Jahre hindurch Sonne. Danach verwandelte sich Tezcatlipoca in den Jaguar und gab Quetzalcouatl einen Stoß der ihn herabstürzte und seinem Sonnentum ein Ende bereitete. Und er erregte einen derartigen Sturmwind daß er Quetzalcoul fortriß sowie alle damals lebenden Menschen bis auf wenige die sich in Affen verwandelten.
Nun war die Reihe an TIaloc dem Gott des irdischen Paradieses Sonne zu sein. Er blieb sieben mal zweiundfünfzig oder dreihundertvierundsechzig Jahre hindurch Sonne. In seinem Zeitalter aßen die Menschen nichts als ein Getreide das im Waßer wächst und wie Weizen ist. Nach Ablauf dieser Zeit ließ Quetzalcouatl Feuer vom Himmel regnen hinderte Tlaloc daran weiterhin Sonne zu sein und setzte Tlalocs Weib Chalchiuhtlicue als Sonne ein.
Chalchiuhtlicue aber war sechsmal zweiundfünfzig oder dreihundertundzwölf Jahre lang Sonne. In diesem Zeitalter lebten die Menschen von einem Samen der wie Mais außieht. Von der Geburt der Götter bis zum Abschluß dieses Zeitalters waren zweitausendsechshundertachtundzwanzig Jahre verfloßen; und als Chalchiuhtlicue das letzte Jahr Sonne war regnete es Waßerfluten in solcher Menge daß der Himmel einstürzte und die Gewäßer alle Menschen die damals auf Erden lebten mit sich forttrugen. Aus ihnen entstanden alle Arten von Fischen die es gibt.
Das war das Ende der Menschen und auch der Himmel hörte auf zu bestehen weil er auf der Erde lag.

Hapi

– wird als Mann mit einer Papyrus- oder Lotospflanze auf dem Kopf gezeigt
– seine Hautfarbe ist meist blau oder grün und seine Brüste und Bauchmuskeln sind herabhängend was ihm zum Gott der Nilüberschwemmung und der Fruchtbarkeit macht
– lebt in Felsenhöhlen des Kataraktengebietes und besaß in Assuan seine Hauptkultstätte (Quelle: www.selket.de)

Geb

– die Erde
– brachte Wasser und Pflanzen hervor
– schloss die Toten in seinem Körper ein Im Schöpfungsmythos von Heliopolis war er Bruder und Gatte der Himmelsgöttin Nut und Sohn der Tefnut und des Luftgottes Schu.
(Quelle: www.selket.de)

Chons

Chons – ‚Durchwandler‘
– falkenköpfig mit Mondsichel oder Sonnenscheibe
– auch als Kind mit Seitenlocke und mumiengestaltig dargestellt
– Sohn des Amun und der Mut
– wird oft als Mondgott bezeichnet (Daher auch ‚Durchwandler‘ weil er als Mondgott in der Nacht den Himmel durchquert)
– Orakelgott
– Beschützer vor Krankheiten und wilden Tieren
(Quelle: www.selket.de)

Mut

Mut – ‚Mutter‘
– Gemahlin des Amun
– erscheint oft mit einem bunten Gewand und trägt auf dem Kopf eine Geierhaube und die Krone Ober- und Unterägyptens; in der Hand trägt sie manchmal auch das Papyrus- oder Lilienszepter Oberägyptens.
– auch als Löwe dargestellt
– im Neuen Reich verschmolz sie auch mit der Kriegsgöttin Sachmet und wurde so zur Mut-Sachmet
(Quelle: www.selket.de)

Sachmet

Sachmet – Die Mächtige
Darstellung
Häufig mit menschlichen Körper und Löwenkopf dargestellt.
– Gattin des Ptah Mutter des Nefertem
– Tochter des Sonnengottes Re
– Kriegsgöttin vor der sich selbst Anhänger Seths und die Apophisschlange fürchten.
(Ihre Flammen verbrennen die Körper der Feinde der heiße Wüstenwind gilt als ihr Atem.)
– Heilgöttin
– Verbindung mit katzengestaltiger Bastet.
– Verbindung mit Mut da sich beide in Löwen verwandeln können.
(Quelle: www.selket.de)

Amun

Amun -‚der Verborgene‘
Die hohe Federkrone und das oftmals blau gezeichnete Gesicht weisen darauf hin dass er der Gott des Windes ist.
Er ist aber auch Schöpfergott (in dieser Funktion meistens als Gans dargestellt) und Fruchtbarkeitsgott (Widder); als Schlange erhält er den Beinamen Kematef (‚der welcher seine Zeit vollendet hat‘).
– ab dem Mittleren Reich besondere Vormachtstellung
– im Neuen Reich wurde er mit Re verbunden – Amun-Re
Er wird auch mit der Schöpfungsgeschichte von Hermopolis verbunden. Hier wird er froschartig dargestellt und sein weibliches Gegenstück ist Amaunet
– Hauptkultort: Theben
(Quelle: www.selket.de)

Die Vernichtung der Menschen

Als der Gott Re alt und schwach wurde begannen die Menschen böse Anschläge gegen ihn auszuhecken und ihm lasterhafte Dinge nachzusagen.
Und als Re dieses Böse das man ihm nachsagte zu Ohren kam sprach er zu seinem Gefolge:
‚Ruft mir doch mein Auge herbei und auch die anderen Götter die der Luft der Erde und des Himmels die bei mir waren als ich mich noch im Urwasser aus dein alles entstanden ist befand; aber sorgt dafür daß die Menschen es nicht merken und keinen Argwohn schöpfen. Kommt mit ihnen in den Palast wir wollen ihnen unsere Pläne darlegen.‘
Da traten die Götter ihm zu Seiten und verneigten sich vor seiner Herrlichkeit daß ihre Stirnen den Boden berührten und der Schöpfer der Menschen Nun sprach sein Wort zu Re dem Vater der Götter und die übrigen Götter sagten:
‚Sprich zu uns wir werden hören.‘
Da sagte Re zu Nun:
‚O du erstgeborener Gott aus dem auch ich hervorgegangen bin und ihr Älteste der Götter gebt acht was die Menschen treiben; denn sie die aus meinem Auge geboren sind erheben Klage gegen mich. Sagt mir eure Meinung in dieser Sache überlegt mit mir und ersinnt einen Plan denn ich will sie nicht bestrafen ehe ich nicht euer Urteil gehört habe.‘
Darauf sprach Nun:
‚Mein Sohn Re der du größer bist als der der dich geschaffen hat du bist der Herrscher über jene die zugleich mit dir erschaffen worden sind; bleibe ruhig auf deinem Thron sitzen; denn groß ist die Furcht vor dir schon dann wenn du nur dein Auge auf die richtest die dich verlästern.‘
Re antwortete:
‚Die Menschen sind ins Gebirge geflohen denn die Angst ist über sie gekommen wegen der bösen Worte die sie gesprochen haben.‘
Da gaben die Götter Re den Rat sein Auge in der Gestalt der Göttin Hathor auszuschicken um die Menschen die Böses von ihm gesprochen hatten zu töten.
Hathor begab sich zur Erde und streckte Männer und Frauen im Gebirge nieder und als sie zurückkam sagte Re: ‚Sei mir willkommen Hathor du hast dein Werk gut getan!‘ Hathor antwortete daß es erquickend für ihr Herz gewesen sei die Menschen zu vernichten
Offenbar waren jedoch noch nicht alle Menschen getötet worden denn Re befahl Boten herbeizuholen die so schnell waren wie der Wind. Und als diese vor ihm erschienen schickte er sie nach Elefantine mit dem Befehl eine große Menge Mennige zu holen. Diese Boten kamen mit vieler Mennige zurück Re ließ sie feinstampfen Sklavinnen brauten Bier aus Gerste und man mischte die Mennige darunter so daß es wie Menschenblut aussah. Darauf füllte man das Bier in siebentausend Krüge. Re betrachtete das blutrote Bier und sprach:
‚Dadurch werde ich die Menschen schützen.‘ Er wollte nämlich nicht daß alle Menschen von Hathor umgebracht würden und so gebot er:
‚Tragt das Bier an den Ort an dem Hathor die Menschen umbringen will!‘
Und Re ließ in der Nacht das Bier ausgießen so daß es vier Fuß hoch den Boden bedeckte. Als Hathor mit Anbruch des Morgens an jene Stelle kam fand sie das ganze Land mit Bier überströmt und sie trank davon bis sie trunken ward und nicht mehr an die Menschen dachte die sie vernichten wollte.
Da sprach Re:
‚Ich bin müde und traurig und bin nicht willens länger unter den Menschen zu wohnen.‘
Und obgleich ihn sein Gefolge daran erinnerte daß seine Macht doch groß genug sei um alles auszurichten was er nur wolle blieb Re bei seinem Entschluß die Erde zu verlassen.
Der Urgott Nun wollte ihm dazu verhelfen fortan im Himmel zu wohnen und befahl seinem Sohne Schu der zwischen Himmel und Erde wohnt und jeden Morgen die Himmelsgöttin Nuth emporhebt damit es hell werde die Himmelsgöttin Nuth aufzuheben und Re auf ihren Rücken zu setzen.
Die Himmelsgöttin verwandelte sich in eine Kuh und Re setzte sich auf ihren Rücken. Er begab sich in seinen himmlischen Palast und blieb dort mit den Göttern die ihm gefolgt waren. So war Re der Erde fern daß es dunkel wurde. Aber die Himmelskuh wurde in der Höhe schwindlig und sagte zu Re:
‚Ich brauche Träger die mich stützen.‘ So entstanden die Götterträger. Re befahl nun Schu sich unter Nuth zu stellen und die Götterträger zu bewachen.
Da nun Re seitdem im Himmel wohnte übertrug er die Herrschaft über die Erde fortan dem Erdgott Geb insbesondere die Bewachung der Schlangen im Wasser und auf dem Lande.
Er ließ den Mondgott Thot rufen und befahl ihm:
‚Du sollst an meiner Stelle am Himmel stehen solange ich in der Unterwelt mein Licht über den Toten leuchten lasse.‘
Wenn Re abends im Westen untergeht dann reist er jedesmal durch die Unterwelt und die Erde ist dunkel; darum stellt er nachts Thot an seine Stelle.
Thot ist der Gott der Weisheit und er muß alles aufschreiben was er sieht und die Übeltäter bestrafen.

Ägyptens Die Erschaffung der Welt

Ich Chepra bin der Schöpfer alles dessen was Leben in sich trägt nachdem ich selbst in uralten Zeiten ins Leben trat.
Selbst erzeugte ich mich aus dem Urwesen mein Name ist Osiris das Urwesen aus dem Urstoff.
Ich war der Herr über alle Welt und die ganze Welt war von mir erfüllt denn ich war allein.
Die Götter waren noch nicht entstanden. Es gab auch sonst noch keine anderen Geschöpfe und Wesen ich war ganz allein und ich erschuf alles was erschaffen ist. Kein Wesen half mir ich allein erschuf alles.
Dann hob ich die ins Leben getretenen Wesen aus dem Urwasser dem Zustande des Nichtseins empor obwohl ich noch keinen festen Platz fand darauf zu stehen. In meinem Herzen formte ich ein herrliches Urbild den Uranfang legte ich für mich. So erschuf ich alles Lebendige und es entstanden viele Wesen die wiederum andere Wesen erzeugten.
Ich spie die Gestalten von Schu und Tefent aus und wurde damit aus einem Gott zu einer dreifachen Gottheit ja aus mir selbst kamen zwei Götter zum Leben. Schu und Tefent wurden aus dem Urwasser aus mir selbst hervorgehoben und dann entstand die Pflanzenwelt.
Als ich weinte entstanden die Menschen aus meinen Tränen. Schu und Tefent gaben Geb und Nuth das Leben Geb und Nuth erweckten die anderen Götter und diese riefen unzählige Wesen auf der Erde ins Leben.
Sie alle rufen meinen Namen an sie vernichten ihre Feinde sie äußern Worte der Kraft.

Min

– Gott der Zeugungskraft und männlichen Fruchtbarkeit
– wird als Mann mit erigiertem Glied dargestellt; seinen rechten Arm hebt er angewinkelt nach oben und hält eine Geißel; auf seinem Haupt trägt er zwei Federn mit einem langen Band das ihm auf den Rücken fällt
– man sieht in oft zusammen mit Lattichpflanzen (siehe Bild rechts) die als Aphrodisiakum galten wahrscheinlich weil ihr Saft an Samenflüssigkeit erinnerten oder sie die Form eines Gliedes hatten
– Min wurde auch als Acker- und Fruchtbarkeitsgott verehrt
– Hauptkultort:
Koptos (Quelle: www.selket.de)

Maat

– erkennt man immer an der Straußenfeder auf dem Kopf
– Tochter von Amun
– Göttin der Gerechtigkeit Vor dem Totengericht musste das Herz des Verstorbenen auf eine Waagschale die Feder der Maat auf eine andere gelegt werden. Wenn das Herz genauso leicht war wie die Feder also rein von irgendwelcher Schuld durfte der Verstorbene das Totengericht passieren. Wenn das Herz schwerer war wurde es von Ammit gefressen und die Seele konnte nicht mehr weiterleben.
(Quelle: www.selket.de)

Anubis

Anubis – Beiname: ‚Der der in den Mumienbinden ist‘
Schakalköpfiger Gott der Einbalsamierer.
Er wägt das Herz beim Totengericht.
(Quelle: www.selket.de)

Bastet

– seit dem Alten Reich löwengestaltig dargestellt
– ab dem Mittleren Reich auch katzengestaltige Göttin
– von da an wird ihr wütendes Wesen nach und nach an die Göttin Sachmet weitergegeben
– Mutter des Löwengottes Miysis – Tochter des Sonnengottes
(Quelle: www.selket.de)

Buto

Buto – (Wadjet) ‚die Papyrusfarbende‘
– Göttin des Delta-Gebietes
– wird als Schlange oder als Frauengestalt mit der roten Krone Unterägyptens dargestellt
– sie ist die aufbäumende Uräusschlange an der Stirn des Pharao die ihn vor Feinden und bösen Mächten schützen soll
– die Papyruspflanze soll aus der Göttin hervorgegangen sein
– wurde auch als Göttin des Gedeihens verehrt
– Hauptkultort: Buto
(Quelle: www.selket.de)

Chnum

Chnum – ‚Widder‘
– widderköpfiger Gott der Nilüberschwemmung die die Felder Ägyptens fruchtbar machte
– Schöpfergott: er formt die Kinder aus Ton und lässt sie im Samen im Leib der Mutter gelangen
– auf seiner Töpferscheibe schuf er auch die Götter
– mit der Geburtsgöttin Heket hilft er bei der Entbindung
– Hauptkultort: Elephantine – Hauptkultort: Elephantine
(Quelle: www.selket.de)