Der Ursprung der Kultur Der Ursprung der Kultur Der Ursprung der Kultur (Teil I – Teil V) Eine große Zahl von Menschen war bereits erschaffen. Sie vermehrten sich in der Finsternis noch ehe Sonne und Licht geboren wurden. Sie alle bildeten einen einzigen Stamm und groß war ihr Wesen groß ihr Ruhm im Lande des Sonnenaufgangs. ‚Wehe Erbauerin und Erzeuger! Du siehst uns du hörst uns! Verlaß uns nicht gib uns nicht preis Gott am Himmel und auf Erden Herz des Himmels und der Erden! Gib uns Nachkommenschaft so lange die Sonne und der Mond ihren Weg dahinziehen damit die Saat bestellt und es Licht werde! Mögen uns doch immer gute gebahnte Wege durch euch beschieden sein! Möge der Stamm immer friedlich und gut sein! Ein gutes Leben und Dasein gebt uns o Hurakan Tepeu Kucumatz Xpiyacoc und Xmucane damit die Saat bestellt und es Licht werde!‘ So sprachen sie während sie Ausschau hielten und erwartungsvoll das Erscheinen des Lichtes erflehten. Sie blickten in die Gegend des Sonnenaufgangs sie schauten aus nach dem Morgenstern dem großen Stern von dem die Sonne geboren wird die das Innere des Himmels und die Erdoberfläche erleuchtet und durch die erst die erschaffenen Menschen Leben und Bewegung erhalten. Und es sprachen Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und lqui Balam: ‚Wir wollen das Hellwerden abwarten.‘ So sprachen die großen Weisen die Frommen wie man sie nannte. Damals gab es noch keine Holz- und Steinbilder die unsere Voreltern geschützt hätten. Ihre Herzen wurden es müde auf die Sonne zu warten – waren doch schon zahlreich alle die Stämme samt den Yaqui den Blutentziehern und Opferern. ‚Auf laßt uns suchen und ausschauen ob es Jemanden gibt der unsere Nachkommenschaft schützt und laßt uns einen Gott suchen vor dem wir Weihrauch anzünden können. Denn so geht es uns noch immer: wir haben niemanden der uns schützt!‘ So sprachen Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam. Sie erhielten Kunde von einem Ort zu dem sie hinzogen. Sein Name war Tulan Zuiva ‚die sieben Höhlen und sieben Schluchten‘. So hieß der Ort zu dem sie kamen um Götter für sich zu empfangen. Alle zogen sie nach Tulan. Nicht zu zählen waren die Menschen die in Tulan ankamen; in dichten Haufen wohlgeordnet langten sie an. Dort erhielten sie ihre Götter; zuerst Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam die darüber von Freude erfüllt waren: ‚Endlich haben wir erlangt was wir suchen!‘ riefen sie.     Der erste der erschien war der Gott der Tohil hieß; und es erschien auch sein Gehäuse das von Balam Quitze auf dem Rücken getragen wurde. Dann erschien Avilix; so heißt der Gott den Balam Akab mitbrachte. Hacavitz war der Gott den Mahucutah empfing Nicah Takah der Gott den Iqui Balam erhielt. Und ebenso wie die Quiche empfingen auch ihre Gefährten die Tam und Iloc ihren Gott dessen Name gleichfalls Tohil ist. Denn das ist der Name des Gottes der drei Stammesabteilungen der Quiche. Sie wurden nicht uneins weil der Name ihres Gottes einer und derselbe war – Tohil bei den Quiche Tohil bei den Tam Tohil bei den Iloc – und sie trennten sich nicht mehr voneinander. In Tulan wurden auch die Sprachen der Stämme verschieden; sie konnten einander nicht mehr gut verstehen als sie aus Tulan kamen. Daselbst zerstreuten sie sich; einige zogen nach Osten und ein großer Haufen kam hierher. Felle waren damals ihre einzige Kleidung. Es gab noch keine guten Gewänder die sie hätten anlegen können; nur Tierfelle dienten ihnen als Schulterdecken. Sie waren arm nichts war ihr Eigentum; aber sie waren Zauberer von Natur. Es gab damals noch kein Feuer. Nur bei den Verehrern Tohils entstand das Feuer. Es ist nicht bekannt wie es entstand; denn das Feuer brannte bereits als Balam Quitze und Balam Akab seiner gewahr wurden. Darauf hub ein großer Regen an; das Feuer des Stammes war entzündet eine Menge Hagel kam und fiel auf den ganzen Stamm so daß das Feuer dadurch ausgelöscht wurde. Von ihrem Feuer war nichts mehr vorhanden. Da flehten Balam Quitze und Balam Akab noch einmal um Feuer: ‚O Tohil! Wir vergehen vor Kälte!‘ sprachen sie zu ihrem Gotte. ‚Habt keinen Kummer‘ erwiderte Tohil; und er gewann Feuer indem er es in seiner Sandale erbohrte. Da waren Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam wieder voller Freude und wärmten sich.     Aber das Feuer der übrigen Stämme war gleichfalls erloschen und viele starben vor Kälte. Sie kamen daher zu Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam um von ihnen Feuer zu erbitten. Aber es gab niemanden der sie sich am Feuer niedersetzen hieß und ihr Herz weinte darob; denn die Sprache Balam Quitzes Balam Akabs Mahucutahs und Iqui Balams war schon eine andere geworden. ‚Wehe daß wir unsere Sprache aufgegeben haben! Wie konnten wir das tun? Wir sind verloren!‘ Da erschien ein Mann vor Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam und er ein Abgesandter des Totenreiches sprach: ‚Der Gott den ihr verehrt ist der wahre Gott Abbild und Schatten eures Schöpfers. Gebt also nicht eher den Stämmen das Feuer als bis Tohil den ihr zu eurem Herrn gemach habt bekommen hat was sie euch geben werden. Fragt erst bei Tohil an was sie als Preis für das Feuer geben sollen.‘ So sprach der Abgesandte des Totenreiches. Er war wie eine Fledermaus. ‚Ich bin durch euren Schöpfer gesandt worden‘ sagte er weiter und entschwand sogleich ihren Blicken. Die Stämme aber kamen wieder vor das Antlitz Balam Quitzes Balam Akabs Mahucutahs und Iqui Balams: ‚Werdet ihr nicht Mitleid mit uns haben die wir doch nur um ein wenig von eurem Feuer bitten? Hat es nicht nur ein Haus nur eine Heimat für uns alle gegeben als ihr erschaffen wurdet? Also habt Mitleid mit uns‘ sagten sie wieder. ‚Was werdet ihr uns denn dafür geben daß wir Mitleid mit euch haben?‘ antwortete man ihnen. ‚Wohlan wir werden euch Gold geben‘ sagten die Stämme. ‚Wir wollen kein Gold‘ erwiderten Balam Quitze und Balam Akab. ‚Und was wollt ihr denn?‘ ‚Sogleich werden wir Tohil danach fragen!‘ ‚O Tohil was sollen die Stämme geben die um dein Feuer bitten kommen?‘ fragten nun Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und Iqui Balam den Gott. ‚Es soll von ihnen verlangt werden was unter ihrem Gürtel unter ihrer Achsel emporblüht. Man verlange ihr Herz. Aber wenn sie es nicht tun wollen werde ich ihnen kein Feuer geben‘ sprach Tohil. ‚Gut sogleich sollt ihr es haben‘ erwiderten jene. Und darauf empfingen sie das Feuer und wärmten sich.     Es gab aber eine Stammesabteilung die gewann Feuer aus Reibhölzern die Cakchiquel nämlich. Zotzilaha Chamalcan heißt ihr Gott und eine Fledermaus ist sein Abbild. Die Cakchiquel baten nicht um Feuer und gaben sich nicht besiegt. Alle anderen Stämme aber wurden unterworfen indem sie das hergaben was unter ihrem Gürtel unter ihrer Achsel war; es blühte empor was Tohil von ihnen verlangt hatte. Da wurden alle Stämme vor ihm geopfert indem ihnen das Herz herausgerissen wurde. Immer noch warteten die Stämme auf das Hellwerden auf das Aufgehen der Sonne abwechselnd hielten sie Ausschau nach dem großen Stern der Morgenstern genannt wird dem ersten vor der Sonne von dem die Sonne geboren werden soll dem glänzenden Gestirn – immerwährend waren ihre Blicke gen Sonnenaufgang gerichtet solange sie in Tulan Zuiva waren. Die Stämme schickten sich an Tulan Zuiva zu verlassen. ‚Das ist nicht unser uns bestimmter Wohnsitz; laßt uns jetzt zusehen wo wir uns niederlassen‘ sagte Tohil. Und er sprach zu Balam Quitze Balam Akab Mahucutah und lqui Balam: ‚Bedanket euch vor allem; zapft euch Blut aus euren Ohren durchstecht eure Ellbogen kasteit euch und opfert; das sei euer Dank vor dem Antlitz Gottes.‘ ‚So sei es‘ erwiderten jene und zapften sich Blut aus ihren Ohren. Dann begannen sie ihren Gesang vom Auszug aus Tulan; es weinten ihre Herzen als sie aufbrachen und Tulan verließen. ‚Wehe! Wir werden hier nicht mehr den Anbruch des Tages sehen wenn die Sonne geboren wird die das Antlitz der Erde erleuchtet‘ sprachen sie als sie aufbrachen. Darauf versammelten sie sich auf dem Berge Chi Pixab und hatten auch Tohil Avilix und Hacavitz bei sich. Daselbst hielten sie ein großes Fasten ab Balam Quitze mit seinem Weibe Caha Paluna und ebenso Balam Akab mit Chomiha Mahucutah mit Tzununiha und Iqui Balain mit Cakixaha. Gemeinsam erwarteten sie das Aufgehen des großen Sterns des Morgensterns der zuerst aufgeht vor der Sonne wenn es hell werden soll. Sie fanden weder Schlaf noch Ruhe; groß war der Kummer ihres Herzens ihres Innern wegen des Hellwerdens.     Dort war es auch wo sie ihr Gesicht zerstachen. Große Betrübnis und große Angst kam über sie und sie waren tief vom Schmerz gebeugt. Da wurde es hell und es erschienen die Sonne der Mond und die Sterne. Groß war die Freude Balam Quitzes Balam Akabs Mahucutahs und Iqui Balams als sie den Morgenstern erblickten. Er erschien als erster; sein Antlitz glänzte als er vor der Sonne aufging. Da öffneten sie ihre Taschen mit Weihrauch der aus dem Lande des Sonnenaufgangs stammte. Freudentränen flossen während sie tanzten und ihren Weihrauch ihren kostbaren Weihrauch verbrannten. Als dann die Sonne erschien freuten sich die kleinen und die großen Tiere. Sie erhoben sich vom Laufe der Gewässer und aus den Schluchten stellten sich auf die Spitzen der Berge und richteten alle ihr Antlitz nach der Stelle wo die Sonne hervorkam. Da wurde die Oberfläche der Erde durch die Sonne trocken; gleichwie ein Mensch war die Sonne als sie sich zeigte und ihr Antlitz wärmte und trocknete die Erde. Ehe sie erschien war die Oberfläche der Erde schlammig und feucht gewesen. Groß war auch die Freude die Balam Quitze Balain Akab Mahucutah und Iqui Balam in ihren Herzen fühlten als es hell wurde. Sie verbrannten Weihrauch und tanzten indem sie sich gen Sonnenaufgang wandten von woher sie gekommen waren. Dort auf dem Berge war es auch wo ihr Gesang anhub der Kamucu heißt. Sie sangen und ihr Herz ihr Inneres weinte über das was sie in ihrem Gesang aussprachen: ‚Wehe daß wir in Tulan einander verloren und uns zerstreut haben! Es blieben dort unsere Brüder zurück! Wir haben zwar die Sonne gesehen aber wo sind sie jetzt da es hell geworden ist?‘ So sprachen sie im Hinblick auf die Yaqui-Leute die Blutentzieher und Opferer. Tohil ist auch der Name des Gottes der Yaqui; Yolcuat-Quitzalcuat ist aber sein eigentlicher Name. ‚Von ihnen haben wir uns in Tulan Zuiva getrennt von wo wir zusammen ausgezogen sind; es wurde der Grund unserer Stammeseigenart gelegt als wir von dort kamen.‘ So sprachen sie zueinander. Und sie erinnerten sich dabei derer die fern hinter ihnen zurückgeblieben waren ihrer älteren und jüngeren Brüder; zuerst der Yaqui die dort in Mexiko wie es heutzutage heißt zur Kultur gelangten sodann der Ballspielleute und der Fischer die auch unter denen waren die sie im Lande des Sonnenaufgangs zurückließen; Tepeu Oliman ist ihr Name.