Das Deutsche Führerlexikon 1934-1935 – Die Reichsregierung 421 – 460 Das Deutsche Führerlexikon – Die Reichsregierung 1934-1935 Seite 421 – 460 Schmid, Jonathan, Dr. jur., Württ. Innen- und Justizminister, Stuttgart, Gänsherdestr. 47. Geboren: 21. Januar 1888 in Gebersheim (Oberamt Leonberg i. Württ.). — Bildungsgang: Volksschule; hum. Gymnasium; Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und München. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Oktober bis Dezember 1913 als Eini.-Freiw. beim Inf.-Leib-Regt. München; Lntlassung wegen Erkrankung; mit Kriegsbeginn Kriegsfreiwilliger im Feld – Artl.- Regt. 49 in Ulm; entlassen als Leutnant d. Res. beim Feld-Artl.-Regt. 49. E. K. II.; Württ. goldene Militärverdienstmedaille. — Berufsgang u. a.: 1922/28 Gemeinderat in Leonberg; seit Juni 1923 in der nationalsozialistischen Bewegung aktiv tätig; 1932/33 Württ. Landtagsaßgeordneter; Mai und Juni 1933 Präsident des Württ. Landtags; sonst Rechtsanwalt; seit 1. April 1933 im Staatsdienst, zunächst als Ministerialdirektor; seit 11. Mai 1933 als Innenminister und Justizminister. — Mitglied: Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen . Schmidt, Armin, Oberbürgermeister und Kreisleiter der NSDAP, Jena, J ohann-Griesbach- Strafle 16. Geboren: 11. November 1888 in Hildburghausen als dritter Sohn des Bürgerschullehrers Armin Sch. — Bildungsgang: Bürgerschule; Gymnasium in Hildburghausen; mittlere Postlaufbahn, Postinspektor. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1916/18 Kriegsdienst als Infanterist, Lichtsignalist und Telephonist; Verdun, Rumänien, Aisne, Champagne, Chemin des Dames, Soissons und Reims, Ancre, Somme und Oise; Grenzschutz im Westen. E. K. IL; S.-M. E.-M. — Berufsgang u. a.: Schutz- und Trutzbund, Techn. Nothilfe, Jungdeutscher Orden, NSDAP; 1924 Ortsgruppenleiter, Frontbann, Frontkriegerbund; Bezirksleiter der NSDAP von Jena- Camburg-Stadtroda-Apolda; 1928 Kreisleiter der NSDAP, Kreis Jena-Stadtroda; seit 1932 Gauredner; 1933 Beigeordneter der Stadt Jena, und seit Juni 1933 Oberbürgermeister. — Veröffentlichungen: Seit dem Eintritt in die Politik im Jahre 1924 Artikel in der Tagespresse. — Mitglied: BNSDJ; RDB; Verein der Freunde der Universität Jena. Schmidt, Artur, Regierungspräsident, Oppeln, Regierung. Geboren: 21. Februar 1883 in Schroda (früher Provinz Posen). — Bildungsgang: Hum. Gymnasium in Sagan und St. Matthias-Gymnasium in Breslau bis 1904: Rechtsstudium in Breslau und Freiburg i. B.; Anfang 1908 erste, Oktober 1912 große juristische Staatsprüfung. — Kriegsauszeichnungen: Zivilverdienstkreuz für Kriegshilfe. — Berufsgang u. a.: Von 1913 bis Ende 1917 Hilfsrichter beim Amtsgericht in Breslau; Januar 1918 Übertritt in die Preuß. Verwaltung der direkten Steuern; stellvertr. Vorsitzender der Veranlagungskommission Neukölln (Berlin); seit Mai 1920 nach Übertritt in die Reichsfinanzverwaltung als Regierungsrat Leiter des Finanzamtes Brieg (Bezirk Breslau); vom 1. April 1931 an als Öberregierungsrat Leiter des Finanzamtes Reichenbach; früher keiner Partei angehört; Anhänger der NSDAP seit ihrem Bestehen; seit Juli 1932 bei der Gauleitung Schlesien geführt; am 1. Juli 1933 als Regierungspräsident nach Oppeln berufen. — Mitglied: Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen ; Deutsche Akademie , Landesgruppe Schlesien. Schmidt, Eberhard, o. Professor der Rechte, Oberlandesgerichtsrat, Dr. jur., Rektor d. Hamburgischen Universität, Hamburg 13, F eldbrunnenstr. 40 Geboren: 16. März 1891 in Jüterbog als Sohn des Arztes Dr. med. Kurt Sch. und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Mann. — Bildungsgang: Bis Ostern 1909 Melanchthon-Gymnasium in Wittenberg; von 1910/13 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin; 1914/21 Assistent am Kriminalistischen Institut der Universität Berlin; 1913/20 Referendar (ab 1917 zur wissenschaftlichen Gruppe im Reichsamt des Innern beurlaubt). — Berufsgang u. a.: Am 30. März 1920 Habilitation an der Universität Berlin; 1921 Berufung als o. Professor nach Breslau; 1926 nach Kiel; 1929 nach Hamburg; 1930 nach Freiburg (Ruf abgelehnt); im Juni 1931 Ernennung zum Rat am Hanseatischen Oberlandesgericht; 1933/34 Rektor der Hamburgischen Universität. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Strafrecht, Strafprozeßrecht, neuere deutsche Rechtsgeschichte, Geschichte der Rechtswissenschaft; Herausgabe des Lisztschen Lehrbuchs des deutschen Strafrechts in 23. bis 26. Aufl.; zahlreiche Schriften zur preuß. Rechtsgeschichte, zum Strafrecht und Strafprozeßrecht. — Mitglied: NS-Juristenbund; NS-Lehrerbund (Leiter der Fachschaft I, Hamburg); Deutsche Landesgruppe der 1KV; Kriminalbiologische Gesellschaft; Forensischpsychologische Gesellschaft usw. Schmidt, -Georg, Dr. jur., Staatsminister ( Arbeit sund Wohlfahrtsministerium), Dresden, Bautzener Str. 76. Geboren: 25. August 1877 in Leipzig. — Bildungsgang: 9 Jahre humanistisches Gymnasium (Thomasschule) in Leipzig. — Beruf sgang: 1906 Assessorprüfung; 2 Jahre Geschäftsführer einer Berufsgenossenschaft (Reichsunfallversicherung); 1908 Eintritt in den Staatsdienst in Sachsen. — Spezialarbeitsgebiet: Lange Beschäftigung auf dem Gebiete der Sozialversicherung und der Kriegsopferversorgung. — Mitglied: Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge, Berlin. Schmidt, Karl, Dr. jur., Regierungspräsident, Alienstein i. Ostpr., Schloß. Geboren: 8. Februar 1898 in Züllichau (Mark) als Sohn des Amtsgerichtsrats Viktor Sch. und seiner Ehefrau Charlotte, geb. Rehbein. — Bildungsgang: 3 Jahre Volksschule; 10 Jahre hum. Gymnasium in Züllichau; Studium der Rechtswissenschaften in Jena und München; 27. Mai 1922 Referendarexamen; 29. Juni 1923 zum Doktor promoviert; 5. September 1925 Regierungsassessorexamen. — Militärzeit: Vom Juli 1917 bis Februar 1919 Kriegsfreiwilliger, Feldartillerist, im Felde an der Westfront, Unteroffizier. — Berufsgang u. a.: Seit 1. Juli 1922 im Preuß. Justizdienst als Referendar in der Allgemeinen Verwaltung; seit 1923 als Regierungsassessor beschäftigt bei den Landratsämtern Weißenfels, Berleburg i. Westf., Freystadt i. Schles., Regierung Gumbinnen und Schneidemühl; seit 1930 Regierungsrat; seit 3. April 1933 Regierungspräsident in Alienstein. Schmidt, Otto, V erbandsdirektor, Verband öffentl. Lebensversicherungsanstalten, Verband öffentl. Unfall- und Haftpßichtversiclierungsänstalten in Deutschland, Berlin-Friedenau, Wagner platz 8. Geboren: 1. November 1888 in Erfurt. — Bildungsgang: Volksschule; Ausbildung im Versicherungswesen. — Militärzeit: 1907/19 im 1. Thür. Feld-Artl.-Regt. Nr. 19. — Berufsgang u. a.: 1920/24 Reichsdienst (Versorgungswesen); ab 1925 Mitglied der NSDAP; ab 1926 Ortsgruppenleiter der NSDAP in Koburg; ab 1929 Stadtrat, Kreisleiter der NSDAP; Vorstandsmitglied der Städt. Sparkasse Koburg; 1935 Bürgermeister-Stellvertreter; Sonderbeauftragter des Reichskominissars für die Krankenkassen im Bezirk Koburg und Kronach; ab 1933 Führerbeirat beim Landesverband Bayern des Reichstreubundes, — Mitglied: Ab 1929 Landkrankenhausverband- Ausschuß des Bezirks Koburg. Schmidt, Richard, Dr. jur., Dr. phil. h. c., Dr. jur. h. c. der Universität Upsala, o. Professor der Rechte an der Universität Leipzig, Leipzig, Helfferidistraße 49 Geboren: 19. Januar 1862 in Leipzig als Sohn des o. Professors der Rechte an der Universität Leipzig Dr. Bernhard Sch. und dessen »■on; Rednertätigkeit in Beamtenversammlungen. Schuster, Johann, Generalarzt a. D., Reichsarbeitsarzt, Berlin W 15, Pfalzburger Str. 12 Geboren: 15. Dezember 1881 in Collinghorst (Krs. Leer, Ostfriesland) als Sohn des Hauptlehrers Johann Sch. — Bildungsgang: Gymnasi‘!( P ’n Leer: Universität Göttingen; Kaiser- Wilhelms-Akademie; 1907/10 Hygienisches Institut Posen; 1912/19 Hygienisches Institut der Universität Berlin. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1. April bis 30. September 1900 Einj.-Freiw. im Inf.-Regt. 82; 1905 Unterarzt; 1907 Assistenzarzt; bis 50. April 1952 aktiver Militärarzt; zuletzt Divisionsarzt der 3. Kav.-Division; im Felde zuerst Stabsarzt, dann bis Dezember 1918 Hygieniker beim Korpsarzt. E. K. I. und II.; Oldenburg. Friedrich-August-Kreuz I. und II.; Braunschw. Kriegsverdienstkreuz II.; österr. Ehrenzeichen vom Roten Kreuz II. mit der Kriegsdekoration. — Spezialarbeitsgebiet: Hygiene und Bakteriologie. — Besondere Interessen: Lautenspiel. — Mitglied: Deutsche Militärärztliche Gesellschaft. Scliwab, Otto, Dr.-Ing., Schriftsteller, Landwirt, Berlin W 35, Lützomstraße 89; Geiß-Nidda (Oberhessen). Geboren: 7. September 1889 zu Geiß-Nidda (Oberhessen); sämtliche Vorfahren väterlicher- und mütterlicherseits, soweit in den letzten 200 Jahren bekannt, waren oberhessische Bauern. — Bildungsgang: Volksschule zu Geiß-Nidda, Bautechnische Gewerbeschule zu Nidda, Oberrealschule zu Mainz; ab Herbst 1908 Studium an der Technischen Hochschule in Darmstadt; 1914 Diplom-Hauptexainen im Maschinenbaufach; Herbst 1933 Dr.-Ing., Dissertation über wehrwissenschaftliche Gebiete an der Technischen Hochschule Dresden. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1911/12 Einj.-Freiw.-Dienst Fuß-Artl.-Regt. 3, Mainz; August 1914 bis Februar 1919 Kriegsdienst; Leutnant d. Res.; Dienst als Batterieoffizier, Beobachtungsoffizier, Adjutant des Kommandeurs der Artillerie, 51. Res.-Div., Führer des Artillerie- Meßtrupps 17, Lehrer an der Artillerie-Meßschule Wahn; Kämpfe in Lothringen, Flandern, Rumänien, Nordfrankreich; Organisator des deutschen Artillerie – Meß- und Erkundungsdienstes; zahlreiche Artillerie- Schießverfahren, Erkundungsverfahren (Licht und Schall), Waffen (besonders die 2-cm- Maschinenkanone mit Leuchtspurgeschoß) und Munition sind von S. vorgeschlagen und entwickelt und mit bestem Erfolg eingeführt worden. E. K. I. und II.; Hess. Tapferkeitsmedaille; Bayer. Militärverdienstkreuz IV. mit Schwertern; Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. — Berufsgang u. a.: 1919/29 beruflich tätig; eigenes Ingenieurbüro; Weiterarbeit auf wehrwissenschaftlichem Gebiete; seit 15 Jahren wehrwissenschaftlich und politisch tätig zur Einführung einer planmäßigen zivilwissenschaftlichen Wehrausbildung der Studenten; Begründer der „Zivilen Wehrwissenschaften“ als „Wehrkomponente eines jeden akademischen Berufes“; seit 1928 Organisator des akademischen Wehrsportes; 1931 Gründer des „Akademischen Wissenschaftlichen Arbeitsamtes“ aller Verbände; Organisator des Reichs-SA-Hochschulaintes; die dafür vorgelegten Pläne hat der Führer am 9. September 1933 persönlich begutachtet und genehmigt; Referent im Wehrpolitischen Amt der NSDAP-Reichsleitung; Standartenführer im Stabe des Chefs des Ausbildungswesens der SA . — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Wehrphysik, optische und akustische Artillerieerkundung; Artillerie-Meßschiefien; Flugzeugabwehr; „Verwendung und Tätigkeit der Artilleriemeßtrupps“, 1916 amtl. Vorschr.; „Bezirks-Scliießverfahren“, 1915; „Vorträge über Meßplanschießen gegen Erdziele und Fesselballone“, 1917; „Herstellung und Gefechtsverwendung des Höhenmeßplanes“, 1917; „Berücksichtigung der Tageseinflüsse“, 1918; „Neuzeitliche Schießverfahren“, 1926; „Ingenieur und Soldat“, 1928; „Die Burschenschaft Germania Darmstadt im Weltkrieg“, 1929; „Zivile Wehrwissenschaften“, ein Programm, 1929; „Die totale Wehrhaftmachung“, 1. Teil, 1932; „Nachrichtenlehrgang“, 1932; „Totale Wehrhaftmachung“, 2. Aufl., 1933; „Das Lichtund Schallmeßverfahren im Kriege“, Dissertation, 1933; „Zivile Wehrtechnik und Wehrwissenschaft“, 1934; zahlreiche Zeitschriftenaufsätze. — Mitglied: Bundesführer der Deutschen Burschenschaft; Mitglied der Wehrpolitischen Gesellschaft, e. V. Schwamkrug, Ernst, Polizeipräsident von Chemnitz, Chemnitz,Kurfiirstenstrafle 10. Geboren: 2. Februar 1870 zu Schneeberg i. S. — Bildungsgang: Bürgerschule Freiberg, Gymnasium Albertinum bis 1889; dann Rechtsstudium a. d. Universitäten Freiburg i. Br. und Leipzig; Juni 1894 Referendarexamen; April 1899 Assessorexamen. — Miliiärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1889 Einj.- Freiw. im Kgl. Sächs. Feld-Art.-Regt. 32; von August 1914 bis 1. Dez. 1915 als Hauptmann d. Res. im Felde; ab 1. Dez. 1915 bis August 1919 nach erfolgter Reklamation aus dem Heeresdienst Leiter des Kriegswirtschaftsamtes der Stadt Chemnitz. E. K. IL; A. R. I. mit Kr. und Schw.; A. R. I. mit Schw.; L. D. A. L; Sächs. Ehrenkreuz für freiw. Wohlfahrtspflege; Pr. Kriegsverdienstkreuz. — Berufsgang u. a.: 1. Januar 1899 als Polizeiassessor beim Rate der Stadt Chemnitz angestellt; seit 1. Februar 1901 Gewerberichter, Vorsitzender des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts daselbst; seit 1. Mai 1907 besoldeter juristischer Stadtrat; seit 1. Mai 1919 Polizeidirektor daselbst; nach der Verstaatlichung der Chemnitzer städtischen Polizei seit 1. Oktober 1922 Polizeipräsident. — Mitglied: BNSDJ.; Landesfachgruppe der höheren Verwaltungsbeamten Sachsens. Schwartz, Gustav, Dr. jur., Rechtsanwalt, Justitiar des Reichsstandes der Deutschen Industrie, Berlin W 35, Tirpitzufer 56. Geboren: 20. März 1894 in Gießen; die Vorfahren stammen aus Holstein und Hannover (Pastoren, Beamte, Gelehrte). — Bildungsgang: Hum. Gymnasium; Studium der Rechte in Bonn, Freiburg i. Br., München. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1. Oktober 1913 Eintritt ins Feld-Artl.-Regt. Nr. 76; Oberleutnant a. D. E. K. I. und II. u. a. — Berufsgang u.a.: Wegen schwerer Kriegsverletzung bei Kriegsende Aufgabe des Offizierberufs und Studium der Rechte; 1923 bayer.Assessorexamen und Dr. jur. München. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Handelsrecht und Staatsrecht; „Das Recht der Staatsangehörigkeit seit 1914“. Berlin 1925: Tabelle zum internationalen Recht, Heft 2, „Staatsangehörigkeitsrecht“; „Kommentar zu den Allgem. deutschen Spediteurbedingungen“, Berlin 1930. — Mitglied: Fachschaft Rechtsanwälte im BNSDJ. Schwarz, Franz Xaver, Reichsschatzmeister der NSDAP, München, Friedrich-Ilerschel- Straße 3. Geboren: 27. November 1875 zu Günzburg a. d. D. — Bildungsgang: Volks- und Berufsfortbildungsschule. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Januar 1895 bis September 1899 beim Kgl. Bayer. Inf.-Leib-Regt., hiervon 4 Jahre Militärverwaltungsdienst; 1902 Landwehrübung beim Kgl. Bayer. 15. Inf.-Regt.: September 1914 bis Dezember 1918 Kriegsdienst, und zwar September 1914 bis Januar 1915 beim Bayer. Landsturm-Batl. Weilheim und vom Januar 1915 bis Kriegsende beim Bayer. Landw.-Inf.-Regt. 3. Bayer. Militärverdienstkreuz I. m. Schw. — Berufsgang ii. a.: Nach Abschluß der Schulpflicht mittlere Beamtenlaufbahn; Prüfung für den mittleren Staats- und Gemeindeverwaltungsdienst sowie drei Spezialprüfungen (Bau-, Feuer- und Lebensmittelpolizei); im Jahre 1925 als städtischer Oberamtmann in den Ruhestand getreten; seit 1922 Mitglied der NSDAP; 1924 Mitglied der Großdeutschen Volksgemeinschaft und gleichzeitig deren 1. Kassierer, seit 1925 Reichsschatzmeister der NSDAP; seit Dezember 1929 Stadtrat und seit März 1933 Mitglied des Reichstags. — Spezialarbeitsgebiet: Verwaltungs- u. Finanzorganisation. — Besondere Interessen: Historische Sammlungen; Zeitgeschichte. Schwarz, Werner, Präsident der Reichspostdirektion, Dortmund, Hiltropmall 10. Geboren: 29. Juni 1872 in Köslin. — Bildungsgang: Kgl. Landesschule Pforta. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1894/95 Einj.-Freiw. 2. Kurhess. Inf.-Regt. 82; 1914 bis 1917 Feldpostmeister beim Generalkommando XII. A.-K.; 1917/18 Armee-Postinspektor. E. K. II.; Ritterkreuz I. Kl. des säens. Albrechtsordens m. Kr. u. Schw.; Hamburger Hanseatenkreuz. — Berufsgang u. a.: 1891 Posteleve; 1894 Postpraktikant; 1898 höhere Verwaltungsprüfung; 1901 Oberpostpraktikant; 1905 Postinspektor; 1909 Oberpostinspektor; 1919 Postrat; 1922 Ober- Postrat; 1924 Ministerialrat; 1931 Präsident 1 rankfurt a. Oder; 1932 Präsident Dortmund. — Spezialarbeitsgebiet: 1920/24 Ermittlung neuer Grundsätze und Unterlagen zur Feststellung des Personalbedarfs bei den i’ostanstalten; 1925/30 Vorarbeiten und 1 hirchführung des Plans, das Landpostwesen auf Kraftwagen umzustellen. Schwede, Franz, Oberpräsident, Gauleiter non Pommern, Stettin. Geboren: 5. März 1888 in Drawöhnen, Krs. Memel. — Bildungsgang: Volksschule; Fortbildungsschule; Divisionsschule der 2. Werft- Div.; Deckoffizierschule Kiel-Wik; Spezialkursus für Elektrotechnik. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Einstellung am 1.Februar 1907 als vierjähr.-freiw. Maschinisten- anwärter bei der 1. Komp., 2. Werft-Div.; 1. April 1908 Beförderung zum Maschinistenmaaten; 1. Oktober 1912 Obermaschinistenmaat; während des Krieges bis 1917 auf den Schiffen „Wettin“, „Kaiser Wilhelm II.“, „Schlesien“, „Emden“ und „Prinzregent Luitpold“; 23. März 1918 Maschinisten-Deckoffizier, Diensttuer auf der „Dresden“; Teilnahme an allen größeren Unternehmungen der Hochseeflotte im Weltkrieg (Skagerrakschlacht); bei Versenkung der Flotte in Scapa Flow am 21. Juni 1919 auf Kreuzer „Dresden“; anschließend englische Kriegsgefangenschaft bis 1. Februar 1920; Abgang am 31. März 1921 als Maschinist (Feldwebel). E.K. I. u. II. — Berufsgang u. a.: 9. September 1903 bis 31. Januar 1907 Ausbildung und Berufstätigkeit als Maschinenschlosser; 1. Februar 1907 bis 31. März 1921 Militär- und Kriegsdienstzeit; Lehrer an der Militäranwärterschule in Wilhelmshaven; 1922 Betriebsinspektor des Städt. Elektrizitätswerks Coburg; seit 1925 Mitglied des Stadtrats Coburg; Mitglied der NSDAP bereits vor Auflösung der Partei im Jahre 1923; seit 30. März 1925 wieder Mitglied; ehrenamtl. Bürgermeister am 25. August 1930 und Oberbürgermeister am 12. Mai 1933; Präsident des Reicnstreubundes ehemaliger Berufssoldaten; Vorsitzender des Verbandes öffentl. Lebens-, Unfall- und Haftpflichtversicherungsanstalten in Deutschland; stellvertr. Vorsitzender des Bayer. Gemeindetages; Vorsitzender im Verwaltungsrat der „Bayern“, öffentl. Anstalt für Volks- und Lebensversicherung; Vorstandsmitglied des Bayer. Sparkassen- und Giroverbandes; Vorstandsmitglied des Deutschen Gemeindetages; Vorsitzender des Kreisverbandes für Ober- und Mittelfranken der Bayer. Sparkassen; Mitglied des Aufsichtsrats der Überlandwerke A.-G. Oberfranken, Sitz Bamberg; Mitglied des Führerrats des Werra- Kan al-Vereins; Reichstagsabgeordneter. von Schwedler, Viktor, Oberst und Chef des Heerespersonalamts, Berlin W 30, Rosenheimer Strafte 24. Geboren: 18. Januar 1885 in St. Goarshausen a. Rhein. — Bildungsgang: Vorschule St. Goarshausen; 1896/1900 Kadettenhaus Oranienstein; 1900/04 Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1904 bei dem Inf.-Regt. 26 in Magdeburg eingetreten; 1910/13 Kriegsakademie; 1914 Generalstab; im Kriege verschiedene Generalstabsstellungen; 1916/18 Inf.- Division 113; nach Frontdienst in Generalstabsstellungen, im Reichswehrministerium; Chef des Stabes der 3. Division; Chef des Heerespersonalamts; 1914 Hauptmann; 1923 Major; 1929 Oberstleutnant; 1932 Oberst. E.K. I. und II.; Ritterkreuz Hohenzollern- Hausorden mit Schwertern; Hess. Tapferkeitsmedaille; Reuß. Ehrenkreuz III. Kl. mit Schwertern; österr. Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration. Freiherr von Schwerin, Claudius, Dr. jur., o.ö. Professor der Rechte, a. d. Unioersität Freiburg i. Br., Freiburg i. Br., Maria-Theresia-Straße 9. Geboren: 2. September 1880 in Passau in Bayern als Sohn des Senatspräsidenten Hans Frh. v. Sch. und dessen Ehefrau Frieda, geb. von Oswald. — Bildungsgang: Gymnasium Straubing, Ansbach; Universität München. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Garnisondienst Garde-Grcn.-Regt. II und AF. X; Zivilverwaltung des Gouvernements Polen. Preuß. Verdienstkreuz für Kriegshilfe; Württemberg. Wilhelms-Kreuz. — Berufsgang u. a.: 1904 I)r. jur. (München); 1907 Privatdozent München; 1910 Dozent an der Handelshochschule München; 1914 a. o. Professor Berlin; 1917 o. Professor Straßburg; 1919 o. Professor Freiburg i. Br.; Mitglied der Akademie für Deutsches Recht . — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Germanische (deutsche und nordische) Rechtsgeschichte; „Die altgermanische Hundertschaft“, 1907; „Einführung in das Studium der germanischen Rechtsgeschichte“, 1922; „Die Formen der Haussuchung in indogermanischen Rechten“, 1924; „Zur altschwedischen Eidhilfe“, 1919; „Grundzüge des deutschen Privatrechts“, 2. Auflage, 1928; „Rituale für Gottesurteile“, 1933; „Freiheit und Gebundenheit im germanischen Staat“, 1933; „Wechsel- und Scheckrecht“, 1934; „Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte“, 1934. — Mitglied: Straßburger wissenschaftliche Gesellschaft; Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Upsala. Sebastian, Ludwig, Dr., Bischof o. Speyer, Speyer, Domplatz 2. Geboren: 6. Oktober 1862 zu Frankenstein (Pfalz). — Bildungsgang: Volksschule in Frankenstein – Weidenthal, Kaiserslautern; 1874/83 Humanistisches Gymnasium Kaiserslautern; 1883/87 Hochschule in Bamberg. — Beru/sgang u.a.: 1887/92 Kaplan in Bamberg, Forchheim (O.-Fr.), Ansbach (M.-F.); 1892 bis 1900 Pfarrer in Hohenmirsberg (B.-A. Pegnitz); 1900/14 Stadtpfarrer bei St. Ludwig in Ansbach; 1914/17 Domkapitular in Bamberg; seit 3. August 1917 Bischof von Speyer; 1923, 1925, 1929 und 1950 Reisen nach Italien; 1926 nach Amerika; 1924 zur Hohen Interall. Kommission nach Koblenz, bei der Bischof S. es allein durchsetzte, daß er vom Präsidenten empfangen wurde; dies war der Anfang der Abwehr der Separatisten. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Kurze Geschichte der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach (1907); Dissertationsschrift zur Erlangung der theol. Doktorwürde bei der Universität Würzburg: „Fürst Alexander von Hohenlohe und seine Gebetsheiligungen.“ — Mitglied: Germanisches Museum, Nürnberg; Gesellschaft der Freunde der Universität München; Historischer Verein der Pfalz, Bamberg; Gesellschaft für christliche Kunst u. a. Seeger, Ernst, Dr. jur., Ministerialrat und Abteilungsleiter im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin W 9, Voßstraße 9. Geboren: 20. Dezember 1884 in Mannheim als Sohn des Württembergischen Geheimen Hofrats Ernst Seeger. — Bildungsgang: Kgl. Wilhelms-Gymnasium, Berlin; 7 Semester Studium in Berlin. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 6. Februar 1915 bis 1916 Stellvertretender Generalstab der Armee; 1916 bis 30. April 1919 Bild- und Filmamt der Obersten Heeresleitung. E. K. II.; Verd.-Kr. f. Kr.- Hilfe; Rote Kreuz-Med. III.; Sächs. Kr.-Verd.- Kr.; Württ. Wilhelms-Kr. m. Schw.; Oldenburg. Friedr.-Aug.-Kr. II.; Sächs. Ernest.- Hausorden; Ritterkr. I. v. Sachs.-Coburg u. Gotha; dasselbe Ritterkr. I. m. J. Z. v. Sachs.- Altenburg, österr. Ehrenz. II. f. Ritterkr.; Türk. Eis. Halbmond. — Berufsgang: 1912 Große juristische Staatsprüfung; Zivilriditcr in Berlin-Lichtenberg und Berlin-Schöneberg; seit 1914 Präsidialassessor beim Landgeridit II Berlin; 1919 Leiter der Reichsfilmstelle; 1921 Regierungsrat im Reichsministerium des Innern, Leiter der Film-Oberprüfstclle; 1929 Ministerialrat; seit 1. April 1933 Abteilungsleiter im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: „Die Kriegsschauplätze in West, Ost und Süd“, 1915; Alphabetisches Ortschaftsverzeichnis zum westlichen Kriegsschauplatz, 1916; Kommentare zum Reichslichtspielgesetz, 1923/32; zu den Prüfvorschriften für Lichtspielvorführer, 1924; zu den Sicherheitsvorschriften für Lichtspielvorführungen, 1926; zum Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften, 1927; „Die Gesetze und Verordnungen für das deutsche Filmwesen“ v. 13. März bis 24. August 1933. Seel, Hanns, Ministerialrat, Berlin- Wilmersdorf, Prinzregentenstraße 66. Geboren: 19. Februar 1876 Sohn des Rentiers Johann seiner Ehefrau Paula, geb. tiungsgang: Volksschule St. Anna, Wilhelms – Gymnasium in München; Jahre Universität München, Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie; 1899 die erste, 1903 die zweite Prüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst. Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1899 bis 1900 Einj.-Freiw. im Bayer. 1. Inf.-Regt. ■ König“; macht den Krieg 1914/18 mit als Oberleutnant d. Landw. I und Kompagniefiihrer, Hauptmann d. Landw. I; seit 2. Au- . gust 1914 im Westen (Kämpfe in den Vogesen); nach schwerer Erkrankung an der l’ront in das Bayer. Kriegsministerium (Pensions- und Versorgungsabteilung) kommandiert; März 1919 Abschied mit Pension und dem Recht zum Tragen der Uniform und 40 % kriegsdienstbeschädigt. E. K. II.; Bayer. Militärverdienstorden IV. mit Schwertern; Schwarzes Verwundetenabzeichen. — Berufsgang u. a.: 1904 rechtskundiger Hilfsarbeiter >m Finanzreferat der Stadt München und stellvertretender Vorsitzender des Gewerbegerichts München; Regierungsakzessist bei der Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern; 1906 Bczirksamtsassessor beim Bezirksamt Wegscheid; 1909 beim Bezirksamt Kempten; 1911 bei der Polizeidirektion München; 1916 zum bayer. Regierungsassessor befördert; 1919 Bezirksamtmann (Landrat) in Dachau; dann bei der Regierung von Oberbayern und wasserpolizeiliche Behandlung des Ausbaus der mittleren Isar; auf Grund r k Bll,ches über „das Militärversorgungsver- •ahren“ im Juni 1920 in das Reichsarbeitsministerium einberufen, dort 1921 Oberregierungsrat und 1923 Ministerialrat: 1924 ‚orstand des Versorgungsamts VI, Berlin; 1028/29 für den Reichssparkommissar Nachprüfung der württembergischen Landesverwaltung; seit 1932 Vorstand des Versorgungsamts IV, Berlin; am 22. März 1933 zur Bearbeitung beamtenpolitischer Fragen in das Keichsministerium des Innern berufen; dort w,rja’lein Bearbeitung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtengesetzes (•Viergesetzgebung): seit dem 20. Februar 1934 Leitung der Abteilung IV dieses Ministeriums (Beamtentum, Reichsangehörig- Keit, Auswanderungswesen); seit 1920 völvcnCr Flügel DNVP; seit Frühjahr 1932 NSDAP (Abteilungsleiter im Amt für Beamte des Gaues Groß-Berlin). — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Beamtenrecht, Staats- und Verwaltungsrecht, Verwaltungsreform, Versorgungswesen; „Das Militärversorgungsverfahren“, 1919; „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, 1933; „Erneuerung des Berufsbeamtentums“, „Die Behördeangestellten im neuen Reich“, 1933; „Der Beamte im neuen Staat“; Mitarbeiter des „Neuen Reichsrechts“ von Pfundtner-Neubert; zahlreiche Veröffentlichungen in der Tages- und Fachpresse. — Besondere Interessen: Literatur; Presse; bildende Kunst. —- Mitglied: BNSDJ; NSKOV; Reichsbund der deutschen Beamten; Reichsdisziplinarhof; Beisitzer beim Reichsversorgungsgericht; Mitglied des Nationalen Klubs und der Gesellschaft zum Studium des Faschismus; Dozent und Mitglied des Beirats der Verwaltungsakademie, Berlin. Seeliger, Arthur, Dr. jur., a. o. Gesandter und beoollm. Minister im Ausmärtigen Amt, Berlin, Traulenaustr. 13. Geboren: 9. Juli 1870 in Reichenbach i. Schl. — Bildungsgang: Fridericianum in Dessau; studiert Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Sprachen in Lausanne, London, München und Berlin; 1892 Referendar; türk. Examen am Orientalischen Seminar; 1898 Assessor; Eintritt in das Auswärtige Amt. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1892/93 Einjähriger beim Regiment Anhalt: vor dem Kriege Hauptmann d. Res. beim Regiment; im Kriege hauptsächlich in den Argonnen als Hauptmann im Landw.-Regt. 26; 9. September 1914 Kampf und Sturm auf Vienne le Chateau; 1915 ins Große Hauptquartier in Charleville-Mezieres berufen; 1917 nach Konstantinopel entsandt behufs Organisation der Ausfuhr von Kriegsrohstoffen; sodann nach Kopenhagen entsandt zur Lösung diplomatisch- militärischen Zwischenfalls. E. K. II.; preuß., anhalt., österr., türk. Kriegsauszeichnungen. — Berufsgang u. a.: Leitet vor dem Kriege im Auswärtigen Amt 1906/14 die Schiffahrtsabteilung; bei Beginn des Waffenstillstandes Führer der Schiffahrtskommission; Verhandlungen in Paris, Spa, Trier; stimmführ. Delegierter der deutschen Delegationen in den Internation. Kommissionen der deutschen Ströme; deutsches Mitglied der Verkehrskommission im Völkerbund; 1919/34 eine Reihe wichtiger Verträge abgeschlossen; in den letzten 15 Jahren etwa 430 Dienstreisen in ganz Europa. — Veröffentlichungen: Arbeiten über Stromkommissionen und internationales Stromrecht. Seeliger, Karl, Dr. jur., Fabrikdirektor und Buchhändler, Leipzig N 22, Kirchmeg 2. Geboren: 18. September 1890 in München; Vater Universitätsprofessor und Geheimrat Dr. S., zuletzt Historiker in Leipzig, Mutter Luise, geb. Stölzel; Vorfahren Juristen, Pastoren, Ärzte, Offiziere. — Bildungsgang: Hum. Gymnasium Leipzig; studiert 1909 bis 1913 Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Geschichte in Freiburg, Berlin und Leipzig; Februar 1914 erstes Staatsexamen; Oktober 1919 Dr. jur. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1909/10 Einj.-Freiw. Feld-Artl.- Regt. 78; Juni 1914 Leutnant d. Res.; 2. August 1914 bis 3. Januar 1919 Frontoffizier; Oberleutnant d. Res. a. D. E. K. I. u. II.; Militär-St. Heinrichsorden; Albrechtsorden II. mit Schwertern. — Berufsgang u. a.: 1920/23 Syndikus der Oberlausitzer Bank, Abt. Adca, Zittau; seit März 1923 im Buchgewerbe in Leipzig; Vorstandsmitglied der Fritzsche-Hager A.-G., GroRbuchbinderei in Leipzig-Berlin, Geschäftsführer des Kommissionsgeschäftes Lühe & Co. in Leipzig, Aufsichtsratsvorsitzender der Julius Hager A.-G. in Leipzig; seit 1931 Mitglied der NSDAP, SA-Mann; Vorsitzender der Fachgruppe Druck, Papierverarbeitung und Verlag und Mitglied verschiedener Ausschüsse des Reichsstandes der Deutschen Industrie; II. Vorsteher des Deutschen Buchgewerbe- Vereins in Leipzig; stellvertretender Landesführer Sachsen und Gauführer Nordwestsachsen des VDA. — Mitglied: Gewandhausdirektion in Leipzig. Seeliger, Max, Landeshauptabteilungsleiter 1H, Mönchmotschelnitz (Kr. Wohlau). Geboren: 4. November 1891 in Nieder-Bögendorf (Kr. Schweidnitz i. Schl.). — Bildungsgang: Volksschule; Landwirtschaftsschule; Höhere Lehranstalt für praktische Landwirte. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Oktober 1914 bis Dezember 1918 im Felde; 1914 bis Anfang 1917 bei der Kavallerie; ab Frühjahr 1917 als Flugzeugführer im Osten. E. K. I. und II.; Pilotenabzeichen. Seidel , Martin, Beauftragter der Parteileitung, Eisenach. Karlsplatz 6. Geboren: 16. August 1898 in Neuhof (auf Usedom). — Bildungsgang: Volksschule; Handelsschule; Privatschulen. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Bei Kriegsausbruch als Kriegsfreiwilliger eingetreten; in einem bayer. Infanterie-Regiment an der Front; mehrfach verwundet; wird wegen Tapferkeit vor dem Feinde befördert und erhält verschiedene Kriegsauszeichnungen; nach dem Kriege Beteiligung an der Niederwerfung des Spartakistenaufstandes in München; 1921/22 Teilnahme am Selbstschutz Oberschlesien; als Kompaniefüjirer in mehreren Freikorps mit Auszeichnung tätig; 1923 als Führer der 5. Komp. Jungd.-Regt. in der Brigade Ehrhardt an der thür.-bayer. Grenze; nach der Auflösung im Jahre 1928 Austritt aus dem Bunde Wiking. — Berufsgang u. a.: Beruf Verkehrsdirektor; politisch von 1923 bis 1928 Gauleiter des Bundes Wiking (Brigade Ehrhardt); seit 1929 in der NSDAP Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Eisenach; Februar 1930 Bezirksleiter des Kreises Eisenach; Februar 1932 Kreisleiter Süd- Thüringen; Oktober 1932 stellvertretender Gauinspekteur. Gau Thüringen; Dezember 1932 Gauinspekteur I des Gaues Thüringen; seit 1. Oktober 1933 Gebietsinspekteur bei der Reichsleitung der NSDAP (Beauftragter der Parteileitung); Redner in zahlreichen Versammlungen; seit 1932 in der Kommunalpolitik als Stadtratsmitglied und Fraktionsführer der Wartburgstadt Eisenach tätig, in zahlreichen Ausschüssen vertreten gewesen; ehrenamtlicher Landesleiter der „Deutschen Bühne“. Seidl, Erich, Dr.-lng., Ministerialrat a. D., Leiter der Reichsfachschaft 8 „Freie Wissenschaftler“ d. N S-Lehrerbundes, Berlin-Westend, Tapiauallee 6. Geboren: 3. Oktober 1880 in Breslau; väterliehe Familie Oberbayern, mütterliche Familie Mecklenburg. — Bildungsgang: Gymnasium; Bergbaubeflissener; Bergreferendar; Bergassessor. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Feldzug als Leutnant d. Res., dann Oberleutnant d. Res. des Gen.-Regt. 2; zunächst auf den östlichen Kriegsschauplätzen, dann im Stab des Generalfeldmarschalls von der Goltz-Pascha; Operationen an der persischen Grenze; dann im Stab des deutschen Militärbevollmächtigten an der deutschen Botschaft in Konstantinopel. E. K. I. und II.; Verwundetenabzeichen. — Berufsgang u. a.: Nach dem Krieg Regierungsrat; dann Vortragender Rat und Abteilungsleiter im Reichsschatzministerium; als solcher Vorsitzender des Aufsichtsrats verschiedener Industriegesellschaften des Reichs; Erbohrung der Frdölquellen bei Mossul, die jetzt das retroleumgebiet des Irak bilden; 1924 von der Technischen Hochschule in Braunschweig zum Dr.-Ing. promoviert; zahlreiche Studienreisen führen ihn u. a. in die Wolframit- und Zinnerzgebiete in Birma, die Malaiischen Staaten und nach Portugal, in die Salzgebiete Nordspaniens sowie in die Erdöl- und Pechgebiete am Euphrat und Tigris, die Erz- und Salzlagerstätten der Alpen. Kanadas und Neufundlands, in die Südafrikanische Union und ihre Bergbau-und sonstigen industriellen Gebiete; beschäftigt sich jetzt als Privatgelehrter mit Grenzgebietsforschungen bzw. Gemeinschaftsarbeiten auf dem Gebiete der I echnischen Mechanik (nebst Metallographie), der Geophysik, tektonischen Geologie (nutzbare Lagerstätten) und des Bergbaus; faßt „“ Februar 1933 zunächst im „Kampfbund für deutsche Kultur“ die Hochschullehrer „nd Wissenschaftler für Preußen, sodann ‚April) für das Reich zusammen als Leiter ‚■er ..Reichsfachschaft Hochschullehrer und “ issenschafter im Nationalsozialistischen lelirerbund“; verfaßt den „Entwurf einer Hochschulreform“ nach den Grundsätzen 1 rziehung zum nationalsozialistischen Deut- S w“ wissenschaftlicher Berufsbildung. —Mitglied: Zahlreiche wissenschaftliche und politische Vereine. Seidler, IPalther, Landesbauernführer, Mitglied des Iieichsbauernrates, Kassel, Weißenburgstr. 12. Geboren: 24. Februar 1897 zu Kassel als Fh r des Landwirts Georg S. und seiner Ehefrau Marianne, geb. Heerdt. — Bildungsgang: Dorfschule in Crumbach (Landkreis Kassel), dann Realgymnasium zu Godesberg a. Rhein und Realgymnasium zu Betzdorf a. d. Sieg. — Militärzeit: Mit 18 Jahren als kriegsfreiwilliger Fahnenjunker eingetreten im Ulanen-Regt. Großherzog Friedrich von Baden (Rhein.) Nr. 7; 18. Juni 1917 zum Leutnant im Regiment befördert; April 1918 abkommandiert zum Sturmbataillon 4, später zum Inf.-Regt. Nr. 163; 18. Juni 1918 verwundet und verschüttet; bis zum 15. Juli 1919 in verschiedenen Lazaretten; dann wieder beim Ulanen-Regt. 7, das inzwischen aufgegangen war im kombinierten Kavallerie- Regt. 25 A (später Reiter-Regt. 3); nimmt am 30. September 1920 den Abschied. — Berufsgang u. a.: Seitdem Landwirt; auf verschiedenen Gütern in Kurhessen als Beamter tätig bis zur Wahl in den Reichstag am 14. September 1930; seit 1922 politisch tätig; von 1923 bis 1924 Ortsgruppenführer im völkisch-sozialen Block bzw. in der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung; von 1923 bis 1924 Ortsgruppenführer im Bund Oberland , nach dem Verbot desselben im Schützenund Wanderbund (Bezeichnung von Oberland nach dem Verbot); nach der Neugründung der NSDAP (24. Februar 1925) Gründer der Ortsgruppe Schenklengsfeld der NSDAP (Gau Kurhessen) und Leiter derselben bis August 1930; seit 1927 Mitglied der SA ; bis August 1930 Sturmführer; ab August 1930 — seit Bestehen des agrarpolitischen Apparates — landwirtschaftlicher Gaufachberater im Gau Kurhessen; als solcher Mitglied und später 2. bzw. 1. Vorsitzender verschiedener bäuerlicher Organisationen Kurhessens; seit 14. September 1930 Mitglied des Reichstags; rednerische Tätigkeit; seit Bestehen der Landesbauernschaft Kurhessen Landesbauernführer; Mitglied des Reichsbauernrates. von Seidlitz, Wilfried, Prof., Dr. phil., Präsident der Preuß. Geologischen Landesanstalt, Berlin N 4, Inoalidenstraße 44. Geboren: 31. August 1880 in Berlin als Sohn des Geh. Rats v. S., Generaldirektors der Sächs. Kunstsammlungen. — Bildungsgang: Vitzthumsches Gymnasium Dresden bis 1900; Universitäten Freiburg i. Br., München; 1905 Dr. phil. Freiburg. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1917 Kriegsgeologe der Verm. Abt. 24; 1918 Armeegeologe IV. Armee in Flandern. E. K. I. und II. — Berufsgang u. a.: 1907 Privatdozent Straßburg; 1913 Inhaber der Haeckel-Professur in Jena; 1923 a. o. Prof. Jena; 1930 o. Prof, und Direktor des geolog. Instituts Jena; 1953 Präsident der Preuß. Geolog. Landesanstalt; Mitglied der NSDAP seit 1933. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Geologie der Alpen und deutschen Mittelgebirge; Bücher: Entstehen und Vergehen der Alpen (1926), Gebirge am Mittelmeer (1931), Bau der Erde (1932), Geologie von Deutschland (1933). — Besondere Interessen: Fayencesammlung. — Mitglied: Ehrenmitglied des Deutschen Skiverbandes; 1. Vorsitzender des Thür. Geolog. Vereins. Seitz, Ludwig, Dr. med., a. o. Unioersitätsprofessor, Direktor der Unin.-Frauenklinik, Geh. Ilofrat, Frankfurt a. M., Paul-Ehrlich- Straße 46. Geboren: 24. Mai 1872 zu Pfaffenhofen a. Roth (Schwaben), aus einem alten Bauerngeschlecht. — Bildungsgang: Humanistisches Gymnasium St. Stephan in Augsburg; Studium der Medizin in München, Heidelberg und Berlin; 1898 als Arzt approbiert in München. — Militärzeit: Leitet im Krieg als Stabsarzt das in der Univ.-Frauenklinik Erlangen errichtete Lazarett. — Berufsgang u. a.: Assistent und Oberarzt an der Univ.- Frauenklinik München; 1903 Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäkologie; 1910 a. o. Professor für Frauenheilkunde an der Universität Erlangen; 1918 Ruf nach Tübingen, Freiburg i. Br. und Wien abgelehnt; seit 1921 Professor an der Universität Frankfurt a. M. und Direktor der dortigen Frauenklinik. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Frauenheilkunde; hauptsächliche Arbeiten auf dem Gebiete der inneren Sekretion, über Schwangerschaftsvergiftungen und über Strahlenbehandlung von Frauenleiden; „Innere Sekretion und Schwangerschaft“ (1913); „Unsere Methode der Röntgentiefentherapie“ (zusammen mit Wintz 1920); ..Handbuch der Biologie und Pathologie des Weibes“ (zusammen mit Halban in 12 Bänden herausgegeben); Schriftleiter der Monatsschrift für Geburtshilfe und Gynäkologie; Mitarbeit an verschiedenen Fachzeitschriften. — Mitglied: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie, 1931 ihr I. Vorsitzender; Ehrenmitglied der italienischen, argentinischen und rumänischen gynäkologischen Gesellschaft; Ehrenmitglied der deutschen und mexikanischen Röntgengesellschaft, der Gesellschaft der Wiener Ärzte, des ärztlichen Vereins München, der Americ. med. postgrad. Assoc, usw. Freiherr von Selchow, Bogislao, Fregattenkapitän a. D., Dr. phil., Geschichtsphilosoph, Berlin-Dahlem, Königin- Luise-Straße 28. Geboren: 4. Juli 1877 in Köslin (Pommern); die Familie Selchow ist niedersächsischer Uradel; sie hat sich im 13. Jahrhundert an der Ostkolonisation beteiligt und dann in der Mark angesiedelt; stammt mütterlicherseits aus altem Bauernblut. — Bildungsgang: Bis 1897 Hum. Gymnasium Köslin und Charlottenburg; dann Kriegsmarine bis zum Umsturz; 1919 Universität Berlin (Geschichte und alte Sprachen); 1919/23 Universität Marburg (Geschichte, Geographie, Philosophie. Kirchengeschichte, Rechtsgeschichte); 24. Januar 1923 Dr. phil. summa cum laude in allen Fächern. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1897/1919 Seeoffizier in der Marine: 1897 Gefecht gegen Haiti; 1914/15 im Schützengraben in Flandern; 1916 Skagerrak. E. K. I. und II.; Silbernes Verwundetenabzeichen; Oldenburgisdies Friedrich-August- Kreuz I. und II.; Hessische Tapferkeitsmedaille; österreichisches Militärverdienstkreuz III.; Türkischer Halbmond. — Berufsgang u. a.: Hört am 10. September 1898 in Lissabon auf der Straße, wie sich Arbeiter über den Mord an der Kaiserin Elisabeth freuten; dies wird entscheidend für sein Leben; er beschließt, des öfteren den Urlaub als Seeoffizier zu benutzen, um als Arbeiter das Volk kennenzulernen, und tut das 1900 in Pommern, 1902 in Österreich; 1905 als Handwerksbursche in Thüringen; der Beruf als Seeoffizier führt ihn in alle Länder der Erde außer Australien und 1898 auf den Kriegsschauplatz des spanisch-amerikanischen Krieges, 1904 auf den des russisch – japanischen Krieges; wird 1919 Student und wirft März 1920 als Führer des Marburger Studentenkorps den Kommunistenaufstand in Thüringen nieder; 2 Jahre Prozeß wegen Mord usw. gegen 15 Leute seines Freikorps , den er zusammen mit Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune durchführt; nach Rückkehr aus dem Thüringer Feldzug Orgesch-Führer von Westdeutschland; beschließt, 10 Jahre bis Ablauf des Jahres 1933 in völliger Einsamkeit in einem großen geschichtsphilosophischen Werk dem neuen Deutschland die geistigen Grundlagen zu schaffen; Mitglied der Akademie für Deutsches Recht . — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Dichtungen, Geschichte, Geschichtsphilosophie; 1918 Weltkrieg und Flotte (165. Tausend); 1921 Von Trotz und Treue, Gedichte (46. Tausend): 1922 Der Ruf des Tages, Gedichte (21. Tausend); 1923 Der Kampf um das Posener Erzbistum (1. Tausend); 1927 Unsere geistigen Ahnen (6. Tausend); 1930 Wächter der Schwelle, Gedichte (6. Tausend); 1931 An der Schwelle des 4. Zeitalters (2. Tausend); 1932 Die Not unseres Rechts (1. Tausend); 1933 Der Glaube in der deutschen Ichzeit (1. Tausend); 1935 Der deutsche Mensch (4. Tausend). Sellier, Arthur L., Verlagsbuchhändler, München NW 2, Ottostraße la. Geboren: 15. Juli 1889 in Arnstadt i. Thür, als Sohn des Verlegers Arthur S. und seiner Ehefrau Antonie, geb. v. Külmer. — Bildungsgang: Volksschule und Realgymnasium in München; Höhere Handelsschule Neuchätel (Schweiz). — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1910/11 Einj.-Freiw. Kgl. Bayer. 2. Schw. Reiter-Regt.; Feldzug 1914/18 beim Kgl. Bayer. 7. Chevaulegers-Regt. in Frankreich, Rußland, Rumänien; Oberleutnant d. Res. a. D. E. K. I. und II.; Bayer. Militärverdienstorden mit Schwertern. — Berufsgang u. a.: 1908/13 Lehr- und Wanderjahre in Bern (Schweiz) und Leipzig; seit 17. Januar 1919 Mitinhaber der Firmen J. Schweitzer Sortiment, J. Schweitzer Verlag, II. W.Müller- Verlag, sämtliche in München und Berlin, ferner der Buchdruckerei Dr. F. P. Datterer & Cie., Freising; seit Gründung ordentliches Mitglied der Axademie für Deutsches Recht, \ orstandsmitglied des Deutschen Verlegervereins; 1. Vorsitzender der Vereinigung rechts- und staatswissenschaftlicher Verleger und der Vereinigung Münchener Verleger; Mitglied der Sachverständigenkammer für Literatur; IHK (Verteilungsausschuß) usw. — Spezialarbeitsgebiet: Verleger wissenschaftlicher, insbesondere rechts- und staatswissenschaftlicher Werke und Zeitschriften. Sellschopp, Hans, Kaufmann, Lübeck, Lessingstraße 8a. Geboren: 16. April 1891 in Schwerin (Medel.). ~ Bildungsgang: Reformgymnasium in Lüii i m.us*kalische Ausbildung privat und Akademie der Tonkunst in München; drei Semester Rechtswissenschaft. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Als Kriegsfreiwilliger August 1914 Fahnenjunker im Inf.-Regt. 162; -2. März 1915 zum Leutnant befördert; 1920 als Oberleutnant a. D. entlassen. E. K. II.; Meckl. Verdienstkreuz II.; Lüb. Hanaeatenkreuz; Verwundetenabzeichen. — Berufsgang u. a.: Inhaber der Firma Engelhard & Söhne in Lübeck; Führer des Reicnsverbandes für Konzertwesen in der Reichsmusikkammer; Mitglied des Kleinen Rats der Nordischen Gesellschaft; Direktor der Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Tätigkeit in Lübeck; langjähr. Vorstandsmitglied des Vereins der Musikfreunde in Lübeck; Leiter des Kampfbundes für deutsdie Kultur in Lübeck. Selzner, Claus, Schlosser, Organisationsleiter der NSDAP, stelloertr. Leiter der NSBO, Organisationsleiter Deutsche Arbeitsfront , Berlin, Leipziger Platz 14 Geboren: 20. Februar 1899 zu Großmörern als Sohn der Bergmannseheleute Johann S. und Margarethe, geb. Müller. — Bildungsgang: Volksschule und Seminarübungsschule am Kaiserl. Lehrerseminar zu Metz; seit 1910 in der großdeutschen Jugendbewegung; Pfadfinderkorps zu Metz. — Militärzeit: 1914 Grenzschutz-Hilfsdienst; 18 Monate Kriegsdienst als Musketier, später Schütze bei der M.-G.-K. — Berufsgang u. a.: Schlosserei erlernt; Monteur, Betriebsassistent, Gießereileiter; Schriftleiter; SA-Führer, Ortsgruppenleiter, Bezirksleiter (Kreisleiter), Gauarntsleiter; Stadtrat; Mitglied des Provinzialtags von Rheinhessen; Mitglied des Reichstags in 4 Reichstagsperioden. Sempell, Oskar, Dr. jur., Ilüttendirektor, Mitglied des Vorstandes der Vereinigte Stahlwerke A.-G., Düsseldorf, Berlin W 9, Belleouestr. 12112a Geboren: 2. März 1876 in M.-Gladbach als Sohn des Fabrikbesitzers Albert S. und seiner Ehefrau Charlotte, geb. Holthoff. — Bildungsgang: Studium der Rechte an den Universitäten Göttingen, München und Bonn; Referendar- und Assessorprüfung; Dr. jur. — Berufsgang u. a.: Preuß. höherer Justizdienst in Osnabrück, Göttingen und Dortmund als hauptamtliches Magistratsmitglied; ab 1916 Vorstandsmitglied der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten- A.-G., Dortmund; ab 1926 Mitglied des Vorstandes der Vereinigten Stahlwerke A.-G., Düsseldorf; Mitglied des Unterausschusses für Geld- und Währungsfragen, des Unterausschusses für Ausmaß und Art der öffentlichen Arbeitsbeschaffung und des Unterausschusses für Belebung der Privatinitiative im Reichsstand der Deutschen Industrie. — Mitglied: Deutsche Arbeitsfront . Sering, Max, Unio.-Prof., Geh. Reg.-Rat, Dr. Dr. h. c., Berlin-Dahlem, Luciusstraße 9 Geboren: 18. Januar 1857 in Barbv a. E. als Sohn des Kaiserl. Professors und Kgl. Musikdirektors Fr. W. S. — Bildungsgang: Kloster Unser Lieben Fraue, Magdeburg; Kaiserl. Lyzeum in Straßburg i. Els.; studiert 1879/85 an den Universitäten Straßburg und Leipzig Rechts- und Staatswissenschaf ten; Referendar im Elsaß. — Berufsgang u. a.: 1883 von der Preuß. Regierung zum Studium der nordamerikanischen Konkurrenz nach den Vereinigten Staaten und Kanada gesandt, ebenso 1893; Herbst 1883 Habilitation Universität Bonn; 1885 dort a. o. Professor; 1889 o. Professor Landwirtschaftliche Hochschule Berlin; 1893 zugleich a. o.; seit 1897 o. Professor an der Universität Berlin; im Kriege Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Preuß. Kriegsministeriums; 1902/27 Leiter der Studienlehrgänge der Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung; seit 1922 Direktor des Forschungsinstituts für Agrar- und Siedlungswesen; 1930 letzte große Studienreise in die nordamerikanischen Trockengebiete. Zahlreiche Veröffentlichungen. — Mitglied: Preuß. Akademie der Wissenschaften; Vizepräsident der Internationalen Konferenz für Agrarwissenschaft. Sidow, Hans, Dr., Hauptabteilungsleiter II der Landesbauernsdiaft Thüringen, thür. Domänenpächter, Dreitzsch b. Neustadt a. d. Orla. Geboren: 6. Februar 1896 in Calbe a. d. S.; Familie stammt aus der Mark Brandenburg; Vorfahren waren größtenteils Bauern und Schiffer. — Bildungsgang: Gymnasium; nach dem Kriege landwirtschaftl. Praxis und Studium in Halle und Leipzig; landwirtschaftl. Diplomexamen und Doktorpromotion. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Als Fahnenjunker in das 4. Westf. Inf.-Regt. Nr. 17 in Mörchingen eingetreten, dann zum 10. Sädis. Inf.-Regt. in Plauen versetzt; im Kriege Stoßtruppführer und Kompanieführer; als Oberleutnant abgegangen; dreimal verwundet. E. K. I. und II.; Militär-St.-Heinrich-Orden; Albrechts-Orden; Hohenzollern- und Verwundetenabzeichen; außerdem ein allerhöchstes Anerkennungsschreiben des Königs von Sachsen. — Berufsgang u. a.: Nach einer Studienreise durch Frankreich 1914 in die Armee eingetreten; nach dem Kriege Kämpfe gegen Spartakus in Mitteldeutschland; 1927 Übernahme der Domäne Dreitzsch; seit 1930 Mitglied der NSDAP. Sieber, Karl Heinrich, Gruppenreiterführer Sachsen, Landwirt, Hauptabteilungsleiter 1 der Landesbauernschaft Sachsen, Rittergut Wiederoda (über Oschatz). Geboren: 10. September 1888 in Ronneburg. — Bildungsgang: Realgymnasium; 2 Semester Studium an der Universität Leipzig. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Von 1908 bis Kriegsbeginn 2. Husaren-Regt. 19; 1. August 1914 bis 23. Dezember 1918 2. Husaren- Regt. 19; 1914 Zugführer; 1915/16 Ordonnanzoffizier; 1916/18 Regiments-Adjutant und stellvertretender Ordonnanzoffizier bei der Division; 1918 Eskadronführer; letzter Dienstgrad Rittmeister. E. K. I. und II.; Albrechtsorden; Verdienstorden. — Berufsgang: Landwirt; Hauptabteilungsleiter I der Landesbauernschaft Sachsen Sieberg, August Heinrich, Dr. phil. Oberregierungsrat, Unioersitätsprofessor, Leiter der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena (Fröbelstieg 3), Jena, Landgrafenstieg 2. Geboren: 23. Dezember 1875 in Aachen; Vorfahren väterlicherseits rheinische Bauern, mütterlicherseits Handwerker. — Bildungsgang: Realgymnasium Aachen; Technische Hochschule Aachen; Universitäten Straßburg im Elsaß, Freiburg i. Br., Jena. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1898/99 Ein j.-Freiw. I üsilierregiment 40 zu Aachen; 1914/18 Frontdienst im Westen, auch als Ballonbeobachter »nd als Leiter von Heereswetterwarten; Leutnant d. Landw. I der Infanterie. E. K. II. — Berufsgang u. a.: 1895/1904 erster Assistent am Meteorologischen Observatorium in Aachen; seitdem an der Kaiserl. Hauptstation ■ür Erdbebenforschung und Zentralbüro der Internationalen Seismologischen Assoziation m Straßburg i. E. bzw. nach deren Verlust an der zum Ersatz gegründeten Reichsanstalt für Erdbebenforscnung in Jena; wissenschaftliche Reisen in Erdbeben- und Vulkangebieten der Polarländer, Europas, des Mittelmeeres, des vordem Orients und Nordafrikas: ■919 von französischem Militär verhaftet und abgeschoben; seit 1922 nebenberuflich Universitätslehrer in Jena; früher unpolitisch; seit April 1933 NSDAP. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Geophysik, besonders Erdbeben, Gebirgsbildung und Vulkanismus; Lehrbücher, andere Buchwerke lind zahlreiche Abhandlungen vorgenannter ’’ jssensgebiete und der Meteorologie. — Mitglied: Ausschußmitglied des Deutschen Museums in München; Inhaber des Goldenen Ehrenringes des Deutschen Museums (verliehen von der Bayer. Staatsregierung 1925); Mitglied der Straßburger Wissenschaftlichen Gesellschaft in Heidelberg und der Kaiserl. Leopold.-Carolin. Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle. Siebert, Ludwig, bay er. Ministerpräsident, Staatsminister der Finanzen, Chef d. Staatskanzlei, München, Königinstraße 1 Geboren: 17. Oktober 1874 in Ludwigshafen a. Rhein. — Bildungsgang: Juristische Ausbildung. — Berufsgang: I’rüher Amtsanwalt, Staatsanwalt, Rechtsrat, Bürgermeister von Rothenburg o. d. T.; Oberbürgermeister von Lindau (B.); Landtagsabgeordneter. Sieblist, Konrad, Dr. jur., Bürgermeister, Oschatz i. Sa ., Rathaus. Geboren: 23. April 1880 in Konstantinopel als Sohn des Vizepräsidenten a. D. der Oberpostdirektion Dresden Otto S. — Bildungsgang: Gymnasien Arnsberg, Berlin, Karlsruhe, Köln, Bramberg; Universitäten Marburg und Leipzig; Referendar in Leipzig und Annaberg. — Kriegsauszeichnungen: Sächs. Kriegsverdienstkreuz; Preuß. Kriegsverdienstkreuz; Türk. Roter Halbmond. — Beruf sgang u. a.: 1908 Ratsassessor in Krimmitschau; 1909/14 Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister in Mittweida; ab 1. August 1914 Bürgermeister von Oschatz; Mitglied und Amtswalter der NSDAP. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Finanzwesen, Kommentar der Sächs. Städteordnungen und Landgemeindeordnungen; Schriften über Wohlfahrtspflege, Fürsorgeerziehung, Tuberkulosefürsorge usw. — Besondere Interessen: Stadtverschönerung; Museumswesen. — Mitglied: Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sächs. Landespensionverbandes und des Ferngasverbandes Leisnig; Vorsitzender eines Kassenrevisionsverbandes. von Siemens, Carl Friedrich, Ingenieur, Berlin- Siemensstadt. Geboren: 5. September 1872. — Bildungsgang: Falk-Gymnasium Berlin; Technische Hochschulen München und Berlin, Universität Straßburg i. Els. — Berufsgang u. a.: 1900 bis 1909 Siemens Brothers & Co., London, Leiter der Starkstromabteilung; 1909/19 Vorsitzender des Direktoriums der Siemens- Schuckert-Werke; seit 1919 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens-Schuckert-Werke und der Siemens & Halske A.-G.; seit 1924 Präsident des Verwaltungsrats der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft; Mitglied des Generalrats der Wirtschaft; Mitglied des Reichsstandes der Deutschen Industrie, der Akademie für deutsches Recht , München, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft u. a. m. Siepmann, Hugo, Fabrikant, Präsident der Industrieund Handelskammer für das südöstliche Westfalen, Warstein, Bez. Dortmund. Geboren: 24. Mai 1868 in llagen (Westf.); edit deutscher Abstammung. — Bildungsgang: Volksschule und Realgymnasium. — Berufsgang u. a.: Kaufmännische Ausbildung in der Edelstahlindustrie; dann Angestellter in einer Gabel- und Sdiaufelfabrik, verbunden mit Gesenkschmiede; Begründung der eigenen Firma 1892; seit Anfang 1900 Mitinhaber der Firma Peters & Co.; Führer der Industrie- und Handelskammer für das südöstliche Westfalen; Führer von zwei Fadisdiaften der Gesenkschmiede-Industrie. — Mitglied: Vorstandsmitglied eines Industrieverbandes; Mitglied des Hauptausschusses des Langnam- Vereins in Düsseldorf. Sievers, Wilhelm, Dr. jur., Oberbürgermeister, Flensburg, Marienhölzungsmeg 52 Geboren: 2. Dezember 1896 zu Kiel als Sohn der Eheleute Rangiermeister Detlef Asmus S. und Margarete, geb. Schell. — Bildungsgang: Ostern 1903 bis Herbst 1909 Mittelschule; dann bis August 1914 Oberrealschule; mit 17 Jahren zum Ers.-Batl. Inf.-Regt. 163 Neumünster; Mitte Dezember 1914 ins Feld; ab Herbst 1919 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Kiel, Marburg und Königsberg; 28. Juli 1922 Referendarexamen in Kiel. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Im Felde von Mitte Dezember 1914 beim Inf.- Regt. 163; zweimal verwundet; infolge hoher Verluste innerhalb der Familie im Oktober 1917 für die Etappe reklamiert; nach Vollendung des 21. Lebensjahres freiwillige Zurückmeldung zur Front zum Res.-Inf.-Regt. 75; Teilnahme an allen Gefechtshandlungen als Kompagnieführer bzw. Batl.-Adjutant bis zum Kriegsschluß; Entlassung 13. Jan. 1919; danach Beteiligung an dem Kampf gegen die Spartakus-Unruhen in Kiel als Mitglied des Freikorps Löwenfeld bis zum Herbst 1919. E. K. I. (vom Kaiser persönlich) und II.; Bremer Hanseatenkreuz. — Berufsgang u.a.: Scheidet am 1. August 1923 aus dem Vorbereitungsdienst bei der J ustizbehörde wegen Mangels an Mitteln aus und übernimmt eine Syndikusstelle im Kreislandbund Bremervörde (Osthannover); Mitglied des deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes seit 1919 bis zur Auflösung 1922; Oktober 1923 Eintritt in die NSDAP; am 25. Juli 1925 mit der Mitgl.-Nr. 12 007 Wiedereintritt nach der Rückkehr Hitlers; bis zum 31. Dezember 1927 Orts- und Kreisleiter; scheidet aus der bisherigen Stellung wegen der politischen Betätigung und dadurch bedingter dauernder Reibungen mit dem deutsch-hannoveranisch und deutsch-national eingestellten Vorstand des Kreislandbundes aus; 26. Januar 1928 Wahl zum Bürgermeister von Visselhövede (Lüneburger Heide); 1. Februar 1931 Wahl zum Bürgermeister von Eckernförde; 12. Mai 1933 Ernennung zum Landrat des Kreises Flensburg und 24. September 1933 zum Oberbürgermeister der Stadt Flensburg; seit Juli 1932 Gaufachberater für Kommunalpolitik; Mitarbeiter bei der Schleswig-Holsteinischen Tageszeitung (Parteizeitung) und dem Mitteilungsblatt der Nationalsozialisten in den Parlamenten (Herausgeber Dr. Buttmann) unter dem Pseudonym Eike v. Rebkow; Führer des Schleswig – Holsteiner – Bundes, Landesabteilung im VDA und des Gemeindetages Schleswig-Holstein im Deutschen Gemeindetag; Mitglied der Kirchenregierung Schleswig-Holstein. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Grenzpolitik (als Führer des Schleswig-Holsteiner-Bundes und des Landesverbandes des VDA); kommunalpolitische und kommunalrechtliche Fragen; zahlreiche Veröffentlichungen seit Erscheinen der Mitteilungsblätter der Nationalsozialisten in den Parlamenten und gemeindlichen Vertretungskörpern, dem Niedersachsenstürmer und der Schleswig-Holsteinischen Tageszeitung. — Besondere Interessen: Familienforschung. — Mitglied: BNSDJ (Mitgl.-Nr. 142). Silex, Karl, Chefredakteur der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“, Führerrat des Reichsoerbandes der Deutschen Presse, Berlin W 10, Rauchstraße 2. Geboren: b. Juli 1896 in Stettin als Sohn des Pfarrers Heinrich Theodor S. und dessen Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Hennig. — Bildungsgang: Hum. Gymnasium; Universitäten Kiel und Berlin, Studium der Nationalökonomie; prom. Berlin zum Dr. phil. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1. April 1914 Kaiserl. Marine; nimmt November 1919 als Oberleutnant z. S. Abschied; im Kriege Kommandant des Minensuchbootes M 65; nach dem Kriege Beteiligung an den Spartakuskämpfen in Berlin; dann im Baltikum. E. K. I. und II.; Hamburger Hanseatenkreuz; Baltenkreuz. — Berufsgang u. a.: Seit 1922 Redakteur der DAZ; von 1925 bis 1953 Londoner Berichterstatter; seit Juni 1933 Chefredakteur. — Veröffentlichungen: „John Bull zu Hause“; „Patriot MacDonald“. — Mitglied: Reichsverband der deutschen Presse. Simon, Gustav, Gauleiter, Koblenz, Schloßstraße 45 Geboren: 2. August 1900 in Saarbrücken. — Bildungsgang: Volksschule; Lehrerbildungsanstalt; Werkstudent; Reifeprüfung; Diplom- Handelslehrerprüfung. — Berufsgang u. a.: 1925 Zweiter Vorsitzender der Völkischen Studentengruppe Frankfurt a. Main; 1924 Mitglied der Nationalsozialistischen Freiheitspartei in Frankfurt a. M.; 1925 Mitglied der NSDAP und Gründung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes in Irankfurt a. Main; 1928 Bezirksleiter der NSDAP für Trier-Birkenfeld; 1929 Bezirksleiter der NSDAP für Koblenz; 1929 Mitglied des Stadtrates Koblenz und des Rhein. Provinzial- Landtages; 1930 Mitglied des Reichstags; 1931 Gauleiter Koblenz-Trier-Birkenfeld; 1933 Bundesführer der Saarvereine Deutschlands; Mitglied des Preuß. Staatsrates. Simon, Hans-Alfons, Dr. jur., Chef-Syndikus, Berlin IV 8, Mauerstraße 59. Geboren: 17. August 1888 in Frankfurt a. M. aus einer Beamten- und Gelehrtenfamilie, die seit dem 15. Jahrhundert in Fulda ansässig ist. — Bildungsgang: Klassisches Gymnasium in Fulda; 1907/10 Studium der Rechts- und Staatswissenschaft in Heidelberg, Berlin, München und Marburg. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: August 1914 Kriegsfreiwilliger Res.-Feld-Artl.-Reg. 51; von Oktober 1914 bis Ende Oktober 1918 im Felde; zweimal verwundet; August 1915 Offizier; ab 1917 Ordonnanzoffizier. E. K. I. und II.; Verwundetenabzeichen. — Berufsgang u. a.: 1910 Referendar; 1912 Dr. jur.; 1914 Gerichtsassessor; Anfang 1918 angenommen als Anwärter für den auswärtigen Dienst; Dezember 1918 bis März 1919 Assessor am Amtsgericht Düsseldorf; dann einige Monate als Volontär bei dem Barmer Bankverein Düsseldorf und bei A. Borsig, Tegel; ab November 1919 als Justitiar bei der Disconto-Gesellschaft Berlin; 1928 Syndikus; wiederholte Auslandsreisen, u. a. im Zusammenhang mit dem beschlagnahmten deutschen Eigentum (USA. 1924 und 1927); Teilnahme an den Stillhaltekonferenzen als Rechtsberater der Deutschen Delegation; 1929 Chef-Syndikus der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft; Oktober 1933 Berufung in die Akademie für Deutsches Recht . — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Internationales Recht, Versailler Vertrag, Amerika- Freigabe, Aktienrecht, Stillhaltung; Veröffentlichungen über die obigen Arbeitsgebiete im „Bankarchiv“. — Besondere Interessen: Musik; Leibesübung (Reiten, Tennis, Skilauf). — Mitglied: Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen ; Vereinigung der Freunde für antike Kunst, Villa Romana e. V. Simon, Karl, Gauarbeitsführer (Arbeitsgau 14, Merseburg), Merseburg, Seffnerstraße 2. Geboren: 25. März 1885 in Zweibrücken; deutscher Abstammung. — Bildungsgang: Volksschule; Realschule. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1. Oktober 1905 bis 22. Februar 1920 Dienstzeit; Kriegsteilnehmer; letzter Dienstgrad Leutnant a. D. mit Berechtigung zum Tragen der Uniform des 1. Bayer. Ulanen-Regts. E. K. II.; Bayer. Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern; Prinzregent-Luitpold-Medaille; Dienstauszeichnung I. Kl. — Berufsgang u. a.: Bankwesen, Geld- und Kreditwirtschaft (Staatsdienst); Schüler von Gottfried Feder; Betriebswirtschaft und Betriebsanalyse; Badische Anilin- und Sodafabriken (L G. Farben) Ludwigshafen und Leuna (Rechnungswesen); seit 1919/20 politisch Mitglied der NSDAP (Mitgl.-Nr. 5917); beauftragt mit Organisationsarbeiten der NSDAP in der Pfalz; 1920/23 Gründer der Ortsgruppe Ludwigshafen; am 2. März 1923 von den Franzosen verhaftet und im Mai 1923 ausgewiesen; am 1. Juni 1923 Bezirksführer der NSDAP für das Gebiet Mitteldeutschland; stellvertretender Gauleiter des Gaues Halle- Merseburg der NSDAP; Gründer der Ortsgruppe Leuna; Kreisleiter der NSDAP Merseburg und Mitglied der Gauleitung; Reichsredner; Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung des Gaues Halle-Merseburg (Gauwirtschaftsreferent); seit 1932 Mitglied des Landtags; seit 1935 Mitglied des Reichstags; Gaufachbearbeiter und Organisator des Arbeitsgaues 14, Gauarbeitsführer. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Organisationsfragen; Dozent der Gauführerschule Seeburg; seit 1929 unter dem Pseudonym „Spektator“ Veröffentlichungen über Nationalsozialistische Weltanschauung (aus der Antike entwickelt); erste Rundfunkrede in Mitteldeutschland: „Nationalsozialistisches Arbeitsbeschaffungs-Programm“. — Besondere Interessen; Musik; Malerei; Vorgeschichte; Landwirtschaft, Blut und Boden. Simons, Karl, Dr. jur., Regierungspräsident, Sigmaringen. Geboren: 30. Januar 1877 auf Haus Vogelsang bei Neuß als Sohn des Rittergutsbesitzers Eduard S. — Bildungsgang: Humanistisches Gymnasium; Ostern 1898 Abitur in Weilburg a. d. Lahn; Studium der Rechts- und Staatswissenschaft auf den Universitäten Freiburg i.B., Berlin und Bonn; 1901 auf der Universität Leipzig zum Dr. jur. promoviert. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1901/02 beim Kurmärk. Dragoner-Regt. Nr. 14 in Kolmar (Elsaß); Rittmeister d. Res.; 1914/17 Kriegsteilnehmer. E. K. I. u. II. — Berufsgang u. a.: 1901 Gerichtsreferendar; 1904 Regierungsreferendar; 1906 Regierungsassessor; 1915 Regierungsrat; 1917 Landrat des Kreises Wittlidi; 1923 von der französischen Besatzungsbehörde ausgewiesen; 1924 Regierungsrat; 1926 Oberregierungsrat beim Oberpräsidium in Kassel; 1933 Regierungspräsident in Sigmaringen. — Spezialarbeitsgebiet,Veröffentlichungen landwirtschaftliche Fragen; „Die Entwicklung der rheinischen Pferdezucht“ 1912; „Die Altersversorgung des Landwirts durch Lebensversicherung und durch Selbstversicherung“ 1914. — Besondere Interessen: Bildende Kunst. Singer, • Josef, Justizinspektor, München, Ismaninger Straße 75 Geboren: 22. Januar 1891 in Kulmbach als Sohn des Polizeiwachtmeisters Josef S. und seiner Ehefrau, geb. Heinemann. — Bildungsgang: 5 Klassen Volksschule; 5 Klassen Realschule. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: August 1914 Kriegsfreiwilliger im 1. Bayer. Fuß-Artl.-Regt.; im Felde bei 7./Res.-Fufi- Artl.-Regt. 1; Flandern; Durchbruchschlacht bei Gorlice; bis September 1915 Verfolgung; Herbstschlacht bei La-Basse; Januar bis September 1916 Verdun, darunter 3 Monate in vorgeschobener Stellung; Siebenbürgen, Rumänien; Dünaburg, Verfolgung der roten Garden; Flandern, Chemin des Dames, Aisne, Somme, Rückzugsgefechte; Unteroffizier d. Res.; viermal verwundet. E. K. I. und II.; Bayer. Verdienstkreuz m. Krone u. Schw. u. a. — Berufsgang u. a.: 1907 Inzipient am Amtsgericht München; nach Rückkehr aus dem Felde Prüfung zum mittleren Staatsdienst; 1920 Freikorps Oberland; Februar 1923 NSDAP; 1924 Großdeutsche Volksgemeinschaft; 1925 NSDAP (Mitgl. Nr. 426); Inhaber des goldenen Ehrenzeichens, des B.-Z. des Freikorps Oberland; Uschla-Vorsitzender; Kassenwart; stellv. Ortsgruppenleiter; Redner; 1933 Fachgruppenleiter des BNSDJ; Abteilungsleiter der Reichsleitung; Mitglied der Akademie für Deutsches Recht . — Spezialarbeitsgebiet: Strafprozeß. — Besondere Interessen: Musik.