Das Deutsche Führerlexikon 1934-1935 – Die Reichsregierung 263 – 300 Das Deutsche Führerlexikon – Die Reichsregierung 1934-1935 Seite 263 – 300 Kümmel, Otto, stellvertr. Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin, Berlin-Zehlendorf, IVilhelmstraße 25. Geboren: 22. August 1874 iin„ Blankenese (Holstein); väterlicherseits Oberhesse, nachweisbar bis Ende 14. Jahrhundert; mütterlicherseits fiedersachse, nachweisbar bis Anfang 8. Jahrhundert, und Norweger, nachweisbar ms Anfang 16. Jahrhundert. — Bildungsgang: gymnasium; Universitäten Freiburg i. Br„ Paris; Studium Archäologie, Kunstwissenschaft, Völkerkunde; Dr. phil. Freiburg i, Br. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1898/99 Einj.-Freiw. Inf.-Regt. 169; Leutnant und Oberleutnant d. Res. Inf.- legt. 113; im Felde als Oberleutnant, später Hauptmann; Komp.-Führer, dann Batls.- Kommandeur, zuletzt Res.-Inf.-Regt. 208. E. K. I. und II.; Braunschw. Kriegsverdienstkreuz I. — Berufsgang u. a.: 1901 Volontär am Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg; 1903 Hilfsarbeiter am Zeughaus in Berlin; 1905 Konservator der Städt. Sammlungen in Freiburg i. Br.; 1906 Direktorialassistent bei den Kgl. Museen Berlin; 1910/12 stellvertr. Direktor des Zeughauses; 1912 Direktor bei den Kgl. Museen; 1933 stellvertr. Generaldirektor; viele Reisen ins Ausland, darunter 1906/09 und 1926/27 nach den Vereinigten Staaten, Japan, China, Rußland; Mitglied der NSDAP. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Ostasiatische Kultur und Kunst; zahlreiche Veröffentlichungen. — Mitglied: U. a. Vorsitzender der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft, Berlin; Vorstandsmitglied im Deutschen Verein für Kunstwissenschaft; in der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft usw.; Ehrenmitglied verschiedener ausländischer Gesellschaften und Institute. Künzler, Richard, stellvertretender Reichsfachschaftsführer, Berlin IV10, Herkulesufer 13. Geboren: 22. September 1904 in München als Sohn des Baumeisters Albert K. — Bildungsgang: Volksschule, Realschule; 8-semestriges Chemiestudium; Weiterbildung in der Praxis als Werbefachmann durch Besuch von Vorlesungen und Kursen. — Militärzeit: Mit 16 Jahren Zeitfreiwilliger beim Zeitfreiwilligen- Korps b. Schützen-Brigade 21, Freikorps Oberland; Ruhrkampf. — Berufsgang u. a.: Nach Vollendung des Studiums Assistent in einem chemischen Untersuchungs- Laboratorium; dann Eintritt in ein Propaganda- Institut für pharmazeutische Propaganda; schon in jungen Jahren selbständig als Werbeberater und zwar im Jahre 1926; Tätigkeit für verschiedene Fabriken der pharmazeutischen Industrie; 1928 Tätigkeit als Werbelehrer an der Volkshochschule in München, Aufbau von Werbekursen, so daß im Jahre 1930 die erste Werbefachprüfung abgehalten werden kann; 1930 Mitgründung und Übernahme der Schriftleitung der Fachzeitschrift „Werbung in der Medizin“; die politische Lebenslaufbahn beginnt mit 16 Jahren im Ruhrkampf; dann Tätigkeit als SA-Mann bei der Partei bis zum Jahre 1923; 9. November 1923 Teilnahme an der Erhebung in München; 30. Februar 1933 Berufung an die Abteilung Volksgesundheit der NSDAP als Leiter der Propagandastelle, Fachberater für das Heilmittelwesen; Versetzung zum Reichskommissar für die Berufs- und Verbandsfragen im Heil- und Heilmittelwesen an das Reichsministerium des Innern, Berlin, als Mitarbeiter des Reichskommissars und Bevollmächtigter zur Regelung der Werbefragen im Heil- und Heilmittelwesen und Sachbearbeiter für die Fragen der Heilmittelindustrie; am 13. Juli 1933 Berufung als stellvertr. Reichsfachschaftsführer der NS-Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute mit dem Auftrage, die Fachschaft zu organisieren und aufzubauen; September 1933 Berufung zum Mitglied des Werberates der deutschen Wirtschaft; zur Zeit stellvertr. Reichsfachschaftsführer der Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute in der Reichskulturkammer. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Spezialist für die Propaganda im Heil- und Heilmittelwesen; Schriftleiter der „Werbung in der Medizin“ sowie Dozent an der Höheren graphischen Fachschule für Werbe-Betriebswirtschaft; Veröffentlichungen vielgestaltiger Art auf dem Spezialgebiet der Werbung im Heilmittelwesen in der Zeitschrift „Werbung in der Medizin“, Aufsätze in der „Reklame“, früher Rundfunkvorträge beim bayer. Rundfunk über Werbefragen und öffentliche Vorträge. — Mitglied: Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute. Kürschner, Karl, Ministerialrat im Reichsernährungsministerium, Friedenau, Sponholzstraße 51/52 Geboren: 29. August 1877 in Schweinfurt i. Bayern. — Bildungsgang: Studiert Tiermedizin und Tierzucht an der Tierärztlichen Hochschule München. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Einj.-Freiw. im 1. Bayer. Ulanen-Regt. „Kaiser Wilhelm II.“, Bamberg; im Kriege Regiments-Veterinär 1. Bayer. Res.- Feld -Artl.- Regt.; Divisions – Veterinär 5. Bayer. Res.-Division; November 1918 Abgang nach schwerer Verwundung. E. K. I. und II.; Ritterkreuz vom Sächs. Albrechts- Orden II. Kl. und Bayer. Militärverdienstorden IV. Kl. mit Schwertern. — Berufsgang u. a.: Kgl. Alpen- und Tierzuchtinspektor in Miesbach, Oberbayern; Kgl. Bezirkstierarzt in Bad Aibling, Oberbayern; Kgl. Veterinärrat bei der Kgl. Versicherungskammer in München; Oberregierungsrat bei der Bayer. Versicherungskammer; seit 13. Februar 1925 Ministerialrat und Referent für Tierzucht, Verkehr mit Vieh und Fleisch, Tierschutz und Veterinärfragen im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft; Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses im Reichskuratorium für Reit- und Fahrschulen. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Tierzucht und Absatz ihrer Erzeugnisse; Veröffentlichungen über Organisationsfragen und Maßnahmen auf dem Gebiete von Tierzucht und Tierhaltung, des Absatzes von Erzeugnissen der Tierzucht im In- und Auslande, der Tierversicherung und der Tierkrankheiten, insbesondere der Bekämpfung der Dasselplage. Kürz, Hermann, Oberbürgermeister, Pforzheim, Enzstraße 1. Geboren: 28. Juni 1892 zu Karlsruhe; arischer Abstammung. — Bildungsgang: Volksschule, Oberrealschule; Technische Hochschule zu Karlsruhe; Diplomingenieur der Elektrotechnik; einjähr. Werkstattpraxis in Schlosserei, Feinmechanik, Modelltischlerei und Schmiede sowie Elektro-Maschinenbau. — Militärzeit: Eintritt am 2. August 1914 als Kriegsfreiwilliger, Feldart.-Regt. 14 (Großherzog); Kriegsformation Res.-Feld-Artl.-Regt. 55; 1916 Leutnant der Reserve beim Regiment; Führer eines Schallmeßtrupps; Lehrer für das Artillerie- Meßwesen an der Fliegerschule in Alt Autz; Adjutant beim Inspekteur des Artillerie- Meßwesens Nr. 2; Ordonnanzoffizier im Stabe des Oberbefehlshabers Ost bis Dezember 1918. — Berufsgang u.a.: Herbst 1920 Diplomprüfung; 1920 bis März 1921 Lehrer an der Gewerbeschule in Karlsruhe; von März 1921 ab wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der Abteilung Wasserkraft und Elektrizität bei der Badischen Wasser- und Straßenbaudirektion Karlsruhe; von 1925 ab selbständiger Sachbearbeiter daselbst; von Januar 1928 ab Stadtbaudirektor und Dienstvorstand des Elektrizitätswerkes der Straßen- und Kleinbahn der Stadt Pforzheim; seit 19. Juni 1933 Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim. von Kuhlmann, Wilhelm, Deutscher Gesandter, Guatemala ( M ittelamerika ), Deutsche Gesandtschaft. Geboren: 20. Januar 1879 in Königsberg i. Pr. als Sohn des Generals der Artillerie v. K. und seiner Ehefrau Johanna, geb. Gude will; hannoversche Offiziersfamilie, die im 18. Jahrhundert aus einem Bauernhof in Langenhagen hervorgegangen ist. — Bildungsgang: Wilhelms-Gymnasium in Posen; Marienstifts-Gymnasium in Stettin und Joachimsthalsches Gymnasium in Berlin; Rechtsstudium an den Universitäten in Freiburg i. Br., Straßburg i. Els., Berlin und Göttingen. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Einjahrig-Freiwilliger beim Feld- Artl.-Regt. Nr. 15 in Straßburg i. Els.; Reserve- Offizier beim Feld-Artl.-Regt. von Scharnhorst (1. Hannov.) Nr. 10 in Hannover; im Kriege bis 1915 Hauptmann und Batterieführer im Kurmärkischen Feld-Artl.- Regt. Nr. 39. E. K. II. — Berufsgang u. a.: 1901 Referendar im Oberlandesgerichtsbezirk Celle; 1905 Gerichtsassessor; 1906 ins Auswärtige Amt eingetreten; 1908 Vizekonsul in Paris; 1910 Legationsrat; 1917 Wirklicher Legationsrat und Vortragender Rat im Auswärtigen Amt; 1921 Dirigent der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes; 1924 Gesandter für Mittelamerika in Guatemala. Kummer, Kurt, Dr., Diplom-Landmirt, Abteilungsleiter im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin- Marienfelde, Adolf strafte 8. Geboren: 6. September 1894 in Brehna (Krs. Bitterfeld); der Abstammungsnachweis liegt bis 1745 im Sinne des Reichserbhof gesetzes vor; die Vorfahren waren Bauernhofbesitzer und Kaufleute, weiter zurückreichend rein bäuerlichen Herkommens. — Bildungsgang: Hum. Gymnasium; 3jährige praktische Ausbildung als Landwirt; 3 Jahre Landwirtschaftsstudium in Halle, München, Berlin; Diplomexamen; Promotionsarbeit über Bauernsiedlung in der Grenzmark. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 3. August 1914 bis 30. November 1918; macht ab 10. Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger Frontdienst bis Anfang November 1918 im 2. Garde-Feld- Artl.-Regt. Potsdam; 16. April 1916 Beförderung zum Leutnant d. Res.; zuletzt Batterieführer; 1920 Teilnahme an den Kämpfen der Einwohnerwehr in Mitteldeutschland gegen die Kommunisten. E. K. I. und II. — Berufsgang u. a.r 1923/25 stellvertretender Siedlungsleiter in der provinziellen Siedlungsgesellschaft Landbank. Berlin; 1926/33 Kartoffelbaugesellschaft, Berlin; 1931 Eintritt in die SA ; März 1932 Eintritt in die NSDAP; 1932 Mitarbeiter im agrarpolitischen Apparat der Reichsleitung der NSDAP; 1932 Abteilungsleiter beim Gau Groß-Berlin in Bauernsiedlungsfragen; 1933 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation, Berlin; Ende August 1933 Berufung in das Reichsernährungsministerium; Leiter der Abteilung Siedlung und Osthilfe; Führer des Reichsbundes deutscher Diplom-Landwirte; Amtsleiter beim Gau Groß-Berlin; seit Herbst Sturmführer beim Stabe des Reichsführers der SS . — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Bauernsiedlungsfragen; „Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Siedlung in der Provinz Grenzmark Posen Westpreußen“, 1929. — Besondere Interessen: Bauernsiedlung in Beziehung zu rassischen und nationalpolitischen Aufgaben im deutschen Ostraum; Wehrpolitik. Kumpfmüller, Joseph, Dr. tlieol. und phil., Bischof von Augsburg. Geboren: 2. Mai 1869 in Schwarzenberg; entstammt einer katholischen Lehrersfamilie Niederbayerns. — Bildungsgang: Volksschule; humanistisches Gymnasium im Kloster Metten; philosophische und theologische Studien im deutschen Kolleg und an der Gregorianischen Universität Rom. — Berufsgang: 14 Jahre Prediger, davon 10 Jahre Domprediger zu Regensburg; 4 Jahre Direktor des bischöflichen Knabenseminars; 13 Jahre Domkapitular und Dompfarrer zu Regensburg; seit 3 Jahren Bischof von Augsburg. — Veröffentlichungen: Vier kleinere Predigtwerke. Kunz, Ernst Erich, Staatskommissar z. b. V., Vorsitzender des Sächs. Gemeindetages, Leiter derAbt. Gemeindepolitik beim Gau Sachsen, Hellerau b. Dresden, Arn Sand 12 Geboren: 16. Dezember 1897 in Vielau bei Zwickau als Sohn des Werkmeisters Moritz K. und seiner Ehefrau Martha, geb. Sarfert. — Bildungsgang: Volksschule; Selbststudium. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 21. Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger mit dem 9. Kgl. Sächs. Inf.-Regt. Nr. 133 ins Feld; verwundet; April 1919 entlassen. E. K. II., F. A. M. — Berufsgang u. a.: Seit 1922 Mitglied der NSDAP, sodann SA-Führer, später als Ortsgruppenleiter des Völkisch-sozialen Blocks, schließlich Führer des Frontkriegerbundes in Zwickau (während der Verbotszeit der Partei); Führer der Hitler-Jugend; 1929 Kreisleiter des Kreises Zwickau; Stadt verordneter in Zwickau; Stadtverordnetenvorsteher; seit 1930 Abteilungsleiter bei der Gauleitung Sachsen; vom 9. März bis 3. Mai 1933 Leiter des Arbeits- und Wohlfahrtsministeriums in Sachsen; seitdem Staatskommissar z. b. V. beim Ministerium des Innern. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Kommunalpolitik; Herausgeber des Nationalsozialistischen Gemeindeblattes bei der Gauleitung Sachsen; laufende Veröffentlichungen über Kommunalpolitik in dieser Zeitung und in nationalsoz. Zeitungen. — Mitglied: Aufsichtsratsvorsitzender der Landessiedlungsund Wohnungsfürsorgegesellschaft „Sächsisches Heim“; Mitglied des Aufsichtsrates der A.-G. Sächsische Werke; der Landesgasversorgungs A.-G. Oetzsch-Markleeberg; der Bayer. Elektrizitätslieferungsgesellschaft Bayreuth; der kommunalen Elektrizitätslieferungsgesellschaft Sagan Kupferberg, Christian Adalbert, Mainz, KupferbergTerrasse 19. Geboren: 14. Dezember 1888 als Sohn des Kommerzienrats Florian Heinrich K. und seiner Ehefrau Helene, geb. Wallau. — Bildungsgang: Kreuzschule Dresden; Oster- Gymnasium Mainz. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Vom 11. September 1914 bis 30. November 1918 im Felde; Leutnant d. Res. im Magd. Dragoner-Regt. Nr. 6. E. K. I. und II.; Hessische Tapferkeits-Medaille. — Berufsgang u. a.: Nach Ablegung der Reifeprüfung zum Einjährigen Eintritt in das väterliche Geschäft; dort ein Jahr technische Lehrzeit, dann lha Jahre England, 1H Jahre Nordamerika, anschließend Reise um die Welt: Nordamerika, Zentralamerika, Hawai, Japan, China, Holländisch-Indien, Britischindien, Arabien, Ostafrika, Südafrika, Deutsch – Südwest, Kamerun, Togo; seit 1. April 1922 persönlich haftender Gesellschafter der Firma; Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sektkellereien E. V., Wiesbaden; stellvertr. Vorsitzender des ReklameSchutzverbandes E. V. (Schutzverbandes der Groß – Inserenten und Interessenten für Außenreklame), Berlin; Mitglied der Industrie- und Handelskammer, Mainz; Mitglied des Werberates der Deutschen Wirtschaft. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Das gesamte Gebiet des Werbewesens; seit 1911 regelmäßiger Mitarbeiter der Fachzeitschrift „Die Reklame“, Berlin. — Besondere Interessen: Musik. Kutschmann, Max, Prof., Maler, Komm. Direktor der Vereinigten Staatsschulen für freie und angervandte Kunst, Berlin- Lichterfelde, Holbeinstraße 6. Geboren: 25. Mai 1871 in Neumünster (Holstein); väterlicherseits in drei Generationen Zeugmachermeister in Halberstadt, Vater Maler und Schriftsteller; mütterlicherseits Bauern und Brauer in Teufelsbrück b. Altona, seit 1711 dort seßhaft bis zum Tode des Großvaters, mit dem der Mannesstamm erlosch. — Bildungsgang: Gymnasium; 3% Jahre praktische Lehre als Holzbildhauer; Kunstakademie; dann Maler-Unterrichtsanstalt am Kgl. Kunstgewerbemuseum; Sdüiler von Prof. Martin; Kirchenmalerei und Denkmalspflegearbeiten. — Kriegsauszeichnungen: Für das Kriegsministerium mit Kriegsgräber- und Kriegsehrenmal-Angelegenheiten und in der Kriegsgräberfürsorge tätig. Verdienstkreuz. — Berufsgang u. a.: Hauptgebiet Wandmalerei und Denkmalspflege; viele kirchlidie Arbeiten, u. a.: Schloßkirche Stettin; Rathaus Posen, innen und außen (Schraffito); Rathaus Mühlhausen (Thür.); Wiederherstellung des Zuschauerraumes im Staatl. Opernhaus; Wandmalereien im Landwehrkasino zu Berlin; Paulskirche in Halberstadt; Kirche in Nikolassee; nach dem Kriege vorwiegend Kriegsehrungen; schriftstellerische Arbeiten; seit Bismarcks Entlassung politisch interessiert; stets auf seifen der nationalen Opposition; im Kriege Mitglied der Vaterlandspartei; seit 1920 bei Ehrhardt (Wiking); hört Winter 1922/23 Adolf Hitler im Nationalen Klub und tritt als höherer Beamter während der Verbotszeit 1927 in die NSDAP ein; Inhaber des Frontbannabzeichens; seit 1908 Lehrer an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (früher Unterrichtsanstalt am Kgl. Kunstgewerbemuseum); seit 10. April 1933 komm. Direktor der Vereinigten Staatsschulen; Mitglied des Senats der Preuß. Akademie der Künste; seit 1909 Mitglied der Sachverständigenkommission am Museum für ostasiatische Kunst. Kyser, Karl Fritz Georg, Amtsgerichtsrat, Reichsfachgruppenleiter der Gruppe Richter und Staatsanmälte im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen , Berlin-Grunewald, Salzbrunner Str. 31. Geboren: 16. Dezember 1879 in Graudenz (Westpr.) als Sohn des Kaufmanns und Stadtrats K. — Bildungsgang: Gymnasium in Graudenz; Universitäten in Jena, München, Berlin, Königsberg; 1904 Referendar. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: März 1904 Einj.-Freiw.; Dezember 1907 Leutnant d. Res. des Feld-Artl.-Regts. 73 Allenstein; bei Ausbruch des Krieges mit der 1. Batterie des Feld-Artl.-Regts. 79 Osterode (Ostpr.) an die Front; Teilnahme an der Schlacht bei Tannenberg und an den Masurischen Seen; dort verwundet; seit 1916 Batterieführer; Teilnahme an den Feldzügen in Russisch-Polen, Kurland, an der Somme und in Rumänien; nach dem rumänischen Waffenstillstand Beförderung zum Hauptmann d. Res. und Abkommandierung in die Verwaltungsabteilung des Oberkommandos Mackensen in Bukarest. E. K. II.; k. u. k. Militärverdienstkreuz III. m. d. Kriegsdekoration. — Berufsgang u. a.: Assessor bei den Staatsanwaltschaften Graudenz und Danzig; Staatsanwalt in Elbing; Staatsanwaltschaftsrat in Stolp (Pomm.) und Berlin; seit 1928 Amtsgerichtsrat; Vorsitzender eines Schöffengerichts in Berlin, Kriminalgericht; 1929 Anschluß an die nationalsozialistische Bewegung; Mitgründung des Nationalsozialistischen Klubs von 1929; Mai 1933 vom Reichsjustizkommissar Staatsminister Dr. Frank mit der Gleichschaltung der Richtervereine des Reiches beauftragt und in den Führerstab des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen berufen; Dezember 1933 Reichsfachgruppenleiter der Gruppe Richter und Staatsanwälte; Februar 1934 Abteilungsleiter der Reichsleitung (Rechtsabteilung); Mitglied der Akademie des Deutschen Rechts. — Veröffentlichungen: Herausgeber der „Deutschen Richterzeitung“, der Zeitschrift der Reichsfachgruppe Richter und Staatsanwälte, die früher die Zeitschrift des Deutschen Richterbundes war. — Besondere Interessen: Musik; Literatur. Lahmeyer, Gustaf, Oberbürgermeister, Kassel, Rasenallee 52. Geboren: 7. Juli 1889 zu Roßleben; arischer Abstammung. — Bildungsgang: Gymnasium zu rulda; Studium der Rechtswissenschaften aut den Universitäten Freiburg i. Br., Berlin, Marburg. —- Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1911/12 Einj.-Freiw. beim Feld-Artl.- Regt. 11; Teilnehmer am Weltkrieg vom Antang bis zum Ende als Leutnant d. Res. beim *eld-Artl.-Regt. 11 und später im Stabe des Xrd–K°mm-Nr. 22. KK- L und n-; Wa|- cRer J erdtenstkr.; Verwundetenabzeichen. —- tlerufsgang u. a.: Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft; Regierungsassessor bei der Regierung Kassel; Hilfsarbeiter im Preuß. Ministerium für Wissenschaften; Regierungsrat bei der Regierung Kassel; Regierungsrat / reuß. Ministerium für Wissenschaften; ab 1. Januar 1926 besold. Stadtrat in Kassel; dortselbst ab 1. Oktober 1926 Bürgermeister (1. besold. Beigeordneter); als Oberbürgermeister der Stadt Kassel bestätigt durch Erlaß des Preuß. Staatsministeriums vom 16. Juni 1933; Mitglied und Vorsitzender des ehemaligen Landesausschusses; Mitglied der NSDAP. — Mitglied: Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen ; Reichsbund der Kommunalbeamten sowie bei einer Reihe von Vereinen sozialer und kultureller Bedeutung. Lahs, Rudolf, Konteradmiral a. D., Präsident des Reichsoerbandes der Deutschen Luftfahrt-Industrie, Berlin-Schlachtensee, Kirchblick 5—?. Geboren: 3. Januar 1880 in Marburg i.Hessen. — Bildungsgang: Bis 1899 Hum. Gymnasium Weilburg. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1899 Seekadett Kaiserl. Marine; 1929 abgegangen aus der Reichsmarine als Konteradmiral; im Krieg Chef XII. Torpedobootshalbflottille und Chef VIII. Torpedobootsflottille. E. K. I. und II.; Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern. Lammers, H ans-Heinrich, Dr. jur., Staatssekretär in der Reichskanzlei, Berlin W 8, Wilhelmstr. 78. Geboren: 27. Mai 1879 in Lublinitz (O.-Schl.) als Sohn des Kreistierarztes L. — Bildungsgang: Ev. Fürstenschule in Pleß (O.-Schl.); Universität Breslau; 1901 Referendar. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Kriegsteilnehmer, Hauptmann d. Res. im Inf.- Regt. Nr. 51. E. K. I. und II. und andere Orden. — Berufsgang u. a.: 1906 Gerichtsassessor in Breslau; 1912 Landrichter in Beuthen (O.-Schl.); 1921 Oberregierungsrat; 1922 Ministerialrat im Reichsministerium des Innern; 1935 Staatssekretär in der Reichskanzlei; Dozent an der Hochschule für Politik; Mitglied der Akademie für Deutsches Recht ; Führer des Reichsverbandes Deutscher Verwaltungs-Akademien. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Auf dem Gebiete des Staatsrechts schriftstellerisch tätig; „Kommentar zum Gesetz über den Staatsgerichtshof“; „Reichsverfassung und Reichsverwaltung“; Lammers und Simons: „Entscheidungen des Staatsgerichtshofs für das Deutsche Reich“, 5 Bände; zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften. Lancelle, Otto, Inspekteur der Lehrabteilungen des DAD., Wildpark bei Potsdam Geboren: 27. März 1885 in Xanten a. Rh.; Vater preußischer Offizier 1864, 1866, 1870/71, Hauptmann a. D. infolge Kriegsverletzung; die Familie stammt aus Nordfrankreich, normannischer Herkunft. — Bildungsgang: Rektoratschule Xanten, humanistisches Gymnasium Emmerich und Prüm i. d. Eifel. —■ Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1905/06 Seekadett in der Kaiserl. Marine; ab 1906 bis 1912 Feld-Artl.-Regt. 43 Wesel; vom 19. Juli 1905 Leutnant; 1912 bis 1. August 1914 Lehrregiment der Feld-Artl.-Schießschule; 1. Juli 1914 Oberleutnant; ins Feld mit 6. Garde- Feld-Artl.-Regt.; Batterieführer 2. Batterie 6. Garde – Feld – Artl. – Regt., bekannt durch Durchbruch bei Brzeziny; 1. April 1917 bis 1. Juni 1918 beim Stabe AOK. I. zur besonderen Verwendung; dann Kommandeur II. Abteilung 2. Garde-Feld-Artl.-Regt. Pour le merite; E. K. I. und II.; Ritterkreuz von Hohenzollern; Weißes Verwundetenabzeichen. — Berufsgang u.a.: Nach dem Kriege Führer einer Feld-Artl.-Abteilung im Verband der 2. Garde-Division in Oberschlesien; 1. Mai 1919 Mitwirkung bei der Befreiung Münchens; wegen Verweigerung der Ablegung des Fahneneides auf die Weimarer Regierung beurlaubt und mit 31. März 1920 verabschiedet; Personalchef in Eilenburger Zelluloidfabrik; 1920 Mitbegründer des Stahlhelms; 1923 blutige Straßenkämpfe in Eilenburg am Himmelfahrtssontag; 1923 Mitwirkung beim Hitler-Putsch als militärischer Führer des gesamten Wehrwolf; Entlassung aus der Zelluloidfabrik infolge Forderung der Arbeiterschaft wegen der Teilnahme am 9. November 1923; ab 1. Januar 1924 bis 1. November 1931 Personalreferent im Leunawerk; 1. Februar 1924 Austritt aus dem Stahlhelm und Eintritt in den Frontbann; Betätigung im Deutschvölkischen Offiziersbund und in der NSDAP; Vertrauensmann für die Partei; 1. November 1931 Eintritt in den Stab der Obersten SA-Führung; 1. April 1932 Eintritt in den Arbeitsdienst; 1. Juni 1932 beauftragt mit der Errichtung des Arbeitsdienstes in Anhalt; 1. Mai 1933 Leiter der Reichsschule. — Besondere Interessen: Alle Arten Sport (Goldenes Sportabzeichen); Rennreiter, zuletzt 1928 Baden-Baden. Landfried, Friedrich Walter, Dr. jur., Staatssekretär im Preuß. Finanzministerium, Berlin- Charlottenburg 9, Marienburgallee 20. Geboren: 26. September 1884 in Heidelberg als Sohn des Geh. Kommerzienrats Wilhelm L., Ehrenbürgers der Stadt Heidelberg; die Familie Landfried ist seit 1686 als Kaufmanns- und Fabrikantenfamilie in Heidelberg ansässig und als Bauernfamilie im Kreis Meisenheim bis in das 15. Jahrhundert nachweisbar. — Bildungsgang: Großherz. Gymnasium Heidelberg; Universitäten Straßburg, Berlin, Heidelberg; 1909 Dr. jur. in Heidelberg. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1903/04 Einj.-Freiw.; 1906 Leutnant d. Res. des 1. Feld-Artl.-Regts. Nr. 15; tritt nach bestandenem Assessorexamen in den aktiven Heeresdienst über; vom 1. Mobilmachungstage bis Februar 1919 als Batterieoffizier und Batterieführer an der West- und Ostfront; Juli 1920 als Hauptmann aus dem Heeresdienst entlassen nach Dienstleistung in dem Garde – Kavallerie – Schützenkorps (Division v. Lettow-Vorbeck) und in der Reichswehr. E. K. I. u. II.; verschiedene bundesstaatliche Kriegsorden. — Berufsgang u. a.: 1908 Referendar; 1912 Assessor; dann bis 1920 aktiver Offizier; Juli 1920 Eintritt in den preuß. Verwaltungsdienst, Regierung Koblenz; Sonderaufträge zur Separatistenbekämpfung im Rheinland; Hilfsarbeit im Preuß. Ministerium des Innern; seit Januar 1923 im Preuß. Finanzministerium; dort Dezember 1925 Ministerialrat; nach Einsetzung des Reichskommissars in Preußen Juli 1932 Ministerialdirektor beim Preuß.Staatsministerium; März 1933 Staatssekretär des Preuß. Staatsministeriums; Ende April 1933 in gleicher Eigenschaft in das Preuß. Finanzministerium versetzt. Lange, Otto Wilhelm, Generalintendant a. D., z. Z. Präsident des Reichsoerbandes der Deutschen Artistik e. V., Berlin, Berlin-Friedrichshagen, Wormditterstr. 11 Geboren: 3. September 1884 zu Großstädteln b. Leipzig als Sohn des evang. Pfarrers Bernhard Otto L. und seiner Ehefrau Doris, geb. Günther. — Bildungsgang: Hum. Nikolai- Gymnasium und Fürstenschule zu Grimma; 1905 jurist. Studium an den Universitäten Tübingen, Berlin; daneben Besuch des Orientalischen Seminars Berlin; 1907 Dolmetscherexamen mit Persisch als Hauptfach, Arabisch, Englisch, Französisch als Ergänzungsfächer; 1909 Referendarexamen in Berlin; 2 Jahre Referendar, davon das 2. Jahr beurlaubt zum Studium der Bühne. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1904/05 Einj.-Freiw.im l.Kgl. Sädis. Leib-Grenadier-Regt. Nr. 100 zu Dresden; Oktober 1914 an der Front; Leutnant d. Landw.; ab Oktober 1915 beim Stab des Generalquartiermeisters, Gr. Hauptquartier, als selbständiger Abteilungsleiter bis Kriegsende; serbischer und rumänischer Vormarsch; nebenbei Leiter des Stadttheaters Charleville und des Schauspielhauses Nouzon; November 1918 Heimkehr nach Berlin; bis Frühjahr 1919 Offizier im Scharfschützen-Korps Frey der Garde-Kav.-Schützen-Div. gegen Spartakus. E. K. II.; Sächs. Albrechts-Orden II. m. Schw.; Bayer. Militärverdienstorden IV.; Oldenbg. Friedrich-August-Kreuz I. und II. — Beruf sgangu. a.: 1911 am Leipziger Schauspielhaus als Direktionsstellvertrcter, Dramaturg und Spielleiter; nach dem Kriege Gründer, künstlerischer und organisatorischer Leiter der Grollen Volksoper Berlin; 1H Jahre Direktor bei der Ufa; Schöpfer und Herausgeber der den damaligen Rundfunk bekämpfenden „Rundfunk-Rundschau“; Leiter des Deutschen Nationaltheaters Berlin; 1933 Leiter der Tonfilmabteilung des Bühnennachweises; tritt 1930 der NSDAP bei; zunächst kulturpolitisch tätig, vor allen Dingen im Kampfbund für Deutsche Kultur in verschiedenen Fachabteilungen; anschließend Eintritt in die SA ; Aufstellung und Führung der Motor- SA im Osten, auch während der Verbotszeit; 1933 Gründer und Leiter der Kulturabteilung der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg; ab April 1934 beim Stabe des Obersten SAFührers, Politisches Amt, Berlin; gleichzeitig SA-Verbindungsführer beim Reichskulturamt der NS-Gemeinschaft „ Kraft durch Freude “ und SA-Verbindungsführer des Chefs des Politischen Amtes des Stabes des Obersten SA-Führers beim Stabsleiter der PO Dr. Ley. — Veröffentlichungen: Dramatischer Schriftsteller; „Wieland, der Schmied“; „Die Vandalen“ (noch nicht gedruckt). — Besondere Interessen: Germanistik und germanische Geschichte. — Mitglied: Kameradschaft der deutschen Künstler, Berlin. Lange, Otto, Dr. jur., Präsident der Industrie- und Handelskammer Stettin, Stettin, Kattoroitzer Straße 90 Geboren: 28. Januar 1895 in Osterode in Ostpreußen; arisch. — Bildungsgang: Luisengymnasium in Memel; Studium in Königserg 1. Pr. und Halle a. d. S. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: Kriegsfreiwilliger vom 7. August 1914 bis 4. Januar 1919; Ost- und Westfront; vom 2. April 1915 bis 2. April 1918 in russischer Gefangenschaft in Sibirien und Leningrad; vom 1. Februar 1919 bis l.Mai 1919 beim Ostpreußischen Freiwilligenkorps. — Berufsgang u. a.: Mitte 1921 Referendarund Doktorexamen (Halle a. d. S.); Gerichtsreferendar in Quedlinburg; Oktober 1921 Eintritt als Syndikus bei der Versicherungsgesellschaft „Union“ in Stettin; seit Dezember 1925 Vorstandsmitglied daselbst; 1. Juli 1930 Eintritt in die NSDAP; Beirat des Deutschen Industrie- und Handelstages; Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Stettin; Stadtverordneter der Stadt Stettin. Langer, Franz, Oberbannführer u. Referent in der Reichsjugendführung, Leiter des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront, Berlin SW 19, Wallstraße 61. Geboren: 9. Mai 1908 in Lehnin i. d. Mark. — Bildungsgang: Obersekundareife an der Friedrich-Werderschen-Oberrealschule; Schule für Politik; Kunstgewerbeschule. ■— Berufsgang u. a.: 1925 Beteiligung an den Ausmärschen und Übungen des Berliner Frontbannes; 1926 Eintritt in die NSDAP; gründet 1927 als Malerlehrling an der Staatlichen Porzellanmanufaktur eine der ersten Berliner Betriebszellen; nach Beendigung der Lehre arbeitslos wegen Arbeitsmangels; neben der politischen Tätigkeit Besuch der Kunstgewerbeschule; gründet auch hier nationalsozialistische Schülergemeinschaften; wird in andauernde politische Prozesse verwickelt und geht 1928 auf Wanderschaft; 1929 beim Parteitag der NSDAP; findet auf weiteren Wanderungen durch Bayern nach der Schweiz im fremden Land (in Genf) Stellung und gründet 1932 die Ortsgruppe Genf der NSDAP; kommt nach erneuten Wanderungen durch Frankreich, Spanien und Italien nach Deutschland zurück und übernimmt sofort eine führende Stellung in einer Berliner Ortsgruppe der NSDAP; danach in der Brandenburger HJ Gefolgschaftsführer und Schulungsleiter; Ende 1932 Organisationsleiter des Gaues Berlin und Kurmark der nationalsozialistischen Jugendbetriebszellen; 1933 Vertreter der Gesellen und Lehrlinge im Präsidium des Reichsstandes des deutschen Handwerks; Dezember 1933 als Oberbannführer und Referent in der RJF vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach und dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, zum Leiter des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront ernannt. Lasch, Karl, Dr. jur., Direktor der Akademie für Deutsches Recht , Berlin SW 11, Prinz-Albrecht- Straße 5 Geboren: 29. Dezember 1904. — Bildungsgang: Rechtsstudium in Bonn, Köln, München. — Berufsgang u. a.: Mehrjährige Praxis in Bank- und Großindustrie; seit 1930 Betätigung im Nationalsozialistischen J uristenbund und in der Rechtsabteilung der Reichsleitung der NSDAP; Gaufachgruppenleiter für den Gau München-Oberbayern; am 26. Juni 1935 kommissarischer Geschäftsführer der Akademie für Deutsches Recht ; am 1. Februar 1934 vom Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht , Reichsjustizkommissar Dr. Hans Frank, zum Direktor der Akademie für Deutsches Recht ernannt; Amtsleiter der Rechtsabteilung der NSDAP; Sturmbannführer der SA . Laubinger, Otto, Ministerialrat im Reichsministerium f. Volksaufklärung und Propaganda, Berlin-Wilmersdorf, Bonner Str. 6 Geboren: 11. März 1892 in Eichenrod (Oberhessen). — Bildungsgang: Oberrealschule Worms; Studium der Philosophie auf den Universitäten München und Berlin. — Beruf sgang u. a.: Schauspielerschule München; Schauspieler und Spielleiter an den Stadttheatern Innsbruck und Ulm, am Hof theater Oldenburg und in Mainz; 1920/33 Staatstheater Berlin. Hauptrollen: Faust, Egmont, Karl Moor, Fiesco, Peer Gynt, Bolz usw.; ab März 1933 Präsident der Reichstheaterkammer und Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger; April 1935 von Herrn Reichsminister Dr. Goebbels zum Leiter der Abteilung VI (Theater) im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda berufen.— Spezialarbeitsgebiet: Die sozialen Rechte der Bühnenangehörigen; Theaterwissenschaft und -geschichte, bildende Kunst, Musik, Literaturgeschichte. Laue, Theodor, Louis, Heinrich, Senator für Inneres und Justiz (Polizeiherr), Bremen, Polizeihaus. Geboren: 1. März 1893 in Bremen. — Bildungsgang: Oberrealschule. — Militärzeit, K riegsauszeichnungen: Kriegsfreiwilliger; Leutnant d. Res. im Inf.-Regt. 97. E. K. II.; Hanseatenkreuz. — Berufsgang u. a.: Kaufmann. Lauffer, Otto, Dr. phil., o. ö. Unioersitätsprofessor, Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte, Hamburg 3?, Brahmsallee 55. Geboren: 20. Februar 1874 in Wende b. Göttingen. — Bildungsgang: Gymnasium Göttingen; Studium Germanistik, Kunstgeschichte, Geschichte in Göttingen, München und Berlin. — Militärzeit, Kriegsauszeichnungen: 1896/97 Einj. Inf.-Regt. 82; Hauptmann d. Landw. E. K. II. und Hamburger Hanseatenkreuz. — Berufsgang u. a.: 1896 zum Dr. phil. promoviert; 1897/1902 Assistent am Germ. National-Museum in Nürnberg; 1902/07 Assistent am Städt. Hist. Museum Frankfurt a. M.; 1907/08 ebenda Direktor; seit April 1908 Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte; 1919 o. ö. Universitätsprofessor für Deutsche Altertums- und Volkskunde. — Spezialarbeitsgebiet, Veröffentlichungen: Deutsche Altertums- und Volkskunde; „Das Landschaftsbild Deutschlands im Zeitalter der Karolinger“ 1896; „Jahresberichte des Museums für Hamb. Geschichte“ 1908 ff.; „Hamburg“ 1912; „Spätmittelalterliche Zinnfunde aus Hamburg“ 1913; „Niederdeutsche Volkskunde“ 1917, 2. Aufl. 1923; „Deutsche Altertümer im Rahmen deutscher Sitte“ 1918: „Das deutsche Haus in Dorf und Stadt“ 1919; „Deutsche Altertümer im Wandel der Jahrhunderte“ 1920; „Deutsche Sitte“ 1920; „Die Hansestädte in Farbenphotographie, Hamburg, Lübeck, Bremen“ 1927/29; „Land und Leute in Niederdeutschland“ 1934; „Dorf und Stadt in Niederdeutschland“ 1934; Zeitschriftenaufsätze und Besprechungen. — Besondere Interessen: Deutsche Altertums- und Volkskunde. — Mitglied: 2. Vors. d. Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine; 2. Vors. des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde; Mitglied der Deutschen Akademie in München und der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt. Lauterbacher, Hartmann, Obergebietsführer, Stellvertreter des Reichsjugendführers, Führer des Stabes der HJ, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 10. Geboren: 24. Mai 1909 als Sohn des Tierarztes Paul L. und dessen Ehefrau Josefine in Reutte (Tirol). — Bildungsgang: Volksschule in Reutte und Kufstein, Reformrealgymnasium in Kufstein; 1925/28 Lehrzeit in einer Drogerie- und Photohandlung in Kufstein; April 1929/30 Drogisten-Akademie in Braunschweig.— Berufsgang u.a.: Seit 1930 hauptamtliche Betätigung für die Bewegung; Februar 1923 erstes Zusammentreffen mit Nationalsozialisten; rege Teilnahme der „Jungen Gemeinschaft“ des Kufsteiner Gymnasiums am Ruhrkampf; wird nach dem Opfertod Schlageters Nationalsozialist; . aus der „Jungen Gemeinschaft“ wird die „Deutsche Jugend“, eine nationalsozialistische Jugendorganisation mit über 30 Mitgliedern; Stellvertreter des Führers dieser kleinen Organisation; 1925 Führer der „Deutschen Jugend“; hört den Führer am Ostermontag 1925 in einer kleinen Versammlung in Rosenheim in Oberbayern (erste Versammlung außerhalb Münchens nach der Freilassung); trifft April 1927 mit dem Landesführer Österreich der Hitler-Jugend zusammen und überführt die „Deutsche Jugend“ in die Hitlerjugend (Mitgliedsnummer HJ 4709); tritt als 18jähriger 1927 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 81 603); 1928 erste Begegnung mit dem damaligen Reichsführer der Bewegung Kurt